Dieser Test musste vom CEO von Geberit persönlich genehmigt werden. Denn der Vorgang ist ein Novum: Obwohl der Schweizer Sanitärtechnik-Konzern seit mehr als dreissig Jahren Dusch-WCs herstellt, gab man die lange Zeit eher ein Mauerblümchen-Dasein fristende Apparatur namens «AquaClean» noch nie in die Hände eines Technikjournalisten.
Der Sinneswandel hat auch mit Melanie Winiger zu tun. Die Ex-Miss ist das klatschnasse Aushängeschild von Geberits «I love Water»-Kampagne. Schwelgerisch im Bergbach planschend, lockt Melanie uns auf eine gutgemachte Website, wo der Wasserstrahl aus der Tiefe der Kloschüssel endgültig seinen Schrecken verliert.
Das Potenzial ist gross: Rund ein Drittel aller Schweizer findet die aktuell verbreitete Methode «Hakle» suboptimal, hat Geberit in einer Umfrage herausgefunden. Und während in Japan, dem Mekka des technisch ausgefeilten Toilettengangs, jährlich siebenundzwanzig Dusch-WCs pro tausend Personen verkauft werden, so sind es in der Schweiz – wo die Vorrichtung von Hans Maurer («Closomat») erfunden wurde – gerade mal zwei pro tausend.
Damit sich dies ändert, scheuen die hochmotivierten Frauen und Männer von Geberit keinen Aufwand. Auf unserem Schreibtisch stapeln sich nicht weniger als fünf Visitenkarten, vom «Head Geberit AquaClean» bis zum Servicemonteur. Kopfzerbrechen bereitete lange Zeit unser Wunsch, den Test einzig und allein in den eigenen vier Altbau-Wänden durchzuführen. Dank flexibler Produktpalette – vom simplen WC-Aufsatz bis zur preisgekrönten Komplettanlage ist alles möglich – und provisorisch verlegter Stromleitung kamen wir schliesslich doch zum AquaClean-Erlebnis.
Wie er denn war, der Toilettengang auf unserem AquaClean-5000plus-Dusch-WC-Aufsatz? Ausführlich könnten wir erzählen von regelbarer Wasser- und Lufttemperatur, Geruchsabsaugung, verschiedenen Strahlstärken (gepulst oder nicht), automatischer Benutzererkennung, der intuitiven Fernbedienung. Wir denken, es reicht, wenn wir sagen: Es funktioniert einfach. Und zwar hervorragend. Und störungsfrei.
Und immer noch leicht verlegen müssen wir zugeben: Wir gehören zur Zielgruppe. Denn was machen Männer am liebsten auf dem Lokus? – Eben. Und da dafür immer häufiger ein digitales Lesegerät wie das Smartphone, der Kindle oder das iPad zum Zug kommt: Wer will in dieser Situation noch zur Toilettenrolle greifen? Schliesslich liest man dank Druck auf den AquaClean-Knopf locker noch einen Bildschirm weiter.













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