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So verbrennt der Staat Ihre Renten

Bald wird über den Zinssatz bei den Pensionskassen abgestimmt. Genauso absurd wäre es, das Volk über Sportresultate oder das Wetter abstimmen zu lassen. Der Staat zerstört durch die Politisierung der Pensionskassen vorsätzlich unsere Renten.

Das schöne Geld: 600 Milliarden Franken in Gefahr. Bild: Wieslaw Smetek (Illustration)

Die Schweiz hat gute Patrons. Bereits 1985, bevor die Pensionskassen für jeden obligatorisch wurden, waren achtzig Prozent der Arbeitnehmer bei der Vorsorgestiftung ihres Arbeitgebers angeschlossen. Das Gesetz, das die Pensionskasse für jeden Arbeitnehmer vor einem Vierteljahrhundert zur Pflicht erklärte, hat diesen Prozentsatz nicht wesentlich erhöhen können. Die Paragrafenflut, die seit dem Obligatorium die Pensionskassen heimsucht, wirkt sich hingegen negativ auf die Renten aus. Pierre Heumann zeigt, wie sich die Politik in Dinge einmischt, die sie besser dem freien Markt überlassen sollte. Zum gleichen Thema: Die technische Frage der Pensionskassen-Zinssätze haben die Gewerkschaften zu einer neuen Version des Klassenkampfs stilisiert: Die privaten Versicherungen bereichern sich auf unsere Kosten, indem sie «Rentenklau» begehen. Was ist da dran? Oder wer klaut: die Finanzindustrie oder die Gewerkschaften? Markus Somm über eine der besten Kampagnen der Linken seit langem.

Die Aufgabe für unseren Bankenspezialisten Claude Baumann war relevant und ambitiös zugleich: Was würde es bedeuten, lautete die Frage, wenn das Bankgeheimnis auch im Inland fallen würde und über den automatischen Informationsaustausch auch inländische Steuerbehörden den «gläsernen Kunden» gegenüberstünden. Baumann war noch mitten in seiner Recherche, als Eveline Widmer-Schlumpf ebendieses forderte. Nun, ihr und allen, die an dieser Schraube drehen wollen, sei gesagt: Das kostet die heimische Wirtschaft 34 Milliarden Franken oder knapp sieben Prozent des Bruttoinlandprodukts. Jeder soll also selber urteilen darüber, ob der Vorstoss der Justizministerin ein weiser war. 

Mehr zum Thema: Dossier «Bankgeheimnis / Steuerbetrug»

Es gibt wenige Journalistinnen, die Ottmar Hitzfeld so gut kennen wie Sandra Reif. Vor vielen Jahren hat sie ihn zum ersten Mal getroffen. Hitzfeld war damals Trainer bei GC, und Reif arbeitete als Volontärin bei der mittlerweile eingegangenen Zeitung Sport. Später wechselte der Erfolgstrainer nach Deutschland in die Bundesliga – ebenso wie Reif, die fortan für die Sportredaktion des Fernsehsenders RTL arbeitete und Hitzfelds Karriere weiterhin aus nächster Nähe beobachten konnte. Vor dem Test-Länderspiel von nächstem Mittwoch gegen Uruguay trafen sich die beiden zum grossen Interview in der Pizzeria «Arte» in Riehen. 

Wir verhehlen nicht, dass es uns gefreut hat, dass das aktuelle Spiegel-Cover ein Motiv anwendet, das die Weltwoche kürzlich selber in einem anderen Zusammenhang präsentierte. Diese Woche sah sich FDP-Chef Guido Westerwelle zum «unglaublichen Hulk» aufgedreht, wegen seiner verbalen Kraftmeierei in Bezug auf den deutschen Sozialstaat. Dem grünen Superhelden aus den Cartoonlabors der amerikanischen Firma Marvel legte die Weltwoche zwei Titelgeschichten über Umweltminister Moritz Leuenberger zugrunde. Die muskelbepackte Comicfigur diente hier zur Untermalung eines übertriebenen Umweltaktivismus. Kopiert zu werden, ist (neben Neid) die höchste Form der Anerkennung.
Ihre Weltwoche

Kommentare

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  • Rainer Selk
  • 25.02.10 | 08:54 Uhr

Es gibt einen Weg in Sachen PK, den ich schon bei BVG Einführung bevorzugt hätte:
Sämtliche PK Vermögen umwandeln in persönliche Konti mit leicht verbessertem Charakter wie in der 3. Säule. Begünstiger: ArbeitnehmerInnen. Einzahlung durch AN und AG, durch AN Mindestens + variabel noch oben ermöglichen, mit a,b,c Typen. Kosten: ähnlich wie heute bei 'b' usw. Vorteil: keine undurchsichtigen PK /Versicherungs-Machtinteressen, keine /weniger 'Verwaltungen', weniger Kosten. Jeder kann sein Altersbatzen selbst direkt individuell beeinflussen. Diskussionen wie die heutigen wären vermutlich beendet

 
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