Kommentar

Profane Fummeleien

Der sexuelle Missbrauch von Kindern ist keine katholische Erfindung. Adolf Muschg verharmlost pädophile Taten als «erotische Grenzüberschreitung».

Von Peter Keller

Vor ein paar Wochen noch war die Kampfzone um einiges übersichtlicher: Solange sich der Missbrauch an jungen Menschen hinter Klostermauern abspielte und die Szenerie von Weihrauch durchtränkt war, richtete sich die Empörung geschlossen gegen die katholische Kirche. Unmittelbare Auslöser waren Vorwürfe gegenüber Jesuitenpatres, die sich am Berliner Canisius-Kolleg an mehreren Dutzend Zöglingen vergangen hatten. Weitere Fälle in ganz Deutschland wurden publik, in Pfarrgemeinden, Internaten, Schulen.

Eine Erklärung für die Untaten war schnell zur Hand: Der Zölibat – Eheverbot und Keuschheitsgelübde – führe zwangsläufig zum brutal aufbrechenden Triebstau im Klerus. Es stehe ausser Zweifel, schrieb der Spiegel, dass «dieses Klima der unterdrückten Sexualität» Übergriffe auf Kinder befördere. Dagegen sprechen allerdings nur schon die Fakten: Drei von vier pädophilen Tätern sind weder Fremde noch Geistliche, sondern Väter, Onkel, Nachbarn.

Inzwischen ist die konfessionelle Schuldzuweisung längst von neuen Schlagzeilen überholt worden. Ins Blickfeld rückte die Odenwaldschule, eine reformpädagogische Vorzeigeeinrichtung ohne jeglichen kirchlichen Hintergrund. In dieser deutschen Privatschule mit Internat und 68er Prägung sollen Schüler regelmässig sexuell missbraucht worden sein. Von bis zu 100 Opfern ist bereits die Rede. Zwischen 1972 und 1985 habe unter der Leitung Gerold Beckers eine Atmosphäre geherrscht, in der sexuelle Handlungen zwischen Lehrern und den ihnen auch nachts anvertrauten Schülern toleriert worden sei. Pikant daran ist: Becker ist der Lebensgefährte von Hartmut von Hentig, der grossen Nachkriegsgestalt der Reformpädagogik.

Gestelzter Marmor

Wie üblich, hat sich die Debatte schnell von den Opfern weg in den ideologischen Nahkampf verlagert. In einem Tages-Anzeiger-Essay meldete sich der Schweizer Schriftsteller Adolf Muschg zu Wort. Er spricht von einem «Hexengericht» gegen den ehemaligen Leiter der Odenwaldschule und verteidigt «die freie Praxis der Erziehung» – auch was die Erotik betreffe, die laut Muschg immer eine Grenzüberschreitung sei. «Es ist nur die Frage, ob sie uns willkommen ist oder nicht.»

Muschg weiss die Worte zu setzen. Was aber bleibt, wenn sein gestelzter Marmor abblättert? Die Autorin Amelie Fried, selber Absolventin der Odenwaldschule, erzählt, wie sich ihr «Familienvater» in den Mädchen-Duschraum gedrängt und sie zu Strip-Poker-Runden genötigt habe. Sie erinnert sich an die Andeutungen über die Vorliebe des Direktors Gerold Becker für kleine Jungs, wie ihre Kameraden morgens von der «Hand unter der Bettdecke» geweckt worden seien. Warum spricht Muschg von erotischen Grenzüberschreitungen, wo alles auf profane Fummeleien zur eigenen Befriedigung hindeutet?

Es ist also mit Muschg zu fragen, ob uns eine erotische Grenzüberschreitung willkommen sei oder nicht. Doch wie soll ein Jugendlicher einer solchen Problematik begegnen? Man wollte nicht glauben, sagt Amelie Fried, dass ein Lehrer, der ja ein Vorbild sei und ansonsten auch ein netter Kerl, etwas Unrechtes tue. «Lieber gibt man sich selbst die Schuld.» Exakt auf diese Weise wirken Abhängigkeitsverhältnisse. Zwischen den Geschlechtern, aber auch zwischen Mächtigen und Ohnmächtigen, zwischen Lehrern und Schülern.

Kriminelles Treiben

Amelie Fried beschreibt das perfide Schönreden sexueller Ausbeutung durch den Rückgriff auf die Antike. Man habe damals gern das Ideal der griechischen Knabenliebe bemüht, um dem kriminellen Treiben «gewissermassen die höheren Weihen» zu verleihen.

Wo höhere Weihen im Spiel sind, ist Adolf Muschg nicht weit. Auch er merkt mit humanistisch geschultem Gestus an: «Die Grundlegung des ‹pädagogischen Eros› findet sich in den Schriften Platons, die vom Körperlichen der Lehrer-Schüler-Beziehung durchaus nicht absehen.» Um sogleich auf die nächste Autorität überzuleiten: «War Sokrates ein Päderast? Eine solche Frage ist wie ein roher Griff, der jeden delikaten Stoff unkenntlich macht.» Wohl eher andersrum: Der rohe Griff macht den delikaten Stoff erst recht kenntlich. Oder wie es Alice Schwarzer formuliert: Was heute endlich als Missbrauch benannt wird, hiess bei den Anhängern der sexuellen Befreiung «Kinderliebe», und Pädophile waren «Kinderfreunde».

Tatsächlich forderten die deutschen Grünen noch 1985 die Entkriminalisierung von Sex mit Minderjährigen. Im Schweizer Szenemagazin Focus veröffentlichte der mehrfach verurteilte Pädosexuelle Peter Schult 1979 ein hymnisches Gedicht auf die Knabenliebe. Daniel Cohn-Bendit plauderte 1975 über seine erotischen Erlebnisse mit Kindern: «Ich konnte richtig fühlen, wie die kleinen Mädchen von fünf Jahren schon gelernt hatten, mich anzumachen.» Mehrmals hätten ihm Kinder seinen Hosenlatz geöffnet und «angefangen, mich zu streicheln». Wenn sie darauf bestanden, habe er zurückgestreichelt.
Erotik ist immer eine Grenzüberschreitung, schreibt Adolf Muschg 2010, Nähe sei ein «Lebensmittel», kein Missbrauch. Einmal mehr wird, in diesem Fall besonders wortreich gedrechselt, aus dem Täter ein Opfer gemacht. Die sexuelle Integrität von Kindern sollte jedoch kein Anlass für germanistische Spitzfindigkeiten sein.

Kommentare

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  • Walter Haberer
  • 25.03.10 | 11:48 Uhr

„weil er einem Schüler die Hand auf die Schulter gelegt hat“
Das, Frau Studer, ist in Deutschland schon gesehen. Ein Lehrer wollte so einen renitenten Schüler aus der Klasse entfernen, in die der nicht gehörte. Nachdem sich der Schüler auf verbale Aufforderung nicht entfernte, schob ihn der Lehrer vorsichtig aus dem Klassenzimmer.
Er wurde verurteilt.

  • Walter Haberer
  • 25.03.10 | 11:42 Uhr

„das Problem jedoch wird den pädophilen Priestern bleiben“
Frau Joos, da der Missbrauch in katholischen Schulen flächendeckend zu sein scheint, drängt sich mir der Verdacht auf, dass es sich dabei nicht um klassische Pädophilie handelt, sondern um sexuelle Ersatzhandlungen wegen des Zölibats. Anders hingegen sieht es bei Einrichtungen der „Beziehungspädagogik“ aus.

  • Walter Haberer
  • 25.03.10 | 11:37 Uhr

„Zum Zölibat, Rainer. Für den Priester heisst ehelos sexlos. Würde der Zölibat aufgehoben, dürfte der Priester heiraten. Kinder jedoch blieben nach wie vor tabu.
Frau Joos, letzteres kann schon deshalb nicht zutreffen, weil nach Auffassung der katholischen Kirche die Ehe die Einrichtung zur „Aufzucht der Kinder“ sei. Sex sei nur zur Zeugung von Kindern zulässig, weshalb ja auch Empfängnisverhütung als Sünde gilt.
Der reale Zölibat allerdings ist nicht sexlos, nur verlangt die Kirche, dass man sich nicht erwischen lasse und die Frauen vor der Welt verberge.

  • Walter Haberer
  • 25.03.10 | 11:30 Uhr

Teil 2

Allerdings ist das die gleiche Situation, in der sich ideologisch verstiegene Reformpädagogen wiederfinden, die ja auch in Internaten ihre Beziehungspädagogik pflegen.

  • Walter Haberer
  • 25.03.10 | 11:30 Uhr

„Der Zölibat ist nicht für die pädophile Neigung und daraus entstehenden Missbrauch verantwortlich“
Sehr geehrte Frau Joos, das ist im Prinzip richtig. Aber der Zölibat zwingt zu einer Enthaltsamkeit, die ein Mann in Tat und Wahrheit nicht leben kann. Der Zölibatäre muss seine Sexualität irgendwie ausleben. Der Zufall will es, dass die Kirche Schulen, Internate allzumal, unterhält. So bietet sich die Möglichkeit, über die so geschaffene Autorität Sexualpartner zu finden, die aus der Sozialisation des Zölibatären anderweitig schwer zu finden sind.

  • Christine Joos
  • 24.03.10 | 20:17 Uhr

Rainer, ich habe mich verquer ausgedrückt: Von "Kinder machen" war nicht die Rede. Ich meinte: Auch wenn Priester heiraten dürften, bliebe der Pädophile doch pädophil, und zur Befriedigung dieser seiner Neigung blieben Kinder auch nach dem Wegfall des Zölibats unantastbar. Der Zölibat ist nicht für die pädophile Neigung und daraus entstehenden Missbrauch verantwortlich, weshalb seine Aufhebung, wie schon erwähnt, auch nur indirekt eine Verbesserung bringen kann.
Ich kann bestätigen, dass sexuelle Belästigung einem Kind sehr unangenehm ist. Missbrauch, schliesse ich, muss traumatisch sein.

  • Rainer Selk
  • 24.03.10 | 13:43 Uhr

Christine Joos 24.03.10 07:57
Freiwilliges Zölibat soll keine Kinder zulassen? Das kann doch nicht wahr sein, wenn ich an die zahllosen Kinder von Pfarrern denke. Das ganze ist Humbug.
Ich kann überhaupt nicht verstehen, wie man um diese Sache ein solches 'Dedöns' machen kann, dass nun 1000 Jahre alt ist + erst noch nicht mit dem NT im Einklang ist, wie übrigens der ganze völlig übertreibene Marienkult auch nicht. An was macht die kath. Kirche eigentlich ihre Theologie 'fest'?
Pädophile wird es dennoch geben, genauso, wie es Verbrecher trotz Gefängnissen gibt.

  • Christine Joos
  • 24.03.10 | 07:57 Uhr

Uebrigens: Man lasse sich durch den Vorwurf, es mangele an intellektuellem Niveau, nicht irritieren: Wo Mann solches gerne in seinen „sachlich-intellektuellen“ Aeusserungen für sich in Anspruch nimmt, ist ihm der Ausgleich zu selbigen durch seinen männlich-unintellektuellen Trieb stets gewiss.

Wie anders bei der Frau, die beides aufs Harmonischste zu vereinen weiss, indem sie den Ausgleich schon in ihren „sachlich-gefühlvollen“ Aeusserungen zu erzielen weiss.

  • Christine Joos
  • 24.03.10 | 07:21 Uhr

Zum Zölibat, Rainer. Für den Priester heisst ehelos sexlos. Würde der Zölibat aufgehoben, dürfte der Priester heiraten. Kinder jedoch blieben nach wie vor tabu.

Das jetzige Aufräumen in der Kirche bringt den Opfern Genugtuung. Uebergriffe werden angesichts der Strafverfolgung und des Prangers abnehmen, das Problem jedoch wird den pädophilen Priestern bleiben. Falls sie heiraten, nehmen sie es einfach mit in die Ehe. Die Aufhebung des Zölibats hätte also nur indirekten Einfluss auf den Missbrauch von Kindern.

  • Rainer Selk
  • 23.03.10 | 17:40 Uhr

Christine Joos 22.03.10 20:18
Das 'Ausleuchten' möglicher Hintergründe + Zusammenhänge muss gestattet sein, aber nicht in Richtung billige Entschuldigung, im Jargon:der Angeklagtehatte eine schwere Jugend usw.
Nein, das ganze ist nicht in Ordnung und muss nachhaltig geändert werden. Bin auch völlig dieser Meinung Christine Joos und Marinne Studer. Ich habe aber den Eindruck, dass wir hier einen eigentlichen 'Sumpf' haben. Dessen 'Trockenlegung' nochmanche 'Leiche' zu Tage fördert.....
Den SP 'Adolf' können wir auf der Seite lassen, denn den kann man nicht mehr ernst nehmen!

  • Peter Tanner
  • 23.03.10 | 13:03 Uhr

Was die ganze obsolete SP-Clique seit mindestens 20 Jahren mit bürgerlichen Politikern, insbesondere mit SVPlern, macht, ist Hexenjagd. Das hier, Adolf Muschg, ist ein wirklich abwegiges Verhalten von Adulten, denen Zöglinge anvertraut sind. Der Vorzeige-Linke äussert da Ansichten, die m.E. nach tief blicken lassen. Ich frage mich, was Herr Muschg wirklich will - etwas aussagen, etwas beschönigen oder eher etwas verbergen?

  • Marianne Studer
  • 23.03.10 | 09:02 Uhr

/2
Es erklärt sich von selber, dass ich Vergewaltigung nicht schönreden will. Es besteht aber ein erhebliches Potenzial an falschen Beschuldigungen aus unlauteren Motiven, speziell am Arbeitsplatz und auch durch Jugendliche in Bildungsstätten! Hier hilft nicht Hysterie, voreiliges Fingerzeigen und Pauschalverdacht. Oft ist das Opfer das wirkliche Opfer aber der angebliche Täter wird eben nicht unhäufig zum unschuldigen Opfer. Dies gilt es in dieser ganzen Diskussion immer auch zu berücksichtigen.

  • Christine Joos
  • 22.03.10 | 20:18 Uhr

Rainer, Missbrauch liegt Ausübung von Macht zugrunde. Es darf nicht gelten, dass ein Vergewaltiger damit durchkommt, sie hätte ihn durch "aufreizende" Kleidung dazu getrieben. Derart begründen islamische Fundamentalisten die Verhüllung ihrer Frauen..

Fieser noch der Priester, der sich nicht einmal auf "Anmache" abstützen kann, wenn er in der Kirche Messdiener belästigt. Das ist reine einseitige, von Lust getriebene Machtausübung.

Der Pädophile darf sich mit seiner Fantasie behelfen. Aber nicht mit Kindern. Die sind tabu.

  • Rainer Selk
  • 22.03.10 | 20:12 Uhr

Marianne Studer 22.03.10 17:28
Einverstanden, ohne die Hintergründe der Kachelmannsache zu kennen. Einerlei, die Sache ist mehr als unschön und die Übertreibung in Sachen 'übersteigertem' Klima latent vorhanden. Bleibt zu hoffen, dass den Opfern geholften wird und die Ursache in der kath. Lehre nun rasch behoben werden. Allerdings, habe ich da leider meine Zweifel.

  • Marianne Studer
  • 22.03.10 | 17:28 Uhr

Jörg Kachelmann am Flughafen Frankfurt verhaftet - Seine Ex hat ihn wegen angeblicher Vergewaltigung angeklagt.. Genau was ich unten vorausgesagt habe. Zustände wie in Amerika. Jedes vertäubte oder übergangene weibliche Wesen kann nun aus Rache klagen! Beweisen kann man solche angeblichen Übergriffe in den allermeisten Fällen nicht;weil sie sehr oft schlicht der Fantasie einer Sitzengelassenen entspringen! Ich warte drauf, dass nächstens ein Lehrer verhaftet und entlassen wird, weil er einem Schüler die Hand auf die Schulter gelegt hat... Weit haben wir es gebracht!

  • Rainer Selk
  • 22.03.10 | 16:05 Uhr

Marianne Studer 22.03.10 13:44
'Die Diskussion driftet wieder ab'.
Und wieviel wusste Hans Küng von all diesen Dingen...? Die Wurzeln liegen in Glaubenspunkten der kath. Lehre. Die müssen bereinigt werden + Pflichtzölibat muss aufgehoben werden. Dann ist der Druck für die Zukunft 'raus.
Die'Aufarbeitung' der Vergangenheit hat den Opfern zu gelten + nicht den Tätern.
Vertuschung+Verdrehung war stets Neigung der Inquisition, die heute Glaubenskongregation heisst+deren Vorsteher Razinger war! Vielleicht verschwinden bei der Gelegenheit auch mal die weibischen 'Püppchen Kutten'....

  • Rainer Selk
  • 22.03.10 | 15:50 Uhr

Christine Joos 22.03.10 07:12
Ich weiss nicht, was in einigen jungen 'Tussis' vorgeht, kann mir aber kaum vorstellen, dass die mittels fast freigelegtem 'Vorbau' Blumen Pflücken zur Schau stellen wollen. Während sich das Verhältnis zur Sexualität in den letzten Jahren massiv verändert hat, auch proaktiv bei den Frauen, kommt hier die 'Fummeleisache' plötzlich hoch. Irgendwie ist das alles scheinheilig, doppelzüngig und blöd. Einerseits berechtiger Lärm wegen Verführung Minderjähriger, andererseits fast 'erzwungene' 'Aufklärung' ab der 1. Klasse. Irgendwie ist das gegenläufig.

  • Marianne Studer
  • 22.03.10 | 13:44 Uhr

Die Diskussion driftet wieder ab und mangelt an intellektuellem Niveau... Man muss hier festhalten, dass die Opfer bei ca. drei Vierteln der Übergriffe männlich waren und sind. Da die Priesterschaft aus ca. dem gleichen Anteil an homoerotisch ausgerichtetem Personal besteht, erstaunt das kaum. Die "Sublimierung" der Sexualität der Priester mittels Ausleben an jungen Ministranten hatte und hat Tradition in der Kath. Kirche! Da hat Hans Küng vollkommen recht, wenn er moniert, dass Papst Ratzinger seit Jahrzehnten davon weiss und an der Vertuschung massgebend beteiligt war.

  • Christine Joos
  • 22.03.10 | 07:12 Uhr

"..wollen spielerisch gefallen". Als Mann bist Du auf der sicheren Seite, Rainer, wenn Du davon ausgehst, dass dies bei 13-15-jährigen Mädchen immer so ist.

Wo dem männlichen Wesen stets die Fornikation als Ziel vor Augen schwebt, gilt für das weibliche bereits der Weg dorthin auf verschlungenen Pfaden, die mit allerlei Phantasie und Romantik pflastert werden, als erfüllend.

So wartet der Mann nicht selten einsam am Ziel auf das, was sich schon am Ziel wähnend des Weges dorthin noch Blumen pflückt und dies und das träumend keusch die Zeit vertrödelt.

  • Rainer Selk
  • 21.03.10 | 17:29 Uhr

Christine Joos 21.03.10 11:47
'Die 13-15-jährigen Maitli, lieber Rainer, wollen spielerisch gefallen'

Ich achte diese Meinung, bin aber überhaupt nicht sicher, ob das so stimmt....?! Vor allem, wenn man bedenkt, was jene so täglich via TV usw. zu sehen bekommen und was in 'Bravos' usw. 'vorgebetet' wird....

  • Rainer Selk
  • 21.03.10 | 12:48 Uhr

Alfred Betschart 21.03.10 05:38
Ich befürworte aber das freiwillige Zölibat, welches in der ganzen Sache 'systemischer Schrittmacher' ist. Das Zölibat ist unbiblisch. Nicht akzeptabel ist, wenn die die Kath. Kirche glaubt, sich über den Staat stellen zu müssen (Nichteinschaltung der Staatsanwaltschaft). Als Nichtkatholik erachte ich es als sehr bedenklich, wenn zahllose freiwillige Helfer und Seelsorger gesamthaft diskreditiert werden durch eine dümmliche Hetzkampagne. Die Missbrauchsgründe, die tieferliegende 'Theologie' dahinter ist zu bereinigen + anzupassen!

  • Christine Joos
  • 21.03.10 | 11:47 Uhr

Die 13-15-jährigen Maitli, lieber Rainer, wollen spielerisch gefallen und begehrt werden und keinesfalls ernsthaft geschnappt und begattet. Letzteres folgt allenfalls in späteren Jahren.

  • Alfred Betschart
  • 21.03.10 | 05:38 Uhr

Kindsmissbrauch hat das Potential zum Unwort des Jahres. Unter Kind wird alles verstanden vom Säugling bis zum fast 16-jährigen, 1.80m grossen Jugendlichen mit Freundin. Missbrauch umfasst alles von der Berührung im gegenseitigen Einvernehmen bis zum erzwungenen Sexualverkehr. Kindsmissbrauch wurde zum Schlagwort, mit dem es den neuen Puritanern gelingt, jede vernünftige Diskussion zu beenden. Statt generalisierend von Kindsmissbrauch zu sprechen muss klar gesagt werden, wer was wann gemacht hat. Erst dann kann entschieden werden, ob der Pfarrer von Schübelbach gehen muss oder nicht.

  • Rainer Selk
  • 20.03.10 | 20:28 Uhr

Tja, M. Studer, das ist natürlich richtig, insbesondere wenn man bedenkt, wie 13-15 jährige 'Maidli' mit fast offenem Busen usw. bewusst provozieren können + wollen! Stimmt auch, dass man zur Meinung kommen kann, da wird etwas hochgeschaukelt! Trotzdem ist das eine heikle Sache. Wenn hier falsch 'verwedelt' wird, bekommen wir allerseltsamste 'Werte'-Zustände.

C. Joos, was mit 'gewissen' Gebeten gemeint ist, kann ich hier aus verschiedenen Gründen nicht öffentlich dartun. Ich bitte um Nachsicht, zumal das - wie gesagt - Gerüchte sind.

  • Marianne Studer
  • 20.03.10 | 14:11 Uhr

/2

Ein Mann wird vermeiden müssen, je allein mit einer Frau in einem Raum gesehen zu werden, geschweige eine Frau je anzurühren;ohne riskieren zu müssen wegen sexueller Belästigung angeklagt zu werden. In den USA sind Anklagen von Frauen wegen angeblicher sexueller Belästigung am Arbeitsplatz aus allerlei persönlichen Rache-Gründen mittlerweile an der Tagesordnung. Was ein unberechtigt angeklagtes Opfer durchmachen muss, von dem spricht hier niemand! Genau das gleiche wird bei Schutzbefohlenen für Minderjährige passieren, die aus Jux jemanden beschuldigen können.

  • Marianne Studer
  • 20.03.10 | 14:04 Uhr

Um auf meiner kritischen Denknote weiterzufahren. Die fast hysterieartige Welle von Outings, angestachelt durch die Medien, lässt sehr an die bigotten Zustände in den USA erinnern. Wie sollen bitte, die teils vor Jahrzehnten zurückliegenden Übergriffe aufgeklärt und verurteilt werden? Wo sind die Zeugen? Was ist noch Realität und was ist Fiktion und Verzerrung? Wir werden genau die gleichen Zustände wie in den USA bekommen, wo sich nie mehr eine Lehrperson, Vereinstrainer, Priester etc. getrauen wird auch nur eine Hand auf die Schulter eines Kindes zu legen. Genauso am Arbeitsplatz:

  • Christine Joos
  • 20.03.10 | 13:06 Uhr

Einführung gewisser Gebete des Papstes, Rainer? Ich bin nicht so katholisch, dass ich das jetzt verstehen würde, weiss aber noch, wie in meinen Kindertagen über unseren Pfarrer gemunkelt wurde, da "sei was" mit den Ministranten.

Wer sich an seine Kinderzeit erinnert, weiss, dass alle, die nicht gleichaltrig waren, "alt" waren. Und von diesen "Alten" hat es nicht auch nur den Hauch eines Uebergriffes leiden mögen: Kinder haben ein feines Gspüüri, wehren sich aber nicht, weil das Machtverhältnis spielt.

"Reinigung" bringt nichts: Pädophile müssen mit ihrem Trieb klar kommen. Ohne Kinder.

  • Markus Spycher
  • 20.03.10 | 12:31 Uhr

Kein Zweifel: Die „Sex-Karriere“ eines Menschen im Verlaufe seines Lebens wird AUCH durch frühe Erfahrungen auf diesem Gebiet mitbestimmt, also durch Erlebnisse während der Zeit der sexuellen Prägung. Aber auch hier gilt: Nicht alles ist kulturell erworben, sondern vieles angeboren. Interessanterweise erstatten nur relativ wenige von pädophilen Erziehern Erzogene später aus eigenem Antrieb Anzeige. Die meisten Verzeigungen erfolgen, nachdem die Betroffenen - u.a. auch von den Medien – aufgewiegelt, um nicht zu sagen „bewirtschaftet“ - wurden.
Uebrigens: Ist nicht auch die Taufe ein zweifelhafter Akt an einem wehrlosen Mündel?

  • Rainer Selk
  • 20.03.10 | 10:00 Uhr

Es kursieren 'Gerüchte', die Sache sei ein Generalangriff gegen die kath. Kirche, wegen (Wieder-) Einführung gewisser Gebete des Papstes + wegen der Aufnahme der Pius-Bruderschaft resp. deren 'Geschichtsverständnis'. Man meint sich also 'Christen verfolgt'. Nur: das das, was da 'verfolgt' wird, ist gänzlich unchristlich, aber so breit + tiefen-systemisch in der Kath. Theologie verankert, dass man eine tiefe 'Generalreinigung' durchführen muss, damit es nicht 'systemisch' so weiter geht. Theologischer 'Verführungsmief' vs. froher Erlösungsbotschaft?

  • Christine Joos
  • 20.03.10 | 09:04 Uhr

Dem kann ich nur beipflichten, St. Di Giovanni.

  • Stefan Di Giovanni
  • 19.03.10 | 16:18 Uhr

Lieber Webmaster

Statt Login über Facebook würdet ihr lieber wieder das alte Forum aufschalten. Ist ja nix mehr los hier !

  • Redaktion Weltwoche online
  • 19.03.10 | 14:20 Uhr

Liebe Weltwoche online-Benutzer,
Ab sofort erlauben wir auf www.weltwoche.ch auch den Login mit Ihrem Facebook Profil. Sie können entweder ohne zusätzliche Registrierung direkt mit Facebook einloggen, oder aber Ihr bestehendes Weltwoche-Benutzerkontot mit ihrem Facebook Profil verknüpfen. Wenn Sie auf Weltwoche online einen Kommentar verfassen, so wird dieser auf Wunsch auch direkt auf Ihre Facebook Pinwand gepostet. Wir wünschen Ihnen viel Spass mit der neuen Funktion und sind dankbar um Ihre Rückmeldungen.
Herzliche Grüsse,
Der Webmaster

  • Christine Joos
  • 19.03.10 | 08:42 Uhr

Cohn-Bendit und Muschg outen sich als [gelöscht am 19.3.2010 durch Moderator]. Verwechselt ersterer kindliche entwicklungsbedingte Neugier mit Anmache, will zweiterer mit Lebensmitteln für Erwachsene Kinder füttern.

Hätten Kinder Worte und somit eine Stimme, würden sie sagen: Finger weg!

  • Marianne Studer
  • 19.03.10 | 05:40 Uhr

/2

In einem Gewaltexzess zum körperlichen und/oder geistigen Krüppel zusammengeschlagen zu werden (Stichwort: Fusstritte in den Kopf) oder eine Fummelei mit einem Erwachsenen in der Kindheit? Wogegen ich mich wehre, dass Gewalt von der Gesellschaft und unserem Rechtsstaat immer noch viel zu wenig verurteilt wird und in den letzten Jahren exponentiell zunimmt! Nulltoleranz bei Gewalt und Körperverletzung wäre mindestens so dringend wie die Unverjährbarkeit von Übergriffen. Unser Recht darf nicht zum emotionalisierten à la carte Menu verkommen, da müssen wir aufpassen!

  • Marianne Studer
  • 19.03.10 | 05:27 Uhr

Muschg's Plädoyer kommt im richtigen Zeitpunkt. Es ist durchaus notwendig bei der aktuellen Eskalation der Ereignisse die Perspektiven nicht total zu verlieren. Das heisst natürlich nicht, dass ich sexuelle Übergriffe verharmlose oder toleriere. Wo wir aufpassen müssen, ist mit der Emotionalisierung unseres Rechtes zu Lasten der Verhältnismässigkeit. Heisst sexuelle Übergriffe an Minderjährige sollen nicht verjähren, schwere Körperverletzung und andere Kapitalverbrechen aber schon! Was ist für einen Betroffenen schlussendlich schlimmer:

  • Rainer Selk
  • 18.03.10 | 23:21 Uhr

Das Herumlaufen von weibisch gekleideten Amtsträgern, die oft bis zur Selbstverleugnung ihres eigenen Glaubens alles zerdiskutieren, hat hinter den klaren Aussagen des 'Auftraggebers' zurück zu stehen. Und der hat weder pharisäerhaftes Verhalten, Gewänder usw. 'verordnet' noch die Teppichweber + Fischer von der Ehe abgehalten. Das Zölibat ist unbiblisch + Schrittmacher in der Sache.
A. Muschg ist als ernst zu nehmender Schriftsteller aber total daneben + abzuschreiben, wenn er hier nicht klar nein sagt. Schluss mit Beschönigen. Keine 'belgischen' Banden. Das alles ist völlig daneben!

  • Christian Krieg
  • 18.03.10 | 19:02 Uhr

Bravo, sehr gute Erklärung. Damit zeigt sich auch deutlicher, warum erst jetzt so viel über das Thema diskutiert wird. Noch in den 80er Jahren hatten viele Psychologen von ganz anderen Grenzen geprochen, was erlaubte Intimität mit einem Minderjährigen, und was nun ein Übergriff ist. Das Abhängigkeitsverhältnis wurde "grosszügig übersehen", ein (auch zaghaftes) Einwilligen dahingehend interpretiert, dass das Halb-Kind ja auch Spass dran hatte und es i.O. sein musste. So schwappte die Hippiephilosophie über und beeinflusste die Sexualmoral einer Generation.

  • Markus Spycher
  • 18.03.10 | 17:24 Uhr

Habe als Erstklässler von einer dominanten Lehrerin als einer unter vielen mehrere Ohrfeigen kassiert. Schade, dass sie nicht mehr am Leben ist, sonst läge ich mit einer Schadenersatzklage wohl voll im Trend.
(Uebrigens auch schade, dass die WeWo etablierte Schriftsteller aus dem Tagi zitieren muss. Früher haben diese noch für das Wochenblatt geschrieben.)

  • Hans Peter Graf
  • 18.03.10 | 13:27 Uhr

Das Muschg'e Phamphlet mit leisem Schaudern gelesen. Und gedacht: Hier hat sich der alternde Theseus in den Windungen des eigenen Gehirns verirrt. Auch wenn man Gülle mit einem Silberlöffelchen verquirlt, so stinkt sie immer noch wie Gülle. Adolf Muschgs reduziertes Sensorium für das, was sich gehört, gibt der Sorge Nahrung, dass bei ihm langsam die cerebrale Abenddämmerung anbricht. "Dingsheimer" neudeutsch im Strassenjargon. Gottseidank richten Schriftsteller in diesem Stadium weniger Schaden an als Politiker.

  • Ulrich Künzi
  • 18.03.10 | 09:12 Uhr

Ob 'Liebe' mit Kindern oder Gleichgeschlechtigen toleriert wird oder nicht, ist Kultur- und Epochen abhängig, wie uns die Geschichte lehrt, setzt jedoch das freie Einverständnis und nicht blos die Toleranz voraus. Ein freies Einverständnis ist jedoch in einem Abhängigkeitsverhältnis kaum glaubwürdig. In all diesen traurigen Fällen wurde ein Abhängigkeitsverhältnis schamlos und verachtungswürdig ausgenutzt.
Es war nicht 'Liebe' sondern Geilheit. Punkt.
Dass ein Daniel Cohn-Bendit heute anerkannter Europa-Politiker ist, ist ein weiterer Grund diesem Verein nicht beizutreten.

  • Hanspeter Bühler
  • 18.03.10 | 08:29 Uhr

Jeder Geist hat im Zuge der Entwicklung seines Körpers altersmässig seinen Zenit irgendwann überschritten. Muschg auch, denn aus ihm spricht der progressive Drang kommender Altersdemenz sich aus Prinzip gegen den Mainstream zu stellen - wider den - offenbar - verlorenen gesunden Menschenverstand.

Jede Handlung sexueller Art gegen Kinder und Jugendliche ist unentschuldbar - wenn auch manchmal erklärbar. Mittelschullehrer wissen bei Halbwüchsigen die in die Pubertät eintreten ein Lied davon zu singen. Wer aber diesbezüglich seine Triebe nicht im Griff hat, ist unhaltbar.

 
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