Phase 1 - «OECD-Standards»
Die Schweiz übernimmt im Rahmen von neuen Doppelbesteuerungsabkommen das OECD-Musterabkommen und leistet künftig auch bei Verdacht auf Steuerhinterziehung Amtshilfe ins Ausland. Verunsicherte Kunden aus Europa ziehen ihr Geld aus der Schweiz ab. Diese Abflüsse sind verkraftbar und können teilweise durch Onshore-Aktivitäten und Neugelder aus Asien kompensiert werden. Ausserdem sieht das Abkommen lange Übergangsfristen vor. Mit ihrem Bankgeheimnis zum Schutz der finanziellen Privatsphäre bleibt die Schweiz als Finanzplatz vorerst attraktiv.
Phase 2 - «OECD-Standards»
auch in der Schweiz
Die Schweiz hebt die Unterscheidung zwischen Steuerhinterziehung und -betrug auch im Inland auf, um die «staatspolitisch bedenkliche Fesselung der Steuerämter» zu lösen. Der Entscheid erhöht die Verunsicherung bei ausländischen Bankkunden und führt zur Annahme, dass sich die Schweiz weiteren internationalen Normen anpasst. Der Kapitalabfluss hält sich zunächst in Grenzen, wird dann aber durch neuerliche Steueramnestien im Ausland sowie durch verschärfte Vorschriften für die Banken grösser. Betroffen davon sind vor allem kleinere und mittlere Finanzhäuser. Jetzt sind Arbeitsstellen bedroht.
Phase 3 - Automatischer
Informationsaustausch mit der EU
Die von der Schweiz angestrebte Abgeltungssteuer scheitert am Widerstand einiger EU-Staaten. Sie streben als Endziel den automatischen Informationsaustausch mit der Schweiz an. Dafür intensivieren sie auch ihr Arsenal an Druckmitteln und verwehren Schweizer Banken und Versicherungen den Marktzugang in Europa.
Die Schweiz akzeptiert widerwillig den Informationsaustausch und gibt dafür das Bankgeheimnis für ausländische Kunden auf. Das löst einen massiven Abfluss an Geldern aus, nun auch von institutionellen Anlegern. Der Finanzplatz schrumpft markant, Hedge-Funds, Family-Offices und Private-Equity-Firmen wandern ab. Der Cluster an Finanzkompetenz löst sich auf, die Schweiz verliert ihr Innovationspotenzial, und andere Zentren profitieren davon.
Phase 4 - Das Bankgeheimnis
wird vollständig abgeschafft
Im Einklang mit der Europäischen Union wird das Bankgeheimnis in der Schweiz abgeschafft. Der «gläserne Bürger» wird dadurch auch hierzulande Realität. Der Finanzplatz verliert sein wichtigstes Differenzierungsmerkmal und schrumpft auf «karibische» Dimensionen. Rund hundert oder ein Drittel aller Finanzhäuser in der Schweiz verschwinden, weil nicht mehr genügend Geschäft vorhanden ist. Zehntausende von Arbeitsplätzen in der Finanzindustrie und in anverwandten Branchen verschwinden, weil das internationale Geschäft geschrumpft und der Inlandmarkt längst gesättigt ist.













Kommentare