Intern

Über tausend Motive mit Schweizerkreuzen hat der Fotograf Peter Gartmann in den letzten acht Jahren geschossen. Seine Bildersammlung ist ein eindrückliches Zeugnis der Auswüchse des Swissness-Trends, der mit dem Beginn des Wahlkampfs einen neuen Höhepunkt erreicht hat. Eines seiner Bilder ziert unser ­Titelblatt: Der rotweiss eingekleidete Hund mit der Schweizer Dächlikappe ist die ideale Illustration für eine Geschichte über die ausufernde Heimattümelei in Politik, Werbung und Alltag. Weltwoche-Kulturchef Rico Bandle ist dem Phänomen nachgegangen. ­Seine überraschende Erkenntnis: Die aktuelle, politische Meisterschaft – wer ist der schweizerischste Schweizer? – ist gar nicht so schweizerisch, wie man meinen könnte. 

Das öffentlich-rechtliche Fernsehen soll «zur freien Meinungsbildung des Publikums durch umfassende, vielfältige und sachgerechte Information» beitragen. Wie gut erfüllt SF diesen Auftrag? Die tägliche Leistung objektiv und wissenschaftlich fundiert zu untersuchen, bedeutet in letzter Konsequenz, jedes Wort der interviewten Personen und der ­kommentierenden TV-Journalisten auf die Sekunde genau zu erfassen. Das internationale Medienforschungsinstitut Media Tenor macht genau das. 250 Analysten weltweit werten jeden Tag 700 Fernsehstationen und Zeitungen aus. Media Tenor hat der Weltwoche exklusiv Zugang zu ihrer Beobachtung des Schweizer Fernsehens in den vergangenen zwei Jahren verschafft. Die kontinuierliche Analyse von «Tagesschau», «Rundschau», «Eco» und «Börse» offenbart eine Schieflage bei der Auswahl der Themen sowie bei deren Kommentierung. SF wollte zum Befund der Studie, dass die ­Berichterstattung unausgewogen ist, nichts sagen. «Die Anforderungen der Konzession müssen durch das Gesamtprogramm und nicht durch einzelne Sendungen erfüllt werden», schreibt die Medienstelle. «Verlässliche Daten» aller Sendungen zeigten zwei vom Bundesamt für Kommunikation (Bakom) in Auftrag gegebene Studien – obwohl sich diese Untersuchungen nur auf einzelne Stich­proben-Wochen beziehen, hält sie SF offenbar für ausreichend.

Das neue Buch von Bascha Mika hat indirekt bereits eine zustimmende Titelgeschichte des deutschen Nachrichtenmagazins Der Spiegel über Frauenquoten ausgelöst. Beim Gespräch mit Barbara Lukesch im Stammhaus des Berliner Traditionscafés «Einstein» wirft die deutsche Publizistin, ­ehemalige Chefredaktorin der linken Tageszeitung sowie kritische Alice-Schwarzer-Bio­grafin, wiederholt ihre Hände in die Luft; mitunter gestikuliert sie wild über ihrem Kopf. Zeit zum Essen hat sie kaum; an Energie, um sich ins Feuer zu reden, fehlt es ihr trotzdem nicht. Natürlich war der erfah­renen 57-jährigen Journalistin klar, dass sie mit ihrem neuen Buch «Die Feigheit der Frauen» in ein Wespennest stechen würde. Nicht umsonst hatte sie es im Untertitel als «Streitschrift» deklariert. Die Heftigkeit der Reak­tionen im positiven wie negativen Sinn hat ­allerdings auch sie überrascht: «Es ist ein Wahnsinn», stöhnt sie und sieht dabei alles andere als unglücklich aus.

Ihre Weltwoche

Kommentare

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  • Sergio Frei
  • 24.03.11 | 08:04 Uhr

hoch lebe multikulti - lasst doch diese "paragraphenreiterei" und unterstützt (minimalmass) einen endlich eingeläuteten trend. je schneller je besser, wissend dass, bei arabern ist hemd auch hose. keine änderungen in aussicht. keine intervention wenn da kein oel wäre...!
austritt aus schengen und vorallem "freizügigkeit" wären prioritär, wenn schon.

 
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