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Glücklich und süchtig nach Facebook

Für die Teilnahme an einem Experiment versuchten fünfzig Schweizer Facebook-Benutzer einen Monat lang auf das soziale Internet-Netzwerk zu verzichten. Mit unabsehbaren Folgen für ihren Alltag.

Im vollen Wissen um die Belanglosigkeit: Facebook-Nutzerin D. Bild: Dominik Orth (orth.ch)

Seit wir der globalen Plauderbörse «Facebook» vor einem Jahr eine erste Titelgeschichte widmeten, hat sich die Zahl der User des sozialen Netzwerks fast verdoppelt. 1,8 Millionen Schweizer besitzen heute ein Online-Profil und schreiben fast täglich Statusmeldungen oder Kommentare, sie laden Bilder hoch oder treten Gruppen bei, wie zum Beispiel derjenigen der Weltwoche-Fans mit 918 Mitgliedern (die «Weltwoche Nein danke!»-Gruppe hat 648 Mitglieder). Inlandredaktor Andreas Kunz hatte exklusiv Zugang zu einer neuen Studie, die sich mit den sozialen und persönlichen Auswirkungen der Facebook-Kommunikation beschäftigte. Fünfzig «heavy users» verzichteten einen Monat lang auf ihren virtuellen Freundeskreis. 

 Mehr zum Thema: Umfrage «Könnten Sie noch auf Facebook verzichten?» und grosses Dossier «Das soziale Web»

 

Es ist nicht einfach, Freunde und Kollegen in aller Öffentlichkeit zu hinterfragen. Dies mag erklären, warum (mit Ausnahme der Zeitung Sonntag) bislang noch kein Medium die fragwürdige Rolle des Verlegers René Schuhmacher beim Renten-Referendum unter die Lupe genommen hat. Der begnadete Netzwerker und Jurist Schuhmacher, der auch über einen direkten Draht zum Schweizer Fernsehen verfügt, zieht bei dieser hochpolitischen Vorlage im Hintergrund die Fäden und setzt seine politisch unverdächtigen Konsumentenblätter (K-Tipp, Saldo etc.) geschickt als Propagandavehikel ein. Bislang hat der joviale und umgängliche Macher, der auch in der Journalistenszene viele Freunde hat, die Öffentlichkeit stets gemieden. Unser Reporter Alex Baur ist mit Schuhmacher seit vielen Jahren per du. Das hat ihn von der Recherche nicht abgehalten. 

 

Der Mann vor ihr am Besprechungstisch sah Wirtschaftsredaktorin Carmen Gasser sehr verwundert an. Als ob sie etwas ganz und gar Unanständiges gefragt hätte, bei dem er im ersten Moment gar nicht wusste, ob er verärgert sein sollte oder doch lieber herzhaft lachen müsste. Dabei hatte die Journalistin Peter Sauber lediglich die Frage gestellt, wie er es in all den Jahren im Formel-1-Geschäft geschafft hatte, keine Skandal-Schlagzeilen zu produzieren, keine Boxenluder, keine Ehefrauen, die dreissig Jahre jünger sind, oder Unfälle, die er einem Fahrer angeordnet hätte. Solche Abgründe scheinen weit, weit weg zu sein von Peter Sauber, der, wie er sagt, auch in jeder anderen Branche so wäre, wie er ist. Ein Saubermann, der schlaflose Nächte kennt. 

 

Sie gehören zu den einflussreichsten Regisseuren ihrer Generation und gelten als schwierig. Seit gut 25 Jahren arbeiten Ethan und Joel Coen nur mit ihren engsten Mitarbeitern zusammen und verweigerten selbst Vertretern des Studios, das den Film finanzierte, den Zutritt zum Set. Indem sie für ihren neuen Film «A Serious Man» ausschliesslich unbekannte Schauspieler verpflichteten, zementierten die Brüder ihren Ruf als Querschläger. «Ein Film ohne grosse Namen ist der absolute Albtraum eines Studios», sagten die beiden mehrfachen Oscar-Preisträger, die sich im Gespräch mit unserer Mitarbeiterin Sarah Elena Schwerzmann in London immer wieder schräge Seitenblicke zuwarfen, scheinbar ohne Grund zu lachen anfingen und ihre Sätze gegenseitig zu Ende sprachen. 

Ihre Weltwoche

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