Intern

Am Tag nach dem Freitod von Markus Reinhardt in Davos verwies die Bündner Justiz- und Polizeidirektorin Barbara Janom Steiner (BDP) erste vage Meldungen über Alkoholprobleme des langjährigen Polizeikommandanten noch ins Reich der Spekulationen. Aus «Gründen der Pietät gegenüber den Angehörigen» versuchte die Regierung, den «tragischen Todesfall» in einen Mantel des Schweigens zu hüllen. Nur zögerlich und häppchenweise kamen in den folgenden Tagen und Wochen Hintergründe an den Tag, die zeigen, dass die «Pietät» der politisch Verantwortlichen alles andere als selbstlos war: Reinhardts Suchterkrankung war seit Jahren bekannt, doch aus Scheu vor einer harten Konfrontation versäumte man es, den Sicherheitschef zu stoppen, der zusehends selber zum Sicherheitsrisiko wurde – und überliess ihn so seinem Schicksal. Unser Reporter Alex Baur hat die Tragödie, die sich in einem vergifteten politischen Milieu über Jahre anbahnte, rekonstruiert.

«Google-Imperium», «Supermacht», «Datenkrake» wenn Journalisten über den erfolgreichen Internetdienstleister aus Amerika schreiben, wird der Ton meist schrill. Was ist von diesem medialen Alarmismus zu halten? Wenig, meint Niklaus Wirth, emeritierter Professor für Informatik. Er weiss, was Maschinen können und was nicht. Wirth forschte während Jahren in den USA, baute an den ersten Computern in der Schweiz und entwickelte die weltweit bekannte Programmiersprache «Pascal». Auf die Frage von Peter Keller, ob es korrekt sei, dass er zehn Ehrendoktorate erhalten habe, korrigiert der 76-Jährige freundlich: «Es sind im Ganzen sogar zwölf. Aber auf die genaue Zahl kommt es auch nicht mehr an.» 

In eigener Sache: Zur Verstärkung unserer Inlandredaktion und unseres Rechercheprofils haben wir zwei neue versierte Kollegen verpflichtet: Alex Reichmuth und Daniel Glaus. Der unseren Lesern bereits bekannte Alex Reichmuth ist spezialisiert auf Themen der Ökologie und stösst von der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens zu uns. Daniel Glaus war zuletzt als Nachrichtenchef bei der Gratiszeitung News tätig, in dieser Ausgabe schreibt er über die Schweizer Kulturförderung Pro Helvetia

Als neuen Sport-Kolumnisten begrüssen wir ausserdem Walter De Gregorio, den ehemaligen Sportchef und stellvertretenden Chefredaktor der Blick-Gruppe. Zuvor lebte der Historiker mehrere Jahre in Rom, wo er als Italien-Korrespondent für die Zeit und das Magazin der Süddeutschen Zeitung schrieb. De Gregorio arbeitete von 2000 bis 2008 für die Weltwoche, unter anderem als Mitglied der Chefredaktion. Wir heissen den Rückkehrer und die neuen Kollegen herzlich willkommen, wünschen ihnen einen guten Start und unseren Lesern eine interessante Lektüre. Verabschieden möchten wir uns mit dieser Ausgabe von Kai Michel, der als Produzent und Wissenschaftsredaktor wirkte. Michel wird im Herbst die Leitung des Wissenschaftsressorts bei der Schweizer Familie übernehmen. Wir danken ihm für seine exzellente Arbeit und wünschen ihm am neuen Ort viel Erfolg.

Ihre Weltwoche

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