Technikbegeisterung und Spieltrieb so im Zaum zu halten, dass die Schreibarbeit nicht in Überstunden ausartet, gehört zu den grossen Herausforderungen eines Technikkolumnisten. Beim Heimkino-System HS 280 von Harman/Kardon jedenfalls hatten sich alle guten Vorsätze schon nach kurzer Zeit in nichts aufgelöst: Gebannt von der gewaltigen Klangkulisse, die das System unseren zwei Lieblings-Bubenfilmen – «The Matrix» und «Herr der Ringe» – entlockte, erhoben wir uns, leicht mitgenommen, erst zwei Stunden später als geplant von der Fernsehcouch.
Doch der Reihe nach: Sonst stets bemüht, in allen Belangen auf der Höhe der Technik zu bleiben, wurde das Thema Sound zum bewegten Bild lange sträflich vernachlässigt. Zu mühsam erschien die Installation eines Home-Cinema-Systems mit fünf oder gar sieben, meist doch eher unästhetischen Lautsprechern. Und so quäkte der Ton selbst aufwendigst produzierter US-Serien und Spielfilme stets direkt aus dem Fernseher.
Damit war mit dem Auftauchen des erwähnten dreikanaligen Harman/Kardon-Produkts Schluss. Am HS 280 überzeugt einerseits die simple Konfiguration: Zu zwei schlicht-schlanken, nur dreissig Zentimeter hohen Mittel-Hochtönern gesellt sich ein kompakter Subwoofer, der dank 200 Watt Tieftonleistung für Kinodonner sorgt. Auch das schnörkellose, leicht technoide Design des Receivers mit integriertem DVD-Player, UKW-Tuner, Dolby-Digital-Decoder und Endstufe gefällt. Nicht zuletzt dürfte auch der Name Harman uns zu dem längst fälligen Entwicklungsschritt verleitet haben: Die US-Firma ist ein Powerhouse an Audiokompetenz und versammelt unter ihrem Dach so legendäre Marken wie AKG, Infinity und Studer (die immer noch «schweizerische» Qualität der Mischpulte lernten wir während eines Jobs bei der BBC schätzen).
Die so genährten hohen Erwartungen wurden im Dauerbetrieb nicht enttäuscht: Das Klangbild von DVD-Filmen wirkt für ein 2.1-System erstaunlich räumlich und detailliert, die Bässe lassen schon mal den Boden beben, Pop- und Rockmusik sind ein Vergnügen. Zwei Wünsche zum Schluss: Zwar brachte der DVD-Player dank Upscaling die geliebte BBC-«Planet Erde»-Serie auch auf dem HD-Fernseher zum Brillieren, Blu-Ray wäre bei einem System mit diesem Anspruch dennoch nicht verkehrt. Und per Software-Update müsste dafür gesorgt werden, dass der Receiver sich beim Abspielen diverser Audio- und Videoformate via USB oder Netzwerk etwas weniger wählerisch gebärdet.













Kommentare