Apropos:

Verlorene Weltsprache

Von Peter Keller

Nach dem Mongolensturm (1241) versuchten die polnischen Herrscher, das stark entvölkerte Land wieder zu besiedeln. Neben deutschen Handwerkern und Bauern boten sich vor allem auch für jüdische Zuwanderer neue Lebensperspektiven. Sie brachten neben der Religion auch eine eigene Sprache mit. Aus deutschen Dialekten, angereichert mit slawischen und hebräischen Ausdrücken, entwickelte sich das Jiddisch. Eine Weltsprache mit Millionen von Sprechern, die Hitlers Armeen brutal auslöschen sollten. Zu den grossen Schriftstellern gehört neben Scholem Alejchem der spätere Nobelpreisträger für Literatur, Isaac Bashevis Singer. Marion Aptroot und Roland Gruschka erzählen die Geschichte der jiddischen Sprache auf knappen und anschaulichen 180 Seiten. (kep)

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