Bei der Abstimmung über die Minarett-Initiative haben viele junge Stimmbürger ein Ja in die Urne gelegt. Manche von ihnen offenbar auch deshalb, weil sie schlechte Erfahrungen gemacht haben mit Altersgenossen ausländischer Herkunft. Gewalttätige Auseinandersetzungen gehören für eine wachsende Zahl von Jugendlichen zum Alltag. Die Täter haben meist einen sogenannten Migrationshintergrund, die Opfer sind mehrheitlich Schweizer. Die Hemmschwelle für Gewaltakte sinke, die Brutalität nehme zu, heisst es bei der Polizei. Die Angriffe erfolgten oft grundlos und ohne Vorwarnung. Am Boden liegende, wehrlose Opfer würden getreten, mit Vorliebe gegen den Kopf. Philipp Gut und René Lüchinger haben die Ausweitung der Kampfzone für unsere Titelgeschichte recherchiert.
Umfrage: Waren Sie schon mal Opfer von Jugendgewalt?
Die Diskussion über Minarette und den Islam hat sich in eine Debatte über die (direkte) Demokratie verwandelt. Die politische und intellektuelle Elite bekundete Mühe mit dem souveränen Volk und zog dessen Fähigkeit zu rationalen Entscheiden in Zweifel. Im aktuellen Heft führen wir die Diskussionen weiter. Urs Paul Engeler zeigt, dass die Schweizer Bürger im Lauf der Geschichte allen totalitären und extremistischen Anwandlungen widerstanden haben. Roger Köppel untersucht in einem historischen Essay, wie der deutsche Diktator Adolf Hitler wirklich an die Macht kam – und widerlegt die herumgeisternde These, dass Hitler vom Volk gewählt worden sei. Zum selben Thema hat Köppel auch einen Videokommentar aufgezeichnet. Alex Baur zeigt in seiner Analyse, dass die Stimmberechtigten 1893 das «Schächtverbot» eben nicht aus antisemitischen Gründen beschlossen. Neben unserem Kolumnisten Christoph Mörgeli äussert sich schliesslich auch Jo Lang zum Thema. Wir geben dem grün-alternativen Nationalrat, der die Ansicht vertritt, der Macht des Volkssouveräns seien Grenzen zu setzen, Raum für einen Gastkommentar.
Als unser Autor in diesem Herbst Rom erreichte, befanden sich die Metro-Angestellten gerade im Streik. «In generale . . .», normalerweise, fahre die U-Bahn, meinte der Hoteldirektor drei Stunden später entschuldigend. «In generale . . .» könnte das Lebensmotto der Ewigen Stadt sein. Generell sei es verboten, im Petersdom zu fotografieren. Aber alle tun es. Generell wären die Busspuren für den öffentlichen Verkehr reserviert – der römische Autofahrer sieht das flexibler. Auch an der katholischen Kirche wird «in generale» kein gutes Haar gelassen. Kulturredaktor Peter Keller zeigt für einmal, was die Vatikan AG zum Erfolgsmodell macht, warum die römische Kurie ein Vorbild in Sachen Corporate Identity ist und weshalb der Heilige Stuhl selbst Verbrecher und Versager als Päpste übersteht. In einem Essay erklärt zudem Bischof Kurt Koch, was die katholische Kirche von allen anderen christlichen Glaubensgemeinschaften unterscheidet und warum sie so zukunftsfähig ist.
Am 23. Dezember erscheint unsere Weihnachts-Sonderausgabe. Ein ganzes Heft voller Gespräche mit und über Frauen. Da dies eine Doppelnummer ist, liegt die nächste reguläre Weltwoche dann wieder am 7. Januar 2010 vor.
Ihre Weltwoche













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