Die Angst vor Fremden ist eines der dominierenden Themen der Zeit. Bislang wurde sie nur als Charakterfehler abgetan oder den «Verhältnissen» zugeschrieben. Jetzt arbeitet die Wissenschaft immer deutlicher heraus, dass es sich um ein universales, tief in der Psyche verwurzeltes Phänomen handelt, das uns während der längsten Zeit der Geschichte gute Dienste leistete. Kai Michel berichtet in seiner Coverstory über die faszinierenden Erkenntnisse dieser Biologie der Fremdenangst.
Was ist das für ein Land, in dem eine vierköpfige Familie mit Nettoeinkünften von 4450 Franken monatlich als so «arm» gilt, dass der Staat eingreifen muss? Für die meisten Menschen dieser Welt, die (kaufkraftbereinigt) mit einem Bruchteil dieses Betrages auskommen, mag die Definition von Armut der Schweizer Sozialbranche wie blanker Hohn klingen. Ist der Anspruch auf neue Turnschuhe, Auto, Hund oder Restaurantbesuche wirklich ein Menschenrecht? Man habe eine Diskussion in einem Tabubereich lancieren wollen, sagt die Branchenorganisation Skos. Davon kann keine Rede sein. Fast alle Medien, vom Schweizer Fernsehen («Immer mehr Armutsbetroffene in der reichen Schweiz!») bis zur SI («Armut schadet allen»), kolportierten widerspruchslos, was ihnen an Pressekonferenzen serviert wurde. Alex Baur und Urs Paul Engeler gelangen zu nüchterneren Schlussfolgerungen: Mit Armut lässt sich Geld verdienen.
Der Krieg im Irak läuft langsam aus. Der verhasste Bush ist nicht mehr Präsident der USA. Stattdessen reicht Friedensnobelpreisträger Obama den Muslimen auf der Welt die Hand. Der Präsident vermeidet provokative Rhetorik, hat Folter verboten, verspricht, Guantánamo zu schliessen, und ermöglicht dem Architekten der Anschläge vom 9. September 2001 ein faires Gerichtsverfahren. Trotzdem hat am Heiligen Abend ein als sympathisch und freundlich geschilderter junger nigerianischer Student versucht, sich selbst, 268 Mitpassagiere und 11 Besatzungsmitglieder umzubringen. Was trieb den 23-Jährigen, der aus einer reichen Familie stammt und eine erstklassige Ausbildung genoss, zu der Tat? Die aufschlussreiche Lebensgeschichte des jungen Omar Faruk Abdulmutallab.
Man kann dem notorischen Marxisten Jean Ziegler vieles vorwerfen ein Langweiler war er nie. Davon durften sich Philipp Gut und Peter Keller überzeugen. Aus einem Pflichttermin zu Zieglers Buch («Der Hass auf den Westen») wurde ein streitlustiges Gespräch von zwei Stunden. «Marx braucht nicht um Vergebung zu bitten», schrieb der Genfer Soziologe vor Jahren. Ob er diese Einschätzung heute noch teile? «Es gibt nichts zu entschuldigen.» Und er? Ob er sich wie Marx auch nirgends zu entschuldigen habe? Nach einem lauten «Nein!» folgte eine Pause und ein leiseres «Also doch . . . bei bestimmten Frauen.»
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