Objekte

Pfad der Perfektion

Auch wenn man angestrengt kritisch bleibt: Apple baut weiterhin das beste und eleganteste Smartphone der Welt.

Von Andreas Thut

Demnächst mit Weltwoche-iApp: iPhone 4 von Apple.

Seit ich mich vor zwei Jahren wehmütig von einem treuen Palm-Smartphone verabschiedete, um ins Apple-Lager zu wechseln, ist das iPhone aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Nicht immer zur Freude meiner besseren Hälfte; unterwegs das Wetter oder den Fahrplan checken soll Mann dann trotzdem.

So ist es sehr wohl angebracht, genau zu prüfen, von wem eigentlich man sich abhängig macht. Denn Apple ist längst nicht mehr der sympathische Nischenplayer von früher. Nun wertvoller als Microsoft, dehnt Steve Jobs Firma ihre Kontrolle über Partner und Kunden aggressiv aus. Deren Bedürfnisse hinsichtlich Privatsphäre und Service scheinen zuweilen in Gefahr. Deutlich wurde dies bei der Kontroverse um die Empfangsprobleme des iPhone 4 in den USA.

Genau so eines liegt nun dank neuer Formgebung schön flach vor mir, und schon beim ersten Einschalten ists aus mit der soeben mühsam aufgebauten kühl-kritischen Haltung: Der hochauflösende Bildschirm mit 960 × 640 Pixeln (fast so viel, wie vor kurzem noch der Standard für PCs war) haut einen um, insbesondere Augenmenschen wie mich. Es sind keine einzelnen Bildpunkte mehr zu erkennen, Text wirkt fast wie gedruckt, Bilder leuchten in kontrastreicher Schönheit. Dies freut mich umso mehr, als die 5-Megapixel-Kamera des iPhone 4 nun endlich auch das Mitführen der Digicam erübrigt: Mit den iPhone-4-Fotos muss man sich nicht mehr am Bildschirm, geschweige denn, wenn sie ausgedruckt sind, schämen. Auch Videos filmt das Gerät in HD-Auflösung, mit der iMovie-App lassen sich daraus nach Apple-Manier – gestyltes Resultat bei simpelster Bedienung – ruck, zuck nette Videogrüsse für die Lieben zu Hause anfertigen. Die Anwendung Face Time wiederum macht Videotelefonie mit anderen iPhone-4-Benutzern, wie z. B. einer Freundin in Glasgow, zu einem kostenlosen und kinderleichten Vergnügen. All dies gelingt dank generalüberholtem Prozessor äusserst flüssig. Die Antennen-Probleme? Im Mobiltelefon-Mekka Schweiz kein Thema.

Natürlich gibt es andere Smartphones, die da und dort mehr bieten als das iPhone 4. Im Unterschied zur Konkurrenz legt Apple aber jeder neuen Geräte-Familie eine umfassende, radikal am User orientierte Vision zugrunde, statt einfach die besten verfügbaren Technologien in ein Gehäuse zu packen. Das hat zum Nachteil, dass die ersten Generationen auf dem Pfad zur Perfektion oft etwas underwhelming ausfallen. Umso schöner ists, wenn Apples Vision sich schliesslich in ihrer ganzen Eleganz und Einfachheit manifestiert. Beim iPhone 4 ist dies definitiv der Fall.

Apple iPhone 4: Retina-Touchscreen, GSM/EDGE/UMTS, Wi-Fi, 2 Kameras (Vorder-/Rückseite), 137 g. 16GB. Ab fr. 769.—. www.apple.ch

Kommentare

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  • Hans Werthmüller
  • 17.08.10 | 14:13 Uhr

Sehr guter Beschrieb des neuen iPhones, Herr Dave hat Recht, die Benutzerfreundlichkeit ist kaum zu überbieten, hoffentlich beruhigen die Vorteile dieses Devices ihre ungeduldige bessere Hälfte!

  • Dave Kobrehel
  • 17.08.10 | 12:52 Uhr

Danke für den Artikel. Es ist klar das es sicherlich bessere Phones gibt, aber was mich bei einem iPhone überzeugt ist die Benutzerfreundlichkeit. Das Betriebsystem ist einfach durchdacht. Das macht das iPhone so toll, die Leichtigkeit der Bedienung. Und ach ja das Antennenproblem kann ich auch bei meinem iPhone 3G produzieren. Wenn ich es umbedingt möchte!

 
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