Warum heisst Ihr Geschäft «Steinhauer»?
Weil ich ein geborener Steinhauer bin, eigentlich Jürgen Steinhauer-Nutz. Ich hiess, bis ich zwölf war, Steinhauer. Dann heiratete meine Mutter einen Herrn Nutz. Später liess sie sich von ihm scheiden, aber damals behielt man den Namen. Auch meine Mutter hat den Namen Nutz behalten. Als ich den Laden aufmachte, kam ich wieder auf den alten Namen zurück.
Was war Ihr Ladenkonzept?
Die Idee war, von jedem Teil nur eines ins Sortiment zu nehmen: ein Service, eine Besteckserie, ein Tisch, ein Krug, ein Serieglas, eine Lampe, eine Decke. Aber ich musste feststellen, dass Zürich dafür zu klein ist.
Ihr Sortiment erinnert an Manufactum: die guten alten Dinge. Stimmt das?
Nein. Manufactum führt zwar alte Dinge, aber ob die auch alle gut sind, steht auf einem anderen Blatt. Ich führe aber schon Artikel von bleibendem Wert, zum Beispiel das von Hermann Gretsch für die Firma Schönwald entworfene Geschirr, von dem einzelne Teile bis in die Bauhauszeit reichen. Die Farbigkeit kam später hinzu.
Wer kauft Leuchtbuchstaben?
Erstaunlicherweise viele Privatleute. Die Buchstaben sind antik, wurden restauriert und kosten pro Stück 380 Franken. Beinahe jeder Buchstabe ist lieferbar und lässt sich auch einzeln beleuchten.
Auf Wunsch erstellen Sie eine Hochzeitsliste. Wie hoch sind die Kosten?
Sie umfasst allerlei Artikel des täglichen Bedarfs in der Grössenordnung von total 4500 Franken. Eine Beispielliste ist auf meiner Website unter «Mariage» zu finden.
Ist das Geschirr spülmaschinentauglich?
Ja, mit Ausnahme von vier Farben: Signalrot, Pflaume, Bordeaux und Marine sind Sensibelchen. Insgesamt habe ich aber 37 Farben.
Wie kamen Sie auf die «501» von Levi’s?
Durch meinen Jahrgang, 1947, und weil es der Klassiker unter den Jeans schlechthin ist. In jenem Jahr kam die «501» mit den während des Kriegs anderweitig verwendeten Nieten wieder auf den Markt. Jean Paul Gaultier durfte kürzlich für Levi’s an die «501» und hat alle Nähte knallrot gemacht, auch die Kragen der Jeansjacken, was wirklich toll aussieht.
Was verkauft sich besser, Seidenschals oder Krawatten?
Eindeutig Krawatten. Ich verkaufe Krawatten von Caroline Flueler aus Zug. Die Krawatten sind mit 175 Franken nicht ganz billig, wurden aber in der Schweiz gewoben. Es gibt Kunden, die speziell nach Schweizer Krawatten verlangen. «Tagesschau»-Sprecher Franz Fischlin oder Bundesrat Moritz Leuenberger tragen beispielsweise Binder von Flueler.
Was bekommt man in Zürich nur bei Ihnen?
Bauer Pottery aus den USA und BTC-Lampen aus England. Ferner führe ich vier verschiedene Hemden aus dem Tessin von der Firma Carri. Sie haben keine Stäbchen im Hemdkragen, sondern leichte Einlagen und kosten 290 Franken. Nur bei mir bekommt man leicht modifizierte Badehosen, mit einem statt zwei Seitenstreifen, von der Firma Lahco. Da gibt es zum Glück diese wunderbare Frau Millauer, die mich mit diesen eigens angefertigten Badehosen beliefert. Exklusiv bei mir gibt es auch baumwollene Geschenkbänder aus New York. Eine Spule mit 3 Meter 60 kostet 18 Franken.
Welche Kundschaft ist anspruchsvoller, Männer oder Frauen?
Da komme ich ins Grübeln. Die Frauen überlegen vielleicht ein wenig länger, bis sie sich zum Kauf entscheiden.













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