Editorial

Franken

Nationalbank: Warum soll jetzt richtig sein, was früher falsch war? Hoffen auf eine Tea Party in Europa.

Von Roger Köppel

Letzte Woche war geprägt durch ein Comeback der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Erstmals seit den verkorksten Währungsinterventionen des letzten Jahres feuerte SNB-Präsident Philipp Hildebrand wieder ein deutliches Signal Richtung Devisenmärkte. Er sprach von einem «absurd» überbewerteten Franken und der Notwendigkeit geldpolitischer Massnahmen. Die Zinsen wurden gesenkt und die Geldmenge wurde erhöht. Bei Bedarf sollen weitere Schritte folgen.

Alle von uns konsultierten Währungsexperten, darunter auch heftige Kritiker der letztjährigen Intervention, sind der Meinung, dass die SNB diesmal richtig handelte. Kurt Schiltknecht war Chefökonom der Nationalbank unter Fritz Leutwiler und der Architekt jener erfolgreichen SNB-Eingriffe, die Ende der siebziger Jahre dazu führten, dass die rapide Frankenaufwertung gegenüber der Deutschen Mark gestoppt werden konnte. Welt­woche-Kolumnist Schiltknecht ist heute dezidiert der Meinung, dass die SNB letzte Woche handeln musste und richtig handelte.

Warum soll jetzt richtig sein, was vor ein paar Monaten ein schwerer Fehler war? Erstens: Der Franken war zum Zeitpunkt der falschen Eingriffe im April/Mai 2010 nicht überbewertet. Heute ist der Franken irreführend stark, was Preisvergleiche bei Verkaufsgütern aus dem In- und Ausland zeigen. Zweitens: Im letzten Jahr stand die Schweizer Wirtschaft nicht am Abgrund, als die SNB übermässig und überstürzt intervenierte. Heute drohen Teilen der Wirtschaft bleibende Organschäden aufgrund der Frankenstärke. Drittens: Die Verlustrisiken sind geringer als im Frühling letzten Jahres, weil es unwahrscheinlich ist, dass sich der Franken nochmals in einem Mass aufwertet wie in den letzten Monaten.

Trotzdem bleibt höchste Vorsicht geboten. Wir leben nicht mehr in den siebziger Jahren, als die SNB eine spektakulär erfolgreiche Währungsintervention zustande brachte. Die weltwirtschaftliche Lage hat sich verdüstert. Die Rezession der letzten Jahre wirkt noch nach. Die Euro-Schwäche ist die Folge einer nach wie vor unbewältigten Schuldenkrise. Der Dollar liegt darnieder, weil der aktuelle Präsident seine Staatsausgaben schwindelerregend nicht im Griff hat. Es gibt eben gute Gründe dafür, dass die Anleger in den stocksoliden Franken flüchten.

Früher war es übersichtlicher. 1978 bäumte sich die SNB lediglich gegen eine vorübergehend unterbewertete D-Mark auf, hinter der die mächtige deutsche Wirtschaft stand. Es stimmt, dass auch der Dollar damals krebste, doch schon bald wertete er sich wieder auf dank beherzter Inflationsbekämpfung durch die US-Notenbank. Wir wollen die Verdienste der alten Nationalbank-Crew um Leutwiler und Schiltknecht keinesfalls kleinreden, aber man muss fairerweise anerkennen, dass sich Hildebrand und Co heute auf einer ungleich gefährlicheren Bahn bewegen.

Die Lektion von 1978 lautet: Wenn die Na­tionalbank gegen eine übertriebene Aufwertung des Frankens antritt, muss sie irgendwann die volle Artillerie auffahren. Muskulöse Devisenkäufe werden zwingend. Es braucht Nerven und Ausdauer. Im Kern zielen Interventionen dieser Art darauf ab, den Märkten einen ganz bestimmten elektrischen Impuls zu vermitteln. Man möchte den Anlegern unmissverständlich mitteilen: «Spekuliert nicht mehr auf einen steigenden Franken, legt euer Geld anders an.» Die Crux liegt darin, dass die Notenbank durch ihre verfehlten Euro-Käufe im letzten Jahr Zweifel an ihrer Kompetenz und an ihrer Glaubwürdigkeit aufkeimen liess. Deshalb braucht sie heute noch mehr Punch, um ihre Botschaft durchzubringen. Wenn es ihr gelingt, die Märkte zu überzeugen, dass sie keine Aufwertungen mehr zulässt, ist der Damm gebrochen. Aber das kann teuer werden.

Die Weltwoche wandte sich gegen die letztjährigen Währungsinterventionen der SNB, weil sie falsch und schädlich waren. Wir sind allerdings nicht der Meinung, dass alle geldpolitischen Massnahmen an sich verfehlt wären. Mit aller Vorsicht und nach Konsultation der Experten kann man heute von einem Umfeld sprechen, das geldpolitische Eingriffe durch die Schweizerische Notenbank rechtfertigt. Selbst neuerliche Währungsverluste wären hinzunehmen, wenn sie denn zum gewünschten Ziel führten. Falsch wäre es, wenn Hildebrand und seine Kollegen durch die politische und mediale Kritik an ihren früheren Operationen in Lähmung und Zaghaftigkeit verfielen. Seit vier Jahren leben wir im ökonomischen Ausnahmezustand. Wer im Krieg ist, muss auch unter Feuer kämpfen.

Notenbanken können nicht zaubern, aber sie können schwierige Situationen erträglicher gestalten. Immerhin. Wünschen wir der SNB-Spitze Weisheit und Kraft bei ihren nächsten Schritten. Die Zeiten werden wieder härter.

Die amerikanische Tea-Party-Bewegung hat in Europa, aber auch in der Schweiz in der Regel keine gute Presse. Man porträtiert die manchmal schrill auftretenden Amerikaner wahlweise als Hinterwäldler oder Irre, die am liebsten ihren Präsidenten in die Luft sprengen wollen. Kürzlich widmete die NZZ dem Tea-Party-Konservativismus eine ganze Seite und kam zum Fazit, dass wir es hauptsächlich mit einem primitiven Verbund von bibelgläubigen Evolutionsleugnern zu tun haben. Ähnlich äusserte sich der Tages-Anzeiger. Hier wurde vor allem der aus Sicht dieser Zeitung unverständliche Wunsch vieler Tea-Party-Mitglieder, die Staatsausgaben in den USA zu senken, als Ausbund teuflischer Gestörtheit kritisiert. «Die Rechte besäuft sich an ihrer eigenen Einfachheit», schrieb genüsslich der Autor.

Bei so viel berauschender Differenziertheit wagen wir die Gegenthese: Die Tea Party ist ein Segen für Amerika. Es mag wie in allen politischen Organisationen Spinner und Extremisten geben, aber man sollte sich nicht allzu lang mit ihnen aufhalten. Interessanter ist die zentrale Stossrichtung: Die Tea Party kämpft für weniger Staat und weniger Schulden. Sie setzt sich dafür ein, dass Politiker und Regierungen besser beaufsichtigt werden. Ohne die Tea Party wäre das Schuldenproblem in den USA nicht mit dieser Schärfe auf den Tisch gekommen. Die Tea Party verdankt sich mit anderen Worten urdemokratischen, freiheitlichen Impulsen, die auch für Europa gelten sollten. Sie geht von der offenbar für viele Journalisten skandalös gewordenen Forderung aus, dass es nicht gut ist, wenn Staaten zu viel Schulden machen. Es ist höchste Zeit, dass die Tea Party ihre ersten Ableger in der Euro-Zone gründet.

Kommentare

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  • Klaus Kolbe
  • 23.08.11 | 14:38 Uhr

Professor Thorsten Polleit, Chefvolkswirt Deutschland von Barclays Capital, in einem Video-Beitrag vom 22.08.2011 17:29:

http://www.daf.fm/video/geldkritiker-prof-polleit-kein-ausweg---schulden-runter-50147064-DE0008469008.html

Einige Aussagen von Prof. Polleit:
„Kein Ausweg - Schulden runter“
„Wir gehen nicht von einer Rezession aus, aber von einer Wachstumsabschwächung.“
„Mehr Schulden sind keine Lösung, sie sind das Problem.“

  • Klaus Kolbe
  • 17.08.11 | 23:40 Uhr

Es würde mich nicht wundern, wenn das, was FED, EZB, BoJ und die anderen Pleitiers praktizieren, noch als solide Finanzpolitik verkauft wird. Einfach lächerlich, so etwas.
Das ist nämlich genau die Umsetzung der keynesschen Lehre – die bisher (über kurz oder lang, aber) immer im Crash geendet ist und die durch die Lehre der Austrians (Österreichische Schule der Nationalökonomie) schon seit Zeiten widerlegt ist. Vielleicht sollte man sich dort erst einmal schlau machen, wie eine verantwortungsvolle Geldpolitik aussieht, bevor man seine Überheblichkeit zur Schau stellt.

  • Andreas Hofstetter
  • 17.08.11 | 17:36 Uhr

Es wäre zu wünschen, dass man so ziemlich auf dem neusten Stand der erhärteten Erkenntnisse ist, wenn man hier über Geld- und Wechselkurspoltik mitreden will. Und das dauernde Gequassel dass eine Geldmengenausweitung immer zu Inflation führen muss, ist sowas von outdated und alter Mist! Japan ist seit der geplatzen Blase 1989 und der Bankenrettung in einer Deflation! Trotz massivster Geldversorgung und Zinsen bei null seit 20 Jahren! Der Schuldenabbau in USA und EU und die Austeritätspolitik wird genauso deflationär sein! Wie echt soll Inflation entstehen, wenn überall gespart werden muss??

  • Klaus Kolbe
  • 17.08.11 | 10:07 Uhr

stärker als die Gütermenge wachsen kann. Das Aufblähen der Geldmenge heißt Inflation. Sie erleichtert es dem Staat, sich zu entschulden, und ist damit zugleich eine schleichende Enteignung der Sparer.“
Der vollständige Artikel ist hier zu finden:
http://www.freiewelt.net/blog-3472/diese-finanzkrise-ist-eine-krise-des-westens-.html

  • Klaus Kolbe
  • 17.08.11 | 10:06 Uhr

Klaus Peter Krause, ehemaliger verantwortlicher Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, zur aktuellen Finanzkrise
Titel:
„Diese Finanzkrise ist eine Krise des Westens“
Auszug daraus:
„In diesem System wird Geld durch Kreditvergabe geschaffen (Buchgeld) und auf diese Weise die Geldmenge ausgeweitet, ohne dass entsprechende Ersparnisse dahinterstehen. Da dieses Geld durch ein knappes Sachgut wie Gold nicht (mehr) gedeckt ist, lässt es sich – unabhängig von der Gütermenge – beliebig vermehren, ermöglicht es Geldschöpfung aus dem Nichts. Die Folge: Die Geldmenge wächst

  • Peter Kuehnis
  • 17.08.11 | 08:59 Uhr

@Hofstetter. - Die SVP-Parolen und Gedankengänge sind natürlich nicht immer "geheuchelt". - Klar ist aber dass eine kleine Führungsspitze der SVP nur auf ihren persönlichen Vorteil bedacht ist und das Gros der Partei von Angst und Unsicherheit getrieben wird. Und all diese Beschlüsse und Parolen der Partei zeigen eines: Null wirtschaftlichen Sachverstand und den Weitblick eines Blinden.

  • Georges Martinet
  • 16.08.11 | 19:49 Uhr

Schuld am jetzigen Debakel sind freilich die EU und deren Vassallstaaten. Wenn überhaupt Schweizer eine Mitverantwortung trifft, dann die SNB-Verantwortlichen, die mit ihren verfehlten Interventionen ihre Ohnmacht transparenter denn je gemacht haben.

  • Georges Martinet
  • 16.08.11 | 19:45 Uhr

"Sie haben das Recht auf Steuererleichterung, sie haben das Recht von d. Suppenküche zu leben. Kein Working Poor hat die Möglichkeit ein System zu schleifen, das machen in d. Tat andere für ihn."

Die ganz grossen Steuererleichterungen geniessen lediglich die Superreiche, mittels Stiftungen. Die Politik des US-Bundesstaates wurde massgeblich von den grossen Stiftungen (Rockefeller, Ford und Carnegie) geprägt. Es war eine zutiefst interventionistische, den Sozialismus anstrebende, Politik. Gegen diese rebelliert nun der Mittelstand, zu Recht.

  • Andreas Hofstetter
  • 16.08.11 | 10:05 Uhr

Die SVP liegt in der neusten Umfrage in Bezug auf Wirtschaftskompetenz und Wirtschaftsliberalität noch HINTER der SP! Mit grossem Abstand wird der FDP am meisten Wirtschaftskompetenz zugetraut. Dass diese Umfrage richtig liegt, sieht man an den Voten hier aus der verblendeten SVP Anhängerschaft! Mindestens 70% wissen, dass die SVP die Hauptschuld am jetzigen Debakel trägt, da Blocher und Co. tatsächlich meinen der SNB zu diktieren, wie diese Geldpolitik zu treiben habe. Das Signal an die Spekulanten war klar: Die SNB macht nichts, also hauen wir drauf und sahnen ab!

  • Andreas Hofstetter
  • 16.08.11 | 10:04 Uhr

2) Ausgerechnet in der für unseren Standort wichtigsten Frage der Wechselkursrelationen soll laut SVP alles dem Markt überlassen werden!? Dadurch gehen nun zehntausende Arbeitsplätze verloren! Das ist die gleiche SVP, die sonst nur für Protektionismus und Abschottung steht! Weg mit der PFZ und den Bilateralen. Keine Parallelimporte und Zementierung der Preisinsel CH. Jährlich 5 Mia Landwirtschafts-Subventionen! Dafür weniger Geld für Bildung und Forschung usw. Was für eine Heuchler Truppe! http://www.bilder.sf.tv/Tagesschau/Wahlbarometer-August-2011/47ed788f-156f-4105-ae25-79c647249ae0#/8

  • Sabine Schweizer
  • 16.08.11 | 09:42 Uhr

In allem steckt ein Stück Wahrheit @G.Martinet. Konservative u. Patrioten reden gerne von Zusammenhalt, jetzt können sie zeigen wie sie diesen in schwierigen Zeiten leben. Betrf. Machtverhältnissen siehe Kommentar @M.Hartmann u. A.Hofsetter. Gleiche Rechte vs Sonder Rechte. Sie haben das Recht auf Steuererleichterung, sie haben das Recht von d. Suppenküche zu leben. Kein Working Poor hat die Möglichkeit ein System zu schleifen, das machen in d. Tat andere für ihn. Anyway, ich komme aus der Musikbranche u. weiss dass die USA es bevorzugen Probleme zu bewirtschaften als sie zu lösen.

  • Georges Martinet
  • 15.08.11 | 22:38 Uhr

Die Tea Party ist gewiss nicht anarchistisch, sie will den Staat nicht abschaffen. Zudem sollte dieser in der Tat die Rechte schützen, nur tut er es nicht. Der US-Bundesstaat gehört zu den kriminellsten Organisationen dieser Welt.

  • Georges Martinet
  • 15.08.11 | 22:26 Uhr

WW und SVP kritisierten vollkommen zu Recht die SNB, ihre Interventionen haben nichts als Verluste gebracht. Schade, dass sie nun kippen.

Die Märkte "spekulieren" keineswegs "gegen" den CHF, sie flüchten vor dem Euro-Chaos, vollkommen zu Recht.

Die erste moderne Tea Party fand während den Primärwahlen 2007-8 statt, von den Ron-Paul-Anhängern organisiert. Dann gab es breiten Protest gegen den Banken-Bailout, dann gegen das verfassungwidrige Obamacare. Diese Proteste hatten rein nichts mit der Republikanischen Partei zu tun. Erst danach kam Fox News, die Kochs, Freedom Works usw.

  • Sabine Schweizer
  • 15.08.11 | 17:53 Uhr

Wie sieht Rechtsprechung, Frieden, Freiheit, freier Markt in einem Staat aus, wo Menschen zwar für das Individuum sind, aber den Staat der die Rechte der Individuen schützen soll, als grosses Übel betrachten?! Tea Party sind nichts anderes als Anarchisten. Wenn man nicht d. Norm entspricht (invalid, geistig krank, schwul, farbig, Waisen, anders gläubig etc.) entsteht immer eine Ambivalenz. Verneinung hat aber nie zu Verständnis geführt. Mit ihren eingeschränkten Ansichten isolieren sie sich selbst u. merken nicht dass auch sie unter der Urangst leiden auf dieser Welt kein Existenzrecht zuhaben

  • Sabine Schweizer
  • 15.08.11 | 17:52 Uhr

Warum besinnen wir uns auf alte Werte jetzt wo's eng wird? Weil Anfangs alles etwas länger gehalten hat. Heute geht es nicht weniger wild zu u. her, aber vor allem auf intellektueller Ebene. Es wird so viel geredet nur um eine Einigung zu finden, aber was immer festgelegt wurde ist nur von kurzer Dauer. Warum? Weil kaum einer den Mut aufbringt wirklich einen Schritt vorwärts zu machen u. damit meine ich einen Schritt auf sich selbst zu machen. Anstatt Back to the Roots sollte es Return to yourself heissen. Strukturiert das Chaos in Euch selbst. Die Tea Party bewegt sich in dieser Hinsicht 0!

  • Sabine Schweizer
  • 15.08.11 | 17:51 Uhr

Einverstanden @G.Martinet Ja die USA haben die Macht an sich gerissen, wie einst Deutschland u. jetzt haben sie das Gefühl für alle(s) verantwortlich zu sein. Deutschland wird das gleiche passieren, weil es auch für sie wichtiger geworden ist, was das Aussen von ihnen denkt u. damit dieses Bild stimmt, unterdrücken sie lieber die Menschen im Inneren. Hier finde ich einen gemeinsamen Nenner mit der Tea Pary. Schmeckt mir auch nicht. Jetzt das "aber".

  • Rainer Selk
  • 15.08.11 | 12:41 Uhr

Georg Lips,
ich sehe das auch so. Aber, wird erinnern uns, dass wir letztes mal, vor ca. 30 Jahren, mit 7-8% Teuerung erfreut wurden als Folge der SNB Abwehr. Und das wird gravierende Folgen in der Schweiz zeitigen.

Wir sind quasi Opfer unseres eigenen Fleisses. Vielleicht sollten wird uns angewöhnen, mehr Schlitzohrigkeit wie die Griechen zu betreiben. Keien Steuern bezahlen, alles verlangen, AHV auf längstens Tote beziehen und das Leben geniessen. Schuld dafr sind die anderen, die dafür bezahlen, weil wir so blöd sind und bis dann wohl auch in der EU verweilen.

  • Andreas Hofstetter
  • 15.08.11 | 09:26 Uhr

Die Tea Party ist nichts weiteres als eine bigotte Bande von Fundichristen, Abtreibungsgegnern und Schwulenhassern! Würde hypothetisch ein Tea Party IdiotIn als Präsident gewählt, dann wären die USA tatsächlich innert 6 Monaten bankrott! Das wäre Reagan-Vodoo hoch 3! Steuern massiv runter aber Ausgaben eben nicht! Denn die Entitlements beträfen ausgerechnet die eigne Klientel! Die US Staatsschuld hat sich in 20 Jahren Rep. Präs. ver-16-facht! von 900 bn auf 14'600 bn! Der einzige ernstzunehmende Libertäre ist Ron Paul, der hat aber mit der Tea Party nichts am Hut!

  • Andreas Hofstetter
  • 15.08.11 | 09:13 Uhr

Es ist noch nicht 3 Monate her, beschimpfte dieses Blatt, unter Anleitung von Blocher, SNB Präsident Hildebrand als "Falschmünzer"! Die SNB hatte auch damals ihren Verfassungsauftrag erfüllt und versucht den CHF über 1.35 zu halten! Genau mit der "Weg mit Hildebrand" Polemik der Blocher SVP wurde den Märkten signalisiert, dass uneingeschränkt gegen den CHF spekuliert werden kann und die SNB nichts tun werde! Am extremen Überschiessen und am volkswirtschaftlichen Schaden ist vorallem die SVP Schuld! Dieser schweizfeindlichen Partei darf keinerlei politische Verantwortung übertragen werden!!!

  • Michael Hartmann
  • 15.08.11 | 07:32 Uhr

Geehrter Martinet, die Teaparty ist Teil der GOP und damit Teil des jetzigen Systems. Oder etwa doch ein quersubventioniertes 'köchelndes' weisses Wutbürgertum?

Geehrter Selk, "Eine alte Weisheit besagt, dass man den Staat diebezgl. kurz halten muss." Wo kann ich die denn nachlesen, diese alte 'Weisheit', geehrter Selk? Die dreizehnte Bauernregel oder was?

  • Georges Martinet
  • 15.08.11 | 02:25 Uhr

"Es ist auch richtig, jetzt gegen den harten Franken vorzugehen"

Indem die SNB massiv Euros kauft und am Ende die CH den selben Überschuldungsgrad aufweist wie die PIIGS?

  • Georges Martinet
  • 15.08.11 | 02:22 Uhr

"Die Bewegung u. Stossrichtung ist allerdings auf Grund der ungleichen Machtverhältnissen einseitig, unbeweglich u. unfair."

Welche ungleiche Machtverhältnisse?

"Die Regierung konnte seine Kriegskosten u. Gefängnisindustrie im Budget immer gut verstecken."

Es macht keinen Sinn, den warfare state dem welfare state gegenüber stellen zu wollen, denn auch Ersterer wurde von den Etatisten ("progessives") ausgebaut. Die Old Right war stets gegen aussenpolitischen Interventionismus.

  • Sabine Schweizer
  • 14.08.11 | 18:31 Uhr

@G.Martinet Gebe Ihnen gerne Recht, der Protest ist legitim u. notwendig. Die Bewegung u. Stossrichtung ist allerdings auf Grund der ungleichen Machtverhältnissen einseitig, unbeweglich u. unfair. Die Regierung konnte seine Kriegskosten u. Gefängnisindustrie im Budget immer gut verstecken. Was denken Sie wo z.B. die Kosten f die Pflege der Soldaten, die verletzt, invalid, mit schweren psychologischen Störungen od.arbeitslos zurückkehren, landen? Beim Sozialwesen. Das Ungleichgewicht u Wahrheitsverzerrung von Ausgaben u. Einnahmen ist untragbar geworden. Schuldzuweisungen machen es nicht besser

  • George Lips
  • 14.08.11 | 17:58 Uhr

Mich interessiert die Tea Party einen feuchten D....Köppel und Blochers Analysen sind korrekt. Hildebrand soll gehen. Es ist auch richtig, jetzt gegen den harten Franken vorzugehen, weil wir im Mittelpunkt bis zum Höchstmass verschuldeter Volkswirtschaften leben.Erstaunlich bei dieser Verwobenheit ist, dass keiner unserer Koryphäen nicht einmal pieps sagt, gegen diejenigen, die das verursacht haben, die Sozialistenführer.

  • Georges Martinet
  • 14.08.11 | 01:13 Uhr

"Bis anhin ist mir keine klare Position der Tea Party bekannt, wie sie bei einem Staatsbankrott weiter vorgegangen wären."

Die Tea Party ist keine Partei, sondern eine (heterogene) Protestbewegung. Der Protest ist vollkommen legitim.

"vom Erbe seiner Gründungsväter leben ist keine Leistung"

Dieses Erbe ist von den Politikern verraten worden und eine Rückbesinnung auf dieses Erbe tut Not.

  • Georges Martinet
  • 14.08.11 | 01:08 Uhr

"raus aus den billig Lohn Länder"

Das Problem haben nicht jene Unternehmen, die dort produzieren, sondern die USA als Standort. Dies kann also unmöglich eine Lösung sein. Es müssen Schulden abgebaut werden, dies geschieht am einfachsten durch Devaluation (Währungsreform).

"wir brauchen hier keine amerikanische Verhältnisse"

Gewiss, Überschuldung können wir nicht gebrauchen.

"Das grosse Defizit der USA entstand primär über die Ausg. f die "Verteidigung ihrer Freiheit"."

Nein, der Sozialstaat war nie nachhaltig finanziert und macht einen grösseren Teil aus des Budgets.

  • Sabine Schweizer
  • 13.08.11 | 18:08 Uhr

@G.Martinet meine impulsive Bemerkung zur Inflation war wohl grad so dumm wie Sarah Palin. Bis anhin ist mir keine klare Position der Tea Party bekannt, wie sie bei einem Staatsbankrott weiter vorgegangen wären. Vermutlich alle verrecken u. verblöden lassen. Kann es sein dass die Tea Party Umstände wie in Afrika wünscht? Wo keiner Steuern bezahlt, es keine Sozialabgaben u. Bildungssystem gibt, jeder für sich handelt u. sich der Staat nur dann einmischt wenn es was zu verdienen gibt? Pss: vom Erbe seiner Gründungsväter leben ist keine Leistung.

  • Marc Vuilleumier
  • 13.08.11 | 16:17 Uhr

der Tea Party sind die Staatsschulden piepegal. Sie will NUR KEINE HÖHEREN STEUERN, das ist alles! (@Peter Kuehnis: meine Rede)
bei Roger Köppel gilt: Tea Party = urdemokratisch. SVP = Querulanten.

  • Sabine Schweizer
  • 13.08.11 | 13:01 Uhr

@P.Kuehnis dazu Non- Negotiable! Tolle Zusammenarbeit @All Eine Partei die Menschen nur über ihren Besitz definiert kann ich nicht ernst nehmen. Eigenverantwortung ja, das gilt aber auch f Unternehmen die Mittellosen Kleinkredite/Darlehen f ihre Konsumwünsche sprechen. Es ist richtig nur soviel zu konsumieren wie man sich auch leisten kann, aber dann stellt uns bitte mehr Qualität hin u. hört mit der "geplanten Obsoleszenz" auf. Auch im Interesse der Natur. Ansonsten ist es in unserer Verantwortung Corporates auszuhungern um ihnen aufzuzeigen dass sie Kunden brauchen um reich zu bleiben.

  • Sabine Schweizer
  • 13.08.11 | 12:58 Uhr

@G. Martinet Nicht über seine Verhältnisse leben bedeutet weniger Konsum. Weniger Konsum, weniger Arbeitsplätze gleich Steuerausfälle. Die Lösung sehe ich auch nicht in Konjunkturprogr. sondern im Bewusstsein "raus aus den billig Lohn Länder, Gang runter schalten, einfacher leben, mehr (Lebens-) Qualität". Wenn ich sehe auf was wir alles Steuern u. Gebühren zahlen besteht kein Zweifel das es beim Bund Lecks gibt u. wir uns reorganisieren müssen aber wir brauchen hier keine amerikanische Verhältnisse. Das grosse Defizit der USA entstand primär über die Ausg. f die "Verteidigung ihrer Freiheit".

  • Rainer Selk
  • 13.08.11 | 11:57 Uhr

Peter Kuehnis
Sie eröffnen hier eine Sensationsdebatte: für was + warum eigentlich wie hoch zahlen wir in der CH Steuern? Eine alte Weisheit besagt, dass man den Staat diebezgl. kurz halten muss. Denn Steuern werden immer ausgegeben, auch wenn man zuviel derselben hat.

Da hatte BR WS gesagt, der Bu'haushalt habe unbugetierte Mehreinnahmen, trotz vielzu tiefer Unternehmensbesteuerung (!).

Seltsam, weil das Zuviel nicht an den Bürger zurückgegeben wird. Also runter mit Bundessteuern in der CH, bevor die Kohle in schwarzen Calmy Löchern + Asylantismus verschwindet!!

Danke für Ihren Hinweis!

  • Michael Hartmann
  • 13.08.11 | 11:49 Uhr

Ich kann kaum warten, bis die SVP - oder Teile davon - die Teapartyparolen übernimmt und auch dementsprechend parlamentarisch operiert. Die Parteistärke (national) wird sich dann innert einem Jahr halbieren. Sie können sich - geehrter RK - gar nicht vorstellen, wie viel Schaden die GOP mit dem Geplänkel im letzten Monat genommen hat.

  • Georges Martinet
  • 13.08.11 | 10:45 Uhr

@ Peter Kuehnis

Wenn man an all die Verbrechen denkt, die der US-Bundesstaat begangen hat und weiter täglich begeht, dann sehe ich wirklich nicht, inwiefern sein Verrotten eine schlechte Sache sein sollte. Zudem ist bankrott nicht gleich arm. Die bankrotten US-Staaten sind beileibe nicht die ärmsten, sondern die unveranwortlichsten. Eine "Rettung" durch die anderen, verantwortlicheren, Staaten, wäre eine Belohnung dieser Unverantwortlichkeit. Das ist wie wenn die Appenzeller das reiche aber hochverschuldete GE "retten" müssten.

  • Michael Hartmann
  • 13.08.11 | 09:05 Uhr

Geehrter Martinet, es gibt zwei Möglichkeiten, steigende Staatsausgaben (z.B. Kriege!) zu finanzieren: Steuererhöhungen oder Schulden machen. Die USA hat sich in den letzten 30 Jahren für zweiteres entschieden und neu - seit den Zahlungen der vielen Koch Foundations an entsprechende Hobitsgruppen (McCain) - sollen alle staatlichen Aufwände durch sich selber refinanziert werden.

Wenn die ersten ehemals Mittelständler verhungert in den Strassen von Detroit liegen und in der Schweiz für die USA gespendet werden kann, feiern die Abgeordneten der Tea Partky dies als Sieg über die Steuerbehörde.

  • Rainer Selk
  • 13.08.11 | 08:53 Uhr

Das Gedöns dieser Tean Party kann man vermutlich überhaupt nur einschätzen, wenn man in den USA lebt und sich mögl. parteiungebunden einen breiteren Blick verschafft hat. Wen interessiert das? Obama hat so ziemlich alles 'ge-changed', aber nichts wirklich fertig gebracht. Sogar die gefeierte Ermordung von Osama bin Laden erweist sich als grösster Fake aller Zeiten.
Bush jr. hat die Suppe angerichtet, die Obama jetzt nicht auslöffelt, obwohl er es versprach. Nicht mal Guantanamo hat er geschlossen. Und so steuern due USA, jenseits aller Parteien, wohl auf den Kollaps zu, genau wie die EU.

  • Georges Martinet
  • 12.08.11 | 18:28 Uhr

@ Sabine Schweizer

Die Tea Party ist entstanden, weil Unzufriedenheit ggü. beiden Parteien herrschte. Die Kritik ist auch an die Republikaner gerichtet.

Weiter Schulden machen in Billionenhöhe führt zum Staatsbankrott und Totalkollaps.

Es ist nicht der technologische Fortschritt, der Arbeitsplätze vernichtet, sondern eben gerade die steigende Staatsverschuldung.

Die Tea Party ist gegen Inflation.

  • Georges Martinet
  • 12.08.11 | 18:22 Uhr

"Die Tea Party entstand - finanziell durch die Milliardärenbrüder Koch ins Leben gerufen"

Was da alles so frei erfunden wird...

  • Peter Kuehnis
  • 12.08.11 | 14:00 Uhr

27. Don't ask Conservative States to Bail out Progressive States
28. We Want Freedom From Tax Slavery!
29. Taxation: The New Terrorism
30. Now Is the Time for All Good Men to STOP PAYING TAXES
31. You Cannot Help The Poor By Destroying The Rich
32. Have You Ever Been Employed by a Poor Person?
33. The Only Fair Tax Is NO Tax!

Hier ein bescheidener Ausschnitt aus den Tea-Party-Parolen.
Für Sie @Roger Köppel und diejenigen unter uns welche des englischen nicht mächtig sind meine kurze Uebersetzung: Keine Steuern, lassen wir erst die armen Kantone dann den Staat verrotten.

  • Sabine Schweizer
  • 12.08.11 | 12:07 Uhr

Ihre Sympathie zur Tea Party finde ich sehr bedenklich. Sie befürworten also, was Amerika mit der Inflation erreichen will: seine Probleme auf uns abwälzen u. anstatt umdenken mit Abwertung/Kursverlusten die eigene Volkswirtschaft sanieren?! Obendrauf stimmen Sie Christian Huber Essay zu, der sagt "Nur wer Eigentum hat, soll wählen u. stimmen dürfen". Auch die Tea Party würde die Sklaverei am liebsten wieder einführen. Erstmal Wirtschaft kaputt machen, dann unsere Rechte nehmen, weiter alles verschmutzen damit wir am Ende alle die Hoffnung verlieren. Der Pöbel ist wie immer an allem Schuld.

  • Sabine Schweizer
  • 12.08.11 | 11:57 Uhr

Die Tea Party kämpft für weniger Schulden? Und darum haben die Rep's (vor Obama) so gut gewirtschaftet. Ohne Schulden funktioniert doch das ganze Geldsystem nicht mehr. Ich als kleine Schuldnerin u. Zinssklavin ohne Eigenkapital muss meine Schulden zurückbezahlen ja, grosse Schuldner hingegen dürfen das auf keinen Fall weil sonst das System kollabiert. Fadenscheinig! Die Wirtschaftselite sollte aufhören immer billigere Arbeitsplätze zu schaffen um Profit zu maximieren. Und wenn sie uns durch neuste Elektronik ersetzen sich auch nicht wundern das dadurch noch mehr Arbeitslosigkeit entsteht.

  • Peter Kuehnis
  • 12.08.11 | 09:17 Uhr

@Herr Hartmann - beim Lesen ihres Beitrags hier hatte ich ein richtiggehende Deja-vu, bis mir klarwurde dass ChB und Emil Frey, Schildknecht und Ebner keine Brüder sind und Sie von den Amis schrieben. Ausserdem wurde die SVP ja "übernommen", nicht neu gegründet.

  • Peter Kuehnis
  • 12.08.11 | 09:13 Uhr

dass die Tea-Party in Europa keine gute Presse hat @RK - hat mit all den kleinen Niedlichkeiten zu tun die sie in ihrem Artikel hier tunlichst verschweigen.
Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen in einer Schweiz die von Leuten mit dieser Weltsicht regiert würden. Verschiedene Blogger hier lassen einen Vorgeschmack darauf erahnen. Jemand der sich bei all den Rechten in Europa noch eine Teaparty wünscht sehnt sich vermutlich auch nach den Kreuzrittern zurück ? Breivik lässt grüssen.

  • Georges Martinet
  • 11.08.11 | 23:25 Uhr

Blocher spricht sich sogar für ein weltweites Verbot von Leerverkäufen aus, was beweist, dass auch er nichts an der Materie versteht, denn es sind nicht die Leerverkäufe, die den Kurs nach unten drücken (der Leerverkäufer muss die leerverkauften Papiere wieder zurückkaufen).

  • Jürg Wehrlin
  • 11.08.11 | 17:10 Uhr

Hat der Wahnsinn nun auch RK und CB erfasst? - ich glaub es nicht. Anstatt dass wir nun alle Kräfte darauf verwenden, das Ende des € zu beschleunigen, um endlich vernünftig neu anfangen zu können, soll noch mehr Volksvermögen vorher vernichtet werden?

  • Michael Hartmann
  • 11.08.11 | 07:48 Uhr

Die Tea Party entstand - finanziell durch die Milliardärenbrüder Koch ins Leben gerufen - wegen den staatlichen Interventionen in Billionenhöhe der Obamaregierung infolge der Bankenkrise und Wirtschaftskrise. Sie wehren sich gegen die Unterstützung der Armen und Mittellosen. 50% der Partygänger sind im Pensionsalter und 90% sind Weisse.

Was diese Politik in Europa und der Schweiz anrichten würde, kann sich jeder selber vorstellen und solche Gelüste ablehnen oder herbeisehnen.

  • Georges Martinet
  • 10.08.11 | 20:29 Uhr

Das war zu befürchten: Die Nähe Köppels zum ehemanligen Staatsbeamten und gescheiterten Geschäftsbankier ("Visionen") Schildknecht führt zur völlig verfehlten Kehrtwende. Schildknechts Vorschlag, die SNB solle massiv Euros kaufen ist absolut verantwortungslos und wird une sehr teuer zu stehen kommen.

 
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