Imame

Moschee als Dunkelkammer

Kaum ein Schweizer weiss, was in den rund 200 Moscheen im Land gepredigt wird. Die Behörden auch nicht. Dies ist das beunruhigendste Fazit der vertraulichen Imam-Studie, welche die Regierung unter Verschluss hält. Mindestens acht Imame treten als Hassprediger auf.

Von Urs Gehriger

In der Minarett-Abstimmung wurde der Kampf um ein Symbol ausgetragen. Von weit höherer Relevanz als der Turm, der auf der Moschee steht, ist indessen, was in den islamischen Gebetsräumen gepredigt wird. Im Vorfeld der Abstimmung wurde bekannt, dass dem Sicherheitsausschuss des Bundesrates eine detaillierte Studie über die in der Schweiz praktizierenden Imame vorliegt. In der Öffentlichkeit regte sich grosses Interesse an dem Papier. Mit gutem Grund. Denn bis heute haben die meisten Schweizer keine Ahnung, was die Imame in den Moscheen predigen.

Dokument: Auszüge aus der Studie «Islamistische Imame»

Aufrufen von Medien, die Studie zu veröffentlichen, wurde eine Absage erteilt. Mit dem Verweis, das Papier sei als «vertraulich» klassifiziert, hüllte man sich in Schweigen. Gleichzeitig wurde der Eindruck erweckt, die Studie sei von geringem Gehalt. VBS-Chef Ueli Maurer, der das Dokument gemäss eigenen Angaben studiert hat, bezeichnete im Interview mit der Weltwoche (Nr. 46/09) den Imam-Bericht als «08/15-Studie». «Ich habe keine politische Brisanz erkannt», sagte der Bundesrat auf die Frage, warum er den Bericht unter Verschluss behalte. «Es steht nichts darin, was nicht bereits in den Medien abgehandelt wurde.»

Radikale Auslegung

Diese Einschätzung ist nicht bloss irreführend, sondern falsch. Die 17-seitige Untersuchung vom 29. Januar 2008 mit dem Titel «Islamistische Imame», die der Weltwoche vorliegt, ist breit abgestützt, wurde offenbar sorgfältig durchgeführt und enthält mehrere brisante Schlussfolgerungen. *

Vorab die beruhigende Nachricht: «Die grosse Mehrheit von Muslimen kann ihren Glauben mit den Grundsätzen der Verfassung in Einklang bringen», hält die Studie fest. Die Religion sei nur ausnahmsweise die zentrale Ursache für Integrationsprobleme, wird ein Bericht des Bundesamtes für Migration von 2006 zitiert. Bei einer «Minderheit» der Imame könne es jedoch vorkommen, dass sie radikale Reden hielten, welche der Integration von Ausländern des muslimischen Glaubens entgegenwirkten. So bestünden «Indizien, wonach mindestens acht Imame in einem Dutzend Moscheen in der Schweiz eine radikale Auslegung des Islams predigen». Betroffen sind Moscheen in den Kantonen Genf, Neuenburg (2), Waadt (2), Wallis, Bern, Basel (2), Luzern und Zürich (2).

Die Studie hält fest, dass die zwölf Gotteshäuser im Wesentlichen von Arabern geleitet und frequentiert werden. «Sieben der acht betroffenen Imame sind aus dem Maghreb stammende Araber.» Dieses Muster entspricht den bisher bekannten Erkenntnissen, wonach islamistische Aktivitäten in der Schweiz mehrheitlich von Muslimen arabischer Provenienz ausgehen.

Möglicherweise handelt es sich bei den erwähnten acht Imamen jedoch bloss um die Spitze des Eisbergs. Denn, und dies ist die beunruhigende Nachricht, für eine präzise Erfassung des Phänomens fehlen die nötigen Daten und Mittel. «Es ist nicht möglich, genau zu sagen, wie viele Imame extremistische und gewalttätige Propaganda betreiben», hält der Bericht fest, «auch nicht, in wie vielen Moscheen eine solche islamistische Vision tatsächlich gepredigt wird.» Begründung: «Gesetzliche Schranken in der nachrichtendienstlichen Beschaffung und das Fehlen von spezifischen Studien.»

Der Wissenslücke ist gravierend. Wie der Bericht festhält, verfügt der Dienst für Analyse und Prävention (DAP) «über keine konkreten Angaben» über die Predigten in den rund 200 Schweizer Moscheen. Mit einer einzigen Ausnahme: ein Imam im Kanton Bern (offensichtlich handelt es sich dabei um die Stadt Biel), der acht seiner Predigten, gehalten in den Jahren 2000 bis 2004, dem zuständigen Staatsschutzorgan übergeben hat – «freiwillig», wie vermerkt wird.
Der Fall wird denn auch ausführlich geschildert. An dem Beispiel wird offensichtlich, welch gewaltschürende Atmosphäre sich in Schweizer Gebetsräumen entfalten kann.

Zu dem Imam, der eine wahhabitische Interpretation des Islam predigt, heisst es, er befürworte Selbstmordanschläge in den islamischen Regionen, die als besetzt gälten. Er habe auch zugegeben, regelmässig die Dschihadisten, die in diesen Regionen wirkten, zu unterstützen und seine Zuhörer um finanzielle Unterstützung der Dschihadisten zu bitten.

Gemäss dem Imam-Bericht waren die Predigten des Geistlichen regelmässig von explosiver Brisanz. Gepredigt werde «die ewige Unversöhnlichkeit zwischen christlichen ‹Kreuzfahrern› und Muslimen». So vermittelte der Imam seiner Gemeinde: «Der gewalttätige Dschihad gegen Nichtmuslime wird im Westen praktiziert werden können, sobald die Bekehrungen zum Islam eine kritische Anzahl erreicht haben werden.»

Moderate Muslime als «ärgste Feinde»

Den Koran zitierend, lehrte der Imam, die Muslime seien «zur Gewalt gegen Christen und Juden aufgerufen bis zu deren Unterwerfung unter die islamische Vorherrschaft». Die Muslime seien aufgefordert, «sich nicht einer nichtislamischen säkularen Ordnung zu unterwerfen». Die Notwendigkeit, den gewalttätigen Dschihad zu vertreten, um den isla- mischen Staat in der arabischen Welt einzuführen, sei unumgänglich, und die Wiedereinrichtung des Kalifats sei notwendig. Konkret rief der Prediger «zum gewalttätigen Dschihad auf gegen die Kreuzfahrer in der muslimischen Welt, besonders im Irak». Die moderaten Muslime brandmarkte er als «ärgste Feinde des Islam».

Der porträtierte Imam habe auch zu den Organisatoren der Kundgebung gegen die zwölf dänischen Mohammed-Karikaturen gehört, die im Februar 2006 auf dem Bundesplatz stattfand, hält der Bericht weiter fest. Daran nahmen rund 600 Personen teil, vor allem arabische Männer, «darunter offensichtlich mehrere Dutzend Salafisten» (Anhänger einer strikt orthodoxen Auslegung des Korans), wie es im Bericht heisst.

«Schweizer sind ungläubige Schweine»

Die Hasspredigten des Imams blieben nicht ohne Wirkung. Ein junger Tunesier sei unter dem Einfluss des Imams radikalisiert worden, so dass er sich im Herbst 2005 nach Syrien und in den Irak begeben habe, um dort am Dschihad teilzunehmen. Im Irak habe er in einer Kampfformation namens «Märtyrer-Brigade» (Brigade der Selbstmordattentäter) unter der lokalen Qaida gekämpft, angeführt vom später durch die USA liquidierten Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi, der weltweit durch auf Video aufgezeichnete Köpfungen Schlagzeilen machte. Offenbar konnte der Tunesier aus der Berner Moschee seinen Akt des Martyriums jedoch nicht vollziehen. Im April 2006 sei er von den Koalitionstruppen im Irak getötet worden.

Neben dem Bieler Imam erwähnt der Bericht ein weiteres Beispiel eines Hasspredigers. In der Moschee von Kriens rufe ein Libyer mit Ausweis C die Gläubigen zur Gewalt auf. «Es heisst von ihm, er nenne die Schweizer Affen oder ungläubige Schweine und er befürworte ihre Ausrottung.» Zudem habe der Mann, der offenbar bei Abfassung des Imam-Berichts noch aktiv war, zu gewalttätigen Aktionen in den vermeintlich oder real besetzten islamischen Regionen aufgerufen.

Die Informationen über den Krienser Brandredner beruhen auf dem «Hörensagen». Dies weist auf ein grundsätzliches Problem des Schweizer Inlandgeheimdienstes hin: Von Gesetzes wegen endet seine Arbeit an den Türen der Moscheen. Denn muslimische Gotteshäuser gelten als Privaträume. Dem Nachrichtendienst sind somit die Hände gebunden. Er darf Predigten weder per Video aufzeichnen noch mit einem Tonband aufnehmen. Um Klarheit zu haben, was in den muslimischen Gotteshäusern unterwiesen wird, müsste folglich dauernd ein Mitglied der Schweizer Behörden mit profunden Kenntnissen der jeweiligen Sprache in den Moscheen einsitzen und die Predigt memorieren.
Sei ein Imam einmal als Hassprediger identifiziert, gebe es Mittel, um seinem Treiben wirksam entgegenzutreten. Die zur Verfügung stehenden Massnahmen werden im Bericht als «ausreichend» bezeichnet. Dies gilt jedoch nur, wenn ein Imam offiziell in der Schweiz registriert ist. Anders verhält es sich mit «inoffiziellen» Imamen. Gemeint sind Wanderprediger, welche die Schweiz bereisen, für eine gewisse Zeit hier aktiv sind, bevor sie wieder weiterziehen. Sie stellen den Behörden ein besonders schwieriges Problem. Hier seien die vorhandenen Mittel «beschränkt».

Am Schluss des Berichts werden weiterführende Vorschläge formuliert, um dem Phänomen der islamistischen Imame entgegenzutreten. So wurde das Bundesamt für Migration beauftragt, bis Ende 2008 die Möglichkeit eines Studienprojektes an einer Schweizer Universität zu untersuchen, um Zahl, Herkunft und theologische Ausrichtung der offiziell in der Schweiz aktiven Imame zu eruieren. Das EJPD wurde aufgefordert, bis Mitte 2009 Vorschläge vorzulegen, wie die Einreise von Hasspredigern besser zu kontrollieren sei. Und das EDI wurde angewiesen, anhand von Beispielen in europäischen Ländern

Modelle für eine Imam-Ausbildung in der Schweiz auszuarbeiten.
Nachforschungen der Weltwoche, ob diese Aufträge ausgeführt worden sind, blieben ergebnislos. Das EJPD schob den Schwarzen Peter an das VBS weiter. Adressat für derlei Anfragen sei der Stab des Sicherheitsausschusses im Bundesrat, der seit Anfang Jahr dem VBS angegliedert ist. Das VBS wiederum verweigerte eine Stellungnahme. Wie der Bericht aufzeigt, reichen die Mittel der nachrichtendienstli- chen Beschaffung heute bei weitem nicht aus, um das Phänomen der Hassprediger und ihrer Aufrufe zu islamistischer Gewalt in der Schweiz annähernd zu erfassen.

Erleichterung diesbezüglich hätte die Revision des Bundesgesetzes zur Wahrung der inneren Sicherheit (BWIS II) gebracht. Mit der Revision wollte der Bundesrat neu «besondere Mittel der Informationsbeschaffung» ermöglichen, scheiterte damit jedoch im Parlament. Dem DAP hätte bei Verdacht erlaubt werden sollen, auch Privaträume zu überwachen, Telefone abzuhören und E-Mails abzufangen. In der Vernehmlassung erwuchs dem Ansinnen jedoch vor allem von seiten der SVP, der SP und der Grünen Widerstand. Vergangenen Frühling wies der Nationalrat die Vorlage zurück an den Bundesrat. Zuvor war bereits die kleine Kammer nicht auf das Gesetz eingetreten.

Auszug aus der Studie «Islamistische Imame».

Kommentare

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  • Carla Kägi
  • 29.12.09 | 23:20 Uhr

Herr Hanel:
Was hat uns allen der Herr Erdogan so schön gesagt wofür die Minarette stehn? Ich nehme seine Aussage ernst.
Ausserdem hat uns auch die christliche Kirche "gelehrt" wofür ihre Türme stehen. Das hat doch schon weh genug getan oder?
Ich habe mit Religionen prinzipiell nichts am Hut - aber auch nichts dagegen - solange sie nicht als Ausrede für machtgierige Übernahmegelüste herhalten müssen.
Ich verweise noch mal auf Erdogan & seinesgleichen, sowie auf die Twin Towers (!), die Züge in Spanien, die U-Bahn in London etc...

  • Michael Hanel
  • 27.12.09 | 17:34 Uhr

@Frau Kägi: Minarette ... sichtbare Machtsymbole des extremen Islams? Wenn man Ihrer Logik folgt, gibt es letztlich KEINE SICHTBAREN Symbole NICHT-extremen Islams. JEDER Muslim erkennt im Minarett ein ästhetisches, architektonisches Merkmal seiner Gebetsstätte. Dass JEDES Symbol umgedeutet werden kann, sei es Kirchturm, Minarett, Antenne (mediales Einfluss- Hoheitsgebiet), Schornstein (kapitalistisches, industrielles Absatzgebiet) ... etc. ist KLAR! Das Verbot eines fremden Religions-SYMBOLS kommt dem Verbot der Religion gleich - was ja eig. beabsichtigt war. DAS ist ALLEN KLAR! Warum leugnen?

  • Roman Hasler
  • 23.12.09 | 11:59 Uhr

Herr Rutschi
1. Fremde werden in einer Moschee schnell erkannt. Bei deren Anwesenheit wird keiner schweiz-bzw. christenfeindliche Reden halten, sondern sie werden besucher bevorzugt behandeln.
2. Hatte ich oft das Vergnügen, mit Muslimen zu arbeiten. Manche waren nett und offen, andere gaben offen zu, dass sie die Schweiz und Schweizer hassen, trotzdem aber den Pass wollen, wegen den Vorteilen.

Was soll ich also davon halten, wenn sie meinen, dass alle Ja-Stimmenden keine Erfahrungen mit Muslimen haben?

  • Walter Staub
  • 15.12.09 | 16:20 Uhr

Einmal eine ganz nüchterne Betrachtung eines Erdenbewohners. Was ist das für eine Religion oder Ideologie, in deren Gotteshäusern Hass, Gewalt und Intoleranz gepredigt werden kann? Wenn es nicht unter dem Deckmantel einer Religion bzw Religionsfreiheit geschehen könnte, so würde eine solche Ideologie unverzüglich als gefährlich und volksverhetzend verboten. Noch eine andere grundsätzliche Betrachtung: Die Schweiz beherbergt eine Fülle an Kulturen, Sprachen und Gewohnheiten. Das Zusammenleben hat schon weit über 150 Jahre prima geklappt, bis ... ja bis... hm die Muslime kamen.

  • Urs E. Rutschi
  • 14.12.09 | 15:45 Uhr

Wenn jede Gemeinschaft für ihre Extremströmungen verantwortlich ist, dann sind als erstes wir SchweizerInnen die Nein gestimmt haben bei der Minarett-Initiative verantwortlich für die Extremströmung Fremdenfeindlichkeit. Die Lage und das Denken der Muslime in der Schweiz zu beobachten wäre übrigens vor der Abstimmung möglich gewesen, indem man einfach Moscheen und Gebetsräume besucht, Muslime sind überaus gastfreundlich - wie viele Schweizer die Nein gestimmt haben, kennen denn Muslime oder wussten vor der Abstimmung was ein Minarett ist?

  • Sergio Frei
  • 12.12.09 | 18:10 Uhr

und falls nur ein 10tel wahr wäre. handeln aber subito.
die kardinale frage:
grundverfassung respektiert? bitte unterschreiben!
rev. fancaise 1796 : klerus musste sich unterordnen und alle ordensträger wurden staatsangestellte. entmachtung.
napoleon krönte sich selbst,da KEINE kirche eine macht zu verleihen hatte
(salbung der könige).
des weiteren fehlt, IMMER NOCH, die distanzierung des islams vom terror. fragt man diese, wie seht ihr osama...wird man im besten fall KEINE stellungnahme hören. KLARES PRO. 57% (leider nur) hat verstanden. volksverhetzung ist strafbar. leider nur für uns

  • Claudio Zanetti
  • 12.12.09 | 11:51 Uhr

Die Annahme der Minarettverbotsinitiative ist ohne Zweifel auch Ausdruck eines Misstrauens in den Bundesrat. Wer solche Berichte (im Hinblick auf eine Volksabstimmung) unter Verschluss hält, anstatt eine Diskussion der vorhandenen Probleme zu ermöglichen schürt Misstrauen. Schon möglich, dass ein paar Leute mehr ja gestimmt hätten. Ich bin jedoch überzeugt, dass wesentlich mehr Menschen mit Befriedigung zur kenntnis genommen hätten, dass sich die zuständigen Behörden des Promblems bewusst sind und alles unternehmen, um die Bevölkerung zu schützen.

  • fabio rechsteiner
  • 11.12.09 | 21:56 Uhr

- forts - zumuten kann dort verurteilt und eingebuchtet zu werden. Begründung: Menschenrecht. Hier kommen wir zum springenden Punkt: Unter dem Begriff Menschenrecht sind nicht nur die Rechte des Individuums aufgelistet sondern auch die Verpflichtungen der Algemeinheit=Staat. Es ist dort z.B. vermerkt, dass der Staat verpflichtet ist die Bevölkerung zu schützen.
Im Falle UK wurde abgewogen, welcher Rechtsanspruch priorität hat: Der Schutz des Individuums (Imam) oder der Schutz der Bevölkerung (Staat). Das Ergebnis ist bekannt und man ist erstaunt über Kritik und Unverständnis des "Pöbels".

  • fabio rechsteiner
  • 11.12.09 | 21:33 Uhr

@Peter Koller - Aus Ihrem Statement lese ich eine tiefe Verbitterung und kann diese durchaus verstehen. Das Problem liegt m.E. darin dass unsere Justiz sich gar nicht bewusst ist was für eine Gefahr diese religiösen Scharfmacher für unsere Gesellschaft darstellen. Bestes Beispiel ist UK, die haben diverse Hassprediger Pakistanischer Provinienz, die man jedoch nicht ins Herkunftsland ausweisen kann, da sie dort für die gleichen Taten zur Ergreifung ausgeschrieben sind. Es ist ja hinlänglich bekannt, dass die Gefängnisse dort keine Erholungsheime sind und man es diesen armen Teufeln - forts -

  • Christoph Geiser
  • 11.12.09 | 14:53 Uhr

Nun ja, weshalb sollten Muslime weniger anfällig auf gefällige Worte sein, als andere Menschen? Massen zu begeistern ist nun wirklich nicht das schwierigste auf der Welt.
Es gibt jedoch zwei Dinge, die man den Muslimen durchaus anlasten kann.

1) Die fehlende Abgrenzung gegenüber dem Fundamentalismus / falsch verstande Loyalität mit "Glaubensbrüdern"

2) Die fehlende Möglichkeit einer zentralen Autorität, welche Imamisches Tun kontrolliert

Überall dort, wo die Menschen den Fundamentalisten zur Macht verhalfen, fliehen sie kurze Zeit später. Diese deshalb aufzunehmen, ist wiedersinnig.

  • Carla Kägi
  • 11.12.09 | 14:43 Uhr

Herr Rehtaler & Herr Hanel:
Das JA zum Minarettbauverbot ist erreicht worden, weil die Initiative zum Ziel hatte, die Minarette als sichtbare Machtsymbole des extremen Islam zu verbieten. Das ist alles.
Diese Initiative hat nichts zu tun mit Sippenhaft und der Ausweisung von "gut eingebürgerten Muslimen"! Sie richtet sich in keiner Weise gegen die Ausübung dieser Religion. Die Türme sind als Machtsymbole verboten worden. Basta!
Herr Kollers privater Kommentar soll nicht mit dem Inhalt der Initative & dem Abstimmungsresultat verwechselt werden.

  • steve bass
  • 11.12.09 | 11:27 Uhr

Interessanterweise habe ich mich schon früher gewundert, dass der mit einem Einreisestopp verhängte Hassprediger Pierre Vogel schon in diversen Moscheen in der Schweiz war. Hier ein Beispiel aus Regensdorf http://www.einladungzumparadies.de/videos/kategorien/live-konversionen/konvertierung-regensdorf-141.html.
Dies untermauert die These der Black Box viele Moscheen, ich erkenne auf den Videos Menschen, welche ich eher dem gemässigten Lager der Muslime zugeordnet hätte, gleichzeitig stehen sie aber verzückt da und wollen Autogramme, von Pierre Vogel, was geht da ab in den Moscheen und Köpfen.

  • Boris Rehtaler
  • 11.12.09 | 11:02 Uhr

Herr Peter Koller,

Sippenhaftung also wieder....sind sie sich da sicher?!?
Mal überlegen, wofür sie dann den Kopf hinhalten müssen..

  • Alfred Tetzlaff
  • 11.12.09 | 05:23 Uhr

Wer wissen möchte, was in diesen Moscheen so gesprochen wird, der google mal bei "Video Google" nach "Hamburger Lektion".

oder rufe diesen Link auf:
http://video.google.de/videoplay?docid=-266562441011135370&ei=k8ghS4DCGMaA-AaM6r2WDw&q=hamburger+lektion#

  • Michael Hanel
  • 10.12.09 | 19:52 Uhr

Stimmt, dass es den Muslimen aufgebürdet ist, das mediale, schier übermächtig negative Bild ihrer Religion wieder ins rechte Licht zu rücken. EIGENARTIGERWEISE ja nicht so schwer, wenn Hassprediger, sich FREIWILLIG gleich selbst anzeigen. Das passt gerade ZUFÄLLIG, oder?

Auch wenn ich schweizerischer Eigenständigkeit und Schweizer direktem Demokratieverständnis weitestgehendes Wohlwollen und Förderung angedeihen lasse, muss ich aber jetzt fragen: GUTE, EINGEBÜRGERTE nur aufgrund Ihrer Religion auszuweisen - wollen echte Schweizer echt eine Mehrheit darüber erzielen? Kreis lag falsch, nicht?

  • Werner Widmer
  • 10.12.09 | 18:51 Uhr

Herr Koller,
Sie bestätigen mich. Es gibt keine Unschuldigen in der Gesellschaft. Probieren Sie aber einmal Leute zu einer Eingabe und zum Exponieren anzumachen. Ich hab's kürzlich wegen einem Behördenentscheid unter meinen Kollegen versucht. Jeder gab mir Recht. Keiner bestätigte, dass er meinem Aufruf folgte. Jeder ein Schisshase. Sieht man auch in der S-Bahn.

Modern Times. CC
Werni

  • Renato Collina
  • 10.12.09 | 16:24 Uhr

Leider zeigt das, dass wir uns im Kampf gegen islamischen Rassismus nicht auf unsere anständigen, integrierten, steuerzahlenden muslimischen Mitbürger (mit oder ohne CH-Pass) verlassen können. Wo blieben die Anzeigen gegen diese Hassprediger???
Das Misstrauen gegen "den Islam" kommt nicht von ungefähr. Salman Rushdie, 9/11, London, Madrid, Bali, Bombay... im Namen des Islam verübt. Es liegt aber an den Muslimen und nicht an gutmeinenden Europäern, das Misstrauen zu zerstreuen und das Image des Islam zu verbessern.

  • Peter Koller
  • 10.12.09 | 14:13 Uhr

Vor 45 Jahren diskutierte ich mit Arbeitskollegen wie mit Muslimen zu verfahren sei welche damals begannen Flugzeuge zu entführen um Staaten zu erpressen. Damals wie heute vertrete ich die Meinung, dass alle nach Hause geschickt werden müssen, auch die GUTEN und EINGEBUERGERTEN. Denn jede Gemeinschaft ist für ihre Strömungen auch Extremströmungen verantwortlich und wird daran gemessen und beurteilt ob und wie sie sich von solchen Strömungen distanziert und abgrenzt. Ausserdem fehlen den meisten muslimischen Mitbürgern 500 Jahre Ent-
wicklungsgeschichte um auf gleicher Augenhöhe zu diskutieren.

 
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