Objekte

Bonos Smartphone

Die geniale Software des Palm Pixi hat den U2-Sänger vor einem Millionenverlust bewahrt.

Von Andreas Thut

Macht gute Laune: Palm Pixi Plus.

Wenn U2 dieses Wochenende in Zürich auftreten, so ist dies nicht nur für die Menschenrechte, Afrika, den Welthunger und Fans wie Ihren Technikkolumnisten eine gute Nachricht, sondern zweifellos auch für die Portefeuilles von Sänger Bono und der Mit- musiker: Zum Schnäppchenpreis werden die Tickets nicht gerade verkauft.

So viel Einkommen will klug angelegt sein; 2004 gründete Bono mit einigen Silicon-Valley-Cracks die Beteiligungsfirma Elevation Partners. In der Folge erwarben die Rockstars Anteile am Mobilgeräte-Hersteller Palm, damals Liebkind der Börse und von Gadgetfreaks mit wenig Sinn für Ästhetik (Palms Treo war zwar das erste Smartphone, das die Bezeichnung tatsächlich verdiente, aber von einer grauen Hässlichkeit sondergleichen). Schliesslich besass Elevation fast dreissig Prozent von Palm, doch die Firma wurde träge und arrogant. Jahrelang gab’s kein nennenswertes Betriebssystem-Update für die treuen, aber zunehmend ungeduldigen Treo-Fans mehr, während die iPhone-Revolution losbrach. Bono & Co. drohten 400 Millionen Dollar zu verlieren.

Im allerletzten Moment lancierte Palm einige Modelle mit dem neuen Betriebssystem Web OS, das als wegweisend gelobt wurde. Eine Übernahme konnte zwar auch dies nicht mehr verhindern, doch mit Hewlett-Packard fand sich ein neuer Besitzer der allerersten Garde, der Palm pfleglich behandeln wird und Bono seine Millionen zurückbezahlt hat.

Wie schlägt sich nun Web OS im Test? (Das hier ist schliesslich weder eine Pop- noch eine Wirtschaftskolumne). Herausfinden konnte ich das mit dem Palm Pixi Plus. Als eines der wenigen Touchscreen-Geräte verfügt das kleine und flache Pixi zusätzlich über eine Tastatur, die vom Treo übernommen wurde. Fast alle Funktionen sind immer nur zwei Tastendrücke entfernt, und dann hat man die verspielten und doch intuitiven Touchscreen-Menüs noch gar nicht bemüht. Dieses Handy macht gute Laune, die sich noch steigert, wenn man realisiert, wie clever Web OS Kontakte und Termine aus Google, Facebook und anderen Online-Diensten in gemeinsamen Ansichten harmonisiert. Die Konkurrenz kann hier nichts Vergleichbares vorweisen.

Wem die Pixi-Hardware zu schwachbrüstig ist – der Screen ist begrenzt, die Kamera spartanisch –, der muss zum grossen Bruder Palm Pre Plus greifen. Ein grosses Manko bleibt: Im App-Katalog können Schweizer zurzeit nur auf die Gratisprogramme zugreifen.

Vielleicht könnte Bono da wenigstens ein gutes Wort investieren. Schliesslich hat U2 fast nirgends grössere Fans als hierzulande.

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