Range Rover Sport Autobiography

Ein gutes Gefühl

Als Modell «Autobiography» wird der Range Rover Sport exklusiver und bleibt ein hervorragendes Reisemobil.

Von David Schnapp

Mit dem Auto in die Ferien zu fahren, scheint mir die komfortabelste Variante des Reisens zu sein, sofern man europäische Ziele anpeilt. Meine schöne Begleiterin ist so weit noch einverstanden, teilt aber die Leidenschaft für sportliche Cabrios beispielsweise gar nicht. Zu wenig Platz für Gepäck, man weiss ja nie, wie das Wetter wird und was man anziehen will. Ausserdem zu laut, zu tief, zu auffällig. Dieses Jahr fuhren wir also mit einem Range Rover Sport an die Ostsee. Den «kleinen» Range gibt es seit kurzem in der Sonderausführung «Autobiography».

Während Autobiography beim grossen Bruder schon länger eingeführt ist und vor allem üppigen Luxus wie dicke Schaffellteppiche oder aufwendige Sonderlackierungen bedeutet, wird beim Sport mehr auf optische Dynamik gesetzt. Spezielle Felgen, zusätzliche Seitenschweller und ein markanter Frontgrill sorgen für einen aggressiveren Auftritt. Dies, muss man anmerken, sollte den Fahrer veranlassen, das Auto zurückhaltend und mit britischer Gelassenheit zu bewegen. Man wirkt sonst schnell etwas prollig. Aber auch der Innenraum wird aufgewertet, schöne, perfekt verarbeitete zweifarbige Ledersitze (zum Beispiel «Monza» in Rot und Schwarz) oder edle Fussmatten sorgen für eine moderne, wohnliche Atmosphäre.

Wir waren mit dem TDV6 unterwegs, der 3-Liter-Turbodiesel ist eine vernünftige Motorisierung, die das Auto mit 245 PS und stattlichen 600 Nm voranbringt. Allerdings ist die Kraftentfaltung bei höheren Drehzahlen dieseltypisch nicht mehr so dynamisch wie im unteren Bereich. Dafür war der Verbrauch in unserem Test mit 10,2 Litern für ein offroadtaugliches Fahrzeug dieser Grösse vernünftig, und die Euro-5-Abgasnorm wird auch erfüllt.

Apropos offroad: Selbstverständlich ist der Sport mit dem hervorragenden Terrain-Response-System von Land Rover ausgestattet. Über den grossen, griffigen Drehschalter (alles an und in diesem Auto ist übrigens gross und griffig) wird das Programm eingestellt. Ich wähle «Sand» und rolle problemlos über sandige, holperige Brandenburger Feldwege. Das Auto gibt einem das gute Gefühl, in jeder Situation sicher unterwegs zu sein. Nach den starken Regenfällen im Osten fuhr ich gezwungenermassen, aber problemlos durch tiefe Wasseransammlungen auf der Strasse. Und auf der Autobahn sorgt dann die aktive Dämpfung für hohen Reisekomfort.

Weniger gefallen haben die recht plump gelayouteten Rundinstrumente sowie der kleine Monitor dazwischen, der Kilometer oder Verbrauch anzeigt, aber etwa Navi-Informationen nicht wiedergeben kann. Die Bedienung der Unterhaltungselektronik über den Touchscreen ist zudem etwas umständlich und teilweise leicht verzögert. Dafür klingt die Sound-Anlage von Harman Kardon gut, und auch die iPhone-Integration ist gelungen.

Fazit: Wer im Auto reist, wird am Range Rover Sport Freude haben, nur der grosse Bruder ist noch ein Stück komfortabler und klassischer. Und Platz fürs Gepäck hat es mehr als genug, genau 958 Liter.

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