In keiner Demokratie haben Politiker so wenig zu sagen wie in der Schweiz. Das letzte Wort liegt bei den Bürgerinnen und Bürgern – sei es bei der Höhe der Steuern oder beim Bau eines Verkehrskreisels. Insofern sind die nationalen Wahlen im Herbst nur bedingt von Bedeutung. Doch die Volksrechte sind in Gefahr. Viele Parlamentarier betreiben den heimlichen Anschluss an die EU. Sie wollen nach Bern, um nach Brüssel zu kommen. Ihre Politik höhlt die Souveränität der Schweiz aus. Das weist Bundeshausredaktor Urs Paul Engeler nach. Sein Artikel bildet den Auftakt zur verschärften Berichterstattung der Weltwoche zu den Wahlen.
Als Alex Baur letzte Woche nach Fukushima reiste, stellte er mit Verwunderung fest, dass zwischen den Reaktor-Ruinen 1500 Menschen mit den Aufräumarbeiten befasst sind. Die Strahlung im havarierten Atomkraftwerk ist mittlerweile an den meisten Stellen so gering, dass sie keine Gefahr mehr darstellt. Und das war nicht die einzige Überraschung, die unser Autor vor Ort erlebte. Die bisweilen krass verzerrten Horrormeldungen über Fukushima und die Atom-Hysterie im deutschsprachigen Raum ist den Japanern, die eben eine der schlimmsten Naturkatastrophen ihrer Geschichte erlebt haben, allerdings nicht entgangen. «Haben Sie keine Angst, uns zu besuchen?» – diesen sarkastischen Satz musste sich Baur von mehr als einem seiner Gesprächspartner anhören. In der aktuellen Ausgabe erklärt Rémy Autebert, Direktor der französischen Firma Areva in Tokio, in einem Interview, wie die Reaktorruinen von Fukushima entgiftet und abgebaut werden. Baurs Reportage lesen Sie nächste Woche. In dieser Ausgabe zeigen wir ausserdem auf, warum der Ausstiegsplan des Bundesrates aus der Kernenergie nicht funktionieren kann.
Wenn Henry Kissinger ein Buch schreibt, ist ihm das Rampenlicht garantiert. Mit seinem neuen Werk «China – Zwischen Tradition und Herausforderung» schliesst der Doyen der amerikanischen Aussenpolitik einen Kreis. Er kehrt an den Tatort zurück, wo er 1972 eine strategische Partnerschaft zwischen China und den USA einleitete. Kissinger legt eine umfassende Darstellung der chinesischen Geschichte und Denkweise vor. Höhepunkt ist die hautnahe Schilderung des bahnbrechenden Treffens zwischen Nixon und Mao, der den US-Präsidenten in der Pose eines Staatsphilosophen mitten in der Unordnung seiner Schreibstube empfing. Dort offenbarte der Kommunistenchef dem Republikaner, er habe für ihn «gestimmt». Nixon erwiderte, dann habe er «für das kleinere Übel gestimmt». Mao winkte ab und meinte: «Ich bin recht froh, wenn Leute von der Rechten an die Macht gelangen», zumindest im Westen. Wir präsentieren einen exklusiven Auszug aus Kissingers Buch, das am 9. Juni erscheint.
Die europäische Schuldenkrise verschärft sich. In dieser Ausgabe nimmt einer der besten Kenner erstmals Stellung. Hans-Rudolf Merz, bis 2010 erfolgreicher Finanzminister und Haushaltsanierer, empfiehlt seinem griechischen Kollegen die Umschuldung. Das Geld werde sonst nicht reichen, schreibt Merz in seinem auf Wunsch der Weltwoche verfassten Essay.
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