Herr Brülisauer, was qualifiziert Sie zum «Mister Schweiz»-Organisator?
Man navigiert sich mit gesundem Menschenverstand durch die Schönheits- und Medienwelt. Jetzt, nach zehn Jahren, qualifizieren mich die Erfahrung und die positiven wie die negativen Erlebnisse.
Karina Berger ist des Missen-Mami. Sehen Sie sich als Papi der Jungs?
Manchmal entstehen Gespräche, auch Freundschaften, welche über die Kandidatur hinausgehen und anhalten. Den Ausdruck «Missen-Mami» finde ich aber nicht besonders gelungen, ebenso wenig den des «Mister-Papi».
Auf der Website liegt der Kandidat Marco Dell’Acqua hoch überlegen in Führung. Haben seine Rivalen noch eine Chance?
Es gewinnt nicht immer derjenige, der das Telefon- oder Pre-Voting gewinnt. Die Karten werden am Abend der Wahl neu gemischt. Oft hatten die Medien schon Kandidaten nicht auf der Rechnung, die dann gewannen. Es wäre aber interessant, einmal einen Tessiner als Mister Schweiz zu haben.
Unschweizerisch klingen Abdullah Akbas und Goran Cvetkov. Stempeln sie ihre Namen nicht zu Aussenseitern?
Ich hoffe, dass dem nicht so ist. Die Mister-Schweiz-Wahl soll ja auch ein Spiegel der Gesellschaft sein. Wir haben eine Gesellschaft mit Migrationshintergrund, doch beide Kandidaten sind in der Schweiz geboren. Das einzig Unschweizerische ist ihr Name. Darum wären sie weder ein besserer noch ein schlechterer Mister Schweiz.
«The one and only» hiess Renzo Blumenthal. Träumen Sie von einem zweiten Mister Jackpot?
Natürlich hat man Freude daran, wenn sich jemand gut verkauft. Wir müssen jedoch letztlich mit dem leben, der gewählt wird.
Wie zufrieden sind Sie mit dem abtretenden André Reithebuch?
Sehr. Was den Umsatz betrifft, hatte er ein Superjahr, wozu seine Region, das Glarnerland, und das Holzbauumfeld beigetragen haben. Die mediale Präsenz nahm im zweiten Halbjahr ein wenig ab. Im Blick erschienen einige Negativgeschichten. Aber wir bewegen uns in einem boulevardesken Umfeld, und damit müssen wir umgehen können. Erstaunlicherweise haben sie sich nicht auf die Aufträge niedergeschlagen.
Ist ein Romand als Gewinner eine Hypothek?
Wenn er kein Wort Deutsch spricht, dann ist es eine. Nicht nur für die Organisation, auch für ihn. Auch sollte ein Deutschschweizer zumindest ein bisschen Französisch können.
Wie lange bleibt ein Mister Schweiz vertraglich an Ihre Organisation gebunden?
Nach dem Amtsjahr noch zwei Jahre.
Wie viele Männer bewerben sich jährlich?
Die Zahl schwankt zwischen 300 und 400. Fünfzig Prozent werden noch vor dem ersten Casting aussortiert, weil sie gewisse Kriterien wie Grösse, Alter oder Äusserlichkeiten nicht erfüllen. Zum Casting in Zürich laden wir jedes Jahr rund achtzig Leute ein, wo die Zahl bis auf die sechzehn Finalisten reduziert wird.
Sind Sie dem Schweizer Fernsehen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert?
Ich sehe es als Win-win-Situation. Wir bieten spannenden Inhalt. Das zeigen die Quoten. Der Titel bekam zweifellos einen enormen Schub, als Renzo Blumenthal gewann. Es war jenes Jahr, als die erste TV-Übertragung der SRG-Sender stattfand.
Diese Woche geht’s zum Warm-up nach Ägypten. Wie sieht das Programm aus?
Ungefähr zwanzig Minuten werden für die Kandidatenporträts in der Live-Sendung vom 8. Mai produziert. Ausserdem studieren wir gewisse choreografische Elemente ein.
Wie viele machen die Reise nach Ägypten mit?
Der Begleittross umfasst 45 Leute. Sonne, Strand und schöne Männer – das ist eine Symbiose, die ankommt.













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