Interview mit Christiane Amanpour

«Krieg als Droge? Ich bitte Sie!»

Zwanzig Jahre Einsatz als Kriegsreporterin machten Christiane Amanpour zum berühmtesten Gesicht des Nachrichtensenders CNN. Die Starreporterin über Objektivität bei Völkermord, ihren neuen Job als Moderatorin im Studio und das Minarettverbot in der Schweiz.

Von Beatrice Schlag

«Ich werde keine Komplizin»:Christiane Amanpour in einer Liveschaltung mit Angelina Jolie im Studio ihrer Sendung bei CNN. Bild: CNN

Frau Amanpour, wie lernt man Ihr Handwerk?

Ich war bereits drei Jahre bei CNN in New York, bevor ich 1990 ins Ausland geschickt wurde, in die ehemaligen Ostblockländer, wo erste Wahlen stattfanden. Das war ein weicher Start. Meine erste grosse Geschichte war der erste Golfkrieg. Ich flog, wie die meisten Journalisten, nach Dubai, wir wohnten alle im gleichen Hotel, weil die Telefonleitungen gut waren. Man konnte weder in den Irak noch nach Kuwait. Das war eine ziemliche Herausforderung. In Dubai passierte gar nichts, der Krieg fand in Kuwait statt, und ich hatte weder gute Informationen aus dem Irak noch aus Kuwait.

Was haben Sie den Zuschauern berichtet?

Genau das, was wir wussten und nicht wussten. Es dauerte zwei Wochen, bis die ersten Journalisten in den Irak konnten. Dann beschloss der Gipfel der Arabischen Liga in Kairo, Saudi-Arabien zu verteidigen, also reisten wir nach Saudi-Arabien. Und da fing unsere Geschichte an, als 500 000 alliierte Soldaten sich an der saudi-arabischen Grenze sammelten, um Saddam Hussein zu entmachten. Wir waren vier Monate lang täglich draussen in der Wüste und berichteten über militärische Vorgänge und persönliche Geschichten.

Sie lernten praktisch vor der Kamera?

So baut man nicht nur Wissen auf, sondern lernt auch, Informationen analytisch zu präsentieren. Es war der Anfang von CNN International, wir berichteten erstmals rund um die Uhr über Diplomatie weltweit, vom Uno-Sicherheitsrat in New York, aus Genf, aus Russland, aus Saudi-Arabien und Bagdad, und alle, nicht nur die Journalisten, hatten ein Gefühl von grosser Dringlichkeit. Und weil CNN so neu war und so anders berichtete, sahen alle CNN, in den USA, in Europa und im Nahen Osten. Es war Weltdiplomatie live.

Bosnien war Ihre nächste Station.

Der Wechsel in der Berichterstattung von einem grossen, konventionellen Krieg, den die ganze Welt verfolgte, zu dieser kleinen, viel vielschichtigeren ethnischen Säuberung im Herzen Europas war kompliziert. Und diesmal sassen wir mittendrin, die Front war überall, manchmal selbst im Hotel. Und dieselben Leute, die Saudi-Arabien verteidigt hatten, sagten hier gleich zu Beginn: «Damit haben wir nichts zu tun, wir leisten höchstens humanitäre Hilfe.»

Wie haben Sie sich dort bewegt?

Es war unendlich schwierig, von Bosnien nach Serbien und zurück zu kommen. Die Gefahr war real. Immer wieder wurden Freunde und Bekannte getötet oder verwundet. Aber in Bosnien habe ich meine Arbeit als Journalistin erstmals klar begriffen, und ich habe begriffen, warum sie wichtig ist: weil wir wussten, dass in Europa ein Völkermord stattfindet, bevor die Welt ihn so nennen wollte. Die Vereinten Nationen rieten dringend davon ab, den Begriff Genozid zu verwenden.

Sie sprachen dennoch von Völkermord.

Ja, weil eine Gruppe eine andere ethnische und religiöse Gruppe wegen ihrer ethnischen Zugehörigkeit und Religion angriff, um sie aus einem Territorium zu vertreiben, das sie für sich wollte. Das war sehr leicht festzustellen. Das Problem war, dass die Welt nichts davon wissen wollte. CNN und BBC setzten diese Meldung vier, fast fünf Jahre lang täglich als Top News in die Nachrichten. Es konnte also niemand sagen, er habe nicht gewusst, was in Bosnien vorging. Das gibt es nicht mehr. Es gibt heute keine einzige Plattform, die bereit wäre, einer Geschichte, die es verdient, dieses Mass an Aufmerksamkeit einzuräumen.

Wann glaubten Sie, objektiv zu wissen, dass in Bosnien ein Genozid stattfand?

Ich erinnere mich nicht an das genaue Datum. Aber ich weiss, dass 1994 ein Porträt über mich in der New York Times erschien. Ich war sehr geschmeichelt über Sätze wie: «Where there is war, there is Amanpour.» Aber ganz am Ende wurde meine Objektivität in Frage gestellt. Es hiess, ich sei auf der Seite der Muslime, und ich regte mich fürchterlich auf, weil ich das nie so gesehen hatte.

Verstehen Sie, wieso der Eindruck entstand?

Ich habe lange darüber nachgedacht und eine Definition für Objektivität unter Verhältnissen wie damals in Bosnien gefunden. Für mich bedeutet Einerseits-andrerseits-Journalismus keine Objektivität. Objektiv sein heisst, allen Seiten die Möglichkeit geben, angehört zu werden. Aber es bedeutet nicht, dass man allen Seiten moralisch das gleiche Gewicht gibt. In manchen Situationen macht man sich so zum Komplizen. Ich werde keine Komplizin von Völkermord. Was hätten wir im Zweiten Weltkrieg gesagt? Dass Hitler in manchen Dingen doch recht hatte? Nein.

Was ist Ihre Definition von Objektivität?

Objektivität bedeutet Wahrheit. Das ist es, was ich, so gut ich es kann, wiedergeben möchte. Die verschiedenen Seiten sollen gehört werden. Aber ich bin nicht für eine Objektivität zu haben, die Gründe findet, warum es legitim ist, in Sarajevo ein Kind abzuschlachten, weil es zufällig muslimisch ist. Es ist nicht schwierig. Aber die Leute mögen keine moralischen Urteile. Und genauso wenig will ich moralisierend auftreten. Aber man muss bei der Wahrheit bleiben.

Sie haben über zwei Völkermorde berichtet, in Bosnien und in Ruanda. Verstehen Sie Völkermord?

Ja, zum Teil. Wahnsinnige Anführer sind eine Voraussetzung. Es ist die Verrücktheit des Grössenwahns. Es ist das, was geschieht, wenn die Leute absolut überzeugt sind, recht zu haben. Ich sage das mit Absicht, weil Sie wissen, wie viel religiöse und politische Leute es gibt, die nicht nur von der Richtigkeit und der Göttlichkeit ihrer Meinung überzeugt sind, sondern auch davon, dass alles andere falsch ist, sprich böse. Wenn Sie zu den Leadern der Welt gehören und solche Ansichten haben, wird alles möglich. Es ist verbunden mit einer grossen Fähigkeit, den Gegner zu entmenschlichen. Das Fussvolk, das habe ich in Bosnien und Ruanda gesehen, folgt den Medien, die die Entmenschlichung anheizen. In Bosnien gab es TV-Spots von Muslimen als Affen. In Ruanda wurden die Tutsi als Küchenschaben gezeigt, und es wurde davor gewarnt, ihre Kinder überleben zu lassen. Das berührt die Leute. Sie werden sehr emotional, wenn man an ihren Patriotismus appelliert. Es ist leicht, Leute zu manipulieren und in einen Wahn zu treiben.

Wie viel Angst haben Sie, wenn Sie in Kriegsgebieten arbeiten?

Schwierig zu sagen. Natürlich hat man Angst, wenn Bomben und Kugeln fliegen. Man will am Leben bleiben. Die Frage ist, wie man mit der Angst umgeht. Das hat mit Erfahrung, Zeit und Adrenalin zu tun. Jeder nennt uns Adrenalin-Junkies, aber Adrenalin hält uns am Leben. Wenn Adrenalin ausgestossen wird, ist man alert: Entweder man flieht vor der Gefahr, oder man stellt sich ihr. ›››

Viele Kriegsreporter haben sich selbst als kriegssüchtig beschrieben.

Ich finde es das grösste Klischee über unseren Beruf, dass wir ohne Krieg nicht leben können. Es klingt so romantisch, so selbstbezogen zum Kotzen. Ich denke ganz anders darüber. Ich habe ein gesundes Leben, eine gesunde Familie, gesunde Freundschaften. Ich brauche nicht in Kriegsgebiete zu fahren, um mich lebendig zu fühlen. Natürlich gibt es langweilige Arbeit und aufregende Arbeit, und unsere Arbeit ist zweifellos aufregend. Ich würde sicher lieber für den Rest meines Lebens da draussen arbeiten als hinter einem Pult.

Was ist Ihre Motivation?

Mein Bedürfnis ist, diese Geschichten zu erzählen, weil ich wirklich glaube, dass die Geschichten dieser Leute erzählt werden müssen. Ungerechtigkeit macht mich wütend, die Behandlung von Frauen und Kindern als Bürger zweiter Klasse macht mich wütend, Armut macht mich wütend. Und je mehr Erfahrung ich in diesem Beruf habe, desto sicherer bin ich, dass Journalismus vor Ort eine Möglichkeit ist, zu ihrer Bekämpfung beizutragen. Das ist es, was mich motiviert, nicht die Aussicht auf Nervenkitzel. Krieg als Droge – ich bitte Sie. Ein Mensch, der eben erschossen wurde, ist keine Droge, sondern etwas, wogegen man angehen muss.

Mord ist die häufigste Todesursache unter Kriegsreportern. Ohne lokale Sicherheitsleute können sie sich kaum noch bewegen. Das wiederum können sich nur noch wenige Medienunternehmen leisten.

Das hat sich völlig verändert. Heute können wir ohne enorm teuren Schutz fast nirgends mehr hinfahren. Das heisst, man ist umgeben von einer Horde von Sicherheitsleuten, die behaupten, einen zu schützen. Manchmal sind sie sehr hilfreich, weil sie auch Generatoren flicken können, manchmal haben sie uns wirklich geschützt. Aber es hat absurde Ausmasse angenommen und unseren Beruf entscheidend beeinflusst.

Tatsache ist, dass die Anzahl der Kriegsreporter immer geringer wird. Wer oder was kann sie ersetzen?

Viele glauben, dass Laien die Reporter ersetzen können. Das Resultat dieses social networking sieht man auf Twitter oder Facebook. Es sind individuelle Informationen, die man nicht überprüfen kann. Sie verschafften einen wichtigen und nützlichen Einblick, wo sie vorhanden waren, beispielsweise im Iran. In Haiti spielten sie praktisch keine Rolle. Aber man kann sich auf diese Informationen nicht verlassen. Es gibt keinen Ersatz für professionellen Journalismus, der Fakten checkt. Twitter oder Facebook sind ein Plus, niemals ein Ersatz.

Sie sagten, beim Völkermord in Ruanda wäre früher interveniert worden, wenn mehr Journalisten da gewesen wären.

Ich bin absolut davon überzeugt, dass es einen Einfluss auf die Regierungen gehabt hätte, wenn in jenen kritischen drei Monaten, als eine Million Menschen umgebracht wurden, mehr Journalisten da gewesen wären. Die USA und die anderen Nationen im Sicherheitsrat wollten einfach nicht intervenieren, und es waren nicht genug Journalisten dort, die ihnen Feuer unter dem Hintern machten. Das zugeben zu müssen, ist schlimm. Deswegen ist der Abbau von Korrespondenten so deprimierend. Nichts kann die fundierte Berichterstattung vor Ort ersetzen. Gott sei Dank gibt es da draussen immer noch viele grosse Reporter. Aber es reicht, TV-Nachrichten zu sehen, um zu verstehen, wohin sich die Dinge entwickeln.

Seit vergangenem September moderieren Sie auf CNN International täglich die Nachrichtensendung «Amanpour» aus New York. Wollten Sie einen ruhigeren Job?

Nein. Ich wollte nicht aus London weg. Aber mein Mann war meinetwegen nach London gezogen, als sein Job in der Clinton-Regierung 2000 beendet war. Es war klar, dass diesmal er dran war. Er wollte in die USA, um wieder Politik zu machen, deswegen bin ich umgezogen. Und ich musste hier eine Arbeit finden. Mein Sohn war neun, es wurde immer schwieriger, so lange auf Reisen zu sein, wie ich das früher getan hatte und wie ich das ehrlich gesagt noch immer gern tun würde. Aber das geht nicht mit einem Kind, wenn es grösser wird.

Wird es für Sie ein Problem sein, wenn James Rubin, Ihr Ehemann, wieder aktiv in die Politik einsteigt?

Ich weiss es nicht, wirklich nicht. Aber ich werde mich damit auseinandersetzen, wenn es so weit ist. Er war Sprecher des Aussenministeriums und Assistent von Madeleine Albright, während ich aus Bosnien, Ruanda und anderen Ländern berichtete, und es war nie ein Thema, dass wir zusammen waren. Aber ich berichtete damals nie aus Washington. Das ist jetzt anders. Wir werden sehen.

Mögen Sie die Studioarbeit?

CNN International wollte sein Programm verändern und bot mir eine Sendung an. Und ich hatte mir immer gewünscht, nicht nur Aktualität zu machen, sondern auch Zusammenhänge, Hintergründe, Nebenaspekte und menschliche Zusammenhänge hinter den dürren Fakten aufzeigen zu können. Ich dachte, die Studioarbeit würde etwas völlig Neues sein. Aber ich bin immer noch Reporterin, ob im Studio oder draussen. Ich interviewe Direktbeteiligte. In meiner Sendung kommen viel weniger Experten und Analytiker als die Players zu Wort, die Entscheidungen treffen. Und ich breche Interviews nicht nach drei Minuten ab, was in den USA die Standardlänge für News-Interviews ist.

Sie flogen erst zwei Wochen nach dem Erdbeben nach Haiti, mehrere Ihrer CNN-Kollegen waren längst vor Ort. Was war an Ihrer Berichterstattung anders?

Das letzte Mal war ich 1994 in Haiti gewesen, nach der US-Intervention, um Demokratie zurückzubringen. Wie wir alle wissen, verlief das Experiment nicht besonders gut. Und jetzt steht das Land wieder vor einer kaum lösbaren Aufgabe. Heute im Studio sehe ich die Langzeitperspektive besser: Ich bin der festen Überzeugung, dass Haiti nicht schon wieder ein neues Pflästerchen braucht, ein paar Wochen Aufmerksamkeit, weil es ein Katastrophengebiet ist. Es braucht einen geduldigen, ausgereiften Langzeitaufbau, eine Entwicklung als Nation. Und ich war wirklich erstaunt, dass alle traditionellen Geldinstitute von Weltwährungsfonds bis Weltbank mit Obama, Sarkozy, Brown und anderen übereinstimmten, dass es jetzt darum geht, ein Land aufzubauen, das auf eigenen Füssen stehen kann.

Was hatten Ihre CNN-Kollegen berichtet?

Die ersten Berichte waren natürlich über das Drama, die fehlende Nahrung, den Notzustand. Aber niemand sagte, dass nicht ganz Haiti zerstört war und dass es Haiti nach Aristides Abgang in den letzten Jahren besser gegangen war, dass es drei Wirtschaftszweige gab, die ihm mit den richtigen Investitionen erlauben könnten, selbständig zu sein: Landwirtschaft, Tourismus und eine Bekleidungsindustrie, die preislich mit China mithalten kann. Das macht die Geschichte sehr viel interessanter und komplexer als reine Krisenberichterstattung, und das mache ich in meiner Sendung.

Warum begnügten sich die USA so viele Jahre mit Pflastern?

Als ich aus Haiti zurückkam, las ich eine Rede von George C. Marshall, in der er 1947 die Vorarbeiten des Marshall-Plans zum Wiederaufbau Europas darlegte. Er sprach über die Auswirkungen, die der Plan haben würde, über Regierungen und über «nation-building», was inzwischen fast ein Schimpfwort geworden ist. Wir müssen ein anderes Wort dafür finden, aber es muss mehr sein als ein Pflaster. Die USA haben 20 000 Soldaten und tonnenweise Nahrungsmittel geschickt, das war auch erforderlich. Aber es ist viel einfacher, zu reagieren, als die Vorstellung durchzusetzen, wie man es diesmal richtig macht.

Was heisst «es richtig machen»?

Haitis Geschichte ist eng mit den USA verknüpft. 1915 bis 1934 war es von den USA besetzt, hatte traumatische Probleme mit seinen Regierungen, und viele davon, zum Beispiel Duvaliers Diktatur, wurden von den USA unterstützt. Dann wollten die USA etwas mehr Demokratie, verhängten ein Embargo, das Haitis Manufakturen zerstörte. Sie brachten Aristide erneut an die Macht, der ein Desaster war und wieder abgesetzt wurde. Erst seit 2004 gab es dank der Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen so etwas wie Stabilität. Dann kamen Nahrungsmittelknappheit, Hurrikane und das Erdbeben. Also ist Haiti ein fragiles Land. Aber deswegen ist es noch kein hoffnungsloser Fall. Ich glaube, ein kleiner Inselstaat kann mit konsistenter Hilfe in zehn Jahren auf eigenen Füssen stehen. Das sollte das Ziel sein. Es ist der einzige Weg, ob man Haiti, Jemen oder Afghanistan nimmt.

Wie soll konsistente Hilfe bezahlt werden?

Die Leute reden alle über Wirtschaftskrise, Defizite, Zinssätze – Dinge, die weit über den Horizont der meisten Leute gehen, jedenfalls über meinen. Aber niemand redet über die grosse Plage unserer Zeit: Jugendarbeitslosigkeit. Schauen Sie hin, wo Sie wollen: in die USA, den Iran, die Westbank, nach Afghanistan, Haiti. Wir brauchen einen konzertierten strukturellen Wandel. Unsere westlichen Demokratien glauben an Justiz, sie glauben zumindest verbal an Menschenrechte und daran, dass man der Armut ein Ende setzen muss. Aber wenn man es nicht anders anpackt, wird die Armutsfalle bestehen bleiben. Wir werden viel Geld ausgeben, und nichts wird sich ändern. Ich hab zwanzig Jahre lang als Reporterin erlebt, dass diese ganze Wohltätigkeit – ob sie von NGOs, privaten Stiftungen oder Regierungen kommt – absolut nichts bringt, wenn sie nicht mit lokalen Behörden und Institutionen geplant und koordiniert ist.

Die Schweiz hat mit der Annahme des Minarettverbots weltweit Aufsehen erregt. Wie denken Sie darüber?

Meine Arbeit hatte immer mit der Bekämpfung von Intoleranz zu tun. Und der überwiegende Teil der Muslime in Westeuropa fühlt sich den Ländern zugehörig, in denen sie leben. Ich verstehe das Verbot nicht, es gibt doch so wenige Minarette bei Ihnen. Es war ein sehr cleveres Kampagnen-Design. Ich glaube nicht, dass die Schweiz ein intoleranteres Land ist als andere. Aber die Politik der Angst wirkt. Natürlich gibt es seit dem 11. September auch legitime Befürchtungen, aber sie werden nicht offen und sachlich dargelegt. Also fühlen sich die Leute verängstigt, ohne genug Informationen zu haben. Und da sind wir wieder bei den Medien. Sie arbeiten sehr oft mit negativen Stereotypen, ob das Muslime oder andere Gruppen betrifft.

Kommentare

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  • Peter Tanner
  • 10.03.10 | 09:01 Uhr

Ihre Meinung wäre sehr gefragt zum Finanz- und Wirtschaftskrieg, den die USA ohne Kriegserklärung über die Welt gebracht haben. Auch darum, weil Ihr Mann James Rubin Berater von Präsident B. Clinton war. Genau dieser löste mit seiner sehr expansiven, fragwürdigen Geldmengen- und Haus für Jedermann-Politik das noch immer herrschende Desaster aus.

  • bruno michel
  • 26.02.10 | 16:27 Uhr

na ja Frau Amanpur, was soll denn das? Kampf gegen Intoleranz, die Wahrheit berichten wollen usw. Das klingt alles sehr edel. Aber, wie
meistens, wenn man die örtlichen Realitäten nicht kennt, ist es ratsam
sich einer Meinung zu enthalten. Die Schweizer waren gegen
Minarette, weil sie keine wollen. Muss man Minarette haben wollen, um als tolerant und als nicht leicht beeinflussbar zu gelten? Die Plakate haben
zwar viel Wirbel erzeugt, aber was die Moslems wollen, habe ich auch ohne Plakat schon gewusst.

  • Werner Widmer
  • 24.02.10 | 09:06 Uhr

Warum wird eigentlich dem Volk bei Skepsis immer Angst untergejubelt? Gibt es nicht rationale Gründe etwas Vorgekautes abzulehenen?
Werni

  • Peter Tanner
  • 21.02.10 | 15:20 Uhr

Die Aussage der Frau Amanpour reflektiert nur eines und das erst noch gut, dass sie ihr Urteil nicht aufgrund eigener Beobachtungen gefällt hat. Auch Sie, Herr Metzger, spielen auf unfeine Art damit, dem Stimmvolk das eigene Urteilsvorvermögen abzusprechen, es sei quasi einem Rattenfänger hinterher gelaufen. Das sind eben die Sterotypen, nichtswertige Aussagen, die den Stimmbürger ungnädig stimmen. Vor allem dann, wenn der Alltag ziemlich anders aussieht. Trotz grosser Toleranz sah sich das Stimmvolk genötigt, neue Akzente zu setzen.

  • Daniel Metzger
  • 20.02.10 | 07:17 Uhr

Finde im Gegensatz zu meinem Vorredner,das Frau Amanpour die Schweiz mit Ihrer Aussage sehr gut reflektiert.
Was die SVP momentan erneut mit Ihrer Plakataktion beweist,man spielt mit der Angst der Bürger.
Denke diese negativen Stereotypen finden oft auch ihn den Köpfen der Menschen statt,ihn einer Zeit in der man kaum seine Nachbarn kennt,ist dies auch nicht verwunderlich
Die Welt ist bei weitem nicht so schlimm!
Mich ängstigen mehr gewisse Politiker und man muss sich fragen ob es Ihnen wirklich um unser Land geht.

  • Peter Tanner
  • 19.02.10 | 09:58 Uhr

Die Antwort von Frau Christiane Amanpour hinsichtlich des Minarettverbots zeugt leider von einem ungenauen Kenntnisstand. Die Schweiz ist sogar weit toleranter als viele andere Länder, das Kampagnen-Design war nicht clever, wurde aber unbewusst vom Nein-Lager unterstützt (Plakatverbot, Vogel Strauss Politik der Medien und Politiker). Der 11. Sept. spielt keine Rolle, sondern die Wut darüber, wie man sich gegenüber dem Gastland benehmen kann. Die Medien haben keine negativen, sondern nur positive Stereotypen verwendet.

 
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