Flirtregeln

Der Frauenflüsterer

Die Röcke werden kürzer, und die männlichen Hormone wollen wissen: «Wie macht man sich eigentlich erfolgreich an Frauen heran?» Unsere Autorin verrät die zwölf wichtigsten Regeln.

Von Dominique Feusi

Schweigen Sie ganz spontan, wenn Sie nicht so genau wissen, worum es eigentlich geht. Illustration: Miroslav Barták

1. Sie müssen reden

Zum Start gleich ein Satz, welcher Männern augenblicklich Angstschweiss auf die Stirn treibt und sie mit der Faust im Sack «Emanzipation, warum?» schreien lässt, Achtung, 3, 2, 1, Schockzustand: «Wir müssen reden.» Nein, daran führt kein Weg vorbei. Schliesslich wird selbst in einschlägigen Filmen, bevor der Haupthandlungsstrang ruft, ein kleiner Dialog geführt: Der Handwerker fragt, wo der Sicherungskasten ist. Der Chef ruft zum Diktat. Der Pilot bittet um Hilfe am Steuerknüppel. Das ist nur, weil in der Pornobranche so viele Emanzen arbeiten? Auf jeden Fall.

Nehmen Sie es wie ein Mann. Regel 1: Wenn Sie bei einer Frau Punkte sammeln wollen, müssen Sie sprechen. Die gute Nachricht ist: Dieser Text wird Ihre Motivation in den nächsten fünf Sekunden um hundert Prozent steigern! Denn eigentlich ist alles ganz einfach: Frauen wollen reden, Männer wollen vögeln. Wenn Sie dieses Grundprinzip begriffen haben, fällt Ihnen das Reden nur noch halb so schwer. Was möchten Sie genau besprechen?

Was Frauen wirklich wollen: Ein anderer, legendärer Ratgeber von Dominique Feusi aus Weltwoche 2007/13

2. Sie müssen zuhören

Tja, Pech gehabt, denn vielleicht möchten wir ja was ganz anderes besprechen, vielleicht möchten wir ja besprechen, dass die Daniela heute zur Debbie gesagt hat, dass die Jessica gesagt hat, dass die Debbie auch zuerst sie und dann die Daniela hätte anrufen können, aber als es der Debbie damals so schlecht ging, hat die Jessica auch nie angerufen, und dann hat die Daniela zur Debbie gesagt, geht ja gar nicht, findest du nicht auch? Ha! Auf frischem Schlaf ertappt! Sie haben nicht die leiseste Ahnung, wer Jessica ist! Oder Debbie! Oder Daniela! Aber Sie würden Ihr hübsches Gegenüber, wie auch immer die Dame heisst, zu gerne fragen: «Darf ich Debbie und Daniela zu deinen Brüsten sagen?»

Falsch. Bevor Sie überhaupt mit dem Reden beginnen, Regel 2: Im Zweifelsfall halten Sie einfach den Rand. Wenn Sie nicht so genau wissen, worum es eigentlich geht, was naturgegeben oft vorkommt: Schweigen Sie ganz spontan. Die Dame spricht dann schon weiter. Und dabei legen Sie den Kopf so schräg und gucken wie der lustige Labradorwelpe aus der Toilettenpapierwerbung, och, süss ist der! Das signalisiert: Der weiss zwar nicht, worum es geht, aber der schaut erziehbar aus. Mit etwas Geduld apportiert der bald, och, süss ist der!

 

3. Sie müssen verlieren können

Los geht’s, für den Notfall haben Sie ja jetzt die Labradorwelpen-Stellung, Bahn frei, sprechen Sie frohen Mutes die Dame an, die dort drüben am Stehtisch steht, gehen Sie geradewegs auf sie . . . wie? Sie könnten zurückgewiesen werden? Ich bitte Sie! Wird man beim Schwimmen nass? Sind Labradorwelpen süss? Hat die Daniela zur Debbie gesagt, dass die Jessica gesagt hat, dass die Debbie . . . egal, natürlich werden Sie zurückgewiesen! Immer und immer wieder. Und natürlich ist das unangenehm, aber so ist das nun mal. Regel 3: Sie sind ein Mann. Das ist nicht persönlich gemeint, aber das enttäuscht uns nun mal. Und wer ist schuld? Genau. Gewöhnen Sie sich an dieses Gefühl.

 

4. Sie müssen hartnäckig sein

Und jetzt reissen Sie sich mal am Riemen, steigen Sie in die Hosen und zeigen Initiative! Schon vergessen? Sie sind ein Mann! Und Sie wollen eine Frau. Niemand hat gesagt, dass das ein Spaziergang wird, nur die Harten kommen in den Garten, und Sie wollen doch in den Garten? Eben. Regel 4: Bleiben Sie am Ball! Sie widern uns an! Aber eventuell auf eine Art, die wir später gerne noch vertiefen würden. Auf der Treppe hinter der Lobby. Im Lift. Überall in Ihrem Zimmer. Die Betonung liegt auf eventuell, aber zeigen Sie Durchhaltevermögen. Oder zumindest den Willen dazu, denn Durchhaltevermögen ist gut. Frauen mögen Durchhaltevermögen. Durchhaltevermögen ist toll. Es will mir nur gleich partout nicht einfallen, weshalb.

 

5. Sie müssen vorbereitet sein

Und jetzt machen Sie sich mal nicht ins Hemd und sprechen frohen Mutes die Dame an, die dort drüben am Stehtisch steht, gehen Sie lockeren Schrittes rüber und sagen: «Ganz schön geil hier! Ich bin übrigens der Martin!» Regel 5: Sie müssen vor dem Sprechen denken. Und zwar mit dem Kopf. Sonst ist die Chance gross, dass der Martin mit seiner Geilheit allein nach Hause geht.

 

6. Sie müssen sich gewaschen haben

Bevor Sie auf die Balz gehen, sollten Sie Ihr Gefieder putzen. Ganz wichtig: Investieren Sie in ein gutes Deodorant. Die Betonung liegt auf investieren, alles unter zehn Franken riecht leider auch so. Gutes Deodorant ist teuer. Warum? Ich weiss es nicht, aber ich rieche es. Das Deodorant tragen Sie nach dem Duschen auf. Regel 6: Sie müssen sich gewaschen haben. Oder geduscht. Duschen ist das mit dem Wasser, nicht das mit dem Parfüm, auch wenn man das weiter südlich anders sieht. Beim Parfüm gilt: Aber bitte mit Vorsicht! Sie müssen Ihr Revier nicht mit einer Duftspur markieren, das ist dieses andere Tier.

 

7. Sie müssen auf Ihr Mundwerk achten

Regel 1 sagt: Wenn Sie bei einer Frau Punkte sammeln wollen, müssen Sie sprechen. Und nun sagt Regel 7: Putzen Sie sich vorher die Zähne. Und falls Sie es vergessen haben, fragen Sie nie: «Ja, ich habe wirklich Curry zum Zmittag gegessen, wow, das ist ja krass, woher weisst du das?» Erinnern wir uns an Regel 2: Im Zweifelsfall halten Sie einfach den Rand.

 

8. Sie dürfen nicht zu verzweifelt sein

Louboutins, die Traumhochzeit, eine Bulthaup-Küche, noch ein Kind, das schnucklige Ferienhaus an der Côte, und überhaupt, die Jessica macht mit ihrem Mann ganz oft Städtereisen! Frauen wollen, was andere Frauen haben. Daraus resultiert Regel 8: Sie müssen besetzt aussehen. Ob da Method-Acting hilft, weiss eventuell eine Ex-Miss mit Lee-Strasberg-Schauspielschulabschluss, aber wenn Sie wirken, als würden Sie gleich platzen, und ein Hemd tragen, das schon in den Neunzigern eine Menschenrechtsverletzung war: So wird das nix. Frauen riechen Ladenhüter Kilometer gegen den Wind. Sie kaufen schliesslich auch keinen Wagen, der schon seit zehn Jahren beim Occasionshändler auf dem Parkplatz steht.

 

9. Sie müssen mutig sein

Der furchtlose Ritter, der tollkühne Retter, der Krieger, der zu kämpfen bereit ist, Russell Crowe, der dabei in diesem Gladiatoren-Schürzchen ganz schön knack-knack aussieht, Frauen mögen Männer, die ihren Mann stehen. Regel 9: Sie müssen mutig sein. Werfen Sie sich für uns spontan mitten rein in die Gefahr, und sagen Sie: «Die Dame hat schon vor fünf Minuten Parmesan bestellt!» Aber sagen Sie nicht: «Wie wär’s so ganz spontan mit einem Fick?» Das ist zu mutig. Ausser Sie sind Russell Crowe. Tragen Sie dieses Gladiatoren-Schürzchen eigentlich auch privat?

 

10. Sie müssen ansprechbar sein

Zu mutig geht oft mit erhöhtem Pegelstand einher, deshalb Regel 10: Wenn Sie sich beim Anblick Ihres Gegenübers fragen: «Wer ist das, und wenn ja, wie viele?», gehen Sie nach Hause. Verschieben die das mit der Frau auf einen anderen Tag.

 

11. Sie müssen schamlos lügen

Sie sind grad super drauf, perfekt chambriert, und wollen jetzt endlich loslegen? Ich sage nur: Komplimente! Natürlich, was für ein Klischee. Andersrum: Habe ich Ihnen schon gesagt, wie schön Sie sind? Was für ein Bild von Mann Sie sind, ach, ich steh total drauf, wie Sie mit Ihren wunderschönen Händen die Weltwoche halten, Sie wirken dabei so unendlich intelligent und zeitgleich so unglaublich stark, mein lieber Herr Gesangsverein, Sie sind ein Ereignis von einem Mann! Soll ich Ihnen zeigen, wo der Sicherungskasten ist? Ist Ihnen das irgendwie unangenehm? Eben.

Die Faustregel für Komplimente? Elite Partner, «Akademiker & Singles mit Niveau», sagt: «Damit ein Kompliment gut ist, muss es ehrlich gemeint sein und persönlich.» Falsch. Ehrlichkeit ist überschätzt. Mit Ehrlichkeit kriegt man keine Weiber ins Bett. Regel 11: Sagen Sie nie, was Sie gerade ehrlich meinen. Wenn Sie meinen: «Ehrlich, die Debbie und die Daniela gehen mir am Arsch vorbei, aber das sind super Brüste!», sagen Sie: «Pardon, ich war einen Moment in Gedanken, hat dir schon mal jemand gesagt, dass du wunderschöne Schlüsselbeine hast?» Und dabei heben Sie den Kopf. Genau, die Schlüsselbeine sind die Dinger weiter oben.

12. Sie haben überhaupt kein Interesse

Das Lachstatar, die Louboutins in 38, der Mann der Jessica, der mit ihr ganz oft Städtereisen macht, oder der einzige Kerl im Raum, der totaaal nett ist und das mit der Debbie und der Daniela totaaal versteht und erst noch einen super Conditioner benutzt: Viele Frauen wollen, was gerade nicht im Angebot ist.

Regel 12: Sie sind totaaaal desinteressiert. Und dabei sehen Sie wahnsinnig interessant aus. Sie sind ein schwieriger Kerl, ein einsamer Wolf, wild und unerzogen, aber wir werden Sie domestizieren, wir werden uns die jahrelange Arbeit aufbürden, ja, wir werden Ihnen sogar das Apportieren beibringen. Aber unsere sexuelle Attraktivität interessiert Sie ja einen Schnurz! Das regt uns im Fall total auf. Gut, auch nicht immer. Sagen wir, bei Russell Crowe würde die Nummer 1a funktionieren.

Alles klar? Richtig, eigentlich ist doch alles ganz einfach. Nein? Dann denken Sie an Regel 2: Im Zweifelsfall halten Sie einfach den Rand. Habe ich Ihnen eigentlich schon das von der Debbie und der Daniela erzählt?

Illustration: Miroslav Barták

Kommentare

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  • Andreas Hofstetter
  • 30.05.10 | 15:47 Uhr

Nassauer - googeln Sie ruhig weiter... vielleicht finden Sie noch ein paar Synonyme für multi-kulti... Grundsätzlich tut eine Genauffrischung den Seldwylern richtig gut! Das durchschnittliche Aussehen steigt dramatisch an und auch die jahrhundertelange Fortpflanzung in den limitierten Alpentälern, mit den deutlich sichtbaren negativen Folgen... wird endlich aufgebrochen. Und auch die SVP braucht Nachwuchs. Den rekrutiert sie ja bekanntlich eher in der Unterschicht. Also die Balkaner sind zukünftige SVP Wähler...;)) so ist die Welt...

  • Fredi Nassauer
  • 29.05.10 | 20:28 Uhr

Andreas Hofstetter:
Jawohl, das Resultat ist bekannt. Sozialhilfe-Empfänger pflanzen sich prächtig fort. Dass dann die Hälfte dieser Frauen als "Alleinerziehende" vom Amt durchgefüttert werden muss, gehört eben zu den Früchten der Multi-Kulti-Gesellschaft.

Wenigstens weiss ich jetzt dank Freund Google, dass der Louboutin oder wie das heisst, ein Schuh-Designer ist ;-) Da können SmartPhones wohl wirklich gute Dienste leisten...

  • Andreas Hofstetter
  • 28.05.10 | 10:11 Uhr

Frau Levron Sie haben recht... die Hascherl haben sich echt empanzipiert... es gibt mittlerweile eine grosse Gruppe Weiberl, die keinen Bock mehr auf die alten Werte wie Geld und Status ihres Männerl haben. Diese Gruppe gehorcht dem Urtrieb und nimmt sich wieder die archetypischen Männer der Steinzeit vor: Derb, Mukies, unrasiert möglichst exotisch und was in der Hose... Man schaue sich nur auf den Strassen um, da wimmelts von Multikulti-Paaren. Die Mittvierzigerin mit einem Schwarzafrikaner und die Junge mit einem derben, grobschlächtigen Balkantypen...Geld, Intelligenz, Deodorant? wo her!

  • Jo Berger
  • 27.05.10 | 14:21 Uhr

Lady - ich muss gar nichts!

  • Jürg Vollenweider
  • 27.05.10 | 14:17 Uhr

Köstlich.

  • Marianne Levron
  • 27.05.10 | 10:14 Uhr

Ganz lustig und humorvoll - mit Humor geht ohnehin alles besser, aber die Frauen werden in diesem Artikel zu sehr als dumme Hascherl dargestellt, denen es nur um Quicksex und Geld geht und die ausser ödem Party-und Facebook-Klatsch keine Konversation über die Lippen bringen...Männer, welche die oben erwähnten Tricks anwenden, kriegen auch nur diese Art Frauen, und es geschieht ihnen recht. Verführung kann man eben nicht lernen;dazu gehört Persönlichkeit, Charme, Kultiviertheit und vieles mehr;ein gutes Deodorant hingegen hat noch nie geschadet...

 
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