Objekte

Fenster zum Raum

3-D im TV gilt als grösster Fortschritt seit dem Farbfernsehen. Stimmt das? Wir testen den neusten Samsung.

Von Andreas Thut

Schwindelerregend: 3-D-Fernseher von Samsung.

Nicht immer gelingt es einem Technik-Kolumnisten, die Redaktion mit der eigenen Begeisterung für die neuste Gagdet-Erfindung anzustecken. Beim Test des jüngsten 40-Zoll-Fernsehers aus Samsungs 8000er-Serie allerdings gab es damit keine Schwierigkeiten: Der TV kann die aus dem Kino beliebten 3-D-Filme erstmals auch ins Wohnzimmer oder Büro bringen. Und so kamen sie dann alle, Kulturredaktor, Inlandchef und Verleger inklusive, setzten eine der klobigen 3-D-Brillen auf und sagten nach kurzem Blinzeln: «Geil!»

Viel nicht eben preisgünstige Unterhaltungselektronik ist nötig, bis solche Begeisterungsausbrüche möglich werden: Der taufrische 3-D-Standard (Sony, Panasonic und LG warten ebenfalls mit ersten 3-D-Modellen auf) verlangt nebst kompatiblem Fernseher mindestens eine der mit viel Elektronik vollgestopften Shutter-Brillen (ab Fr. 149.–) sowie einen 3-D-fähigen Blu-Ray-Player. Zudem sind neue Kabel vom Typ HDMI 1.4 nötig. Die Unsitte der Hersteller, ausgerechnet das korrekte Verbindungskabel den teuer erstandenen Geräten nicht beizulegen, hatten wir im 3-D-Zeitalter für überwunden geglaubt.
Leider kann man die echten, auf den neuen Standard optimierten 3-D-Blu-Rays noch praktisch an einer Hand abzählen, was sich aber bis Weihnachten ändern soll. Für unseren Test sahen wir einige Höhepunkte aus dem Animationsfilm «Monsters vs. Aliens». Eine gute Wahl: Laserpistolen richten sich direkt auf die eigene Brust, Rauchschwaden scheinen im Raum zu schweben, bei Verfolgungsjagden kann einem schwindlig werden (es empfiehlt sich, während des 3-D-Vergnügens ruhig sitzen zu bleiben). Durch das 40-Zoll-Fenster beschränkt, vermag der 3-D-Effekt aber nicht im selben Mass zu überwältigen wie im Kino.
Mit weiteren 3-D-Inhalten, z. B. von TV-Sendern, siehts noch mau aus. Zur Kompensation kann der Samsung auch beliebige «flache» Videobilder in 3-D darstellen. Mit durchzogenem Erfolg: Die Auflösung leidet – die Quelle sollte deshalb in High Definition vorliegen –, und vereinzelt kriegt der Algorithmus ein Durcheinander mit der Perspektive. Umgekehrt gerieten die Bambus-Wälder und Kung-Fu-Kämpfe in unserem Lieblings-Eastern dank der Funk- tion zu einem neuen, tieferen Erlebnis.
Fazit: Der 3-D-Effekt macht zwar grossen Spass, ob man ihn regelmässig geniessen wird, hängt aber von der Reichhaltigkeit des künftigen 3-D-Menüs ab. Doch zum Glück macht der unglaublich flache, edel designte und mit allen wünschbaren Funktionen ausgerüstete Samsung-Fernseher auch ohne räumliche Bilder eine überaus gute Figur.

Kommentare

+ Kommentar schreiben

Bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel zu kommentieren

 

weitere Ausgaben

Login für Abonnenten

* Info für registrierte Benutzer der alten Website: Geben Sie hier einfach die in Ihrem existierenden Konto hinterlegte E-Mail Adresse ein!

Passwort vergessen?

* Info für registrierte Benutzer der alten Website: Geben Sie hier einfach die in Ihrem existierenden Konto hinterlegte E-Mail Adresse ein!

Sie sind noch nicht bei Weltwoche online registriert? Melden Sie sich gleich an.

Zur Registrierung

Ihre Vorteile bei Registrierung:

  1. Zugriff auf alle Artikel und E-Paper*.
  2. Artikel kommentieren
  3. Weltwoche Newsletter
  4. Spezialangebote im Platin-Club*
*Nur für Abonnenten der Printausgabe