Intern

Die Angst vor Fremden ist eines der dominierenden Themen der Zeit. Bislang wurde sie nur als Charakterfehler abgetan oder den «Verhältnissen» zugeschrieben. Jetzt arbeitet die Wissenschaft immer deutlicher heraus, dass es sich um ein universales, tief in der Psyche verwurzeltes Phänomen handelt, das uns während der längsten Zeit der Geschichte gute Dienste leistete. Kai Michel berichtet in seiner Coverstory über die faszinierenden Erkenntnisse dieser Biologie der Fremdenangst. 

Was ist das für ein Land, in dem eine vierköpfige Familie mit Nettoeinkünften von 4450 Franken monatlich als so «arm» gilt, dass der Staat eingreifen muss? Für die meisten Menschen dieser Welt, die (kaufkraftbereinigt) mit einem Bruchteil dieses Betrages auskommen, mag die Definition von Armut der Schweizer Sozialbranche wie blanker Hohn klingen. Ist der Anspruch auf neue Turnschuhe, Auto, Hund oder Restaurantbesuche wirklich ein Menschenrecht? Man habe eine Diskussion in einem Tabubereich lancieren wollen, sagt die Branchenorganisation Skos. Davon kann keine Rede sein. Fast alle Medien, vom Schweizer Fernsehen («Immer mehr Armutsbetroffene in der reichen Schweiz!») bis zur SI («Armut schadet allen»), kolportierten widerspruchslos, was ihnen an Pressekonferenzen serviert wurde. Alex Baur und Urs Paul Engeler gelangen zu nüchterneren Schlussfolgerungen: Mit Armut lässt sich Geld verdienen. 

 

Der Krieg im Irak läuft langsam aus. Der verhasste Bush ist nicht mehr Präsident der USA. Stattdessen reicht Friedensnobelpreisträger Obama den Muslimen auf der Welt die Hand. Der Präsident vermeidet provokative Rhetorik, hat Folter verboten, verspricht, Guantánamo zu schliessen, und ermöglicht dem Architekten der Anschläge vom 9. September 2001 ein faires Gerichtsverfahren. Trotzdem hat am Heiligen Abend ein als sympathisch und freundlich geschilderter junger nigerianischer Student versucht, sich selbst, 268 Mitpassagiere und 11 Besatzungsmitglieder umzubringen. Was trieb den 23-Jährigen, der aus einer reichen Familie stammt und eine erstklassige Ausbildung genoss, zu der Tat? Die aufschlussreiche Lebensgeschichte des jungen Omar Faruk Abdulmutallab.

Man kann dem notorischen Marxisten Jean Ziegler vieles vorwerfen ein Langweiler war er nie. Davon durften sich Philipp Gut und Peter Keller überzeugen. Aus einem Pflichttermin zu Zieglers Buch («Der Hass auf den Westen») wurde ein streitlustiges Gespräch von zwei Stunden. «Marx braucht nicht um Vergebung zu bitten», schrieb der Genfer Soziologe vor Jahren. Ob er diese Einschätzung heute noch teile? «Es gibt nichts zu entschuldigen.» Und er? Ob er sich wie Marx auch nirgends zu entschuldigen habe? Nach einem lauten «Nein!» folgte eine Pause und ein leiseres «Also doch . . . bei bestimmten Frauen.» 

 

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Ihre Weltwoche

Kommentare

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  • Peter Schlegel
  • 14.01.10 | 13:15 Uhr

Werni,

Es geht nicht nur um Unternehmen. Privatpersonen, die in keiner Landeskirche sind (Konfessionslose, Atheisten, Juden, Muslime,...) zahlen auch die Pfarrerslöhne und die Löhne der Steuerbeamten, die die Kirchensteuer erheben! Das ist der Skandal!

Es gibt Sozialinstitutionen, die ebenso gute Arbeit leisten und trotzdem keine Lohnkosten vom Staat vergütet erhalten und sich selbst finanzieren müssen und die Mitgliederbeiträge nicht vom Staat einziehen lassen können!

Kommt hinzu, dass die katholische Kirche klar gegen die Gleichstellung von Mann und Frau verstösst!

  • Werner Widmer
  • 13.01.10 | 19:18 Uhr

Herr Schlegel,
Mir ist es schlicht egal, wer was den Kirchen bezahlt und ob er will. Wenn halt Konzerne auch etweas zahlen müssen, ist das deren Beitrag an diese bestens geführte Sozialinstitution, welche den besten Leistungsausweis von allen hat.
Eine Firma braucht keinen Arbeitsgenehmigung, kann also dahin gehen wo's günstiger ist. Einfach, oder?
Und ich erwähnte Personen und nicht Firmen.
Sie erinnern mich an den Zarathustra des Forums.
Profitieren tun bei den Landeskirchen höchstens die Gewerbler.
Das Gute kann man gar nicht ermessen.
Aber versuchen Sie es weiter.

Werni

  • Peter Schlegel
  • 13.01.10 | 13:32 Uhr

Werni,

Du bist schlecht informiert!

"jeder zahlt freiwillig". FALSCH!

1. Juristische Personen zahlen auch Kirchensteuern und keineswegs freiwillig!

2. Die riesigen Verwaltungskosten des Steuerwesens zahlt der Staat obwohl die Kirchen auch massiv profitieren. Und es zahlen diese Verwaltungkosten auch jene, die nicht Mitglied einer Landeskirche sind!

3. Die Löhne der Pfarrer werden in den meisten Kantonen nicht über die Kirchensteuer bezahlt, sondern aus der Staatskasse. Das heisst, auch hier: Alle zahlen!

Wir haben in den meisten Kantonen keine Trennung von Kirche und Staat!!!

  • Peter Schlegel
  • 13.01.10 | 13:25 Uhr

Liebe Christine,

Eine kleine Minderheit der Muslime (meist in abgelegenen Regionen) ist für Steinigen und Hände abhacken!

Frag mal Studenten in Teheran oder Leute in Karachi, Istanbul oder Jakarta was sie davon halten. Hast du mal mit Leuten in diesen Millionenstädten gesprochen?

Nochmals: Die grosse Mehrheit der Muslime in der Schweiz kommt aus dem Balkan. Dort spielt die Scharia überhaupt keine Rolle!!! Wie in vielen anderen islamischen Regionen auch nicht!!!

Wer sich gegen menschenrechtswidrige Diskriminierungen wehrt, ist noch lange kein Fundamentalist!!!

  • Peter Schlegel
  • 13.01.10 | 13:17 Uhr

Liebe Christine,

Deine Argumentation ist unlogisch!

Du sagst ja selber es gilt für Fremde und "Nicht-Fremde" sprich Schweizer. Weshalb sollte denn die Angst vor Nicht-Schweizern grösser sein als die Angst vor Schweizern?

In den 60er und 70er Jahren hatte man die genau gleiche Diskussion über die Einwanderung von Italienern geführt. Es hies, die passten nicht hierher, sie würden sich nicht integrieren,...

Und heute sind sie bestens integriert! Das gleiche wird in 10 bis 20 Jahren mit den Muslimen sein! Niemand wird das heutige Theater mehr verstehen!

  • Carla Kägi
  • 13.01.10 | 08:57 Uhr

Ich weise auf die jüngsten Vorkommnisse in Dänemark & die darauf folgenden Reaktionen in Norwegen (Mohammed Karikaturen) hin, auch auf das unter dem Stichwort UK Islam sich entwickelnde Geschehen. Dazu kommt der Bombenanschlag im Iran & die Reaktion der Regierung darauf.
Wir spielen alle Ping-Pong und die Bälle werden immer grösser!
Mir ist es egal in wessen Namen die Suppe auf dem monotheistischen Krisenherd letzlich hochkocht & überläuft, dass scheint sich eh' nicht aufhalten zu lassen. Wie könnte man das?
Monotheistische Religion=Es kann nur EINEN geben=Diktatur= nicht demokrat.-kompatibel

  • Christine Joos
  • 13.01.10 | 07:15 Uhr

Peter, was in der Bibel steht, weiss ich 1. nicht genau und 2. wird es nicht praktiziert. Hände abhacken und Steinigen schon. Viele Muslime sind dafür, weil sie für die Scharia einstehen. Das sollte auch Dir klar sein.

Persönlich wehre ich jedes Missionieren ab: Seien es Freikirchen an der Haustüre, seien es für ihre Praktiken um Verständnis heischende muslimische Fundamentalisten: Ich will mit ihrem religiösen Mittelalter nicht konfrontiert werden hier und wehre daher schon Ansätze dazu ab: Kein Muezzin auf dem Turm, keine Parallelgesellschaften mit Hinterhof-Scharia.

  • Werner Widmer
  • 13.01.10 | 07:13 Uhr

Herr Schlegel,
Skandal Kirchensteuer? Keineswegs, jeder zahlt freiwillig. Nichtzahlende wollen am Schluss aber doch noch die Dienste. Wenn einem die Statuen nicht gefallen-> austreten.
Wegen Evangelikalen und Molem Problemen fragen Sie am Besten amtierende Schulpfleger. Die zeigen Ihnen dann das richtige Bild.
WerniFragen s,

  • Christine Joos
  • 13.01.10 | 07:02 Uhr

"Gewisses Misstrauen", "gewisse Vorsicht". Josef und Felix sagen es richtig.

"Fremdenangst ist irrational" ist nun mal nicht richtig, lieber Peter. Der Mensch ist Anspruchshaltung an den Menschen, ob fremd oder nicht fremd. Er wird in seiner Erwartungshaltung an den anderen immer enttäuscht werden (Beispiel von Josef), was allein sein Fehler ist. Dieser Enttäuschungen wegen k a n n Fremdenangst gar nie irrational sein. Was irrational ist, ist die positive Erwartungshaltung. Sie sei darum bespickt mit einer vernünftigen Portion Vorsicht. D a s ist rational.

  • Peter Schlegel
  • 12.01.10 | 23:37 Uhr

4. "Sunniten und Schiiten zerfleischen sich jeden Tag im Irak."

Katholiken und Protestanten zerfleischten sich während Jahrzehnten in Nordirland! Bis heute kommt kein Frieden zu Stande.

5. "Alle einflussreichen Oberen des Islams predigen die gleiche gefährliche Religion."

Dann nenn uns doch mal "alle einflussreichen Oberen des Islams" und erkläre uns inwiefern sie die gleiche gefährliche Religion predigen.

Deine Behauptung ist Unsinn! Es gibt viele höchst unterschiedliche Ausprägungen des Islams! Schon nur Schiiten und Sunniten vertreten ganz unterschiedliche Meinungen!

  • Peter Schlegel
  • 12.01.10 | 23:33 Uhr

3. "Frauen werden zu Tode gesteinigt und genital verstümmelt."

Das ist schrecklich, da gebe ich dir recht. Aber in der grossen Mehrheit der islamischen Staaten gibt es keine Steinigungsurteile! Im Christentum und Judentum werden Steinigungen auch in den Heiligen Schriften erwähnt.

Die Beschneidung von Mädchen hat rein gar nichts mit der Religion zu tun, sondern ist ein regionales Probelm. Beschneidungen gibt es am Horn von Afrika bei Muslimen, Christen, Juden und Anhängern von Naturreligionen!

Leider häufig falsch verbreitete Pauschalisierungen über den Islam!

  • Peter Schlegel
  • 12.01.10 | 23:26 Uhr

Bernhard Zueger,

1. Du hast recht, wir haben Gesetzte, die religiöse "Zwänge" nicht toleriert. Dies gälte eigentlich für alle Religionen, auch für evangelikale Christen. Mit diesen haben wir klar die grössten Probleme in der Schweiz!

Hinzu kommt, dass sich die katholische Kirche nicht an das Gleichstellungsgesetz hält und dennoch Kirchensteuern kassiert! Ein Skandal!

2. "Der Islam ist nicht kompatibel mit einer Demokratie."

Falsche Behauptung! Auch das Christentum ist nicht kompatibel mit einer Demokratie, wenn es keine Trennung zwischen Kirche und Staat gibt!

  • Felix Bärlocher
  • 12.01.10 | 16:03 Uhr

VERNUNFT = VERSTAND + ETHIK

ergo:

ETHIK = VERNUNFT – VERSTAND

Um ethisch zu handeln, muss man also den Verstand ausschalten.

“Eben Evolution rückwärts zum Tier!” Der Mensch ist ein Tier. Die Folgerung, dass wir unsere Instinkte einfach ignorieren sollen oder können, ist illusionär. Menschliche Ethik lässt sich nicht von absoluten Prinzipien, losgelöst von biologischen Gegebenheiten, ableiten (das meinten vielleicht früher mal einige Philosophen). Eine gewisse Vorsicht gegenüber Fremden ist angebracht, nur schon um Missverständnisse wegen verschiedenen kulturellen Normen zu verhindern.

  • Josef Huber
  • 12.01.10 | 15:28 Uhr

Peter Schlegel
Um den Unterschied zwischen zwei Dingen festzustellen, muss man sie vergleichen, oder nicht ? Den Unterschied zwischen dem Völkermord in Amerika und der Einwanderung bei uns konnte ich sehr schnell feststellen, aber auch jenen zwischen der Fremdenangst vieler Schweizer und der fehlenden auf der anderen Seite. Die Skepsis, welche dort drüben offensichtlich gefehlt hat, stünde uns vielleicht ganz gut an. Es muss ja nicht gerade Fremdenangst sein, ein gewisses Misstrauen angesichts der angewandten Rechtsordnung in den von Muslimen beherrschten Staaten genügt.

  • Bernhard Zueger
  • 12.01.10 | 11:29 Uhr

Fortsetzung:
Frauen werden zu Tode gesteinigt und genital verstümmelt. Homosexuelle werden unter Zustimmung von Scharia-Partisanen aufgehängt, dem gültigen Gesetz des Islams. Sunniten und Schiiten zerfleischen sich jeden Tag im Irak. Palästinensische Mütter lehren ihren 3-jährigen Kindern die ideale Welt des Märtyrertums.
Alle einflussreichen Oberen des Islams predigen die gleiche gefährliche Religion.
Nach Ihrer Theorie sind über 90% der Muslime gemässigt. Wenn es so wäre, dann wäre Bin Laden nicht der gefeierte Held und schon längst gefasst.
http://www.nuitdorient.com/n2337.htm

  • Bernhard Zueger
  • 12.01.10 | 11:27 Uhr

Herr Schlegel. Ich teile Ihre Wunschgedanken voll und ganz. Es wäre schön, wenn es wahr wäre. Die Realität sieht aber anders aus. Mit der Abstimmung gegen Minarette haben wir die Probleme nicht gelöst. Auch das stimmt. Aber wir müssen die Sache diskutieren. Im Klartext: darüber reden, warum und dass der Islam nicht in unsere Kultur passt. Jede Religion und Sekte darf bei uns frei ausgeübt werden. Politische Zwänge und Gesetze, welche über eine Religion zu uns „verschleppt“ werden, verletzen aber unsere Souveränität und UNSERE Gesetze.
Der Islam ist nicht kompatibel mit einer Demokratie.

  • Marianne Studer
  • 12.01.10 | 09:05 Uhr

Soll man noch erstaunt sein, wenn hier Ausreden für Fremdenfeindlichkeit gesucht werden und mit tierischen Urinstinkten entschuldigt und begründet werden... Evolution backwards sozusagen. Dass die Rechten sich immer mehr auf tierisches Verhalten stützen und meinen damit ihre menschlichen Defizite erklären zu können, erstaunt auch nicht weiter. Die unsinnge Debatte läuft immer mehr darauf hinaus, dass man mit ausgestreckten Finger auf die rückständigsten und unterentwickelsten Regionen der Welt zeigt und posaunt: Wenn die das machen, dann machen wir das auch! Eben Evolution rückwärts zum Tier!

  • Peter Schlegel
  • 12.01.10 | 08:58 Uhr

Liebe Christine,

Nochmals: In der Vernunft ist auch die Ethik enthalten! Die Menschenrechte sind eine Folge der Aufklärung! Dort ist eben Ethik ein wesentlicher Bestandteil!

Wer Tiere quält, handelt unaufgeklärt und unvernünftig auch wenn er es unwissentlich tut. Er hätte sich informieren müssen!

Das Denkschema: "Hund -> Tier -> Funktion" ist weder rational noch aufgeklärt!!!

Rational denkende Menschen wissen, dass Hunde in Rudeln leben sollten aufgrund wissenschaftlicher Fakten!

Fremdenangst hingegen ist irrational. Aufgeklärte Menschen lassen sich nicht durch Ängste leiten!!!

  • Marianne Studer
  • 12.01.10 | 08:51 Uhr

Das selektive Demokratieverständnis der SVP und ihres Sprachrohrs Weltwoche zeigt sich in der nun zum DRITTEN MAL verschobenen Frist zur Einführung des Rauchverbots, das vom Zürcher Souverän vor bald zwei Jahren (!) mit fast 60% Mehrheit angenommen wurde. Kein Wort darüber hier - Der Kt. BE hat gleichzeitig mit ZH darüber abgestimmt aber das Rauchverbot bereits per 30.6.2009 umgesetzt! RR Fuhrer, welcher dieser Volksentscheid nie gepasst hat, hat alles getan, um denVolkswillen nicht zu respektieren und der Raucherlobby zuzuspielen! Zeit, dass diese unfähige Frau endlich geht!

  • Peter Schlegel
  • 12.01.10 | 08:32 Uhr

Liebe Christine,
Lieber Josef Huber,

Bitte lest doch, was ich schreibe!

Vernunft = Verstand + E T H I K

Beim Verhalten der Kolonialisten hat eben die ETHIK gefehlt! Ob sie bei Verstand waren, sei mal dahin gestellt!

Die Einheimischen in Amerika hatten das grosse Problem, dass sie technologisch (vor allem was Waffen betrifft) den Einwandern krass unterlegen waren.

Wer aber den brutalen Völkermord an den Indianern mit der heutigen Einwanderung in die Schweiz vergleicht, hat rein gar nichts begriffen!!!

  • Christine Joos
  • 12.01.10 | 07:23 Uhr

Peter, Angst ist kein Gefühl, das nur aufgrund realer Vorkommnisse aufkommt: Angst ist gerade eben das Gefühl, das als Warnung auf vermutete Ereignisse aufkommt. Dazu ist sie da: Als Warnung "Achtung, pass auf!". Angst ist subjektiv. Wird sie objektiv als unnötig erachtet, muss versucht werden, sie dem Betreffenden zu nehmen, etwas, das Du versuchst. Das Problem dabei ist,dass nicht jede sog.Objektivität als objektiv, sondern als subjektiv empfunden wird: Birgt Einwanderung objektiv gesehen Gefahr, ja oder nein? Beides gilt.Also gilt die Gewichtung. Darum kann keiner den andern überzeugen.

  • Christine Joos
  • 12.01.10 | 07:06 Uhr

Tierleiden=real=aufgeklärter Mensch reagiert darauf, funktioniert so nicht, lieber Peter. Z.B. Hunde wurden durch die Domestizierung ihren Rudeln entrissen. Ihnen wird in vielen Fällen kein Ersatz geboten, was dermassen grausam ist, dass man sich wundert, was ein Mensch überhaupt denkt, der seinen Hund angeleint im Zwinger ein autistisches Dasein fristen lässt. Wahrscheinlich fühlt er sich aufgeklärt und rational: Hund -> Tier -> Funktion. Doch Ratio allein, die füttert, genügt nicht. Die Einsicht/das Gefühl fehlt, dass man ihm Rudel sein muss. Ratio allein führt nicht zu ethischem Verhalten.

  • Peter Schlegel
  • 11.01.10 | 23:52 Uhr

Liebe Christine,

"ein Auge für ein Auge, einen Zahn für einen Zahn, eine Hand für eine Hand, einen Fuss für einen Fuss"

So steht es in der Bibel! So viel zum Thema Hand abhacken...

Religiösen Schriften wie Bibel und Koran stammen aus einer vormittelalterlichen Zeit. Die Bibel ist genau so rückständig wie der Koran. Entscheidend ist, wie man die jeweilige Heilige Schrift auslegt!

Die grosse Mehrheit der Muslime verabscheut Steinigungen und Hand abhacken genau so wie du oder ich!!!

Wenn du dich also zum Christentum bekennst, hast du ein ebenso "mittelalterliches" "Leitbild!!!

  • Josef Huber
  • 11.01.10 | 21:21 Uhr

@Peter Schlegel
Du denkst also, dass die freundliche Bereitschaft der Einheimischen im neuentdeckten Kontinent Amerika gegenüber den Eroberern aus Europa ein Ergebnis von VERNUNFT = VERSTAND + ETHIK gewesen ist ?

  • Peter Schlegel
  • 11.01.10 | 17:12 Uhr

Liebe Christine,

Das Leiden der Tiere ist REAL, deshalb reagiert ein aufgeklärter, rational denkender Mensch darauf!

Die Fremdenangst beruht aber auf einer IRREALEN "Gefahr", die eben gar keine ist. Ein aufgeklärter, rational denkender Mensch, lässt sich eben nicht von solchen unvernünftigen, IRREALEN Ängsten leiten!

KONSERVATIVE hingegen denken eben nicht rational und aufgeklärt. Sie haben Angst vor Neuem und Fremden auch wenn diese Angst unberechtigt ist!!! Diese Denkweise steht in klarem Widerspruch zur Aufklärung!

Roger Köppel und die SVP predigen unaufgeklärtes Denken!

  • Peter Schlegel
  • 11.01.10 | 17:06 Uhr

Liebe Christine,

Du bringst die Begriffe Vernunft und Verstand durcheinander:

VERNUNFT = VERSTAND + ETHIK

Einem vernünftigen, rational denkenden, aufgeklärten Menschen ist das Leiden der Tiere eben gerade nicht egal!

"ja natürlich, die Tiere leiden in der Massentierhaltung, aber was will man machen, wir müssen uns doch ernähren"

Das ist Argumentation eines KONSERVATIVEN, der zu faul ist seinen Verstand zu benutzen, um eine vernünftige Lösung zu finden, der nach dem Motto denkt: "Das haben wir immer schon so gemacht."

Dieses Denkschema finden wir auch beim EU-Beitritt!!!

  • Werner Widmer
  • 11.01.10 | 13:18 Uhr

Meistens kommen Fremde, weil sie etwas wollen und fordern. Davon hat man Angst. Kein Fremder kommt und bringt etwas. Es muss für den Fremden immer etwas abwerfen. Darum wird die Kolonisiation verurteilt, darum gibt es Einwanderungrestriktionen und vieles mehr.
Auch Missionare wollten etwas.
Werni

  • Carla Kägi
  • 11.01.10 | 08:23 Uhr

...als sie ertragen können, man soll endlich einsehen, dass der reale Alltag anders abläuft als es der kopfgesteuerte Theoretiker vorsieht.

Wenn man "idealistischen" Konstrukten gegenüber dem tatsächlichen Leben allzu lange den Vorzug gibt & sich hochnäsig urteilend über die in ihrer ursprünglichen Funktion durchaus berechtigten Urinstinkte des Menschen hinwegsetzen will, pervertieren diese & man sieht sich evtl. mit Tatsachen konfrontiert die weit von dem entfernt sind was man mit seiner Ignoranz der genannten Instinkte zu erreichen hoffte.

  • Carla Kägi
  • 11.01.10 | 08:11 Uhr

Xenophobie gehört zu den tiefverwurzelten Urinstinkten fast aller Lebewesen (ob Mücken xenophob sind weiss ich nicht).
Genauso tief verwurzelt ist der Instinkt der uns zur Paarung treibt. Was ist nicht schon alles versucht worden (Christenum/Islam), um uns diesen auszutreiben bzw. ihn zu kanalisieren. Resultat dieser rigorosen Bemühungen war & ist in fast allen Fällen eine Pervertierung dieses Instinktes.
Das heisst, wenn man so tief Verwurzeltes einfach negiert, bleibt es trotzdem aktiv vorhanden, aber es wird krank & agiert gefährlich. Man soll den Menschen nicht mehr zumuten forts. ..

  • Christine Joos
  • 10.01.10 | 16:52 Uhr

Wer in seinem "Leitbild" Hände abhacken und Steinigung gemeisselt hat, befindet sich im Mittelalter, lieber Peter.

Im Gegensatz zu Dir bevorzuge ich Menschen und Gesellschaften, die in ihrer Aufgeklärtheit auch ihre Gefühle sprechen lassen. Dann wären wir nämlich ein gutes Stück weiter im Umgang mit unseren Tieren. Doch wie oft siegt da die sog. Vernunft mit einem begleitenden Seufzer, "ja natürlich, die Tiere leiden in der Massentierhaltung, aber was will man machen, wir müssen uns doch ernähren".

  • Christine Joos
  • 10.01.10 | 16:45 Uhr

Damit bin ich nicht einverstanden, Dieter Lohmann. Fremdenfeindlichkeit und Rassismus drohen, wenn die Zivilisation zusammen krachte und sich erst wieder Gesellschaften bilden müssten. Solange das nicht passiert, bewegen wir uns in unserer in Jahrhunderten gewachsenen Zivilisation, und die lässt nicht mehr an sog. "Fremdenangst" zu, als vertretbar ist, um ihre Errungenschaften (z.B. Trennung von Religion und Staat) zu schützen. Stopps setzen ist legitim! Oder gehst Du einfach davon aus, dass alle Strömungen, die zu uns getragen gut sind, weil Menschen sie bringen? Und nichts abzuwehren ist?

  • Dieter Lohmann
  • 09.01.10 | 22:58 Uhr

Es besteht die grosse Gefahr, dass Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und die Diskriminierung von Minderheiten in der Schweiz salon- und teilweise gar mehrheitsfähig wird!

Die Weltwoche trägt mit ihrer tendenziösen Berichterstattung zu dieser Entwicklung bei.

Die Verbreitung von pauschalen, falschen Vorurteilen über Minderheiten ist das Standard-Rezept der SVP!

Das ist eine äusserst besogniserregnende Entwicklung!

Wer Fremdenfeindlichkeit zu einem Naturgesetz macht, tut so also wäre Fremdenfeindlichkeit eine logische Folge der Einwanderung. Was völlig falsch ist!!!

  • Peter Schlegel
  • 09.01.10 | 13:56 Uhr

Liebe Christine,

Im Gegensatz zu dir bevorzuge ich eine aufgeklärte Gesellschaft, die rationale Entscheide aufgrund von Fakten fällt.

Ich will keine Gesellschaft, die ihre Entscheide aufgrund von unbegründeter Fremdenangst oder religiöser und nationalistischer Ideologie fällt!

Genau das, was du den Muslime vorwirfst (sie seien im Mittelalter stehen geblieben,...), praktizierst du und ein Grossteil der Bevölkerung mittels Fremdenangst!

Eine Gesellschaft, die Entscheide aufgrund von Fremdenangst fällt, ist voraufgeklärt und im Mittelalter stehen geblieben!!!

  • Christine Joos
  • 09.01.10 | 10:08 Uhr

Peter, Fremdenangst ist also ein natürlicher Teil unseres Wesen. Es geht nicht darum, sie auszurotten, sondern unserem Verständnis nach in zivilisierte Bahnen zu lenken. Nur darum geht. Darum streiten wir uns. Du liegst falsch, wenn Du sie mit Vernunft und Aufklärung begründet ausrotten willst. Resp. Du liegst richtig, wenn Du sie in zivilisations-gerechte Bahnen lenken willst. Merke: Zivilisation ist nicht Synonym für Mensch-Sein.

  • Christine Joos
  • 09.01.10 | 10:02 Uhr

Peter,
1. Fremdenangst mag geschürt werden.
2. Xenophobie ist angeboren & sozial erlernt.
3. W i e weit muss sie abelegt werden?
Der archaische Grund-Typus Mensch, dem die Fremdenangst eigen ist, wurde überlagert, aber nicht ersetzt von der/durch die Zivilisation, die Teil der sozialen Evolution ist. Sind Aufklärung & Bildung dazu da, den archaischen Teil des Menschen auszurotten? Nein: Es ist weder möglich noch wünschenswert. Fällt unsere zivilisatorische Infrastruktur zusammen, verliert auch der Mensch seine Zivilisation: Er muss auf seine archaische Komponente zurück greifen können.

  • Peter Schlegel
  • 08.01.10 | 16:22 Uhr

Hanspeter Bühler,
Christine Joos,

1. Fremdenangst wurde und wird von gewissen - meist rechten oder rechtsextremen - politischen Gruppierung bewusst GESCHÜRT!

Dazu gibt es historisch unzählige Beispiele!

2. Xenophobes Verhalten wird sozial gelernt und kann somit verändert und abgelegt werden. Es geht darum diese IRRATIONALEN gelernten Dogmen durch sachliche Argumente zu widerlegen!

3. AUFKLÄRUNG und BILDUNG sind die wesentlichen Ansätze zur Bekämpfung von Fremdenangst!

WER VORURTEILE GEGENÜBER FREMDEN DULDET ODER GAR MITTRÄGT, HANDELST ÄUSSERST UNAUFGEKLÄRT!

  • Christine Joos
  • 08.01.10 | 08:35 Uhr

Die Ursachen für Fremdenangst liegen nicht nur in aktuellen gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Bedingungen allein. Fremdenangst ist ein Motivkomplex: Angeborene Reflexe und individuelle Disposition und Sozialisierungseinflüsse. Individuell ist der Xenophob vielleicht ein Misanthrop, Stammesgeschichtlich ist Fremdenfeindlichkeit Ueberlebenskampf und kulturell liegen Fremdenfeindlichkeit und Gastfreundschaft im Widerstreit. Sog."vernüftige" Gründe gegen FA anzubringen, funktioniert nicht: Der Widerspruch zwischen Angst/Abneigung als Abwehr und Freude am Kultivieren des Fremden bleibt.

  • Hanspeter Bühler
  • 07.01.10 | 15:38 Uhr

Mit Verlaub: Wer Fremdenangst verniedlicht hat seinen Kopf über den Wolken und ist blind. Es geht auch um Integration die Fremde grossmehrheitlich überhaupt nicht wollen.

Vogel Strauss-Verhalten ist ganz sicher kein Weg die klar vorhandenen Probleme aus der Welt zu schaffen. Diese zu politisieren finde ich auch kein Weg. Aber es muss darüber Klartext gesprochen werden können ohne dass derjenige der es tut als Fremdenhasser abgestraft wird.

Nur hat bis jetzt eigentlich nur die SVP das Thema das die Bevölkerung durchaus wahrnimmt auf ihre etwas ungehobelte Art und Weise themtisiert.

  • Peter Schlegel
  • 06.01.10 | 23:19 Uhr

Die "Biologie der Fremdenangst" ist alles andere als eine neue Entdeckung!

Biologen, Historiker und Ethnologen kennen dieses Phänomen schon lange. Zu beobachten ist das Phänomen auch in der Tierwelt, beispielsweise bei Affen.

Die Menschheit hat sich aber in den letzten Jahrhunderten weiterentwickelt! Insbesondere die AUFKLÄRUNG hat hier einen entscheidenden Anteil an dieser Entwicklung beigetragen.

Aufgeklärte Menschen denken eben RATIONAL und lassen sich nicht durch UNBEGRÜNDETE FREMDENANGST leiten.

Wer Fremdenangst gutheisst, propagiert eine unaufgeklärte Gesellschaft!!!

 
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