Zu Tisch

New York für Gourmets

Weil das Gute manchmal in weiter Ferne liegt, drei Restaurant-Tipps für den Big Apple.

Von David Schnapp

Essenz des Geschmacks: Alain Ducasse (l.) mit «Adour»-Chefkoch Joel Denis. Bild: Michael Piazza

1 - Adour. Für den semiprofessionellen Feinschmecker ist das Betreten eines Restaurants von Alain Ducasse allein schon ein erhebendes Gefühl. Der Mann ist eine Legende, der einzige Koch, der gleichzeitig für drei Restaurants je drei Michelin-Sterne erhielt. Sein New Yorker Lokal im Hotel «St. Regis» ist ein gemütlicher Raum mit freundlicher Bedienung. Wir wählen das «Tasting Menu» ($ 110., 5 Gänge) und werden uns noch lange an das glasierte Wintergemüse erinnern, dessen Aroma die Essenz des Gemüses war. Die Liebe zum Produkt ohne Firlefanz ist typisch Ducasse und begeistert auch beim in Olivenöl pochierten Kabeljau und beim Rehrücken an Herbstgemüse und -obst. Die Schöne vis-à-vis versichert, das «Apple Sablé» sei das beste Dessert ihres Lebens gewesen. Es bestand aus einer Granny-Smith-Granité, Vanillecrème und Calvados-Emulsion.


2 - Jean-Georges. Der angesagteste Koch New Yorks heisst Vongerichten. Das Restaurant, das seinen Vornamen trägt, wird mit Lob, Preisen und drei Michelin-Sternen überhäuft. Die Atmosphäre ist geschäftig, jeder Tisch mehrfach vergeben. Was aus der Küche kommt, hat Weltniveau. Wir wählen die «Choice of three Dishes» für $ 98.. Schon die Foie gras brûlé mit getrockneten Sauerkirschen, Pistazien und weissem Portweingelee erklärt jeden einzelnen Michelin-Stern. Es folgt gedämpfter Kabeljau an schwarzen Bohnen und Kaninchen im Knuspermantel mit Citrus-Chili-Sauce und Sojabohnenpüree. Die Geschmackskombinationen mit asiatischen Zitaten sind überragend, das vierteilige Dessert unter dem Titel «Citron» ist der Gipfel der Patisseriekunst.


3 - Lombardi’s. Wer es schlichter mag, sollte New Yorks älteste Pizzeria besuchen. Es gibt zwei Pizza-Varianten, 14 und 18 Zoll gross. Die Grundversion mit Tomatensauce, Mozzarella und Basilikum kostet $ 14.50 und $ 19.50, Zutaten wie rote Zwiebeln oder hausgemachte Hackbällchen bezahlt man extra. Das Lokal ist immer voll, reservieren kann man nicht. Aber das Warten auf den freien Tisch lohnt sich.

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