Swisscoy

«Krasse Ferien ohne Rechnung»

Der Einsatz von Schweizer Soldaten im Kosovo gilt als Prestigeprojekt der Armee. Die Präsenz im Ausland soll verstärkt werden. Recherchen zeigen: Saufgelage, Bordellbesuche und Schlägereien prägen den Alltag. Die grösste Gefahr für Schweizer Soldaten sind ihre Kameraden.

Von Philipp Gut

Einsatz zum Selbstzweck: Oberst Hannes Göldi. Bild: Privat

Glaubt man der Selbstdarstellung der Armee, ist der Einsatz von Schweizer Soldaten im Kosovo ein glorioser Erfolg. Die sogenannte Swisscoy, die unter dem Oberkommando der Nato den jungen Staat befrieden soll, wird mit Lobreden bedacht und mit Dank überschüttet. Kehren die Krieger heim, werden sie, glänzend herausgeputzt, an einer «Medal-Parade» geehrt, wo sie vor Armeespitzen, Politikern und internationalen Gästen ausgezeichnet werden. Zur Verabschiedung des kürzlich zurückgekehrten Kontingents 21 war neben zivilen und militärischen Würdenträgern der Botschafter der USA geladen. Divisionär Peter Stutz, Chef des Führungsstabs der Armee, lobte die Swisscoy als Garantin «für Sicherheit und Stabilität». Die Schweiz könne «stolz» sein auf ihre Soldaten im Ausland.

Im Ringen um die Ausrichtung der Armee pochten fast alle Departemente auf verstärkte militärische Präsenz im Ausland. Unter der Federführung von Aussenministerin Micheline Calmy-Rey (SP) musste VBS-Vorsteher Ueli Maurer (SVP) den Entwurf des Sicherheitspolitischen Berichts umschreiben und die Bedeutung der Auslandeinsätze rhetorisch aufrüsten. In einer Situation fundamentaler Unsicherheit über Sinn und Strategie der Armee scheint der Export von Schweizer Soldaten für viele die Idee der Stunde zu sein.

Die Hymnen und Visionen haben mit der Realität allerdings nur bedingt zu tun. Personen aus dem engsten Führungskreis um Kommandant Hannes Göldi, im Nato-Jargon National Contingent Commander (NCC) genannt, berichten von desolaten Zuständen und bedenklichen Zwischenfällen in der Swisscoy 21. Führungslosigkeit, Chaos, Alkoholexzesse und Prostitution seien an der Tagesordnung. Den Schweizer Soldaten fehle es im Kosovo schlicht an sinnvollen Aufgaben.

 

Granatenwerfen zum Jux

Die folgenden Schilderungen beruhen auf Augenzeugenberichten von Kadern, die Einblicke in die Entscheidungsprozesse hatten und teilweise mit Untersuchungen und Ermittlungen betraut waren. Einige Vorfälle sind bei der Kommandostelle der Schweizer Auslandeinsätze, Swissint, in Stans aktenkundig. Dennoch haben sie nie den Weg an die Öffentlichkeit gefunden. Intern gelte die Devise, dass sie keinesfalls an die Medien gelangen dürften.

Hauptschauplatz des Geschehens ist das Camp Casablanca beim Städten Suva Reka. Die 210 Schweizer sind dort neben Truppen anderer Nationen stationiert. Die Kommandostrukturen sind eher kompliziert: Die Swisscoy untersteht dem österreichischen Kontingent Aucon, welches wiederum der Multinational Battle Group South (MNBG S) unterstellt ist, die Teil der Kfor und somit der Nato ist. Logistik und disziplinarische Gewalt sind in Schweizer Hand.

Tägliche Saufgelage

Von Disziplin im engeren Sinn kann allerdings nicht die Rede sein. Kfor heisse «Krasse Ferien ohne Rechnung», wird im Lager gewitzelt. Im Internet kursieren gar Videos von Schweizer Soldaten unter diesem Titel. In einem der selbstgemachten Filmchen lässt ein Soldat in Uniform eine Granate unter einer Eisschicht auf einer Strasse explodieren. Er rennt davon, rutscht aus. «Scheisse, Mann», ruft er. Dann bricht er, zusammen mit dem filmenden Kameraden, in Gelächter aus. Kurz darauf passiert ein Fahrzeug die Stelle.

Die jungen Männer im Film wirken angetrunken. Falls sie es waren, wäre es keine Überraschung: Alkoholismus ist unter den Swisscoy-Truppen verbreitet. Gefeiert und getrunken wird fast ausnahmslos jeden Abend, in vielen Fällen wörtlich bis zum Umfallen. Ausgangspunkt der wilden Saufpartys im Kontingent 21 war das «Pulverfass», ein Holzbau in der Nähe des Stabstraktes, ausgerüstet mit einer Bar und einigen Billardtischen. Da die Lokale keinen Profit machen dürfen, werden die Getränke zum Einkaufspreis verkauft. Ein Bier kostet ungefähr einen Euro. Mit Ausnahme des Mittwochs war das «Pulverfass» jeden Abend geöffnet. Daneben gibt es auf dem Gelände illegale Bars, in denen um hohe Beträge gepokert wird. Einige Soldaten kamen massiv verschuldet aus dem Einsatz zurück, trotz dem Motto «Krasse Ferien ohne Rechnung» und dem anständigen Sold.

Im «Pulverfass» kam es sechs Monate lang und sechs Tage pro Woche zu regelrechten Alkoholexzessen. Der Raum bietet Platz für mehrere Dutzend Soldaten. Beteiligt waren vor allem Infanteristen. Je länger der offenbar unnötige und darum langweilige Einsatz dauerte, desto ungehemmter wurden die Trinkorgien. «Nicht alle Infanteristen waren enthemmte Alkoholiker. Aber viele», sagt ein Armeekader. Unter den allabendlich Abstürzenden seien auch Gruppen- und Zugführer gewesen, «die am nächsten Morgen nur schwer oder gar nicht aus dem Bett fanden».

Nach Schliessung des Lokals zogen Horden betrunkener Soldaten grölend durchs Camp zu ihren Unterkünften. Kurz vor der letzten Runde um 22.30 Uhr deckten sie sich noch mit 20er-Kästen Bier ein, um die Saufereien in den Unterkünften fortzusetzen. Auch dort nahm niemand Einfluss, da das Kader oft mitfeierte. Ruhe kehrte im Schweizer Teil von Camp Casablanca erst nach 23.30 Uhr ein, wenn sich die Feste in die Container verlagert hatten.

Organisierte Disziplinlosigkeit

Der Alkoholmissbrauch sei erkannt, aber nicht unterbunden worden, sagen beteiligte Kader. Im Gegenteil: Kommandant Hannes Göldi, Oberst im Generalstab, tolerierte ihn, obwohl ein «Dienstbetriebsbefehl» den Konsum von Alkohol während der «Arbeitszeit und zwischen 23.00 Uhr und 18.00 Uhr» untersagt. Gefördert wurde die Trinkerei durch den Umstand, dass den Infanteristen kaum Tagesstrukturen gegeben wurden: Es gab weder ein Antrittsvorlesen am Morgen noch ein Zimmerverlesen am Abend. Wer keinen speziellen Auftrag hatte, konnte ausschlafen und den ganzen Tag herumhängen.

Die organisierte Disziplinlosigkeit förderte die Entgleisungen, zumal es unter den Soldaten nicht nur gefestigte Persönlichkeiten geben soll, sondern auch junge Männer, die keinen Job finden und, statt stempeln zu gehen, lieber den gutbezahlten Auslandsdienst antraten. Ein Vorgesetzter spricht von «Sozialfällen» und «labilen» Personen. Mehrere von ihnen nahmen täglich Psychopharmaka ein.

Die Militärpolizei führte verschiedentlich Atemlufttests durch. Dabei mass sie eindrückliche Werte. Ein Mechaniker der Logistikkompanie blieb am Morgen mit 0,9 Promille hängen. Der Mann erhielt vier Tage scharfen Arrest, gegen seine offensichtlich erhöhte Alkoholgewöhnung wurde nichts unternommen. In einem anderen Fall rastete ein betrunkener Infanterist aus, Kameraden versuchten ihn ins Bett zu bringen. Am nächsten Morgen sollte er mit einem Schützenpanzer auf Patrouille. Die Messung der Militärpolizei zeigte 1,85 Promille an. Massnahme: neun Tage scharfer Arrest. Zudem verpflichtete sich der Soldat «freiwillig», bis Mitte der Mission keinen Alkohol mehr zu konsumieren.

Bei einem weiteren Zwischenfall stürzte ein Soldat der Logistikkompanie im Suff, wobei er sich am Kopf verletzte. Die Wunde wurde genäht, mit Verdacht auf Gehirnerschütterung sollte er liegen bleiben. Doch der 23-Jährige sprang mehrfach grölend aus dem Fenster. Die Messgeräte zeigten 2,25 Promille an. Bei Arbeitsantritt um 7.30 Uhr ergab ein erneuter Test einen Restalkoholwert von 1,5 Promille. Am folgenden Tag musste er um 10 Uhr bei der Kompaniekommandantin antraben. Wieder erschien er in angetrunkenem Zustand. Aus Gesprächen ging hervor, dass er jeden Abend gesoffen hatte. Trotz des Vorfalls bewilligte die Zentrale sein Gesuch um Verlängerung des Dienstes. Den Einsatz im Kontingent 22 begann der Mann in der Arrestzelle.
Immer wieder kam es zu Sachbeschädigungen. Soldaten warfen in ihren Unterkünften mit Bierflaschen um sich, traten Türen ein, zerschlugen Einrichtungen, rissen Handtuchhalter herunter. Die kosovarische Reinigungsequipe durfte die Sauereien aufputzen.

Kommandant behindert Ermittlungen

Erstaunlich wirkt die Tatsache, dass Kommandant Göldi die Ausschreitungen nicht nur tolerierte, sondern offenbar deckte. Als wieder einmal Flaschen flogen, rückte die Militärpolizei aus. Am nächsten Morgen zitierte Göldi die Polizisten zu sich. Sie mussten sich für ihren Einsatz rechtfertigen. Die Schuldigen wurden nie ermittelt. Im Januar 2010 eskalierte die Situation. Während einer Feier in einem Wohncontainer wurde ein Soldat mit einem Messer verletzt. Mit tiefen Schnittwunden am rechten Unterarm musste er ins Lazarett eingeliefert werden. Von dort brachte man ihn umgehend nach Prizren ins deutsche Feldspital zu einer Operation. Ein zweiter Infanterist wurde vorübergehend festgenommen und ausgenüchtert.

Beide hatten Blutalkoholwerte von über zwei Promille. In einer ersten Version erzählten sie etwas von «Salamischneiden». Als bei einer Durchsuchung keine Salami gefunden wurden, wollte die Polizei die Streithähne nochmals befragen. Doch inzwischen hatte sich Kommandant Göldi eingeschaltet und mit den beiden ohne Anwesenheit Dritter gesprochen. Danach gaben sie zu Protokoll, sie hätten Blutsbrüderschaft begehen wollen und der eine sei mit dem Messer ausgerutscht. Sobald der verletzte Soldat einigermassen transportfähig war, wurden sie nach Hause geschickt. Weitere Abklärungen fanden nicht statt. Swissint-Kommunikationschef Walter Frik sagt auf Anfrage, es habe sich «um einen Unfall im Wohncontainer» gehandelt, «bei welchem sich ein Soldat mit dem Messer selbst verletzt hat».

Regelmässige Bordellbesuche

Damit sich die Soldaten von ihrem Lebenswandel erholen können, offeriert ihnen der Bund sogenannte «Welfare»-Angebote, Ferien- oder Vergnügungsreisen ins nahe Ausland. Zur Wahl stehen die mazedonische Hauptstadt Skopje und der bulgarische Skiort Borovets. Auch dort kam es zu Zwischenfällen mit Schweizer Protagonisten. In Skopje wurden Swisscoy-Soldaten aus einer McDonalds-Filiale geschmissen, weil sie, stark betrunken, mit Hamburgern um sich geworfen hatten.

An beiden Destinationen taten sich Schweizer Soldaten überdies als eifrige Bordellbesucher hervor. In Borovets kam es zu einem lebensgefährlichen Zwischenfall. Einer der Soldaten wurde, vermutlich weil er Streit mit Zuhältern angezettelt hatte, zusammengeschlagen und komplett ausgeraubt. Nach der Rückkehr von der «Welfare»-Tour konnten in einer Nacht-und-Nebel-Aktion über einen kosovarischen Dolmetscher zumindest Pass und Jacke des Opfers wieder besorgt werden. Wie bekanntwurde, sollen Auseinandersetzungen in jenem Puff schon tödlich geendet haben.

Gern hätte die Weltwoche mit dem verantwortlichen Kommandanten über die Vorfälle gesprochen. «Herr Oberst i Gst Göldi weilt zurzeit im Ausland und ist für eine Stellungnahme nicht erreichbar», beschied Swissint. Was den Alkoholkonsum betrifft, verweist Kommunikationschef Frik auf das Reglement. Es könne «davon ausgegangen werden, dass NCC Göldi seine Aufsichtspflicht wahrgenommen hat». Zu den Bordellbesuchen sagt er, solche «Verfehlungen» würden «aufs Schärfste» verurteilt: «Sie schaden nicht nur der Armee, sondern auch allen anderen Nationen, welche sich mit Militär an friedenserhaltenden Missionen beteiligen.»

Dass die um weitere Beispiele zu ergänzende Reihe von peinlichen bis illegalen Vorkommnissen eine Ursache darin haben könnte, dass der Einsatz längst zum Selbstzweck geworden ist, scheint man in Bern und Stans noch nicht bedacht zu haben. Während die Nato ihre Truppen mangels Aufgaben bis Ende 2010 von 15 000 auf 3000 Mann reduziert, will die Schweiz ihre Präsenz ausbauen. Wenn es so weitergeht, wird Bern noch mehr Truppen entsenden müssen: um die ausser Kontrolle geratenden Schweizer Soldaten vor sich selbst zu schützen.

Kommentare

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  • Julia von Känel
  • 26.05.10 | 14:45 Uhr

Philipp Gut, waren Sie schon dort?
Ich habe im 9. Kont. meinen Einsatz als stv. Presseoffizier geleistet. Wer nie dort war, kann die erbrachten Leistungen nicht beurteilen.
Die Schweiz hat eine humanitäre Verpflichtung wahrzunehmen, auch gegenüber den anderen europäischen Staaten. Die Swisscoy ermöglicht zudem ein paar wenigen CH-Soldaten den Einblick in den internat. Peace Support, und der ist hochinteressant (und entfernt die Scheuklappen). Also: Seien wir grosszügig, wenn es um ein paar Biere geht. Herrn Gut möchte ich Strammstehen sehen bei minus 15 Grad. Der möchte dann auch ein Bier.

  • Marc Christen
  • 25.05.10 | 12:50 Uhr

Von diesen ganzen unsolidarischen und beschämenden Äusserungen über den Zweck internationaler Einsätze und die moralischen Aspekte des Soldatentums möchte ich mich aber gerne distanzieren. Im Grunde ist es gut, wenn die Schweiz sich beteiligt, und es wird von allen Seiten geschätzt - so oder so. Eine der guten Arbeiten der Swisscoy ist es unter anderem, den Einheimischen beigebracht zu haben, wie man richtigen Beton mischt. Nicht IV-Dokumente fälscht. Zu dem uninformierten Quatsch möchte ich sagen, nef. Das 1. bis 5. Kontingent (Pioniere) haben hervorragend gearbeitet.

  • Marc Christen
  • 25.05.10 | 12:44 Uhr

Ich war Gruppenführer Mech Inf im 7. Kontingent. Je länger der Einsatz dauerte, umso "lockerer" war auch bei uns die Stimmung, solche Gelage gab's aber bloss an Festtagen, zum Beispiel Silvester 02-03. Meine Gruppe war über weite Teile des Einsatzes gelangweilt und unterfordert. An einem "dankbareren" Einsatzort, der wohl auch weniger im Kontrast zum intensiven Vorbereitungs-Training gestanden hätte, wäre dies ganz anders gewesen. Man geht -wenigstens damals- nicht in die Swisscoy, weil man trinken und feiern will, sondern im Dienst der Armee mit Aussicht auf einen fordernden Einsatz - Irrtum.

  • Peter Schlegel
  • 19.05.10 | 17:23 Uhr

@Werner Sieber:

Du hast dich aber toll "informiert". Bravo!

Woher hast du denn deine "Informationen"? Aus der Schweizerzeit, dem Blog von Lukas Reimann oder der Website der PNOS?

Hauptsache blind irgendeinen Unsinn nachplappern [gelöscht am 19.05.2010 durch Moderator] Hauptsache nicht den eigenen Horizont erweitern, [gelöscht am 19.05.2010 durch Moderator]

  • Carla Kägi
  • 19.05.10 | 16:43 Uhr

Gut Herr Schlegel, die Swisscoy mag gute Arbeit geleistet haben - aber wird die Truppe dort jetzt wirklich noch benötigt?
Ist die Präsenz der Swisscoy-Truppen im Kosovo jetzt noch sinnvoll, oder kostet sie nur Geld. Stürzt der Kosovo sofort wieder ins Chaos wenn Swisscoy sich zurück zieht?
Oder ist das Ganze vielleicht mittlerweile eine eher teure Alibiübung um der Restwelt zu zeigen, dass die Schweiz sich auch im Ausland militärisch engagiert?
Als CH-Bürger will ich wissen wofür mein Geld ausgegeben wird, dass ist des Steuerzahlers Recht.

  • Peter Schlegel
  • 19.05.10 | 13:26 Uhr

@Carla Kägi:

Verschiedene aktuelle Quellen bestätigen mir immer wieder, dass swisscoy sehr gute und sinnvolle Arbeit leistet:

- Kosovaren, die regelmässig im Kosovo sind
- westeuropäische Geschäftsleute, die im Kosovo tätig sind
- Leute, die bei swisscoy tätig waren (die ich persönlich sehr gut kenne!)
- Mitglieder internationaler Organisationen, die im Kosovo tätig sind und/oder die Entwicklungen im Kosovo seit Jahre beobachten
- Diplomaten aus verschiedenen Staaten

  • Werner Sieber
  • 19.05.10 | 13:10 Uhr

@Schlegel
Hier Ihre gewünschte Information Herr Schlegel. Der Auftrag lautet den Leuten im Kosovo zu erklären, wie Mann oder Frau am besten an eine IV Rente herankommt. (In der zwischenzeit sind die Zahlungen durch die CH Behörden bis auf weiteres eingestellt worden).

  • Carla Kägi
  • 19.05.10 | 07:16 Uhr

Herr Schlegel:
Wissen Sie genau was die Swisscoy jetzt im Kosovo macht?
Ich meine, was die wirklich da machen - nicht was irgendwo geschrieben stand, sondern was jetzt real im Alltag dort passiert, was den Einsatz "unserer Mannen" im Kosovo jetzt noch rechtfertigt?
Ich lasse mich gerne von Ihnen informieren. Aber bitte: Aktuell sollten Ihre Informationen sein & realitätsbezogen.
Vielen Dank.

  • Peter Schlegel
  • 18.05.10 | 23:17 Uhr

@Werner Sieber
@Carla Kägi
@Philipp Gut

Informieren Sie sich mal, was die swisscoy im Kosovo macht, was ihre Aufgabe ist, ihre Ziele sind, was sie bisher erreicht hat!!!

Wissen Sie das?

  • Werner Sieber
  • 18.05.10 | 15:26 Uhr

@Schlegel
Was ist daran sinnvoll zu saufenund zu pöbeln?
Das hat die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung sicher nicht gewollt.

  • Carla Kägi
  • 18.05.10 | 07:07 Uhr

Soldaten die nicht an der Front gefordert werden saufen sich einen an und gehen ins Bordell. Das soll immer wieder vorkommen, ob im In- oder Ausland. Ist es aber wirklich nötig dafür in den Kosovo zu gehen, oder sonstwohin ausserhalb der Landesgrenzen? Der Anlass für die Stationierung von CH-Soldaten in der Gegend ist nicht gegeben & eine Verschwendung von Menschen & Geld.
Nichts gegen die Mannen die dort waren, aber über den Durst trinken & die Damen der Freude besuchen könnt ihr auch hier - ohne grösseres Risiko!
Wer solche Einsätze als sinnvoll erachtet soll mir erklären warum?

  • Peter Schlegel
  • 17.05.10 | 09:56 Uhr

Die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung will solche sinnvollen Auslandeinsätzer der Schweizer Armee!!!

Das hat das Volk an der Urne mehrmals bestätigt!!!

Es wäre an der Zeit, dass die Nationalkonservativen endlich mal diese Volksentscheide akzeptieren!!!

  • Peter Schlegel
  • 17.05.10 | 09:54 Uhr

Ich stelle fest, dass viele hier nicht wissen, was für sinnvolle Arbeit die Swisscoy-Soldaten leisten!!!

Bestes Beispiel hierfür ist Hanspeter Bühler, der mit seinen Beiträgen immer wieder eindrücklich aufzeigt, dass er Aufgaben und Ziele der swisscoy nicht verstanden und begriffen hat (oder sich nicht die Mühe gemacht hat, sich über diese zu informieren!).

Die swisscoy hat in diesen wenigen Jahren mehr Sinnvolles geleistet als alle WK-Soldaten in der Schweiz über die letzten 40 Jahre (Hilfseinsätze bei Naturkatastrophen ausgeschlossen)!!!

  • Peter Schlegel
  • 17.05.10 | 09:47 Uhr

Saufgelage und Bordellbesuche? So etwas! Das ist ja ungeheuerlich! Und das von Soldaten!

Das machen die anständigen WK-Soldaten in der Schweiz natürlich nie, lach!!!

  • Raphael Müller
  • 16.05.10 | 23:16 Uhr

Frage an Herr Bühler:

Wissen Sie ob es wirklich eine unnötige Arbeit ist die die Schweiz im Ausland leistet?
Konnten Sie sich vor Ort schlau machen über die gegenwärtige Situation im Kosovo?

Oder haben Sie einfach so eine Abneigung gegenüber dem Militär?
Weil es zu teuer ist?
Mir ist klar dass jeder Mensch seine eigene Meinung zur Swisscoy haben kann.
Aber haben Sie sich schon mal vorgestellt dass das was über die Swisscoy und ihre Soldaten nun in der Presse zu lesen ist, extrem Rufschädigend für ehemalige und gegenwärtige Swisscoy Soldaten ist.
Und genau dass ist es das mich wütend macht!

  • Hanspeter Bühler
  • 16.05.10 | 09:07 Uhr

Wie auch immer - eine Swisscoy ist heute absolut unnötig und nur auf der Basis der Macht verschiedener Mitglieder der Landesregierung zu verstehen, die - obwohl jeder die Wahrheit kennt - unbedingt recht haben wollen. Der gesunde Menschenverstand bleibt dort wo Machtspielchen relevant sind auf der Strecke. Und eine gute Kameradschaft ist wirklich keine Begründung für einen teuren Auslandeinsatz. Nach wie vor hat unser Staat zu viel Geld.

  • Decurtins Mathias
  • 15.05.10 | 12:40 Uhr

Bericht ist beschämend!

Leute die sich Freiwillig melden, mindestens ein halbes Jahr sich von Familie und Freunde fern zu bleiben.
Und sich nur mit eigenen Kameraden für halbes Jahr auf engsten Raum zusammen leben. Sich die Arbeit und Freizeit teilen...

"Recherchen zeigen: Saufgelage, Bordellbesuche und Schlägereien prägen den Alltag"

Spekulation trifft eher zu als Recherche!
"prägen den Alltag?"

  • Decurtins Mathias
  • 15.05.10 | 12:40 Uhr

Ich wahr selber in Kontingent 21. Der ALLTAG sah schon anders aus, als aus Eure Sicht!
Ist es verboten nach getane Arbeit sich einmal mit guten Kameraden zusammen hocken und feiern? Wir sind auch nur Menschen! Sei das zu Hause in der Schweiz oder in Kosovo...
Was geschah ist wahr. Ich streite den Bericht über Swisscoy nicht ganz ab! Trotzdem das wahren EINMALIGE Ereignisse!

So Dankt Ihr uns mit: "Friendly Fire"

  • Raphael Müller
  • 14.05.10 | 21:41 Uhr

Bordellbesuch: War in den Ferien des Soldaten in Bulgarien und nicht im Einsatzgebiet. Was der Soldat in seinen Ferien macht ist seine Sache und unmöglich zu kontrollieren.

Schlägereien: Ich habe in meinem Jahr im Kosovo keine einzige Schlägerei miterlebt. Und meine besten Freunde und Kameraden habe ich im Kosovo bei der Swisscoy kennengelernt.

Die Zeit bei der Swisscoy war die beste meines Lebens und ich bereue keine einzige Minute davon.

Ich finde es Schade dass die Swisscoy, meine Arbeit im Kosovo und vieler anderer Schweizer Soldaten so in den Dreck gezogen wird.

  • Raphael Müller
  • 14.05.10 | 21:37 Uhr

Ich bin ehemaliger Swisscoy Soldat. Und ich habe ein ganzes Jahr meinen Dienst im Kosovo geleistet. Ich war im 20. Kontingent sowie auch im beschuldigten 21. Kontingent.

"Recherchen zeigen: Saufgelage, Bordellbesuche und Schlägereien prägen den Alltag. Die grösste Gefahr für Schweizer Soldaten sind ihre Kameraden."

Saufgelage: Wer trinkt nicht auch gerne ein Bier an seinem freien Tag oder an besonderen Festen, z.B. Weihnachten. Stellen Sie sich Weihnachten vor in einem fremden Land, in einem kleinen Camp, die Familie und Freunde 1000 Kilometer weit weg.

  • Markus Spycher
  • 14.05.10 | 13:34 Uhr

Verzeihen Sie die Pedanterie: Saufgelage oder Saufgestehe? Sorry, liebe WeWo, aber wir dürfen doch annehmen, dass sich die Männer nicht im Liegen, sondern noch im Stehen besoffen haben.
Jetzt aber im Ernst: Wenn ein Swisscoy, nur als Beispiel, als Unbeteiligter in einem Wirtshaus unfreiwillig hautnach miterleben muss, wie wenig es braucht, bis es zwischen 2 verschiedenen Ethnien kracht, wie die Stimmung blitzschnell für alle ins Ungemütliche kippen kann, ist Ihr Satz "Die grösste Gefahr für Schweizer Soldaten sind ihre Kameraden" schlicht total daneben.

  • Stephan Spycher
  • 14.05.10 | 09:25 Uhr

Entweder ist der Bericht masslos übertrieben. Dann steht die Weltwoche schlecht da. Oder der Bericht gibt deckt vorhandene Missstände richtig auf. Dann aber steht der oberste Chef der Armee, Bundesrat Ueli Maurer, miserabel da. Was nun?

  • Hanspeter Bühler
  • 12.05.10 | 19:09 Uhr

Mich ekelt dieser Selbstzweck-Einsatz aufs Tiefste an. Das ist wirklich kein Ruhmesblatt für die Schweiz. Ein solches Niveau muss unbedingt durch die Medien angeprangert werden - weshalb das nicht schon eher geschah wissen die Götter. Dieses Mauscheln und Unterdrücken der offenbar belegten Tatsachen ist unentschuldbar. Hier sehen wir wieder einmal deutlich, wie wenig effizient unser unfähiges Parlament arbeitet. Die Papiertiger sind wie immer wirkungslos und eine Kontrolle ist offenbar inexistent. Ich frage mich, was eigentlich die anderen Medien recherchieren. Heilige Kuh?

  • Markus Spycher
  • 12.05.10 | 16:39 Uhr

Saufgelage, Schlägereien und scharfer Arrest gehören als Randerscheinungen wohl zu (fast) jeder Armee. Vor noch nicht langer Zeit hiess es, die Armee sei die Schule der Nation (Sigi Wiedmer, Ex-ZH-Stapi). Tatsache ist, dass junge Schweizer(-innen?), die im Ausland in irgend einem militärischen oder paramilitärischen Einsatz standen, mit nicht wegzudiskutierender erworbener Sozialkompetenz eine Bereicherung insbesondere auch für unsere Wirtschaft sind.

  • Dr. Emmanuel Egger
  • 12.05.10 | 14:59 Uhr

Zeit diesem Unsinn ein Ende zu setzen und diese unnütze Kosovo Mission zu beenden.

 
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