Vergangene Woche war ich in St. Moritz, schon wieder; ich hatte eine Einladung, den Tesla Roadster zu fahren. Ulf Poschardt hatte dies bereits vor einiger Zeit getan, wie es sich gehört für den Weltwoche-Autokolumnisten. Er schrieb: «Mit meiner durchschnittlichen Grösse von 185 Zentimetern wurde es eng in dem Elektroauto. Mark van Huisseling, der Titan unter den Weltwoche-Autoren, wäre wohl gescheitert. Dabei würde ihm als Maserati-Fahrer das Auto gefallen. Zum einen, weil es bis jetzt nur von George Clooney und ein paar Multimillionären gefahren wird, zum anderen, weil es viel Fahrspass bietet. Von 0 auf 100 km/h soll der Tesla in 3,4 sek beschleunigen.»
Ich, der Titan unter den Weltwoche-Autoren (Körperlänge 195 Zentimeter), kam irgendwie in das Auto hinein und auf den Fahrersitz. Zudem stört es mich nicht, nebenbei, dass Clooney einen fährt. Hier mache ich eine Klammer auf, sozusagen. Gesprächsgegenstand an St. Moritzer Abendessen zurzeit ist seine sagen wir Orientierung. A friend of a friend (aus Mailand), die ihn kennt, sagt, er sei nicht der Frauenheld, als der er beschrieben wird. Und eine andere (aus Madrid), die ihn ebenfalls kennt, sagt das auch. Ich könnte ihre Namen nennen, aber man möchte niemandem einen world-class lawsuit aufhalsen, nicht wahr? MvH ist, natürlich, die Orientierung von anderen Männern egal – man ist im Grunde tolerant – und von Hollywoodstars sowieso. Aber als Kolumnist muss man ein solches Gerücht einfach aufnehmen. Vermutlich stimmt es nicht. Aber für den (wenig wahrscheinlichen) Fall, dass es stimmt, bzw. den (sehr wahrscheinlichen) Fall, dass es anderswo verbreitet wird – wie unangenehm, auf einem Scoop gesessen zu sein . . . Kommt dazu, es wäre eine Erklärung für Clooneys Mädchenwahl (oder gefallen ihm diese Fussballer-Exfreundinnen/Kellnerinnen wirklich; ich meine, geht er aus mit Tiger Woods?).
Jetzt retour in den Tesla. Fahrspass hatte ich auf der Strecke St. Moritz - Pontresina. Der Wagen «hängt am Gas», ist eine wenig treffende Beschreibung bei einem Elektroauto, ich weiss. Aber ich denke, man weiss auch hier, was ich sagen will. All in all gibt es drei Probleme, von mir aus gesehen. Der Look: Ich bin kein Fan des Lotus Elise, den die Entwickler als Vorlage nahmen, doch das ist Geschmackssache. Zweitens der sogenannte Aktionsradius: Mit vollen Batterien kommt man ungefähr 300 km weit. Falls man ungefähr 100 km/h schnell fährt. Bloss, wer will das mit einem 288-PS-Auto? Plus der Preis: 99 000 Euro ist recht viel in meinen Augen, für einen Viert- oder Fünftwagen.
Als ich zurück in Zürich war, wurde mir Michael Friedrich vorgestellt, an einem Treffen von «A Small World»-Mitgliedern («soziales Netzwerk für die digitale Elite», Forbes.com). «Er hat gestern 1,14 Millionen Dollar gewonnen, beim Pokern online», sagte die Frau, die uns bekannt machte. (Man muss eigentlich nicht ein bisschen reich und/oder bekannt sein, um mich ansprechen zu dürfen, aber es ist in Ordnung, wenn Leute das meinen.) Ich gratulierte zu der Leistung, die mich beeindruckt (MvH versucht selber, Poker zu spielen), und dem Gewinn. Ferner riet ich ihm, es für sich zu behalten. Doch er sagte, auf Tele-Züri sei schon ein Bericht gekommen und in 20 Minuten ebenfalls. Er verstand ferner nicht, weshalb ich ihm nahelegte, diskret zu sein, so sah es aus. (Ah, die Magie, sich im TV und den eigenen Namen in der Zeitung zu sehen.) Ich vermutete zuerst, er sei Single, aber seine Verlobte war dabei und gleicher Meinung wie ich, nebenbei. Ich schrieb einmal vor längerer Zeit mit an einer Geschichte über Lottomillionäre, genauer Lottogewinner, die ihr Glück mit anderen geteilt hatten – ausser einem war keiner mehr schuldenfrei fünf Jahre danach. (Und die Geschichte eine traurige, wie man sie lustig fand beim Sonntagsblick. Denn was ist härter, als mitanzusehen, wie einer Geld gewinnt und happy wird?) Alles anders bei ihm, sagte er. Wahrscheinlich hat er recht, er hat nicht im Lotto gewonnen, sondern im Poker. Und ist Unternehmer. (Und sonst steht es hier in fünf Jahren).
Zum Schluss eine gute Nachricht. Ab zirka 06.30 Uhr des Tages, an dem ich geplant hatte, diese Kolumne zu schreiben, war Stromausfall in 8057, wo sich mein Büro befindet (80 Haushalte betroffen, evtl. längerer Unterbruch, sagte man, als ich um 08.20 bei der EWZ-Netzleitstelle anrief; das war noch nicht die gute Nachricht). Bereits um 09.00 gab es wieder Strom – only in Switzerland, würde ich sagen.













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