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03.02.2010, Ausgabe 05/10

Intern

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Das deutsch-schweizerische Verhältnis ist geprägt von Missverständnissen. Die Spannungen dauern bereits mehrere Jahrhunderte an. Bei seiner Analyse des Konflikts kommt Markus Somm zum Schluss, dass es letztlich um eine Identitätsfrage geht. Die Schweizer definieren sich als Nichtdeutsche, deshalb geht es um alles, was sie ausmacht. Dass die Deutschen dafür kein Verständnis haben, ist der Grund für viele Spannungen. Auch die jüngste Krise ist darauf zurückzuführen. Die Deutschen begreifen nicht, weshalb der Datenklau die Schweiz dermassen irritiert.

Mehr zum Thema: Dossier «Die Deutschen»

Am Beispiel des Datendiebstahls zeigt René Lüchinger, wie sich in Deutschland ein neuer Berufsstand etabliert: der staatlich geprüfte Datendieb. Einem solchen will die deutsche Bundesregierung 1500 Bankdaten abkaufen und 2,5 Millionen Euro bezahlen. Lüchinger beleuchtet den Berufsstand des Datenklauers und kommt zu erstaunlichen Erkenntnissen.
Die Einwanderung deutscher Fachkräfte, Mediziner und Manager ist ein Gewinn für die Schweiz. Denn die gutausgebildeten Immigranten kommen hierher, nachdem ihnen der deutsche Staat mit Steuergeldern eine teure Ausbildung bezahlt hat. Pierre Heumann zeigt, wie viel die Schweiz an den qualifizierten Einwanderern verdient – und wie viel Deutschland verliert.

Mehr zum Thema: Dossier «Bankgeheimnis / Steuerstreit»

 

Regietalent Michael Steiner («Mein Name ist Eugen», «Grounding») ist tief gefallen. Das könnte sich jetzt als Glücksfall erweisen. Nachdem sein abgedrehtes Filmprojekt «Sennentuntschi» wegen akuter Finanzschwierigkeiten über ein Jahr lang festgefroren war und verschiedene Rettungsversuchte gescheitert waren (die Weltwoche berichtete), bahnt sich eine solide Lösung an. Mit der erfolgreichen Constantin Film AG, die zu hundert Prozent in Schweizer Besitz ist, hat Steiner einen starken Partner gefunden. Inlandchef Philipp Gut zeigt die Umstände der generalstabsmässig durchgeführten Rettungsaktion. 

Weltwoche-Redaktor Urs Paul Engeler war der erste Journalist, der den gestrauchelten Armeechef Roland Nef kritisch hinterfragte, als dieser in anderen Blättern noch als Strahlemann gefeiert wurde. Diese Woche stellte sich Nef auf Tele Züri als Opfer einer obskuren Weltwoche-SVP-Verschwörung hin. Die Theorie basiere – wie er schliesslich eingestehen musste – auf Mutmassungen, die einer genaueren Prüfung nicht standhalten. Engeler und Alex Baur zeigen in diesem Blatt auf, wie der Brigadier a.D. die Öffentlichkeit heute nach demselben Muster in die Irre zu führen versucht, wie er schon die Sicherheitsprüfer der Armee genarrt hatte. Aber Nef ist kein Medienopfer, tatsächlich wurde sein grösstes Problem gnädig verschwiegen

Auch mit 83 Jahren ist Nikolaus Senn, der langjährige Führer der SBG (und späteren UBS), ein lebhafter, intelligenter Gesprächspartner. Nur ein Schnupfen hat ihn erwischt, was ihn nicht davon abhielt, im Minutenrhythmus Zigaretten zu rauchen. Die Bemerkung unserer Redaktorin Carmen Gasser, dass Rauchen gar nicht so schädlich sein könne, nachdem er ein derart hohes Alter erreicht hat, überhört er. «Oswald Grübel, 67, ist ja auch nicht alt», meint er.

Ihre Weltwoche

Erschienen in der Weltwoche Ausgabe 05/10
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