Muslime

«Niedriger als ein Tier»

Ein Imam hetzt in Basel gegen Ungläubige. Die Stadt und ihre Integrationschefin reagieren höchst seltsam.

Von Daniel Glaus

Basler Innenstadt, 4. Dezember 2009, «Schweigemarsch» nach der Annahme des Minarettverbots: Karin Bauer, Journalistin des Schweizer Fernsehens (SF), befragt muslimische Demonstrantinnen zu Kopftuch und Integration. Ein älterer Migrant erklärt, weshalb seine Frau nach vierzig Jahren in der Schweiz kaum Deutsch spricht. Plötzlich drängt sich Lilo Roost Vischer zwischen das Paar und vor die Kamera: «Was filmen Sie? Entschuldigung! Ich bin von der Integration Basel, ich frage offiziell, ich frage als Begleiterin: Für was machen Sie einen Sprachtest?» Die Stimme der Ethnologin und Religionswissenschaftlerin droht zu überschlagen. Roost Vischer schwankt zwischen süffisantem Lächeln und aggressivem Blick. Sie drängt die SF-Reporterin ab, diese sagt, das sei Zensur. Was Roost Vischer einfällt, ist wirr: «Ja, das ist . . . Ja hören Sie, das ist Tabu-Brüchlein Numero eins.» Schnitt.

Video: Philipp Gut vs. Qaasim Illi vom Islamischen Zentralrat Schweiz auf TalkTäglich (TeleZüri)

Karin Bauers Dokumentar-Film «Hinter dem Schleier» entlarvte weit mehr als das Verhalten der Lilo Roost Vischer: Islamische Hassprediger gibt es – ausgerechnet in Basel. Und das Vorgehen der Integrationsfrau ist symptomatisch dafür, wie eine Maschinerie aus Behörden, Politik und Medien offensichtliche Probleme unter den Teppich kehren will.

Bauers Film belegt die Predigt des Imams Ridha Ammari aus Tunesien in der Basler Arrahma-Moschee: «Ohne die Botschaft Mohammeds [. . .] ist die ganze Menschheit auf dem Irrweg. Sie ist niedriger als ein Tier. Ja doch, meine Glaubensbrüder, niedriger als ein Tier. Weil: Ein Tier anerkennt Allah und dient ihm.» Auch in einer Genfer und einer Bieler Moschee stiess Bauer auf extremistische Predigten. Doch nur in Basel waren die Reaktionen derart absurd.

Georg Kreis, Präsident der Eidgenössischen Antirassismuskommission, liess dem lokalen Newsportal Onlinereports.ch ausrichten, er wolle sich «in diesem Fall an der von Fernsehen und SVP betriebenen Medienaufmerksamkeit nicht beteiligen». Tags darauf konnte er der Aufmerksamkeit nicht widerstehen und dozierte, «dass ‹Andersgläubige› oder der ‹Mensch› keine rechtliche Schutzkategorie» sei. Das SF habe nur «die anstössigen Passagen herausgepickt». Die Muslime stünden «einmal mehr» unter «Generalverdacht».

Die Basler Zeitung titelte: «Die ‹Hasspredigt› zerfällt». Im Interview durfte Imam Ammari, als «R. A.» verschleiert, sagen, wie traurig er sei und dass er «Toleranz, Integration und ein friedliches Leben» predige. Das SF habe unsauber recherchiert, implizierte die Baz. «DOK»-Chef Christoph Müller sagte: «Die Aussage des Imams ist beweisbar und verlässlich.» Bauer konnte das der Weltwoche belegen.

Die meisten Basler waren beruhigt, als Regierungspräsident Guy Morin (Grüne) den Imam der Arrahma-Moschee empfing und ihn an «seine Vorbildfunktion erinnerte». Die Abschrift der Predigt enthalte diskriminierende Äusserungen, sagt Morin der Weltwoche. Die Stadt müsse den «interreligiösen Dialog verstärken», um solchen Predigten vorzubeugen. Und Basel werde eine Selbstkontrolle in den Moscheen verlangen. Aber auch in anderen fundamentalistischen Gemeinschaften werde so gepredigt, relativierte Morin.

Auf Druck der SVP und der Liberalen musste sich Morin gestern im Grossen Rat äussern. Zur Rolle von Roost Vischer sagt Morin, ihr Vorgehen sei «ungeschickt» gewesen. Aber sie habe Konfrontationen verhindern wollen – was nicht unbedingt von der Friedfertigkeit aller Basler Muslime zeugt.

Kommentare

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  • Nobel Jean-Claude
  • 05.05.10 | 23:11 Uhr

Es ist mir eigentlich egal wie ein Religionsfundi meine Lebensart beurteilt.
Es würde mir nicht einfallen beim Ramadan nackt durch Mekka zu gehen..obwohl ich Darwinist bin und an die grundsetze der Geburt glaube(nackt) auf die weltgekommen .Sowenig habe ich verständnis für die asozialen Talibanerscheinungen,Kardinäle und andere selbsternannten Vatikanglitzer.und von Lockenjuden.Alles nur abartigenRamsch und hexenverurteileler.Menschenrechtswiedrig auf alle ebenen.
Ihr habt es verstanden,vernichtet die macht der abartigen Religionen..und unsere Gesellschaft ist endlich von Viren befreit.

  • Frédéric-Marc Fluehmann
  • 21.04.10 | 16:56 Uhr

Michael Hartmann 21.04.2010
Sie nehmen es mit Humor und das macht Sie sympathisch. Es geht aber hier nicht um Moscheen oder Burkas, das sind optische Ablenker, sondern um fundamentale Fragen. Da ich Schweizer bin, darf ich diese Fragen aufgrund der politischen Korrektheit bekanntlich ja nicht stellen.

  • Michael Hartmann
  • 21.04.10 | 07:13 Uhr

Geehrter Fluehmann, vor meiner Haustüre hat es einen Döner, eine Pizzeria, ein mexikanisches Restaurant, eine Knelle, einen Billig-Kleiderladen, eine Tankstelle und den Bahnhof mit (ab spätem Nachmittag) Alkis, Drogenhändler und Postautos.

Sie wollen mir sicher sagen, dass in 15 Jahren nichts mehr da sein wird, ausser einer Mosche, Burkas und ein Loch für die Steinigungen.

Ja, lieber Fluehmann, spätestens dann werde ich in die USA emigriert sein.

  • Rainer Selk
  • 20.04.10 | 17:39 Uhr

Peter Schlemihl 19.04.10 23:36
'Fassnachtswagen aus rassistisch beschimpft wurden und dann auch noch tätlich angegriffen wurden!'
Die Fassnacht bietet manchen Raum für 'Beschimpfungen', die sich unsere Politiker auch 'anhören' dürfen. Nicht so empfindlich, bitte. Wurde jemand wirklich angegriffen, darf er sich zum 'Pol.-Posten' begeben + Anzeige erstatten. Vermutlich nichts als 'heisse Luft', sagt ja auch niemand etwas, wenn gegen 'Scheissschweizer' rassistisiert wird, was Tätlichkeiten nicht rechtfertigt, von welcher Seite vice versa auch immer!

  • Frédéric-Marc Fluehmann
  • 20.04.10 | 17:17 Uhr

Michael Hartmann 20.04.2010
Sie fragen mich was daran falsch sein kann. Das Wort "falsch" habe ich kein einziges mal erwähnt. Aber ich werde Ihnen antworten. Warten Sie noch 10 - 15 Jahre, dann werden Sie die Antwort vor Ihrer Haustüre vorfinden.

  • heinz kost
  • 20.04.10 | 08:59 Uhr

[gelöscht am 20.04.2010 durch Moderator]

ich frage mich wieso alle zu uns kommen wollen, wenn sie die schweiz so intolerant und extrem sehen. wer hat den so einen hohen ausländeranteil wie die schweiz und funktioniert noch so prächtig?! alles scheinen wir ja nicht falsch zu machen, obwohl wir eigentlich niedriger als tiere sind, aber sogar solche aussagen werden von unserer gerichtsbarkeit in der schweiz toleriert. wie war das mit sozialhilfe missbrauch in zürich, 85 % der fälle sind menschen mit migrationshintergrund, aber bitte daraus keine schlüsse ziehen, zahlen und maul halten[gelöscht am 20.04.2010 durch Moderator]

  • Peter Tanner
  • 20.04.10 | 08:45 Uhr

So schnell als möglich
- 3 SVP Bundesräte ins 7er Gremium
- der 2. Sonderbund aus SP, Grüne, CVP und FDP zurückfahren auf höchstens 10%. Wenn diese ihre Infiszierung mit Marx und Engels nachweisbar abgelegt haben bekommen sie vielleicht auch 1 BR.
- der Kreisrunde mit Büro in Basel ist abzuschaffen/normalisieren
- Schengen austreten
- Bildungspolitik auf Leistung trimmen - nicht auf Chauderwelsch/reformpädagogisch
- Armee auf Disziplin trimmen, keine Durchdiener und kein Soziwesen
usw.

  • Michael Hartmann
  • 20.04.10 | 08:13 Uhr

Geehrter Fluehmann, was machen Sie gegen die 'migrierenden' schweizer Konvertiten? In den letzten Jahren waren es ja gerade EU-Bürger (!) die in die Schweiz migriert haben. Was soll denn daran falsch sein?

  • Frédéric-Marc Fluehmann
  • 20.04.10 | 03:54 Uhr

Rainer Selk 19.04.2010
Ob es unserer (Linken) Politelite gefällt oder nicht, wird sie sich unweigerlich mit der Frage beschäftigen müssen, welche Art Migration wir zukünftig fördern wollen. Eine, durch deren Verhalten die Migranten direkt in die Sozialhilfe landen, bestimmt nicht! Wie dem auch sei, wir haben keine gesunde Migration mehr. Da ist in den letzten Jahren einiges schief gelaufen.

  • Peter Schlemihl
  • 19.04.10 | 23:36 Uhr

Vielleicht sollte die "Welt"woche mal über die rassistischen Vorkommnissen an der Langenthaler Fassnacht berichten.

Als Muslime von Minarett-Gegner und Antiislamisten von einem Fassnachtswagen aus rassistisch beschimpft wurden und dann auch noch tätlich angegriffen wurden!

Aber eben, das verschweigt die "Welt"woche lieber. Der vehement auskommende Antiislamismus wird von der "Welt"woche konsequnet ignoriert! Sie hetzt lieber gegen Muslime! Bei vielen ihrer Leser kommt das gut an, ganz im Gegensatz zu Kritik an Rechtsextremen!

  • Rainer Selk
  • 19.04.10 | 13:14 Uhr

Frédéric-Marc Fluehmann 16.04.10 13:44
Wenn man Aussagen in der Presse, meistens 'weiter hinten' glauben darf, landen viele Asylanten direkt in der Sozialhilfe. Die können zwar nichts dafür, haben aber keinen Rappen dafür geleistet. Für die CH Grosszügigeit (pflichtgemäss selbstverständlich) werden wir von UNO usw. als Rassisten gebrandmarkt, damit wir noch mehr 'leisten'.
Neuester Fall ist Nigeria. Die wollen wissen, was mit ihrem Landsmann am Flughafen Zürich geschah. Vorher haben die vermutlich nicht mal gewusst, dass der hier ist und was der 'verzapft'. Wie soll das weitergehen?!

  • Christine Joos
  • 19.04.10 | 07:10 Uhr

"Wer einmal schön ist, bringt es fast nicht mehr los." Ja, das bringt mich auch immer wieder zum Seufzen, Werni.

"Ohne die Botschaft Mohammeds [. . .] ist die ganze Menschheit auf dem Irrweg.Sie ist niedriger als ein Tier." Diese Aussage im Religionswahn erschüttert mich nicht: Sie geht einher mit der moderateren christlichen Lehre,dass Mensch das Abbild Gottes sei, woraus sich der Gedanke der menschlichen Würde überhaupt erst als Prinzip ableitet.Die Würde des Tieres hingegen ist eine Leerformel, die wir nur punktuell gewillt sind, mit der notwendigen Gesetzgebung zu füllen.

  • Werner Widmer
  • 18.04.10 | 20:11 Uhr

Es sollen die Migrationsprofiteure nicht schlecht leben. Baulandverkäufer, Baumeister, Sozialdienste, Spitäler, Behörden. Wie soll man da etwas abändern? Einmnal eingeführt, bringt man es nicht mehr los. Wie Randegger sagte: Wer einmal schön ist, bringt es fast nicht mehr los.
Werrni

  • Frédéric-Marc Fluehmann
  • 16.04.10 | 13:44 Uhr

Wie Christoph Geiser frage ich mich, was eine Integrationsbeauftragte eigentlich macht? Gehört es zu ihrer Aufgabe sich einem Protestmarsch anzuschließen? Gehört es zu ihrer Aufgabe, Leute an der Ausführung ihrer Arbeit zu hindern? Die SF-Dokumentation produziert tausend Fragen. Wie viele schlecht integrierte Ausländer haben wir tatsächlich in der Schweiz? Wie viele davon leben von unseren Sozialwerken? Wie viele davon haben sogar nie gearbeitet? Wie viel Sozialabhängigkeit ist hausgemacht? Weil wir trotz schlechten Voraussetzungen die Migration in die Schweiz ermöglicht haben.

  • Rolf Müller
  • 16.04.10 | 13:06 Uhr

Roost Vischer gehört anscheinend zu den Personen die mit allen Mitteln verhindern wollen dass öffentlich wird was jedem aufmerksamen Beobachter schon lange klar ist - es gibt diese unbelehrbaren Islamisten die sich nur pro Forma unserer Gesetzgebung unterziehen, aber immer wieder klar machen was sie wirklich denken und wollen. Diese ganze Integrationsgesäusel ist in solchen Fällen völlig daneben. Roost Vischer ist offensichtlich am falschen Platz, leider wird sie selber die Konsequenzen nicht ziehen und von höherer Stelle wird sie geschützt.

  • Rolf Bolliger
  • 16.04.10 | 10:52 Uhr

Die SF-Sendung über den "Schweigemarsch in Basel" und der Weltwoche-Artikel zeigen erneut auf, was auf uns zukommen wird! All jene, die immer noch militante Auftritte, Hasspredigten und unglaubliche Verachtungen unserer Werte und Kulturgegebenheiten verharmlosen, schönreden und sogar tabuisieren, stehen offenbar mit unserem Land "auf Kriegsfuss"! Leider sind es die gleichen "Edelhumanisten", die von uns Einheimischen und Christen bedingungslose Toleranz für die Islamisten fordern sogar sofort das "Schwert der Untoleranz" schwingen. Etwas, das in islamistischen Diktaturen unvorstellbar wäre!

  • Frédéric-Marc Fluehmann
  • 16.04.10 | 09:08 Uhr

Die Reportage ist tatsächlich äusserst beängstigend. Denn von Integration kann keine Rede sein. Noch schlimmer aber ist die Tatsache, eine Regierung zu haben die tatenlos zuschaut und nicht handelt. Wegen der Minarett-Initiative meint die SP, die demokratischen Wahlen habe Grenzen. Wer A sagt, muss bekanntlich auch B sagen. Auch die einseitige und mittlerweile aufgezwungene Toleranz hat Grenzen.

  • Markus Kohler
  • 16.04.10 | 01:04 Uhr

kaum zu glauben das nach der"Abstimmung* der Islamische Glauben keinen Platz in unserem Land finden sollte. Nach meiner Erfahrung ist der Islam schon angekommen,stellt sich und geht auf seine "neue" Heimat zu. Scharfmacher hatten noch nie einen guten "Brennwert" in der Schweiz,zum Glück!

  • Sergio Frei
  • 15.04.10 | 16:27 Uhr

ihr brot , wie das der sozis, ist das problem zu "bewirtschaften". zur not opfert man den gastgeber und hofft beim neuen inhaber sonderrechte erwirkt zu haben. doch man irrt, wie die geschichte immer wieder zu belegen weiss. dramatisch die SPhochburg basel, wie allen weltfremden doch multikultifreunde. singen und hüpfen auf kosten anderer, blockieren solange es noch geht. es hat sich aber herumgesprochen, dass links nicht und nie produktiv war. also fährt man das kulti"zügli" solange halt der staat das benzin dazu liefert.

  • Christoph Geiser
  • 15.04.10 | 16:03 Uhr

Ist ja schon klar, dass die Integrationsverantwortlichen nicht wollen, dass wir hören, wieso jemand nach 40 Jahren noch kein Deutsch kann... Die Integration scheitert, weil es zuviele sind, weil die Masse nicht mehr handhabbar ist. Und wenn jemand seinen Job nicht macht, dann fängt er an zu vertuschen, was bei Politikern ja noch öfter vorkommen soll :)

  • heinz kost
  • 15.04.10 | 08:53 Uhr

das ganze kommt mir wirklich sehr einseitig vor, auf der einen seite muss man wie ein schiesshund aufpassen keine wörter zu gebrauchen die eine "geschichtliche belastung" darstellen, auf der anderen seite kann man tun und lassen was man will, die rk scheint mir nur zur zensur und überwachung der schweizer gegründet worden zu sein, bei ausländern und dem islam drückt man beide augen zu und stellt sich taub

 
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