Was war eigentlich mit dem Waldsterben? Und mit der Vogelgrippe? Oder mit den Feinstaub-Toten? Unser Kollege Alex Reichmuth veröffentlichte 2008 ein Buch über die angekündigten ultimativen Katastrophen, die nie stattfanden («Verdreht und hochgespielt»). Erleben wir zurzeit mit Fukushima dasselbe Phänomen? Alex Baur ist nach Japan gereist, um sich zwei Monate nach dem GAU vor Ort ein Bild zu machen. Obwohl er schon oft in Krisengebieten recherchierte, war es eine seiner schwierigsten Missionen, und das nicht wegen der Strahlung. Ausländische Journalisten haben derzeit einen miserablen Ruf in Japan. Baur sprach mit Menschen, die in dem havarierten KKW arbeiten, mit Evakuierten und Helfern, aber auch mit Vertretern der Nuklearindustrie. Sein Fazit: Die Reaktorunfälle und ihre Auswirkungen wurden vor allem im deutschsprachigen Raum masslos übertrieben dargestellt. Viele Menschen aus der evakuierten Zone hoffen, Ende Jahr wieder in ihre Häuser zurückzukehren. Aus journalistischer Sicht sind Spekulationen und Übertreibungen paradoxerweise immer der sicherste Weg. Passiert nichts, kann man immer sagen: «Glück gehabt!»
Vier Mal war die neue Liebe zwischen Sänger Florian Ast und Schlagersternchen Francine Jordi in den letzten zwei Wochen Titelthema im Blick. Das hat noch kaum jemand geschafft. Auf unsere Frage, ob wir Florian Ast treffen könnten, reagierte sein Manager skeptisch. Bei der ersten Frage über die Beziehung zu Francine Jordi werde das Gespräch abgebrochen, wurde gedroht. Rico Bandle traf Ast schliesslich in dessen Studio in Kägiswil. Er lernte einen Vollblutmusiker kennen, einen Schulabbrecher, der eine einmalige Erfolgsgeschichte aufweisen kann. Und über Francine Jordi wurde schliesslich auch noch gesprochen.
In der Schweiz hat sich die Zahl der Asylanten aus Tunesien im Mai gegenüber dem Vormonat verdoppelt. Die ersten von ihnen waren bereits vor Wochen eingetroffen und haben bei den Behörden kein gutes Bild hinterlassen. «Unkooperativ, frech und fordernd» seien sie, sagte Heinz Brand, Präsident der kantonalen Migrationsbehörden, unserem Redaktor Andreas Kunz. Der Kanton St. Gallen musste bereits eine Sonderstaatsanwältin einsetzen, um die steigende Kriminalität in den Griff zu bekommen. Bei seinen Recherchen hörte Kunz auch immer wieder den Verdacht, dass die meisten Flüchtlinge gar keine Tunesier seien. Statt der tunesischen Schulsprache Französisch sprechen die Asylanten fast durchgehend nur Italienisch.
Die Begegnung fand in der Wandelhalle des Bundeshauses statt. Inlandchef Philipp Gut traf die Historiker und Nationalräte Josef Lang (Grüne) und Christoph Mörgeli (SVP) zum Streitgespräch über die Schweiz. Woher kommen wir? Worin besteht die Identität der Schweizer? Welches sind die bis heute prägenden Ereignisse der Schweizer Geschichte? Mörgeli, der protestantische Konservative, und Lang, der katholische (ehemalige) Marxist, schenkten sich nichts, fanden aber auch überraschende Gemeinsamkeiten. Die versierten Intellektuellen genossen es, jenseits der tagespolitischen Kämpfe gelassen über Grundfragen des Landes nachzudenken. Ihre Weltwoche













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