Fabian: Einen Partner fürs Leben zu finden, war noch nie einfach. Wenn man jemanden mit demselben Glauben sucht, wird es besonders schwierig. Den Glauben als Fundament der Beziehung finde ich wichtig, denn er leimt an wichtigen Stellen zusammen: dort, wo man sich nicht versteht, dort, wo man sich ärgert, dort, wo man einfach nicht gleich funktioniert. Unterschiede gibt es überall, zu einer Herausforderung können Ungleichheiten werden, wenn man sie bekämpfen oder aufheben will.
Yvonne: Bei gewissen Dingen sind wir ziemlich unterschiedlich. Trotzdem verstehen wir uns prächtig. In einer Beziehung geht es darum, den eigenen Egoismus zu überlisten und die Ansprüche zu normalisieren. Das hat nichts damit zu tun, dass man sich mit wenig zufriedengibt oder glaubt, man habe nichts Besseres verdient. Wenn man sich für einen Menschen entscheiden will, sollte dieser keinem Trugbild entsprechen, weil man sonst enttäuscht wird. Das tönt vielleicht banal, ist aber in der Umsetzung relativ anspruchsvoll. Die Schwächen des Gegenübers erkennt man in der ersten Verliebtheit nicht sofort, wer spricht beim ersten Date schon gerne von seinen Fehlern, den Irrtümern und Dummheiten, die er begangen hat?
Fabian: Im Ernst: In unserer Gesellschaft geht es darum zu bluffen. Man will grösser, gescheiter, besser erscheinen, als man ist. Wieso eigentlich? Aus Angst vor Ablehnung? Das bringt keinen Frieden und keine Einigkeit. Es gibt Männer und Frauen, die halten auch miteinander an diesem Konzept fest, und wenn einen die Kraft für das Schauspiel verlässt oder einen der andere durchschaut, fällt die Liebe wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Natürlich bemühen wir uns, einander zu gefallen, trotzdem ist es schön zu wissen, dass wir einander nichts vormachen müssen. Unsere Konstellation ist schon etwas Wunderbares, und auch aus diesem Grund kommen wir den gegenseitigen Wünschen nach, die wir von einer gemeinsamen Zukunft haben.
Yvonne: Von allzu vielen Partnerwechseln hielt ich nie etwas. Man sammelt nur schlechte Erfahrungen, die einen negativ belasten können. Zudem verteilt man die Liebe in kleinen Stücken, und wenn der Richtige kommt, ist nicht mehr genügend Kapazität vorhanden, weil das Depot bereits geplündert ist. Als ich Fabian vor zwei Jahren kennenlernte, war schnell klar, dass ich ihm meine ganze Liebe schenken möchte. Er merkte rasch, dass es mit uns klappen könnte, wodurch er meine Liebe auch annehmen und erwidern konnte. Allmählich brachte ich das Thema Heiraten auf den Tisch. Fabian war nicht sofort begeistert. Eigentlich wollten wir unverheiratet nicht zusammenleben, wir entschlossen uns aber trotzdem dazu.
Fabian: Während der Hochzeitsvorbereitung sagte uns der Pfarrer, wenn die Sexualität dazukomme, sei man vor Gott eigentlich schon verheiratet.
Yvonne: So gesehen, wären viele Paare für die Ehe bestimmt.
Fabian: In der vergangenen Neujahrsnacht machte ich Yvonne während einer Silvesterparty vor den versammelten Partygästen mit einem Mikrofon den Heiratsantrag.
Yvonne: Im Verlauf der vergangenen zwei Jahre hatte ich immer wieder Ideen und Träume für die Heirat einen Ring mit Steinchen, ein spezielles Schloss, die Kleidung. Zum Glück sind wir uns auch hier einig. So erfüllt mir Fabian nun meine Träume, sogar denjenigen von einer Pferdekutsche. Am schönsten Tag fahren wir auch mit einer Dampfeisenbahn und mit einer Stretchlimousine durch die Gegend. So rollen wir durch die ersten Stunden unseres gemeinsamen Lebens. Den Rest legen wir dann zu Fuss zurück.













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