Intern

In den letzten Jahren sorgten Mütter, die im Ausland heirateten und sich nach einer Trennung mit ihren Kindern illegal in die Schweiz absetzten – etwa im Fall Maya Woods oder in jenem des kleinen Ruben Bianchi , immer wieder für Schlagzeilen, hitzige Debatten und Proteste. Noch unter Justizminister Christoph Blocher wurde ein neues Gesetz erarbeitet, das die Interessen des Kindes in den Mittelpunkt stellen sollte und die Rückführung beschleunigt. Alex Baur hat den ersten Fall recherchiert, bei dem das Bundesgericht die per Juli 2009 in Kraft getretene Gesetzesneuerung anwandte – mit katastrophalen Folgen für eine 31-jährige Schweizerin und ihren 20-monatigen Sohn, die kurz vor Weihnachten nach Belgrad deportiert wurden – zurück zum nachweislich gewalttätigen Kindsvater. 

Kann man ein Buch voller Zahlen, Daten und Tabellen nacherzählen? Kulturredaktor Peter Keller unternimmt den Versuch, das Statistische Jahrbuch der Schweiz 2010 zu besprechen. Was das Werk mit seinen 568 Seiten Umfang hergibt und wie viele Nutzhühner in unserem Land leben, erfahren Sie hier.

Die Kunstsammlung der Schweizer Industriellenfamilie Bührle hat den Winterthurer Journalisten Thomas Buomberger über Jahre immer wieder beschäftigt. Anfang der neunziger Jahre drehte er für das Schweizer Fernsehen einen Film über Emil Georg Bührle, zwei Jahre später folgte ein zweites Werk über die Raubkunst im Zweiten Weltkrieg, und die Bührle waren auch in diesem Zusammenhang ein Thema. Aus der Feder von Buomberger stammt ausserdem das Buch «Raubkunst Kunstraub» über die Verstrickung der Schweiz in den Handel mit gestohlenen Kulturgütern während des Zweiten Weltkriegs. In diesem Blatt schreibt er über Bilder, die im Zürcher Kunsthaus ausgestellt werden sollen in einem von der öffentlichen Hand finanzierten Erweiterungsbau, über den das Volk abstimmen wird. 

Besucht man den grossen deutschen Schriftsteller Martin Walser am Bodensee, wird man von einer Art Familienunternehmen empfangen. Walsers Frau öffnet die Tür, nimmt die Mäntel ab und weist den Weg über verwinkelte Treppen ins Schreibzimmer, das ganz oben liegt. Eine der Töchter bringt Kaffee und Wasser für die Gäste. Im Gespräch präsentiert sich Walser in alter Kampfeslust. Von seiner Fehde mit dem Kritiker Marcel Reich-Ranicki, die bis in die siebziger Jahre zurückreicht, spricht er, als habe sie erst gestern stattgefunden. Überrascht stellten Inlandchef Philipp Gut und unser Literaturfachmann Markus Gasser fest, dass das von den Medien kolportierte Bild des Schriftstellers in einigen Punkten schief ist. Walser, dem nachgesagt wird, er habe sich von einem Linksextremen in einen Konservativen verwandelt, ist mit solchen Etiketten nicht zu fassen. Obwohl er, wie er mehrfach betonte, viel lieber seine literarischen Figuren sprechen lässt, als Meinungen, Kommentare und persönliche Bekenntnisse abzugeben, sparte Walser nicht mit pointierten Aussagen. Er sprach derart engagiert, dass er gegen Abend vergass, das Licht anzuzünden. Der Schluss des Gesprächs fand im Dunkeln statt.
Ihre Weltwoche

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