Seine Doktorarbeit schlummerte anfänglich fast unbeachtet in den Bibliotheken. Nun zeigt sich, dass die Studie des Schweizer Islam-Wissenschaftlers Lukas Wick höchstes Interesse auslöst. Auf rund 200 Seiten geht der Zürcher der Frage nach, inwiefern sich der Islam mit einem modernen Verfassungsstaat wie der Schweiz vereinbaren lässt. Wick ist skeptisch. Solange die islamische Theologie keine Religionsfreiheit zulasse, werde sich die Integration von Muslimen im säkularen Europa schwierig gestalten. Sein Befund stützt sich auf eine hervorragende Kenntnis der arabischen Sprache und der Originalquellen. Diese hat Wick während Aufenthalten in Damaskus und Beirut erworben.
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Nach dem Grosseinsatz zur Rettung der europäischen Währung stellt sich die Frage: Ist der Weg, die Krise im Etatismus zu ersticken, der erfolgversprechende Weg? Wir haben Antworten gesucht und fanden sehr kritische Voten. Für den ehemaligen Schweizer Notenbanker Kurt Schiltknecht haben die Politiker mit dem Geldsegen den natürlichen Preismechanismus ausser Kraft gesetzt, der auch für staatliche Refinanzierung gilt, und somit die Krise weiter befeuert. Ähnlich argumentiert der Schweizer Ökonom Charles Blankart, der sagt, nun wisse jeder Staatschef, dass andere seine Defizite tragen. Markus Somm liefert gewissermassen als Erklärung eine Typologie des modernen Politikers, der solches zulässt, und Pierre Heumann eine ebensolche des modernen Spekulanten, dem man nicht einfach die Schuld in die Schuhe schieben kann.
«In vino veritas» — im Wein liegt Wahrheit, lautet das lateinische Sprichwort. Sind Unternehmer, die sich meist im Herbst ihrer aktiven Zeit einen Weinberg leisten, auf Wahrheitssuche, auf Sinnsuche gar nach den letzten Wahrheiten des Lebens? Die Weltwoche befragt in einer lockeren Serie bekannte Wirtschaftsführer zu ihrer Wein-Passion. Und für den Ersten in diesem Reigen, Andy Rihs, Präsident der Hörgerätefirma Sonova, ist jedenfalls klar: Wein hat nicht nur Mäzenatentum zu sein, sondern auch ein Geschäft. Leser können ausgesuchte Weine der prominenten Winzer vergünstigt erwerben unter www.weltwoche.ch/platinclub.
Im politischen Ringen um die Ausrichtung der Armee sind sie so etwas wie ein Fetisch: die Auslandeinsätze von Schweizer Soldaten. VBS-Vorsteher Ueli Maurer muss auf Druck seiner Bundesratskollegen solche Einsätze in Zukunft forcieren. Das weitaus grösste Kontingent, die Swisscoy, ist derzeit im Kosovo stationiert. Kehren die Krieger heim, werden sie, wie kürzlich in Stans, mit Medaillen ausgezeichnet und mit Lobreden überhäuft. Mit der Realität haben die Hymnen und Visionen wenig zu tun. Wie Recherchen von Inlandchef Philipp Gut zeigen, weichen die Schweizer Soldaten im Camp Casablanca mangels sinnvoller Aufgaben auf andere Aktivitäten aus. Sie trinken, pokern, huren, oft mit Duldung der Vorgesetzten. In Atemlufttests der Militärpolizei wurden bis zu 2,25 Promille gemessen. Ein Soldat verletzte, sturzbesoffen, einen Kameraden mit einem Messer. Die Armee versuchte die Vorfälle unter den Teppich zu wischen, korrekte Verfahren zur Ermittlung der Täter wurden keine durchgeführt.
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