Kommentar

Eine neue Zauberformel

Der SVP-Ruf nach Bundesrat Blocher schadet dem Land. Die Partei muss an Blocher vorbei denken und mit neuen Leuten den Bundesrat umkrempeln.

Von Urs Paul Engeler

Die aus vielen Erfahrungen gewonnene These, wonach eine schwache Regierung und eine starke Opposition den Bürger am besten schützen, gilt nicht absolut. Die Formel hat ihre Berechtigung in Zeiten interner Verteil- und Kompetenzkämpfe: Je konfuser und tapsiger Bern agiert, umso mehr Freiheit, Geld und Verantwortung bleiben den frohen Menschen selbst. Der Traum einer unregierten Schweiz findet dann sein jähes Ende, wenn die politische Front sich vom Inneren des Landes an die Grenze verschiebt, wenn Schweizer Errungenschaften attackiert werden, wenn Souveränität und Wohlstand bedroht sind.

Mehr zum Thema Blocher in unserem Dossier

Das Land befindet sich derzeit im Krieg, das ist spätestens seit einem Jahr die neue Realität. In der immer brutaler geführten Steuer-, Finanz- und Wirtschaftsschlacht scheren sich nicht nur die imperialistischen USA, sondern auch die europäischen Nachbarn keinen Deut mehr um internationale Verträge und geltende Gesetze. Die Aggressionen gegen die noch einigermassen solide Schweiz sollen von den unlösbaren Binnenproblemen der gigantischen Verschuldungen ablenken. Blicke in die Geschichte und auf die aktuelle Nachrichtenlage zeigen, dass dieser Trick immer wieder funktioniert.
Und wenn der Druck von aussen steigt und steigt, hat der schlaffe Bundesrat sich stets als anpasserischer Schwachpunkt des Landes erwiesen. Die Bürger waren kämpferischer. Das war zu Zeiten der Naziherrschaft so, das ist heute nicht anders. Die Landesregierung führt auf den Knien Kapitulationsverhandlungen und will die von aussen diktierte neue Steuerordnung lieber heute als morgen implementieren.

Die wirren Handlungen und Äusserungen beweisen: Der jetzige Bundesrat, vom Parlament in oft chaotischen Prozessen fast zufällig zusammengebastelt, ist ein bedenklich schwankendes Konstrukt, das sich weder auf das solide Fundament einer Parteienmehrheit abstützen noch auf ein Mandat des Volkes berufen kann.

Blocher-Diskussion fern der Realpolitik

Die Schweiz steht vor historischen Herausforderungen, derweil die Parteien an personellen Geplänkeln ihr Vergnügen finden. Die SVP als wählerstärkste Gruppierung gefällt sich darin, ihren Evergreen «Blocher, Blocher, Bundesrat!» aufzuführen; die andern lassen, ebenso fantasielos, ihre Abwehrreflexe spielen. So fähig Christoph Blocher noch immer wäre, so sicher wird er vom Parlament, das ihn abgewählt hat, nicht wieder inthronisiert. Die Blocher-Diskussion hat die Realpolitik längst verlassen, die Formen eines Unterhaltungsprogramms angenommen und führt in die völlig falsche Richtung.

In der beunruhigenden Lage des Landes muss sich in erster Linie die SVP bewegen, die nicht nur 29 Prozent der Wählerinnen und Wähler, sondern in Sachabstimmungen stets knapp oder gut 50 Prozent des Volks hinter sich weiss. Ihr Spiel, das in Wirklichkeit gar nicht mehr «Bundesrat Blocher» heisst, sondern «Neubelebung und Stärkung der Oppositionsrolle», war politisch klärend und somit elektoral äusserst erfolgreich, jedoch nur so lange legitim, als die Schweiz vornehmlich mit internen Auseinandersetzungen befasst war. Die Attacken der USA, Deutschlands, Frankreichs und Italiens haben die Situation dramatisch verändert. Die Grosspartei, die systematisch auf die Schwächung der Mitte-links-Regierung hingearbeitet hat, muss sofort umdenken und die Verantwortung übernehmen, die ihr aufgrund ihrer Dominanz zukommt.

Nach Blochers Abwahl brachte die SVP nie den Mut auf, ihr politisches Gewicht ohne ihren Leader in neue Regierungssitze umzumünzen. Bei der Nachfolge von Samuel Schmid (BDP) präsentierte sie Ueli Maurer lediglich als einen Zusatzbewerber zweiter Güte, den sie auch heute noch so einschätzt und behandelt. Unrühmlich bis feige war das Verhalten der Fraktion nach dem Rücktritt von Pascal Couchepin (FDP), als die grösste Gruppe des Parlaments nicht einmal einen eigenen welschen Kandidaten portierte, sondern den Sitz den ohnehin übervertretenen Freisinnigen schenkte. Und nun soll, so die Ankündigung, bei einer eventuellen Vakanz abermals Blocher antreten, nach dem alten Szenario «Nur Blocher oder noch lieber niemand».

Die Anforderung der Zeit ist nicht die Rückkehr eines Mannes, den die Bundesversammlung nicht mehr wählen wird, not tut auch nicht eine Stärkung der oppositionellen Rolle der SVP. Dringend ist der parteipolitische Umbau der Regierung, um wieder eine Kongruenz zwischen den politischen Vorstellungen der Bevölkerung, der Kraft der Parteien und den Aktionen der Magistraten herzustellen, um Orientierung zu schaffen. Mittlerweile hat die Bestürzung über die von aussen gesteuerten Entscheide der Regierung so breite bürgerliche Kreise erfasst, dass eine neue Zauberformel für den Bundesrat nicht nur denkbar, sondern wählbar erscheint. Nach den eidgenössischen Wahlen von 2011 wird sie, wenn nicht alles täuscht, sogar zwingend.

Gelingen kann die Neuverteilung der Regierungssitze zugunsten der SVP indes nur, wenn die Partei alte interne Empfindlichkeiten überwindet, in Personalfragen an ihrem Strategen Christoph Blocher vorbei denkt und dafür zwei oder drei authentische Vertreter ihrer Politik in den Bundesrat entsenden kann. Ein solcher Deal nützt der Partei wenig, das verunsicherte Land könnte er stabilisieren.

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  • Werner Widmer
  • 03.03.10 | 14:05 Uhr

Wer wählt schon einen Chef, der die Firma (Verwaltung) auf Effizienz trimmt? Mit unbequemen Miitteln.

Un dann wieder der Stil. Die eine hat ein Kopftuch, die andere eine Wuschelfrisur und der Blocher hatte etwas Burschikoses, Einfaches. Und?

Die SVP hat schon Kanditaten. aber auch sie ist im System gefangen. Heute ist's wieder in Bern gesprochen.

Man muss wachsen. Wegen dem Wohlstand. Ist das nicht der ominöse Mammon? Der Geiz? Die Gier?
Werni

  • Hanspeter Bühler
  • 03.03.10 | 07:53 Uhr

Ach Herr Pfister, [gelöscht am 3.2.2010 durch Moderator]. Ohne die SVP, die trotz ihrer "Hemdsärmligkeit" die meisten Impulse für die unterschwelligen Bedürfnisse der Schweizer Bevölkerung aufwirft, wären wir einer noch viel schwierigeren Lage als wir es heute sind. Blocher war zwar nie der immerlächelnde, lustige Teamplayer, sprich Opportunist, den es eigentlich im Wohlfühlgremium in ihrem lächerlichen Zimmer mit den noch lächerlicheren Pulten im Bundeshaus benötigt, aber er ist ein wahrhaftiger Patriot - und dieser darf auch fehlerhaft sein.

  • Bernhard Zueger
  • 02.03.10 | 10:27 Uhr

Fortsetzung:

... dass sie eine bürgerliche Partei ist und die Querelen mit der SVP (und umgekehrt) vergessen. Die FDP ist selber schuld, wenn ihr Parteiprogramm von der SVP „gestohlen“ wurde. Das Parlament muss geläutert werden, das Volk will wieder verlässliche Leute, die das Land gegen Angriffe von aussen verteidigen. Wir brauchen eine gute bürgerliche Vertretung in Parlament und Bundesrat.

  • Bernhard Zueger
  • 02.03.10 | 10:25 Uhr

Herr Engeler.

Einverstanden, dass die SVP auf keinen Fall mehr Blocher als BR-Kandidaten portieren soll. Er kann mit seiner Erfahrung in der Wirtschaft mit dem In- und Ausland allenfalls im Hintergrund Ratschläge geben. An der Parteienspitze sehe ich keine starken und erfahrene Persönlichkeiten.
Nicht einverstanden bin ich, dass die SVP anstelle einer FDP-Person bei der letzten BR-Wahl jemand aus der SVP hätte vorschlagen sollen!
In den letzten Jahrzehnten war die Chance für die Bürgerlichen nie so gross, um beim Volk Rückhalt zu gewinnen. Die FDP soll sich endlich wieder daran besinnen,

  • Reto Eggenschwiler
  • 02.03.10 | 09:48 Uhr

nun, ist der bundesrat heute etwa nicht zerstritten ? das war nicht blochers schuld ! heute ist diese zerstrittenheit mindestens genauso gross. lustig sind schon wieder die umfragen, welche zu den wahlen 2011 gemacht werden, da heisst es bereits wieder, die svp werde massiv verlieren. ja ja bei der minarett-abstimmung hat man von medienseite den rechten auch keine chancen eingeräumt. blocher sagte zum jahresende, dass wenn alle svp-wähler an die urne gehen, man auf 40% kommt.unser land braucht einen weiteren rechtsrutsch.dieser staat ist von seinem naturell her nun mal rechts,basta !

  • Marcel Pfister
  • 01.03.10 | 12:35 Uhr

@Peter Tanner. Von "exzellentem Bundesrat" war bei Christoph Blocher nichts zu spueren. Ein Stuemper, welcher da der SVP-Kamarilla auf den Leim geht. Der Mann ist/war ein einziger Stilbruch und mit ihm ein grosser Teil "seiner" Partei und Fuehrungsriege. Ich finde auch, dass die SVP-ler viel zu wenig Kenntnisse und Verstaendnis von unserer Verfassung haben. So ist es voellig irrelevant welchen Gesamtwaehleranteil eine Partei in der gesamten Schweiz einfaehrt, da bei uns nach Kanton und mit Listenwahlen gewaehlt wird, und das mit recht. Unsere Verfassungungsvaeter haben da gut vorgesorgt.

  • Peter Tanner
  • 28.02.10 | 15:03 Uhr

Chr. Blocher war ein exzellenter Bundesrat, deshalb wurde er nicht wieder gewählt. Er wurde den anderen Parteien viel zu gefährlich. Ein Stümper, der das nicht merkt.
Gute Bundesräte gibt es nicht wie Sand am Meer. Ein Bundesrat aus der SVP muss sogar ein sehr guter Bundesrat sein, da er unter grausamer und unerbittlicher Beobachtung steht. Fehler von andern werden automatisch dem Bundesrat der SVP zugeschrieben. Die Frontisten, welche für die Abwahl von Herrn Blocher verantwortlich sind, dürfen auf sich richtig stolz sein. Sie haben ihrem Heimatland wirklich sehr geschadet – ganz wie geplant.

  • Marcel Pfister
  • 28.02.10 | 09:02 Uhr

@ Enzo Aduro
Wenn das mit der Irrelevanz der GDP PP-Zahlen doch nur so waere. Dann wuerde die Zusammensetzung der G20-Laender ja anders aussehen. Schwellenlaender wie die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) leben ja direkt vom PP-Wahn.

Ferner meine ich, dass man gerade in unserem noerdlichen Nachbarland stets Groesse mit Groesse verwechselt. Die Welt hat das im letzten Jahrhundert zweimal schmerzhaft erfahren muessen und wir Deutschschweizer erleben es tagtaeglich.

  • Enzo Aduro
  • 27.02.10 | 16:21 Uhr

@Karin-Maria Schäfer
Wie gesagt, GDP PP-Zahlen sind irrelevant.
Wenn Sie meinen sich eine schwache politische Repräsentation leisten können dann ist ja alles in Ordnung.
Jedenfalls wollte ich nur anmerken das die Schweiz unabhängig vom politischen Talent seiner Repräsentanten gar kein höheres Gewicht entfalten kann.

  • Marcel Pfister
  • 27.02.10 | 14:53 Uhr

An Marius Taube: Fuer mich war Christoph Blocher kein besonders guter Bundesrat. Ich halte ihn auch nicht fuer einen besondes geglueckten Politiker. Die Direktwahl des Bundesrats ist von unserer Verfassung - mit Recht und in weiser Voraussicht - NICHT vorgesehen. Wir sind ein Bundestaat mit eine ausserst foederalen Struktur. Bei einer Volkswahl waere das Gewicht der Deutschen Schweiz noch staerker.

Als Deutschschweizer wuensche ich mir eine noch bessere Vertretung der Sprachregionen im Bundesrat. Es ist nicht klug, zwei Vertreter des Kantons Zuerich im Bundesrat zu haben.

  • Marius Taube
  • 27.02.10 | 09:51 Uhr

Quatsch

Der Ruf Blocher in den Keller zu stellen ist quatsch. Der Wert eines Bundesrates sollte weder an seinem Alter noch an seiner Waehlbarkeit gemessen werden, sondern an seinen Leistungen als Bundesrat. Dies ist natuerlich sehr schwer bei jemand der noch nie Bundesrat war. Ausgerechnet beim durch Komplott abgesetzten Blocher ist dies durchhaus messbar, da er schon Bundesrat war, wobei ihm sogar seine Feinde hervorragende Leistungen zuerkennen. Und Waehlbarkeit ? Die SVP soll nur die direkte Bundeswahl durch das Volk durchsetzen, dann wuerden wir schon sehen wie waehlbar er ist !

  • Karin-Maria Schäfer
  • 26.02.10 | 14:43 Uhr

@Aduro ... Arme reiche Schweiz... wir können uns eine schwache Regierung leisten, da WIR stark sind. D und EU sind schwach, daher das laute gierige Gebell (Diplomati?!). Uebrigens Ihr Hass-Neid ist das beste Kompliment für die CH. Für D bleibt leider nur Mitgefühl übrig. Hartz IV lässt grüssen, nicht wahr Herr Aduro?? Tja, Herr Westerwelle hatte sehr Recht mit seinen diesbezüglichen Statements. Nun bellen sie, diejenigen welchen man aufs Schwänzchen getreten hat, wie gesagt es bleibt nur Mitleid übrig.

  • Enzo Aduro
  • 26.02.10 | 11:24 Uhr

Das Problem der Schweiz ist doch nicht der schwache Bundesrat, sondern die real schwache Verhandlungsposition derjenigen Länder gegenüber mit denen die Schweiz einen >>Krieg<< führt. Es ist helvetische Einbildung wenn man glaubt der Bundesrat vertrete die Schweiz so schwach. Die Schweiz IST so schwach.

Der Bundesrat verhandelt weich wie Kaugummi. Glaubt aber nicht das härtere Knäckebrot wäre standhafter!

PS: Bitte antwortet jetzt nicht mit irgendwelchen BIP Zahlen etc. So schön es ist wohlhabend zu sein, diese Zahlen sind auf der Bühne der Diplomatie nichts wert.

  • Marcel Pfister
  • 26.02.10 | 08:44 Uhr

Ich pflichte dem Inhalt des Artikels bei. Waehrend die SVP in Sachen Themen oft den Finger auf den wunden Punkt legt, bleibt sie beim Personal unter par.

Christoph Blocher ist ein Relikt der Vergangenheit. Ich halte ihn nicht fuer einen besondes geglueckten Bundesrat. Ueli Maurer ist eine einzige Peinlichkeit. Toni Brunner ist eine absolute Lachnummer und so sind viele seine Parteikollegen wie Caspar Baader und Ulrich Schluer.

  • Christoph Geiser
  • 25.02.10 | 18:49 Uhr

Grundsätzlich stimme ich mit dem Autor überein, aber wie Sergio Frei sagt, wen kann die SVP sonst vorbringen? Der Kult um CB erweist sich hier als Bumerang, denn man hat völlig vergessen eine zweite Reihe aufzubauen, die man jetzt ins Rennen schicken könnte. Da klafft eine Lücke von gut und gern 10 Jahren.
Die Gunst des Volkes ist wankelmütig. Bis eine neue Generation aufgebaut ist, können die prozentualen Anteile erheblich fallen.
Aber auch wenn das nicht so wäre, der Bundesrat bleibt so oder so ein zahnloser Papiertiger.

  • Sergio Frei
  • 25.02.10 | 16:51 Uhr

man nenne mir eine/n alternative! eben.
der einzige welcher tut was er sagt und macht was er vorher begründet ist cb selbst.
alles fahrwassrige um die partei herum, kommt wie ogi,schmid und konsorten, eben opportunisten mit nasenbluten.
als multimillionär hätte ich besseres zu tun als mich um meine berufung zu kümmern - der einzige vertreter der schweiz, vielleicht emotioneller , aber aufrichtig und zum wohle des landes.
was will den die einheitssuppenküche der parteien? "stil&form", der rest ist egal. kompetenz, voraussicht, konsequenz, härte auch unbequemes zu entscheiden.
siehe heute

  • Sergio Frei
  • 25.02.10 | 16:38 Uhr

die WW muss sich als eigenes sprachrohr profilieren und kontra geben.
es kann nicht sein , dass wieder "stil" gefragt ist. hatten dies schon , seit über 10jahren.
zustande bringt man nix, sinnlos zu fragen ob den die 6/7stilisten schon je selbstständig einen franken verdient haben?
die realität ist konstanter selbstbetrug: merz,calmy,schlumpf und pfarrersohn moritz sind die quittung.
im ausland auf die "truppe" angesprochen, weigere ich mich diese als gewählte (von wem?) landesvertreter zu sehen.
könnte man ja ebensogut giacobbo als komiker oder SRG als privatfersehen verkaufen!

  • Marianne Studer
  • 25.02.10 | 12:35 Uhr

/2

Dass Engeler's Plädoyer für Nationalismus und Abschottung unter der Führung der SVP auch nichts mehr ist, als ein populistischer Gag, weiss er selber auch. Die SVP lanciert nun die Volkswahl des BR's und weiss ganz genau, dass sie in einer Majorzwahl kaum Chancen hat ihre Hardliner durchzubringen. Damit beweist sie haargenau, dass es ihr kaum ernst ist mit der Regierungsverantwortung. Wäre sie die Führerin einer rechten Mehrheitsregierung wäre das für sie ergiebige Doppelspiel Opposition und "halbe SVP Bundesräte" endgültig vorbei. Damit auch ihr feiges "Erfolgsrezept".

  • Marianne Studer
  • 25.02.10 | 12:24 Uhr

Die relative Stärke der SVP als politische Gruppierung nährt sich ja praktisch nur aus ihrer Oppositionshaltung gegen die sog. Classe Politique. Sobald die Partei Exekutivverantwortung übernehmen muss, wird ihr Profil abgeschliffen und ihre Exponenten auf den Boden der direktdemokratischen Realität geworfen. Die SVP hat ehrlich gesagt gar kein Interesse proportional in den Exekutiven von Bund und Kantonen vertreten zu sein, weil dann ihr Spiel der Fundamentalopposition dem des Kompromisses und des Pragmatismus weichen muss. Lieber polemisiert und proletet sie mit Blocher als Dompteur.

  • Hanspeter Bühler
  • 25.02.10 | 11:43 Uhr

Wenn die SVP nicht umdenkt und Blocher als Hauptfigur ausklammert, wird die zwar hemdsärmelig aber immerhin mehr oder weniger offen und klar auftretende stärkste Partei der Schweiz weiter Federn lassen. Klar ist auch, dass die SVP die einzige ernstzunehmende oppositionell orientierte politische Karft in der Schweiz darstellt. Gegen Blocher als ein Berater unter anderen im Hintergrund ist nichts einzuwenden. Klar ist auch, dass offenbar alle Probleme die unsere schweizerische Bevölkerung spürt nur durch Anstösse der SVP aufgeworfen werden.

 
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