Frauen über alles: Von diesem Motto liessen sich Pierre Heumann und Andreas Kunz leiten, als sie diese Sondernummer planten. Darin reden Frauen über ihre Erfahrungen in Politik und Diplomatie, über Literatur, Sport und Sex. Wir führen eine Tradition der Weltwoche fort, zum Jahresende ein Interviewheft zu präsentieren. Zuoberst auf der Agenda von Heumann und Kunz stand ein Interview mit der designierten Bundespräsidentin Doris Leuthard. Für das Gespräch im Vorzimmer ihres Büros im Bundeshaus Ost nahm sich die Volkswirtschaftsministerin eine volle Stunde Zeit. Sie parierte kritische Fragen nach der Personenfreizügigkeit und der Minarett-Initiative und sprach mit charmantem Lächeln über weiblichen Waffen, die sie nicht nur in politischen Verhandlungen auf Ministerebene anzuwenden wisse, sondern auch in Interviews mit kritischen Journalisten.
Die vorliegende Ausgabe ist eine Doppelnummer, die nächste Weltwoche erscheint am 7. Januar 2010
Madame Sadat war entzückt: Die Pralinen von Sprüngli, die ihr Pierre Heumann zum Interview in Kairo mitgebracht hatte, seien genau das Richtige zum arabischen Kaffee. Während die Präsidentenwitwe die Süssigkeiten vom Paradeplatz genoss, stellte sie anhand der Fotos, die in der klassizistischen Stube auf Abstelltischen und der Anrichte herumstehen, die Nachkommen von Sadat vor. Einen Sohn und drei Töchter sowie über ein Dutzend Enkelinnen und Enkel hat sie. Kein Sadat-Spross ist allerdings in die Politik eingestiegen. Nur Jehan Sadat, die 1933 als drittes Kind eines Ägypters und einer Engländerin geboren wurde, vertritt heute das politische Erbe ihre Mannes: «Er war meine Kraft, ich sein Licht», sagt sie über ihren Mann.
Umfrage: Welche der Frauen in dieser Ausgabe bewundern Sie am meisten?
Es ist eine nicht alltägliche Gesprächsanlage: Die Schriftstellerin Federica de Cesco, 71, unterhält sich mit ihrer Leserin Milena Lüchinger, 15. Der Teenager überraschte de Cesco mit Fragen wie die, ob sie sich beim Wiederlesen ihrer Bücher nicht oft ärgern würde über das, was sie vergessen habe zu schreiben. Das habe sie noch kein Journalist gefragt. Die Schriftstellerin war um eine Antwort keineswegs verlegen: «So oft habe sie sich im Nachhinein geärgert», sagte sie, «über all das, was ich vergass zu schreiben.»
Mit dieser Ausgabe gibt es einen Stabwechsel in der Bildredaktion. Catharina Hanreich, welche die Abteilung in den letzten zwei Jahren mit Leidenschaft und Kreativität leitete, hat sich entschlossen, nach New York zu gehen und sich dort weiterzubilden. Wir wünschen ihr alles Gute für die grosse Reise und bedanken uns für ihren grossen Einsatz. Damit übernimmt ihre Kollegin Nadine Hofer, die uns mit ihrer Arbeit als Freelancerin und Assistentin der Bildredaktion überzeugt hat. Sie hat dieses Jahr ihren Bachelor an der Zürcher Hochschule der Künste im Fach Medien& Kunst gemacht. Wir wünschen ihr einen guten Start.
Die Redaktion bedankt sich herzlich bei allen Leserinnen und Leser für die Treue im vergangenen Jahr, die Anregungen und die Kritik. Wir wünschen Ihnen frohe Festtage und einen guten Start ins neue Jahr.
Ihre Weltwoche













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