Wie geht es in der Rezession eigentlich unseren Bundesbeamten? Nutzen sie den Spardruck, um die längst fällige und dem Steuerzahler von Finanzminister Merz versprochene Kostensenkung durchzuführen? Im Gegenteil. Inlandredaktor Andreas Kunz fand heraus, dass die Personalausgaben des Bundes sogar noch angestiegen sind. Ohne jegliche Einschränkung profitieren die Beamten auch während der Wirtschaftskrise von grosszügigen Sonderleistungen, Rabatten, höheren Sparzinsen, Zusatzversicherungen und Ferienreglementen. Ebenfalls nicht verändert hat sich die Arbeitseinstellung. Auf dringende telefonische Anfragen musste Kunz teilweise stundenlang warten.
Der Fall des Hochstaplers Tiziano Sudaro, der mit erschwindelten akademischen Titeln in der Bundesverwaltung eine glänzende Karriere machte (Weltwoche 2/10), zieht weitere Kreise. Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) reicht Strafanzeige gegen Sudaro ein, wegen Fälschung von Ausweisen, Urkundenfälschung und Betrugs. Derweil stellt sich die Frage der Verantwortung. Im Fokus steht Divisionär und Rüstungschef Jakob Baumann, der Sudaro in den ehemaligen Planungsstab der Armee holte und beförderte. Mehr noch: Baumann wollte den Schwindler zum Chef des Geheimdienstes machen, wie Recherchen von Inlandchef Philipp Gut zeigen. Mit dem Fall Sudaro bekommt der zackige Divisionär, der bereits wegen millionenschwerer Fehleinkäufe in der Kritik steht, ein weiteres ernsthaftes Problem.
Frauen sind in Beziehungen ebenso gewalttätig wie Männer, so die etwas verstörenden aktuellen Erkenntnisse aus der Forschung. Dass die Küche als Frauendomäne auch im Interesse der Männer abgeschafft werden sollte, zeigen Untersuchungen aus den USA: Zwischen Herd und Kühlschrank finden die meisten gewalttätigen Übergriffe auf Ehemänner und Liebhaber statt. Eingesetzt werden Scheren, Messer oder siedend heisses Wasser. Doch Frauen benutzen ebenso oft Schusswaffen wie Männer, und am liebsten benützen sie Wurfgegenstände. Eine Mini-Umfrage von Weltwoche-Redaktorin Franziska K. Müller im eigenen Bekanntenkreis bestätigte: Die meisten der Befragten wurden im Verlauf ihres Liebeslebens bereits einmal von Espressotassen, Nudelpackungen oder Bierdosen getroffen. Müller selbst beteuert ihre Unschuld.
Er sitzt in Blickweite des Bundeshauses, mitten im EU-kritischen Land Schweiz. Ein EU-Botschafter im Feindesland. Doch der Österreicher Michael Reiterer hat eine ganz persönliche Form gefunden, damit umzugehen, dass die Mehrheit der Schweizer von der Europäischen Union nichts wissen will. Er ist, wie er selber sagt, ein EU-Botschafter «zum Anfassen». Den Beweis dafür trat er nach dem Interview mit den Redaktoren Carmen Gasser und René Lüchinger gleich selber an. Beim anschliessenden Apéro mit allen Bewohnern des Hauses in der Berner Bundesgasse 18 dauerte es genau zehn Minuten, bis Reiterer alle Anwesenden begrüsst und miteinander bekannt gemacht hatte. Und Offenheit bewies er auch beim Interview selber.
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