Kommentar

Alle Versuche gescheitert

Die europäische Regulierungswut fordert ihren 750-Milliarden-Preis. Doch die Nothilfe zersetzt den Euro weiter. Gestärkt wird der Franken. Und die Schweizer Wirtschaft, wenn sie sich klug anstellt.

Von Kurt Schiltknecht

Die mittelfristigen Wirtschaftsaussichten der Industrieländer sahen in den letzten fünfzig Jahren noch nie so schlecht aus wie heute. Dafür trägt die Wirtschaftspolitik einen grossen Teil der Verantwortung. Nicht alles war schlecht, was sie in der Vergangenheit gemacht hat. Vor allem die Liberalisierung des Handels und des Kapitalverkehrs hat einen enormen Beitrag zum hohen Wirtschaftswachstum geleistet.

Mehr zum Thema: Wie weiter mit dem Euro - stimmen Sie ab! / Dossier Europa.

Mit dem Erfolg kam in der Bevölkerung der verständliche Wunsch auf, das Erreichte zu sichern. Viele sahen im Staat den Garanten für die Erhaltung des Wohlstandes. Mit immer mehr Vorschriften und Aktivitäten auf den Märkten versuchten die Politiker den hochgesteckten Erwartungen gerecht zu werden. Wie ein Krake griff die öffentliche Hand um sich. Wo immer ein Problem sich bemerkbar machte, griff der Staat ein und versuchte die wirtschaftlichen Ungleichgewichte zu beheben. Im Gegenzug nahm die Bedeutung der Märkte bei der Lösung von ökonomischen Problemen ab, ebenso das Vertrauen in die Preise zur Lösung von Ungleichgewichten. Doch je weniger die Preise ihre Steuerungsfunktion in der Wirtschaft ausüben konnten, umso geringer wurde die Anpassungsfähigkeit der Wirtschaft bei wirtschaftlichen Störungen. Eine Qualität, die vor allem bei unerwarteten Schocks oder bei strukturellen Veränderungen gefragt ist. Statt das Augenmerk auf die Verbesserung der Anpassungsfähigkeit der Arbeitskräfte und der Unternehmungen zu richten, bauten die meisten Länder ein dichtes Netz von Vorschriften auf und scheuten sich auch nicht vor direkten Eingriffen in den Wirtschaftsprozess. Dies schadete dem langfristigen Wirtschaftswachstum.

So brachten die Rigiditäten auf dem Arbeitsmarkt statt der erhofften Verbesserung für die Beschäftigten nur Arbeitsplatzverluste, höhere Arbeitslosigkeit und Staatsschulden. Auch auf anderen Märkten, in der Landwirtschaft etwa, scheiterten alle Versuche der Politiker, mit Vorschriften und direkten Eingriffen Ungleichgewichte zu beseitigen.

Die Realität schlägt zurück

Obwohl es genügend Beispiele gibt, die zeigen, was passiert, wenn die Preise ihre Rolle beim Ausgleich von Ungleichgewichten nicht mehr spielen können, wurde der Euro eingeführt. Auf einen Schlag wurden die nationalen Zinsen und Wechselkurse als Steuerungsgrössen ausgeschaltet. Die Politiker negierten die Tatsache, dass dadurch die beteiligten Länder ihrer wirksamsten Instrumente zur Lösung na-tionaler Wirtschaftsprobleme verlustig gingen. Die Politiker verdrängten zudem die Möglichkeit, dass sich auch bei einer gemeinsamen Währung die einzelnen Volkswirtschaften sehr unterschiedlich entwickeln können.

Nun schlägt die Realität zurück. Griechenland ist das erste Opfer. Weitere werden folgen. Die europäische Wirtschaftspolitik steht vor einem Scherbenhaufen. Es rächt sich, dass keine Pläne für eine solche Situation erarbeitet worden sind. Die Hilflosigkeit der Politiker erinnert an die Krisen, die dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems, des Währungssystems mit festen Wechselkursen und goldgedecktem Dollar als Leitwährung, vor rund vierzig Jahren vorangegangen sind. Auch damals wollten die führenden Industrienationen nicht wahrhaben, dass sich das Währungssystem nicht bewährte. Mit Milliardenkrediten, mit Interventionen im Devisenmarkt, mit Beschränkungen im internationalen Kapitalverkehr und mit Auf- und Abwertungen versuchte man während mehr als zehn Jahren das System zu retten. Die Illusion, ein falsches Währungssystem gegen die Marktkräfte verteidigen zu können, kam die Weltwirtschaft teuer zu stehen. Inflation, Stagflation, hohe Staatsverschuldung und eine rasch steigende Arbeitslosigkeit waren der Preis für die Uneinsichtigkeit.

 

Es profitieren nur die Banken

Nun greifen die Euro-Länder zur Rettung des Euro nach den alten Rezepten. Mit einem Hilfspaket von 750 Milliarden Euro und stärkeren Kontrollen der Finanzmärkte sollen die Märkte beruhigt werden. Von der dramatischen Rettungsaktion profitieren einmal mehr die Banken und Versicherungen. Sie können ihre teilweise existenzbedrohenden Guthaben bei den überschuldeten Ländern dem Rettungsfonds und der Europäischen Zentralbank andienen. Ein Wiederaufleben der Bankenkrise ist damit im Keime erstickt worden. Ob auch die Probleme des Euro und der überschuldeten Länder gelöst werden, steht auf einem anderen Blatt. Indem weniger verschuldete Staaten den überschuldeten Ländern Kredite in riesigem Ausmass gewähren, werden auch sie in den Schuldenstrudel gerissen. Auf der Strecke bleiben das langfristige Wachstum und die Steuerzahler. Das sind schlechte Voraussetzungen für einen starken Euro. Die Regierungen der Euro-Länder wären gut beraten, wenn sie die mit dem Hilfspaket gewonnene Atempause dazu nützen würden, das System einer gemeinsamen Währung zu überdenken.

Die Schweiz kann sich aus den Problemen nicht ganz heraushalten. Von den chaotischen Zuständen im Euro-Land werden allerdings der Finanzplatz, insbesondere die Banken, und der Schweizer Franken profitieren. Kurzfristig wird eine starke Aufwertung für die Exportwirtschaft eine grosse Herausforderung sein. Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass die Schweizer Wirtschaft immer gestärkt aus solchen Situationen herausgekommen ist.

Kommentare

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  • Andreas Hofstetter
  • 18.05.10 | 20:48 Uhr

... hat geheissen ... also die "bösen, bösen Linken" wurde gelöscht....!!

  • Rainer Selk
  • 18.05.10 | 20:05 Uhr

Andreas Hofstetter 18.05.10 17:01
Was wollen Sie uns denn mit dem lieblichen Szenario aus der EU hier einreden?! Dass GB, D usw. nächstens den Gürtel enger schnallen müssen, weil man 'GR Feuer' nicht mehr los wird oder weil das die Folgen einer absolut blödsinnigen Poli.-Zockerei ist, die man da 'pröbelt'? Oder müssten wir wegen Neid noch EU Soldaten wegen Rosinenpickerei erwarten? Es gibt Grund zur Besorgnis, unzweifelhaft. Aber die, die das Mahl angerichtet haben, müssen Ihre Suppe selbst auslöffen. En guete!
P.S.: vorher haben die GB Sozis noch kräftig 'Kasse-Spesen' gemacht!

  • Andreas Hofstetter
  • 18.05.10 | 17:01 Uhr

Zueger - Auch Sie werden einmal begreifen, was ich hier schreibe. Spätestens dann, wenn ihre Rente und Pension um einen Drittel oder die Hälfte gekürzt werden. Spätestens dann geht dann auch der Pöbel auf die Strasse, der sich vorher taub und dumm gestellt hat. GB hat ja jetzt ein Dudget-Def von über 200 Mia GBP oder über 12% BIP. Ihnen ist offenbar entgangen, dass GB um die 1000 Mia GBP zur Bankenstützung verbuttert hat... Ich möchte daran erinnern, dass in GR die letzten 5 Jahre die Konservativen unter Karamanlis an der Macht waren. Also die [geloesch am 18.05.2010 durch Moderator] Linken...?! Lächerlich!

  • Rainer Selk
  • 18.05.10 | 16:40 Uhr

Bernhard Zueger 18.05.10 13:58
Globale Regierung, one-world Unsinn. Sind wir bereits bei 'Orwell'? Was uns eine Weltregierung ohne Konrolle bringt, wie sich das bereits jetzt bei der EU andeutet, wird uns jeden Tag 'EU like serviert'. Der völlige Wahnsinn nimmt seinen Lauf der 'reaktiven'. Hilflosigkeit + Schuldzuweisungen, aber keine wirklichen Konzepte.
GR muss umschulden, raus aus EURO, was dann politisch den EU Knacks erzeugt (Erdbeben), weil man sich ja so schön verzockt hat. Vermutl. Verluste von mia.für franz. Banken. Fr. Merkel muss sich in Deutschland 'warm' anziehen, gute Güte!

  • Bernhard Zueger
  • 18.05.10 | 13:58 Uhr

Fortsetzung:

... Geld, das sie nicht haben und niemals zurückzahlen können. Wegen der fehlenden (Eigen)verantwortung und eigenen Währung können sie nicht einmal abwerten. Da bahnt sich nicht nur eine griechische Tragödie an…

  • Bernhard Zueger
  • 18.05.10 | 13:57 Uhr

@A. Hofstetter
„…genau das was ich hier seit Anbeginn sage:
- Die Bankenkrise und die anschliessende Staatshile hat die grösste Rezession seit 70 Jahren ausgelöst
- Die aktuelle Staatsverschuldungskrise ist das Resultat dieser scharfen Rezession ausgelöst durch die Bankenkrise, resp. der Zockerei der Investmentbanken und der Hedge Funds
- Jetzt muss glabale Regulierung her sonst…“

Beim Barte des Propheten, da liegen Sie mit der Prophezeiung sicher falsch. GR und ein paar andere Staaten sind vor dem Bankrott, weil sie wie im schlimmsten blinden Sozialismus notorisch Geld verschwenden,

  • Andreas Hofstetter
  • 18.05.10 | 12:32 Uhr

Und meine Frage bleibt, Herr Kost: Stehen Sie als verantwortlicher Unternehmensleiter hinter dem Pressecommunique vom 16.3.2010 ihrer Mutterges.? Die nämlich genau das bestätigt, was ich hier in x Posts darzustellen versuche. Nämlich den Zusammenhang von Ursache und Folge: Die Zocker (Inv.Banken und HF) haben die Bankenkrise und die anschliessende Staatsrettung der Banken und die als Folge tiefste Rezession seit 70 Jahren und die enormen Defizite und den dramatischen Anstieg der Staatsschulden verursacht, der nun bereits zur zweiten Krise geführt hat. Ihre Fa. verlangt nun effiziente Regulieru

  • Andreas Hofstetter
  • 18.05.10 | 12:20 Uhr

Kost - Sie lenken wieder bewusst vom Kernthema ab. Das müssen Sie ja auch, da Sie massgeblich von den Transaktionen der HF's leben. Niemand hat gesagt HFs seien mit Staatsgeldern gerettet worden. Nur streiten Sie immer noch ab, dass die unkontrolliert auf Offshoreplätzen operierenden HFs massgeblich zu den Übertreibungen und nachherigen Verwerfungen beigetragen haben und immer noch beitragen! Wer nur ein Ziel hat: Nämlich die skrupellose Maximierung des kurzfristigen, opportunistischen Gewinns ohne jegliche Verantwortung für die Folgen, der muss jetzt endlich in die Schranken gewiesen werden!

  • heinz kost
  • 18.05.10 | 11:06 Uhr

hedge funds haben in der ersten welle 2008 und in dieser welle keinen roten cent vom staat bekommen, es sind immer die gleichen die vom staatlichen geld gerettet werden müssen, für milliarden "crap" zu kaufen der höher rendiert und nachher nach dem staat rufen, dass sind keine spekulanten sondern idioten, hatten wir das nicht schon mal?!

  • Andreas Hofstetter
  • 17.05.10 | 21:25 Uhr

... nimmt das globale Debakel seinen Lauf und der globale Kollaps wird imminent

Wie ich gesagt habe, die Pressestatements ihres Arbeitgebers sind offenbar da, um eine Moral und Verantwortung vorzutäuschen und intern zeigt man den Stinkefinger ... nach dem Motto wir tun und lassen was und gefällt...
[gelöscht am 17.05.2010 durch Moderator]Ihr Arbeitgeber hat es begriffen aber foutiert sich offenbar um die Verantwortung!

  • Andreas Hofstetter
  • 17.05.10 | 21:19 Uhr

[gelöscht am 17.05.2010 durch Moderator] stehen Sie zu dem Statement ihres Arbeitgebers oder ist das nur Makulatur zur Beruhigung der Medien? Dort steht doch schwarz auf weiss, genau das was ich hier seit Anbeginn sage:
- Die Bankenkrise und die anschliessende Staatshile hat die grösste Rezession seit 70 Jahren ausgelöst
- Die aktuelle Staatsverschuldungskrise ist das Resultat dieser scharfen Rezession ausgelöst durch die Bankenkrise, resp. der Zockerei der Investmentbanken und der Hedge Funds
- Jetzt muss glabale Regulierung her sonst

  • Rainer Selk
  • 17.05.10 | 20:31 Uhr

heinz kost 17.05.10 14:59
'waren das nicht staatlich kontrollierte firmen die hypotheken verteilten?'
Richtig + dabei wird unter den Tsich gerückt, dass die Hypo.-Nehmer einen Vertrag unterschrieben haben. Sie mussten also um das Risiko wissen. Es gab darunter reihenweise Leute, die mehrere 'Mist-Hypotheken 'gezockt' haben! Diese Leute 'schreien' nun, sie wären betrogen worden... na, super. Leider stimmt es auch, das Banken sich nicht immer 'kosher' verhalten haben. Die Blase entstand als man aus 'Mist' Pakete zu 'Gülle' schnüren konnte, also nachher. Beides kriminelle Energie!

  • Rainer Selk
  • 17.05.10 | 18:29 Uhr

Jean-Claude Trichet, EZB-Präsident, Januar:
"Keine Regierung und kein Staat könnten eine spezielle Behandlung erwarten. Die Notenbank wird ihre Prinzipien nicht ändern, nur weil die Staatsanleihen eines Mitgliedslandes die entsprechenden Kriterien nicht mehr erfüllen."

"Ralf Dahrendorf, liberaler Vordenker, Dezember 1995:
ie Währungsunion ist ein großer Irrtum, ein abenteuerliches, waghalsiges und verfehltes Ziel, das Europa nicht eint, sondern spaltet."

Die Zitatenliste lässt sich beliebig verlängern. Politik: was kümmert mich, was ich gestern sagte? Das ist 'EU Währungspröbeln'. Toll !

  • heinz kost
  • 17.05.10 | 14:59 Uhr

lieber herr hofstetter, lassen sie mal ihre spekulationen, sie sind auf dem holzweg, was die überwachung betrifft, waren das nicht staatlich kontrollierte firmen die hypotheken verteilten? auch eine ubs war eigentlich stark überwacht, sie sind ein richtiger linker, den staatsapparat aufblähen und denen die das geld verdienen steine in den weg legen und auch noch bezahlung dafür verlangen, geldwäscherei organisation ist ja auch so ein konstrukt, da schicken sie einem leute ins haus die keine ahnung haben dumme fragen stellen und einem die zeit stehlen, wer bezahlt?! ihre beratung braucht keiner

  • Andreas Hofstetter
  • 17.05.10 | 10:28 Uhr

Und noch das Kost: Wenn Sie hier Plattitüden wiedergeben, die ein Bankstift im 2. Lehrjahr begriffen hat, tragen Sie kaum zu ihrer Glaubwürdigkeit bei. Offenbar sind die Statements ihres Mutterhauses nur Zuckerwasser für die Medien:

Bubble Trouble... What needs to be done to avoid another Economic Disaster? - Calling for the return of Glass-Steagall ..mounting concerns over the surge in sovereign debt arising from the Great Recession, the world economy is in no shape to cope with another bubble that is likely to arise in the absence of effective regulatory reform..

Genau was ich sage!

  • Peter Schlegel
  • 17.05.10 | 09:45 Uhr

@Hofstetter:

"Ich stelle nochmals fest, dass der Euro seit der Einführung vor 10 J. immer noch 30% zum USD zugelegt hat! Der EUR war und ist eine der stärksten Währungen und das trotz der aktuellen Krise, die durch die Zockerei der Finanzplayer massgeblich herbeigeführt wurde."

Völlig richtig!

Die Nationalisten und Protektionisten blenden die mittel- und langfristige äusserst positive Entwicklung der Europäischen Integration als Ganzes und des Euros bewusst oder unbewusst aus.

Bei kleinen kurzfristigen Rückschlagen veranstalten sie ein riesen Tam-Tam!

  • Andreas Hofstetter
  • 17.05.10 | 09:40 Uhr

Wäckerlin: Habe ich ja gesagt, dass der Rettungsfonds eigentlich Bankenrettung II heissen müsste... Sie sollten alle meine Post lesen...

Sie bestätigen damit ja selber, dass sich das Spielchen immer wiederholt: Die grossen Banken rettet man und kauft ihnen den Schrott ab und die Verluste bezahlen wir Steuerzahler! Und Sie glauben immer noch nicht, dass ein neuer Regulierungsrahmen erstellt werden muss, dass grosse Banken nicht eigentlich Mega Hedge Funds sind und dann die Verluste dem Staat verrechnen? Dazu müssen die Offshore Löcher geschlossen und Hedge Funds überwacht werden!

  • Andreas Hofstetter
  • 17.05.10 | 09:29 Uhr

/2

die jegliche Regulierung verhindern, lässt mich u.a. hier schreiben. Wer immer noch abstreitet, dass die unkontrollierte offshore Hedgefundbranche einen wesentlichen Anteil am letzten und jetzigen Debakel hat, muss blind sein und macht sich zum Mitschuldigen am imminenten globalen Kollaps, der nicht mehr allzuweit entfernt ist! Kümmert diese Typen kaum, da die dann in ihren Drittwohnsitzen in Bermuda, Cayman ihre abkassierten Millionen abfeiern werden!

  • Andreas Hofstetter
  • 17.05.10 | 09:21 Uhr

Kost, die Geldwechslergilde, der Sie angehören, beeindruckt mich nicht im geringsten. Sie beten doch tagtäglich, dass der Euro zerfällt, damit wieder mehr schwache Währungen zum Abzocken da sind und viel mehr Länder und Volkwirtschaften in den Abgrund gestossen werden! Im Gegensatz zu Ihnen und dem Autor, der sich vom SP Mitglied im SNB Direktorium zum Neolibertären gemausert hat... und seine Gewinne offshore steuerfrei einfährt...habe ich etwas gelernt und war auf der regulatorischen Seite sowohl in den USA und der CH tätig. Die Blockade, der von der Hedgefundbranche geschmierten Politiker,

  • heinz kost
  • 17.05.10 | 07:58 Uhr

lieber herr hofstetter, sie machen mir einen sehr besserwisserischen eindruck, hedge fonds arbeiten mit banken zusammen, sie können leveragen müssen aber eine marge bei der bank hinterlegen, wenn diese aufgebraucht ist, wird die position geschlossen, glauben sie mir, die banken haben das bestens im griff und werden ohne skrupel positionen schliessen wie dass früher bei LTCM oder reihenweise im jahre 2008 der fall war, sie haben früher als ökonom hedge funds beraten? tut mir leid aber für ihre beratung würde ich keinen roten heller ausgeben

  • Michael Wäckerlin
  • 15.05.10 | 01:14 Uhr

@ Hofstetter

Und der Völkerfreundschafts-Fond ist keine Bankenrettung? Wer, glauben Sie, hält eigentlich die Schuldtitel?

Die Krise wurde durch das Exponentialwachstum der Geld- und Derivatmenge verursacht. Die Zockerei war allenfalls die Lunte.

  • Andreas Hofstetter
  • 14.05.10 | 19:06 Uhr

/2
Das GB Beispiel zeigt deutlich, dass auch die Euro Krise v.a. aufgrund der Folgen der globalen Bankenkrise, der Staatshilfen und der als Resultat grössten Rezession seit Jahrzehnten mit Minuswachstumsraten von bis gegen -6% der Industrieländer!

Die Sache ist Komplexer und nichts für simple Sündenbockzuweisungen und schon gar nicht einseitig an die EU!

Mitglieder der Hedge Fund Gilde, die ihre Gewinne steuerfrei in Cayman Islands einfahren, wie u.a. auch Herr Schiltknecht, sollten besser schweigen, als die Unschuldigen zu speilen und einseitige Schuldzuweisungen zu machen!

  • Andreas Hofstetter
  • 14.05.10 | 18:58 Uhr

Das Gezetere der Nationalisten nervt - Die CH ist nicht in der EU, es werden alle Fakten ausgeblendet und wie üblich auf Vorrat gejammert. Ich stelle nochmals fest, dass der Euro seit der Einführung vor 10 J. immer noch 30% zum USD zugelegt hat! Der EUR war und ist eine der stärksten Währungen und das trotz der aktuellen Krise, die durch die Zockerei der Finanzplayer massgeblich herbeigeführt wurde.

GB ist nicht im Euro hat aber das grösste Defizit in der EU mit über 12% oder über 200 Mia GBP! Die Verschuldung geht gegen 100% und das v.a. wegen der Staatshilfe an die Banken!

  • Rainer Selk
  • 14.05.10 | 12:46 Uhr

Andreas Hofstetter 14.05.10 11:50
'Das illustriert, dass der Euro nur mit mehr wirtschaftlicher Integration funktionieren kann.'
Glauben Sie, dass das 'mentale nord-süd-Gefälle' dann vorbei ist + das 'griechische Feuer' auch? Mitnichten. Nein, die EU outet sich als ad hoc + hauruck zackzack Verein, der mit den Schicksalen der betr. Länder 'spielt'. Die EU als Staat hätte die Aufgabe der nationalen Souveränitäten vorausgesetzt, + das wiederum hätte durch Volksverdikt geschehen müssen.
Das heute bei der verkachelten Lage? Und jetzt schleichend in die Diktatur?! Wird langsam gefährlich!

  • Andreas Hofstetter
  • 14.05.10 | 11:50 Uhr

Die vermehrte Einflussnahme auf die nationale Wirtschafts- und Fiskalpolitik der Euro-Länder ist natürlich richtig und konsequent. Diese hätten bereits bei der Einführung des Euro implementiert werden müssen. Diese Unterlassung und die Missachtung der Stabilitätskriterien waren ein kapitaler Fehler und das muss kritisiert werden!

Kalifornien ist seit 3 Jahren bankrott und kann sich nur durchhangeln, weil das Gros der Transferzahlungen (Soziales, Gesundheit etc.) aus Washington bezahlt werden. Das illustriert, dass der Euro nur mit mehr wirtschaftlicher Integration funktionieren kann.

  • Rainer Selk
  • 14.05.10 | 11:11 Uhr

Michael Wäckerlin 14.05.10 05:15
Karies bildet sich in aller Regel, wenn Zähne nicht gepflegt werden. Die EU, deren Vertrag + unfähige Vertreter in Brüssel + Landesregierungen haben den 'Karies' ermöglicht. Und nun schreiben sie ihrem Zahnarzt vor, wo er zu bohren, wie tief und wo nicht. Die EU schreddert ihre Glaubwürdigkeit. Risikomanagement mit vorausschauender Führung gibt es in jeder gut geführten Firma, sonst wäre die sofort Angriffsziel anderer Interessen.
Oberflächlichkeit, Gleichgültigkeit + Dummheit sind die verantwortungslosen Ursachen der EU Misere, erst dann kommen Banken!

  • Hanspeter Bühler
  • 14.05.10 | 11:06 Uhr
  • Hanspeter Bühler
  • 14.05.10 | 07:51 Uhr

Die grosse Frage die ich mir immer wieder stelle:
Wann wird die Blase der irrealen Werte die durch die Finanzinstitute "draussen" ist - man schätzt diese in Finanzspezialistenkreisen auf 700 Bio USDollar - platzen?

Nur zum Vergleich:
Das Weltinlandsprodukt, also die real erarbeitete Wirtschaft der gesamten Welt eines Jahres, war 1980 identisch mit der Geldmenge. Ich glaube die lag bei circa 12 Bio Dollar. Heute haben wir eine Geldmenge von 150 Billionen US-Dollar. Dem entgegen steht lediglich ein Weltinlandsprodukt von 54 Billionen US-Dollar.

Ein Umdenken ist unabdingbar.

  • Michael Wäckerlin
  • 14.05.10 | 05:15 Uhr

Die Konsequenzen aus der Schuldenkrise stehen bereits fest.

Eine weitere Zentralisierung der Wirtschaftspolitik, diesmal die fiskalische Komponente. Abgabe der Souveränität in der Finanzhoheit der Nationalstaaten an das Monster in Brüssel. Europäische Steuerhoheit, EU Schuldtitel.

Kohäsions durch massive Umverteilung und zentral gelenkte Wirtschaftsarchitektur in den Regionen.

Hier, liest sich wie ein Fünfjahresplan der UdSSR:

http://ec.europa.eu/regional_policy/sources/docgener/presenta/working2008/work_en.pdf

Das muss dem Pöbel natürlich noch schonend vermittelt werden.

  • Albert Zimmermann
  • 13.05.10 | 14:16 Uhr

Nichts anderes habe ich vom Oberlehrer Hofstetter erwartet.Ungenaue Analyse,plumpe Verallgemeinerung, dumpfe Anschuldigungen, und wo steht was vom linken Hofstetter ?!? Typisch Alleswisser, wer anderer Meinung ist muss dumm oder von der SVP sein. Aber urban weltoffen ist der Gute auch nicht, statt "abgelutschte SVP Phrasen " sagen Nette und Liebe : Einzelfälle--gell. "Rote Lügen in grünem Gewand " von T.Mann kann ev. Nette heilen. Und natürlich sind linke Umverteilung 35 Std. Woche 13/14 Monatslohn Multikultianfälle staatl. Rundumversorgung Verwaltung/Justiz/Politfilz nur SVP Hirngespinste

  • Andreas Hofstetter
  • 13.05.10 | 13:16 Uhr

@ Zimmermann

Posts von wild um sich schlagenden, persönlich beleidigenden SVP Proleten wie Sie, disqualifizieren sich von selber! Das dreschen von längst abgelutschte SVP-Phrasen und kolportieren der SVP-Sündenbock- Hymne: Die Linken sind an allem Schuld...beweist ja nur, dass ihresgleichen nicht fähig ist, Zusammenhänge zu erkennen, nicht fähig zur Analyse und Differenzierung. Hauptsache schwarz-weiss Denken und Sündenbockzuweisung! So wollen die Poltik machen?!

Und ich und links! Wohl der Witz des Jahres! Wenn ich links sein soll, dann sind Sie rechtsextrem!

  • Albert Zimmermann
  • 13.05.10 | 07:56 Uhr

Hofstetter, wir wissen doch was der Rat von sogenannten Ökonomen taugt.
Noch immer versucht der lieben Hofstetter die Feuerversicherung für den Grossbrand verantwortlich zu machen. Damit mag man in der WOZ brillieren, am 1.Mai oder bei den urbanen Linken.
Grund für die Finanzkrise sind die linken Politiker, die um Jöblein im Filz zu ergattern oder zu behalten, Versprechungen und Wunschkonzerte vorgaukeln die niemand bezahlen oder halten kann. In Seldwyla versprachen die Linken alles, für ein paar Rappen, Mutterschaft ALV PK AHV IV KK ÖV Klima Gerechtigkeit etc etc immer für nur ein paar Rappen

  • Andreas Hofstetter
  • 12.05.10 | 20:15 Uhr

Korrigenda zu:

12.05.10 18:08

sollte heissen:

Unter Anführung von Soros (selber ein Ungare!) hat die Hedge Fund Branche mit billigst geliehenem Geld und Derivaten innert kürzester Zeit den Forint um über 30 % ! ABGEWERTET und das Land in die Knie gezwungen...

  • Andreas Hofstetter
  • 12.05.10 | 19:51 Uhr

Bitte Herr Bühler denken Sie einmal zu Ende: Wir sind uns einig, dass eben diese Hedge Funds und Investmentbanken die Bankenkrise (Subprime etc.) verursacht haben. Wer hat die Banken weltweit mit über 2000 Mia USD gerettet? Die Staaten, also der Steuerzahler. Die globale Staatsverschuldungen haben laut Weltbank als Folge der Bankenkrise um min. USD 4000 Milliarden zugenommen! Das hat die aktuelle Überschuldung etlicher Staaten massiv beschleunigt und die aktuelle Krise zu einem guten Teil bedingt. Jetzt sind es nochmals die gleichen Players die nochmals kassieren und von der Krise profitieren!

  • Andreas Hofstetter
  • 12.05.10 | 19:39 Uhr

Ich nehm nicht an Herr Schiltknecht, dass eine Hedge Fund Advisory in den Cayman Islands ganz zufälligerweise im gleichen Domizil wie Sie ihren Sitz hat...?

"Vorallem die Liberalisierung des (Hedge Fund..) Handels und des Kapitalverkehrs hat einen enormen Beitrag zum Wachstum geleistet..."

Und so einen Quark sagen Sie einfach hemmungslos daher und erdreisten sich noch sich über die aus den Fugen geratenen Staatsverschuldungen auszulassen! Die notabene durch durch die Bankenkrise und Staatshilfe an die Banken weltweit um 4000 Milliarden USD zugenommen hat!!! Unglaublich!

  • Hanspeter Bühler
  • 12.05.10 | 19:21 Uhr

Herr Hofstetter
Der Auswuchs der Hedgefonds besteht nicht in diesen selbst sondern darin dass diese auf schwachen Papieren beruhen, auf die dann negativ gewettet wird. Die Milliardengewinne auf den Schultern der für dumm verkauften - meist privaten - Investoren sind das perverse Ziel - wie Goldman Sachs und auch andere das praktiziert haben und immer noch tun.

  • Andreas Hofstetter
  • 12.05.10 | 18:48 Uhr

Sorry Kost, wenn Sie der sind, den ich vermute, dann haben Sie sehr wohl eine Ahnung wovon Sie sprechen und als einschlägig Tätiger natürlich eigene Pfründe zu verteidigen. Das ist ja legitim und verständlich aber halt nicht objektiv und auch nicht zu Ende gedacht. Es muss für Sie ärgerlich sein, dass es den Euro überhaupt gibt und man diesen eben nicht so einfach mit ein paar Milliarden in die Knie zwingen kann, wie zB. den ARS, den HUF oder mit ein paar Mia mehr das GBP. Die Folgen von exorbitanter Währungsspek. für das Volk habe ich anhand von Ungarn versucht aufzuzeigen.

  • Andreas Hofstetter
  • 12.05.10 | 18:08 Uhr

/2

Zu behaupten Hedge Fund Manager hätten keinen Anteil an der aktuellen Krise ist inakzeptabel. Was mit EU Ländern passiert, die nicht im Euro sind kann man zB bei Ungarn sehen. Unter Anführung von Soros (selber ein Ungare!) hat die Hedge Fund Branche mit billigst geliehenem Geld und Derivaten innert kürzester Zeit den Forint um über 30 % ! in die Knie gezwungen. Das Resultat massiv steigende Zinsen und ein beinahe Bankrott. Jetzt diktiert der IMF ein rigoroses Sparprogramm. Das Volk leidet massiv, Rentner können nicht mal ihre Heizkosten bezahlen! Bitte erwacht endlich!

  • Andreas Hofstetter
  • 12.05.10 | 17:55 Uhr

@ kost

"..Hedge Funds leihen kein Geld aus, das Sie nicht haben..."

Genau das tun Sie!!! Durch das geliehene Geld und die Derivate, die sie einsetzen, entsteht ein Hebeleffekt, der bis ins hundertfache oder sogar tausendfache gehen kann! Erklären Sie mir jede Substrategie des Tremont Indexes und was genau gemacht wird, bevor Sie hier über Dinge reden, wovon Sie keine Ahnung haben. (sorry, ich habe selber als Oekonom Hedge Funds beraten).

http://www.hedgeindex.com/hedgeindex/de/default.aspx?cy=USD

  • heinz kost
  • 12.05.10 | 14:42 Uhr

lieber herr hofstetter, die hedge funds leihen kein geld aus welches sie nicht haben, auch haben sie keine notenpressen die sie bei bedarf anwerfen, sie können bei fehlspekulationen untergehen und ihre investoren kennen das risiko, dass sie eingehen, nehmen sie zur kenntnis, dass die politik diese katastrophe zu verantworten hat, spekulanten zeigen nur deren grenzen auf, es ist immer einfach den fehler beim anderen zu suchen, ach diese pöhsen pöhsen spekulanten!

  • Andreas Hofstetter
  • 12.05.10 | 10:41 Uhr

Ein neolibertäres, friedmannsches, kitschiges Hohelied auf den freien Markt! Entweder wollen Sie uns für dumm verkaufen oder Sie haben wirklich nichts gelernt! Solange Hedge Funds, Private Equity etc. global unreguliert bleiben und sich auf Offshoreplätzen verstecken, werden die Verwerfungen zunehmen. Sie wissen ganz genau, dass die aktuelle Krise v.a. durch Hedge Funds, die mit einem Leverage von bis zu 100 ganze Länder und Volkswirtschaften in den Abgrund treiben und damit Milliarden verdienen, dramatisch verschärft wurde! Die Rechnung bezahlt wie immer das dumme Volk!

  • Hans Werthmüller
  • 11.05.10 | 23:32 Uhr

Ich war in Mathematik relativ lausig, aber hier geht die Rechnung nicht auf, nicht bloss auf Dauer
Grossmächte, schaltet Euer Gehirn wieder ein!
Sonst sinkt Eure Titanik und reisst viele Unschuldige in die aufgeschäumten Euroschulden!

  • Hanspeter Bühler
  • 11.05.10 | 22:17 Uhr

Kurt Schiltknecht ist ein absolut kompetenter und ausgewiesener Finanzfachmann - mit Übersicht und immenser praktischer Erfahrung - das sollte niemand vergessen, der seinen Kommentar liest.

Im Grunde ist es logisch: Man kann auf die Dauer nicht mit neuen Schulden alte Schulden tilgen. Die Verschuldung der EU war vorher im Durchschnitt 90 % des BIP - Tendenz stark steigend.

 
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