Editorial

Links, nicht links

Ist es möglich, dass erwachsene Journalisten freiwillig eine Meinung haben, die nicht links ist?

Von Roger Köppel

Können erwachsene Journalisten wirklich eine Meinung haben, die nicht links ist? Ist es denkbar, dass gestandene Journalisten aus freien Stücken zu anderen Schlussfolgerungen kommen können als die grosse Mehrheit ihrer linken Berufskollegen, die mit dem Adlerauge des Linienrichters jede Abweichung vom Mainstream zusehends gereizter und aggressiver registrieren? Die panischen Reaktionen der Journalisten auf die Nachricht, dass die seit Jahren scharf links positionierte Basler Zeitung unter einem neuen Chefredaktor in Zukunft ein bisschen weniger links sein könnte, legen den Schluss nahe, dass nur ein linker Journalist ein guter Journalist sein kann. Ist ein Journalist nicht links, muss er entweder krank, gekauft, ferngesteuert oder auf andere Weise defekt sein. Für die meisten Journalisten ist es undenkbar, dass ein erwachsener Journalist freiwillig nicht links ist. Wäre dies der Fall, müssten die vielen linken Journalisten ja ihre linke Haltung hinterfragen. Das aber wäre viel zu anstrengend und könnte, wie Figura zeigt, zum Liebesentzug durch die Kollegen führen.

 

Die Diskussionen, die laufend um die wenigen Zeitungen angezettelt werden, die sich aus vernünftiger Einsicht, aus Provokationslust oder aus einem fundierten Engagement für echte Meinungsvielfalt heraus entschieden haben, aus dem linken Mainstream auszuscheren, belegen vor allem dies: Linke Journalisten sind erstaunlich kleinkariert, engstirnig und auf eine irritierende Weise intolerant. Das verbindet sie interessanterweise mit jenen politischen Strömungen zur Linken, denen sie sich geistesverwandt fühlen, weniger aus Überzeugung, sondern aus Bequemlichkeit, denn natürlich wissen sie: Es ist anstrengender, gegen den Strom zu schwimmen. Es ist mühevoll, eine Meinung zu vertreten, die der Szene nicht genehm ist.

Wenn der Journalismus in den letzten Jahren an Achtung und Bedeutung verloren hat, dann auch deshalb, weil die vielen linken Journalisten den vielen anderen linken Journalisten so mut- und einfallslos hinterhergeschrieben haben.

Dass die linken Journalisten den nichtlinken Journalisten dauernd unlautere Motive, verschleierte Interessenbindungen oder, ganz platt, fehlende Unabhängigkeit und Käuflichkeit vorwerfen, hat etwas Ironisches. Es sind mit umgekehrten Vorzeichen die gleichen Attacken, die sich die linken Journalisten seinerzeit anhören mussten, als sie in den siebziger Jahren begannen, gegen die damals noch überwiegend nichtlinken Journalisten anzuschreiben.

Die Gründer des Tages-Anzeiger-Magazins, allesamt brillante, kluge Kollegen, wurden von ihren Gegnern als Agenten des internationalen Kommunismus tituliert, weil sie aus der Reihe tanzten. «Moskau einfach», lautete die Formel für jeden, der es wagte, die Eliten und ihren Staat zu kritisieren. Heute muss sich jeder nichtlinke Journalist früher oder später die Unterstellung gefallen lassen, er werde vom SVP-Strategen Christoph Blocher finanziert. Der Beweis dafür, dass man von Blocher finanziert wird, liefert der bewährte Zirkelschluss: Jeder, der über Blocher eine andere Meinung hat als die von den linken Journalisten vorgegebene, ist von Blocher finanziert.

Linke Journalisten bezeichnen sich als unabhängig. Nichtlinke Journalisten können nicht unabhängig sein. Das ist die Logik der linken Journalisten. Als der Verfasser dieser Zeilen in der Chefredaktion des Zürcher Tages-Anzeigers sass, waren die meisten Redaktoren des Inlandressorts Mitglieder oder ausdrückliche Sympathisanten der Sozialdemokratischen Partei. Natürlich nannte sich der Tages-Anzeiger auf seiner Titelseite «unabhängig». Und selbstverständlich wäre es den SP-Redaktoren des Inlands niemals in den Sinn gekommen, sich nicht als unabhängig, sondern als links zu sehen. Ideologen waren immer die anderen, die man erfolgreich aus der Redaktion vertrieben hatte. Ein unabhängiger Journalist zu sein, bedeutete damals: «Ich glaube ans Waldsterben. Ich finde Margaret Thatcher und Ronald Reagan schlimm. Die Steuern dürfen nicht gesenkt, aber die Armee muss abgeschafft werden. Wer die SVP wählt, ist alt und dumm. Gentechnik ist des Teufels. Die Schweiz kann abdanken. Die EU ist die Zukunft. Ausländerkriminalität gibt es nicht. Der Name Blocher darf nie zustimmend in den Mund genommen werden.»

 

Die linken Journalisten sind nicht dumm. Sie ahnen, dass sie durch die Wirklichkeit ins Unrecht versetzt werden. Das meiste von dem, was sie bis vor kurzem gepredigt haben, ist an der Realität gescheitert. Das verunsichert sie und führt zu unkontrollierten Abwehrreaktionen. Ihre eigenen Ängste, die Vermutung, dass sie wider besseres Wissen an falschen Vorstellungen festhalten, projizieren sie auf andere, um sich zu beruhigen. Das Resultat ist eine Art Selbstzensur, die aggressiv nach aussen getragen wird, um andere Journalisten davon abzuhalten, ihre Denkblockaden abzulegen. Der Mechanismus ist psychologisch nachvollziehbar, aber erzeugt in den meisten Zeitungen ein Klima der Befangenheit und Verklemmtheit, das irgendwann auf die Qualität durchschlägt. Auf die Dauer wird der Zustand unerträglich. Niemand läuft gerne jahrzehntelang in viel zu enger Unterwäsche herum.

 

Im Grunde geht es gar nicht um links oder nichtlinks. Es geht darum, ob Journalisten bereit sind und den Mut haben, mit guten Argumenten etwas anderes zu sagen und zu schreiben als das, was die Mehrheit der Berufskollegen hören möchte. Journalisten haben die Aufgabe, Demokratien mit Frischluft zu versorgen. Sie müssen Missstände erkennen und aufdecken. Sie haben die Mächtigen im Staat zu kritisieren und der Meinungsharmonie zu misstrauen. Harmonie ist schön, aber sie fördert einseitiges Denken und damit schlechte Entscheidungen. Nichts ist gefährlicher als viele Leute, die zu schnell in die gleiche Richtung denken. Ein guter Journalist hat immer etwas Ärgerliches. Er sieht es meistens anders, ist nie zufrieden und immer kritisch. Er misstraut allem, was ihm gesagt wird. Und am meisten misstraut er den Zeitungen, weil er weiss, wie sie zustande kommen.

Es ist unjournalistisch, wenn Journalisten allergisch reagieren auf Journalisten, die andere Meinungen haben.

Kommentare

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  • Dan Werker
  • 26.11.10 | 11:24 Uhr

Selten so gelacht. Zumal Sie Menschen mit anderen Meinungen wahlweise als "peinlich" oder "Idioten" bezeichnen, trifft mich diese Kritik natürlich besonders hart. Wer austeilt sollte eben auch einstecken können. Und von markistischem Sozialismus habe ich bisher noch nie etwas gehört. (sozialistisch bis ins Mark...?)

  • Andreas Hofstetter
  • 25.11.10 | 09:06 Uhr

Ausfällig werden muss nur, wer keine Argumente hat und Quatsch erzählt und dem man den Spiegel vorhält! Zu verzapfen, quasi nur die BaZ habe Abonennten verloren, ist Blödsinn.

Es gibt nur zwei Blätter in der CH, die blind eine Doktrin vertreten und total unobjektiv sind: Die WOZ (den markistischen Sozialismus) und die Weltwoche (reaktionär nationalistisch). In den Augen ihrer Anhänger sind alle anderen links- oder rechtsreaktionär. Das ist totale Verblendung.

Ordnungspolitisch liberal und journalistisch korrekt ist eine NZZ aber sicher nicht eine Weltwoche.

  • Dan Werker
  • 24.11.10 | 19:54 Uhr

Nun, wie weit die besagte Verblendung bereits fortgeschritten ist liefern Sie mit Ihren Ausführungen verdankenswerterweise gleich selbst. Und falls Sie den Unsinn den Sie von sich geben tatsächlich ernst meinen, macht es die ganze Sache nicht weniger Traurig. Wäre da nicht Ihre hochgradig bornierte Selbstgefälligkeit hätte ich tatsächlich Mitleid mit Ihnen. Selbstverständlich hatten Gratiszeitungen, Internet etc. Auswirkungen auf die Auflagezahlen sämtlicher Zeitungen. Eine solche Argumentationsführung lässt Sie nicht gerade als intellektuelles Schwergewicht erscheinen.

  • Andreas Hofstetter
  • 24.11.10 | 11:46 Uhr

Werker - Ein Beitrag ganz im Sinne der WW. Voller Ressentiments und falschen Aussagen. Noch nie etwas von Gratiszeitungen gehört? Die Auflagen aller bezahlten Printmedien sind rückläufig, seit es diese unsäglichen Gratispostillen gibt. Auch die rechtskonservative WW hat in den letzten Jahren Auflage verloren, trotz der angeblichen "Marktlücke". Und das links-etatisten Gefasel... Die etatistischste und protektionistischste Partei ist die SVP, welche den Bauern Staatslöhne garantiert und jährlich Milliardensubventionen zum Abbau des Butter- und Käseberges. Gegen Parallelimporte usw. usf

  • Max Schmid
  • 23.11.10 | 20:02 Uhr

Lieber Herr Selk, wenn ich ihre ausfälligen Tiraden gegen die Linken höre, dann frage ich mich, wer am Ausrasten ist. Sie werfen den 68ern ihr Vokabular vor, aber ihr eigenes mit MAO und Kommunismus ist noch verstaubter. Sie könnten ein rechtskonservativer US-Amerikaner sein, der schon bei der Einführung der öffentlichen Krankenversicherung eine Intrige der Kommunisten wittert.

Filz gibts, Herr Selk, aber nicht nur links. Sehen Sie sich nur mal die organisierten, flächendeckenden Millionen-Inserate der Superreichen an, welche die 90 % Mittelständischen überzeugen "nein" zu stimmen.

  • Rainer Selk
  • 23.11.10 | 15:39 Uhr

Dieter Lohmann 23.11.10 10:13
Wir haben hier einen kranken Patienten, genannt BaZ und kein Problem Blocher im Bundesrat. Was soll diese Verneblungsverschiebung der Diskussion. Als TA Media kürzlich 30 Journis entlassen hat, ging man zur Tagesordnung über. Kein Theater wie jetzt. Es sind einige Linke, die glauben, berechtigt zu sein, alle Andersdenken niedermachen zu dürfen. Hatten wir alles schon mit MAO Bibel, APO Opas usw. Hat sich überlebt. Seit 68 mittlerweile >40 Jahre weiter und noch immer ewig-gestrige alten Pessimisten und kommunisten Seifen-Klüngel.

  • Dan Werker
  • 23.11.10 | 10:37 Uhr

Die Bevölkerung Basels will offenbar keine linke "Mainstream"-Zeitung sonst bestünde wohl kaum ein Sanierungsbedarf dieses Ausmasses. Festhalten am Status Quo will in erster Linie die Redaktion und nicht die (ex-)Leserschaft. Traurigerweise hat die seit Jahrzehnten andauernde Gehirnwäsche durch links-etatistische Zeitungen und SF dazu geführt, dass jedes auch nur halbwegs objektive, bzw nicht links-etatistische Medium als "rechts" empfunden wird. Die sinkenden Verkaufszahlen der betreffenden Zeitungen sind -Gott sei dank- ein Zeichen dafür, dass nun eine Gegenbewegung im Gange ist.

  • Dieter Lohmann
  • 23.11.10 | 10:13 Uhr

Es ist interessant, wer hier alles plötzlich "nicht Blocher-fan" ist.

Aber wehe man wagt es, das Versagen von Blocher als Bundesrat aufzuzeigen oder den SVP-Halbgott auch nur zu kritisieren. Dann wird man von äusserst emotionalen Reaktionen von "nicht Blocher-Fans" überflutet.

Wie gesagt, sehr interessant...


@Rainer Selk:

Tettamanti hat offensichtlich Angst vor Kritik!

  • Rainer Selk
  • 22.11.10 | 13:36 Uhr

Andreas Hofstetter 19.11.10 18:14
'Eine NZZ ist ordnungspolitisch konsequent liberal und damit rechter als eine WW'
Dann sollten wir die aber schleunigst nach Basel verlegen. Dort sind 4000 Exemplare der BaZ gestohlen worden und Tettamanti muss an der UNI heute Abend einen Vortrag 'ausfallen' lassen. Das schwarzblock demokratische links/grüne Pessimistenlager ist offensichtlich am Ausrasten. Wird höchste Zeit, dass der Filz ausgetrocknet wird. Bleibt spannend!

  • Christopher Böhm
  • 22.11.10 | 13:03 Uhr

"Ist es möglich, dass erwachsene Journalisten freiwillig eine Meinung haben, die nicht links ist?"
Ja, aber dann ist man asozial im Sinne des Duden.
Wer heute nicht links denkt, sondern rechts, der ist auf der Seite der wenigen Reichen und stellt sich damit ganz klar gegen die Bedürfnisse von ca. 95% der Menschheit.
Und wenn ich eine Meinung vertrete die nur für 5% der Menscheit positiv ist, aber für 95% der Menschheit negative Folgen hat, dann bin ich zu 100% asozial!
Und zu behaupten die meisten Journalisten wären links ist ein Witz, ernsthaft. Ich sag nur BILD.

  • Rainer Selk
  • 22.11.10 | 12:23 Uhr

Hanspeter Bühler 22.11.10 07:46
Ich bin auch kein 'Blocher Fän'. Der will m. E. auch keine Fäns. Seine Argu.-Haltung ist etwas unruhig, wenn es um kontradiktorische Gespräche geht. Wenn man ihn aber fertig argumentieren lässt, wie kürzlich in einem Wirtschaftsgremiumspodium im SF 1, ist C. Blocher hervorragend gut und vor allem in sich schlüssig.
Auch bei 'Gefuchtel' hat er nach wie vor Überzeugungskraft. Und genau die fehlt vielen Politikern. Leider! Die 'fuchteln' auf Ihre ölige, seifige Art herum und wirken dabei zumeist unglaubwürdig!

  • Cornelis Bockemühl
  • 22.11.10 | 12:05 Uhr

Kaum jemand versteht sich als "links" oder "rechts";man will einfach fundiert informiert werden. Auch gibt es gute und schlechte Journalisten, die sich darin unterscheiden, wie seriös sie recherchieren.

In der WW ist es umgekehrt: Alle Welt ist eine "linke" Verschwörung, nur die WW hält die Fahne der "Unabhängigkeit" aufrecht. Was für eine unglaubliche Paranoia und Selbstgefälligkeit!

Ich bin weder Journalist noch "links", aber reagiere allergisch auf schlechten Journalismus wie dieses Editorial, voller Pauschalurteile und Ressentiments. WW-Stil halt. Meine BaZ ist abbestellt - schade!

  • Hanspeter Bühler
  • 22.11.10 | 07:46 Uhr

Selten stimme ich mit Hofstetter's Thesen überein - aber dass Blocher kein Cicero darstellt ist wahr. Blocher macht eigentlich alles falsch - er fuchtelt und rudert mit den Armen, fällt den Gesprächspartnern oft ins Wort (was leider die meisten Politiker in Podiumsgesprächen tun - und sich das gegenseitig vorwerfen) und sein Hochdeutsch ist wie bei den meisten CH-Politikern hemdsärmlig. Aber aus Blocher spricht nach wie vor eine gewisse einfache Überzeugungskraft die sicher bis zu einem gewissen Grad echt ist. Ich glaube schon, dass Blocher ein wahrer CH-Patriot ist. Ein "Fan" bin ich nicht.

  • Andreas Hofstetter
  • 20.11.10 | 09:21 Uhr

Kuehnis - Diese repräsentive Umfrage bez. Blocher hat man die (nur) auf der Chefredaktion der BaZ gemacht? Gibt es dazu Quellen...? ...lol! Wenn Blocher der beste Redner hierzulande sein soll, dann muss man sich ernsthafte Fragen über den geistigen Zustand, das Niveau der CHerInnen stellen! Ein Redner, der nur Polemik, Diffamierung, Stigmatisierung als "Stilmittel" gebraucht, soll gut sein? Somm ist ein Köppel Klon, das Provokation zur Maxime seines Tuns gemacht hat.

  • Rainer Selk
  • 19.11.10 | 21:44 Uhr

Peter Kuehnis 19.11.10 10:59
'Die Karawane jedoch zog längst weiter'.
Diesen Spruch habe ich vornehmlich in links besetzten Gremien gehört, wenn man sich von anderen Meinungen bedroht sah.
Viele dieser Karawanen sind in Sandstürme + Wassernot geraten, mein Lieber....

  • Andreas Hofstetter
  • 19.11.10 | 18:14 Uhr

Eine NZZ ist ordnungspolitisch konsequent liberal und damit rechter als eine WW, die sich damit beschäftigt 1:1 SVP Parolen nachzuplappern und sich auf Nebengeleisen, wie Minarette und Ausschaffung verirrt. Ein glaubwürdiges Blatt muss die Prioritäten anmahnen und richtig setzen. Standortpolitik für die CH ist viel wichtiger als sich monatelang über Minarettverbote zu ergiessen. Und die SVP ist linker als die FDP!

  • Peter Kuehnis
  • 19.11.10 | 10:59 Uhr

Nett wie die BAZ in einer "repräsentativen" Umfrage festgestellt hat dass Christoph Blocher der "beste" Redner unter den Schweizer Politikern ist.
Wer seine Rhetorik und seinen Respekt bei öffentlichen Auftritten erlebte,
ja wer CHB im Ausland hat reden sehen wird sich wohl ein gewisses Schmunzeln nicht verkneifen können. - Es ist schon verblüffend wie lange
Fans wie Markus Somm und andere Ewiggestrige an diesen Sockel hochsehen auf den sie ihr Idol gestellt haben. - Die Karawane jedoch zog längst weiter.

  • Markus Spycher
  • 19.11.10 | 10:36 Uhr

Zu einer Wochenzeitschrift assoziiere ich in meinem Hinterkopf immer noch so etwas wie rasende Reporter, Herr Köppel. Wenn ich in Ihrem Blatt im Innern eine leere weisse Seite und kurz danach eine pechschwarze Titelseite erblicken muss, ist mir Ihre Art zu politisieren immer weniger geheuer. Wenn man ein offenes Haus mit häufigen Gästen pflegt, wird es langsam peinlich, die WeWo in der guten Stube liegen zu lassen. Oeffentlich lasse ich mich mit dem Blatt in der Hand schon gar nicht mehr blicken.

  • Chester Moxon
  • 19.11.10 | 10:33 Uhr

Immer wieder interessant, zu lesen, was all die Neunmalklugen alles glauben von sich geben zu müssen. Es ist eben einfacher, sich hinter Mitte-Links-Gesülze zu verstecken (auch noch im Glauben, man sei "liberal"!!!) als konkrete Vorschläge zu machen, wie man denn dieses serbelnde Unternehmen retten könnte.
Offensichtlich hatten die Basler genug vom Mitte-Links-Gesülze der BaZ, was ja nicht weiter verwundert.
An all die "Liberalen" und "MBA"ler mit Führungserfahrung und strategischem Denkvermögen: Vorschläge bitte! Bin mir sicher, die Redaktion der BaZ wird diese zu schätzen wissen.

  • Andreas Hofstetter
  • 19.11.10 | 09:29 Uhr

Eine NZZ ist ordnungspolitisch konsequent liberal und damit rechter als eine WW, die sich damit beschäftigt 1:1 SVP Parolen nachzuplappern und sich auf Nebengeleisen, wie Minarette und Ausschaffung verirrt. Ein glaubwürdiges Blatt muss die Prioritäten anmahnen und richtig setzen. Standortpolitik für die CH ist viel wichtiger als sich monatelang über Minarettverbote zu ergiessen. Und die SVP ist linker als die FDP!

  • Peter Kuehnis
  • 19.11.10 | 09:10 Uhr

@Herr Zimmermann - Anders ist nicht zu erkären dass Sie Schweizer Zeitungen ausserhalb des
SVP-WW-Spektrums samt und sonders als links verdammen.

  • Hanspeter Bühler
  • 19.11.10 | 08:32 Uhr

Was hier wieder zum Ausdruck gebracht wird sind ideologisch gefärbte links-liberale persönliche Meinungen die als sakrosankt dargestellt werden. In der Tat wäre es bitter für die Schweiz, wenn nicht eine einzige Wochenzeitung wie die WeWo (mit der ich auch nicht immer übereinstimme nota bene) existieren würde, die gut recherchiert und Dinge ans Tageslicht bringt, die offenbar von den anderen Medien nur noch nachvollzogen werden, wenn es fast nicht mehr anders geht. Wenn die WeWo-Antagonisten die hier ja tagtäglich zu Wort kommen ehrlich sind wissen sie es - werden es aber nie zugeben.

  • Albert Zimmermann
  • 18.11.10 | 22:20 Uhr

Da wird die gesamte Bananenrepublik von linken sich selber als UNABHÄNGIG salbenden Postillien mit zum Teil Bundesratsschwager-Redaktoren, und dem oberlinken saatsgläubigem Monopol- Radio und- TV zugedröhnt, und wenn dann mal bei einer Zeitung ein nicht linker Chefredaktor übernimmt, heulen die Experten unter den Intelligentesten auf.
Die bezeichnen dann auch ausgerechnet, die sich selber als "Freie Presse Holding" bebauchpinselnde NZZ als DAS unabhängige Qualitäts-Blättchen.
Das tönt ebenso nett wie Deutsche Demokratische Republik ,Demokratische Volksrepublik N.korea oder Sozialdemokraten

  • Karl-P. Schlor
  • 18.11.10 | 20:27 Uhr

Aus Deutschland betrachtet, ist diese Sichtweise von Roger Köppel
um keinen Deut anders zu beurteilen, mehr noch, es ist anschei=
nend "Hype", konform mit den linken Vorstellungen fast aller
Journalisten zu gehen als dem Konformitätsdruck zu widerstehen!
Besonders hervorzuheben ist die unglaubliche Impetinenz, sich
als "unabhängig" zu bezeichnen, obwohl man - hier in Deutschland -
sich als Journalist fast nur den SPD oder Grünen-Vorstellungen
verbunden fühlt, einige wagen es sogar, "Die Linke"-Phantastereien
anzuhängen!

  • Peter Schlegel
  • 18.11.10 | 20:00 Uhr

Es gibt in der Schweiz eine einzige Zeitung (abgesehen von der bedeutungslosen Schweizerzeit), die konsequent des Programm und die Propaganda einer Partei verbreitet:

Das ist die Weltwoche!

Herr Kuehnis hat recht: Bei der Weltwoche gibt es keine einzige Person, die unabhängig schreiben kann!

Als Köppel die Weltwoche übernahm wurden alle, die nicht den SVP-Kurs vertraten aussortiert.

Und genau das wollen die BaZ-Journalisten verhindern!

Es wurde von Lohmann sehr eindrücklich aufgezeigt in welchem SVP-Netz die BaZ heute gefangen ist!

  • Andreas Hofstetter
  • 18.11.10 | 17:05 Uhr

Lohmann, Ackermann argumentieren fundiert und mit Fakten. Andere meinen bei allem und jedem ihren (SVP) Senf dazuzugeben, obschon Sie keine Ahnung haben. Die BZ ist die Berner Zeitung. Aber spielt ja keine Rolle Hauptsache man palavert mit... Die BaZ ist die BaZ und für jeden Basler ist es eine Beleidgung, wenn man nicht mal den Namen der Zeitung kennt, geschweige denn die Fakten! Als Basler muss man sich verarscht vorkommen, wenn die Zeitung, die man lesen soll, bei der WATT Holding in Zug angesiedelt ist und von einer WW-Drohne geleitet wird. Übrigens BS hat 7,5% SVP Wähler, das nebenbei.

  • Peter Kuehnis
  • 18.11.10 | 16:52 Uhr

"Nichts ist gefährlicher viele Leute die zu schnell in die gleiche Richtung denken" schreibt R. Köppel. - Und ich bin der festen Ueberzeugung in der WW sitzt heute nicht eine einzige Person mehr die "unabhängig" in eine andere Richtung denken würde als von oben vorgegeben. Was die WW
uns seit langem als "Journalismus" und "ach-so-unabhängig" verkauft
ist seit langem zu billigem platitüdenhaftem parteipolitischem Rechtsaussen verkommen. - Und offensichtlich geht es hier darum
statt dieses Blättchens eine täglich erscheinende Zeitung auf denselben Kurs zu bringen. Um nichts anderes.

  • Peter Kuehnis
  • 18.11.10 | 16:49 Uhr

Fürwahr ein Pflichtaufsatz Roger Köppels. - die WW ist journalistisch so unabhängig dass nicht nur geneigte Leser zum vornherein wissen welche Artikel als nächstes zu erwarten sind. -

  • Bernhard Zueger
  • 18.11.10 | 14:46 Uhr

Dieses Editorial.
Ausgezeichnet. Offen, Klar, prägnant und wahr. Hoffentlich ist es nicht zu spät. Hoffentlich erwachen noch mehr klarsichtige Leute mit viel gesundem Menschenverstand. Und hoffentlich gibt es in Zukunft noch mehr Journalisten mit Mut, Unabhängigkeit und eigener (Be)Urteilungskraft. Danke.

  • Marcel M. Pfister
  • 18.11.10 | 14:46 Uhr

Meinungsjournalismus

Mir gefaellt am Stil der Weltwoche nicht mehr, dass ich in jedem Beitrag mit einer Meinung gefuettert werde. Besser waere, wenn man mich einfach informiert und mir erlaubt, meine Meinung selbst zu finden.

Ob Links oder Rechts ist mir eigentlich egal.

  • Hanspeter Bühler
  • 18.11.10 | 13:16 Uhr

Es gibt eine Binsenweisheit, dass Leute die sehr jung und unerfahren sind und mit - erklärlicherweise - wenig Lebenserfahrungen - weder guten noch schlechten - links sind. Je nach dem - so ab 30, 40 holt uns das Leben ein und wir denken realistischer und liberaler. Das ist i.O. Ich für mich bin während meiner Militärzeit sehr konservativ gewesen, wurde danach liberal und jetzt im fortgeschrittenen Alter bin ich weder konservativ noch links - aber manchmal auch beides. Der Glauben an die Politik hat bei mir sehr gelitten. Zu viel Arroganz und Selbstdarstellungen. Meine Partei ist die Schweiz.

  • Rainer Selk
  • 18.11.10 | 09:42 Uhr

Soweit ich erinnere, stand die BZ vor dem aus und wurde übernommen. Warum haben denn die so unabhängigen Journalisten 'den Laden' nicht übernommen + warum stand der vor dem Aus? Vielleicht wegen der Folgen linker Filzokratie? Die neuen Eigner müssen wohl dafür sorgen, dass das Komglomerat BZ wieder auf Ertragskurs kommt. Ob Basel wirklich über ein mehrheitlich links angesiedeltes Leserpublikum verfügt, wage ich zu bezweifeln. Nicht zuletzt darum ist wohl auch die vehemente Arroganz der Journalisten zu 'werten'. Wäre ich der Geldgeber, hätten einige den Stuhl 'undere' gestellt und zwar subito!

  • Juliette Ackermann
  • 18.11.10 | 09:38 Uhr

Herr Köppel, Sie schreiben am Thema vorbei!

Es geht den Journalisten nicht um links oder rechts!

Es geht um die journalistische Freiheit und Unabhängigkeit!

Herr Lohmann hat das Verbindungsnetz (BaZ-SVP-Weltwoche-Schweizerzeit), in dem die neue BaZ gefangen ist, sehr schön aufgezeigt.

Und die Journalisten wissen natürlich auch wie es bei der Weltwoche abgelaufen ist:

Der Grossteil der Redaktion wurde ausgewechselt und die Weltwoche berichtet heute zufälligerweise immer mit der gleichen Meinung über die gleichen Themen wie die SVP (Minarette, Deutsche, Ausschaffung,...)

  • Sergio Frei
  • 18.11.10 | 08:32 Uhr

nicht zu vergessen die "höhle des löwen" .
basel als linkshochburg, lässt sich seit 30und mehr jahren gut gehen.
denn die chemie finanziert ja das aussteiger & velofahrerparadies.
es besteht also gefahr, das erstmals detaillierter die regierung und zustände in CH-kuba analysiert wird...
silentium, es ging uns doch so gut. warum transparenz und mäuschelbetrieb nun aufdecken...dies ist der wahre grund der furcht der linken Bsler.
zumal's ja nur um beratung geht - die leser können ja weiterhin TAGIkäseblatt lesen - die wahrheit ! bleibt bestehen.

  • Andreas Hofstetter
  • 18.11.10 | 08:31 Uhr

Ach all diese Stigmata und provokativen Überzeichnungen - Ein Pflichtaufsätzchen Köppels; etwas anderes kann man aus dieser Feder nicht erwarten. Köppel meint also, ein stramm rechtsnationaler Journalist, sei ein besserer Journalist als ein unabhängiger Geist, der den Fakten und der scharfen Analyse verpflichtet ist. Ein CR Spillmann und die NZZ ist eindeutig mehr den wahren liberalen Grundwerten verpflichtet als eine WW. Die Strategie der Altkapitalisten Blo&Tett&Wa scheint klar: Die WW zur Rekrutierung rechtsnationaler Drohnen. Heute Somm zur BaZ, Morgen Gut zur Mittelland Zeitung.

  • Sergio Frei
  • 18.11.10 | 08:27 Uhr

alle voran SF, welche staatlich, als neutral berichten "sollte" und andere meinungen einfach auslässt, also unterschlägt.
wer anders denkt wird ignoriert od. besser, auf's schandbänkli gestellt.
nun ist in der restl. medienwelt (inkl. schlawinksi) es einfacher mitte(..) links zu stehen: die verteilen , helfen und schauen weg.
seit den 80jahren.
nun ,fundament weggebrochen (der büetzer), treibt man frei mit eigener meinung - die niemand mehr glaubt.
man stellt sich also als minderheit (..) & verfolgt dar.
jedes blatt welches mit rechts sympathisiert ist zuviel!

  • Dieter Lohmann
  • 17.11.10 | 23:41 Uhr

Die Faktenlage:

- Verleger der neuen BaZ ist Martin Wagner, Mitinhaber und Verwaltungsrat der Weltwoche Verlags AG und der Köppel Holding

- Die Weltwoche vertritt heute konsequent die SVP-Meinung

- Chefredaktor der neuen BaZ ist Markus Somm. Er kommt von der Weltwoche und ist wie Roger Köppel bekennender Verehrer von Blocher

- Die BaZ Holding wird umbenannt und der Sitz nach Zug zu den Brandenbergs verlegt.

- Manuel Brandenberg ist SVP-Chef der Stadt Zug und Verwaltungsrat der Schweizerzeit Verlags AG von SVP-NR Schlüer

- Und jetzt also noch Blocher als "Berater"

  • Rainer Selk
  • 17.11.10 | 23:24 Uhr

Das, was man bisher um die Basler Zeitung lesen konnte, ist seitens der Redaktion ein sonderbares Stück von Demokratie. Man protestierte offensichtlich bevor man überhaupt wusste, was nun weiter geschehen würde. Dass der Tages Anzeiger kürzlich 30 Jounalistenstellen streichte, haben die wohl noch nicht mitbekommen. Journalisten sind dem wirtschaftl. Geschehen genauso ausgesetzt, wie alle anderen in diesem Land. Die Basler halten sich offenbar für über allem erhaben + zeigen damit - wenigstens bis derzeit - ein Verhalten, das miserabel pubertär lachhaft ist. Oder linker Sumpf?!

  • Peter Schlegel
  • 17.11.10 | 23:11 Uhr

"...dass die seit Jahren scharf links positionierte Basler Zeitung unter einem neuen Chefredaktor in Zukunft ein bisschen weniger links sein könnte..."

Fakt ist, dass sich Markus Somm und die Weltwoche in scharf rechtskonservativ positioniert haben.

Aber darum geht es ja gar nicht!

Es geht um die journalistische Unabhängigkeit der BaZ! Es geht darum, dass die BaZ nicht wie die Weltwoche vor einigen Jahren ihre journalistische Unabhängigkeit verliert und zur SVP-Parteizeitung wird!

Darum geht es, Herr Köppel!

 
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