Kleinwagen sind seit dem Smart, dem neuen Mini und erst recht seit dem allgemeinen globalen Erwärmungsgeschrei das modische vierrädrige Accessoire gutverdienender Stadtmenschen. Kleinwagen haben einen besonderen Charme, ihre Vorteile liegen auf der Hand. Tragische Ironie der Geschichte ist, dass Audi mit dem A2 schon 1999 den perfekten Kompakten produziert hat, nur leider wollten damals zu wenige etwas davon wissen. In der – wenn auch ziemlich teuren – Sonderversion mit dem 1,2-Liter-TDI-Motor war der A2 schon damals in der Lage, mit 3 Liter Diesel 100 Kilometer weit zu fahren. Das erreicht auch ein moderner Hybrid-Antrieb heute nicht.
Man kann nur hoffen, dass der A2 dereinst zurückkehrt. Vorerst aber spricht man lieber über den A1, den neuen Kompakten für den «Homo urbanus», wie es bei Audi heisst. Das Auto ist als direkter Konkurrent des Mini zu sehen, aber auch ein VW Polo oder ein Citroën DS3 spielen in dieser Klasse mit. Die Autobauer aus Ingolstadt gehen einen eigenen Weg, indem man den A1 als typischen Audi designt hat: eine klare Linienführung, eine leicht aggressive Front und als Maximum an Gestaltungsgimmicks Dachholme, die auf Wunsch farblich abgesetzt werden können.
Die Grundseriosität setzt sich innen fort, wo Premium-Ambiente herrscht, das Cockpit wirkt aufgeräumt und edel. Das optionale State-of-the-Art-Unterhaltungs- und -Navigationssystem MMI etwa kommt direkt aus der Luxuslimousine A8. Cockpit und Inneneinrichtung heben den A1 vielleicht am deutlichsten vom Mini ab, wo sich die Designer ziemlich viele Freiheiten herausnehmen durften.
Mit 1040 Kilogramm Leergewicht sei der A1 das leichteste Auto in der Premium-Kompaktklasse, heisst es. Zusammen mit dem 1,6-Liter-Turbodiesel, den wir getestet haben, ergab das in unserem Probebetrieb einen Verbrauch von 4,1 Liter auf 100 Kilometer. Das ist ein ziemlich guter Wert.
Antrieb für den Sportsfreund
Der 1.6 TDI ist als Sparvariante dennoch eine empfehlenswerte Motorisierung. Bei unseren Testfahrten in und um Berlin machte der Vierzylinder-Diesel sowohl im Stadtverkehr wie auch auf der Autobahn einen guten Eindruck, das Fahrwerk ist sportlich, ohne aber zu hart zu federn, und die elektronische Wankstabilisierung hält den Kleinen auch in schnellen, engen Kurven sauber auf der Fahrbahn.
Für den Sportsfreund gibt es den A1 mit 1.4-TFSI-Motor und einer 7-Gang-S-Tronic, die allerdings teilweise ziemlich ruckartig hoch- und runterschaltet. Dafür erreicht man 203 km/h Spitze, was bei einem Kleinwagen allerdings nicht gerade die bequemste Form der Fortbewegung darstellt. Auch der Verbrauch schnellt in die Höhe, gemäss EU-Norm kommt man auf 5,3 Liter Durchschnittsverbrauch, in der Realität dürften es um 6 Liter sein.
Fazit: Der A1 ist ein Kleinwagen für Leute, die ein kompaktes, aber dennoch seriöses Auto wollen und weniger eine Knutschkugel mit Jöh-Effekt.













Kommentare