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09.12.2009, Ausgabe 50/09

Dokument

Auszüge aus der Studie «Islamistische Imame»

Hier finden Sie Auszüge aus der Studie «Islamistische Imame» vom 29. Januar 2008. In Auftrag gegeben wurde der Bericht vom Stab Sicherheitsausschuss des Bundesrates in Zusammenarbeit mit dem EJPD, dem EDA und dem VBS. Beteiligt waren unter anderem die Bundeskriminalpolizei sowie die Nachrichtendienste.

Auszug aus der Studie «Islamistische Imame».

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Übersetzte Auszüge des (mehrheitlich französischen) Originaltexts:

Wegen  obgenannter gesetzlicher Restriktionen verfügt der DAP (Dienst für Analyse und Prävention, die Red.) kaum über konkrete Kenntnisse, was die extremistische und gewalttätige Propaganda in den rund 200 Gebetsstätten in der Schweiz betrifft. Er verfügt lediglich über Anzeichen, dass zumindest acht Imame eine radikale Interpretation des Islams befürworten, dies in einem Dutzend Moscheen (eine in Genf, zwei im Kanton Neuenburg, zwei in der Waadt, eine im Wallis, eine in Bern, zwei in Basel, eine in Luzern und zwei im Kanton Zürich). Man stellt fest, dass diese zwölf Moscheen meistens durch Araber geführt und besucht werden und dass sieben dieser acht Imame Araber aus dem Maghreb sind. Dieser Feststellung entspricht, dass diese Aktivitäten der Islamisten hauptsächlich von den Gemeinschaften von Arabern in den muslimischen Gemeinden der Schweiz ausgehen.

Es ist nicht möglich, genau zu sagen, wie viele Imame extremistische und gewalttätige Propaganda betreiben, auch nicht, in wie vielen Moscheen eine solche islamistische Vision tatsächlich gepredigt wird. Der DAP verfügt über keine konkreten Angaben über die Predigten in den Moscheen - mit einer Ausnahme. Im Frühjahr 2004 hat ein Imam algerischer Herkunft, der in einer Moschee im Kanton tätig ist, freiwillig acht seiner Predigten, gehalten in den Jahren 2000 bis 2004, dem zuständigen Staatsschutzorgan übergeben. Im Verlaufe einer Anhörung hat er gesagt, er verfolge eine wahabitische Interpretation des Islams und er befürworte Selbstmordanschläge in den islamischen Regionen, die als besetzt gälten. Er gab auch zu, regelmässig die Djihadisten, die in diesen Regionen wirkten, zu unterstützen und seine Zuhörer um finanzielle Unterstützung der Djihadisten zu bitten. Nach Einschätzung der zuständigen Polizeibehörde haben im Frühjahr 2000 rund 200 Gläubige diesen Freitagsgebeten beigewohnt. Folgende extremistische und gewalttätige Aussagen kommen in den Predigten vor:

  1. Der gewalttätige Djihad gegen Nichtmuslime wird im Westen praktiziert werden können, sobald die Bekehrungen zum Islam eine kritische Anzahl erreicht haben werden. Der Prediger ruft auch zum gewalttätigen Djihad auf gegen die Kreuzfahrer in die muslimische Welt, besonders in den Irak  (es handelt sich für ihn dabei um militärische Kräfte des Westens).
  2. Die Djihadisten haben ihren zugesicherten Platz im Paradies. Die Personen mit anderen Überzeugungen wie Atheisten, Freidenker und moderate Muslime sind verflucht, und droht ihnen die Hölle. Die moderaten Muslime werden als ärgste Feinde des Islams gebrandmarkt, dies mit Bezug auf Zitate aus dem Koran.
  3. Die Christen und das Christentum, die Juden und das Judentum und ebenso der republikanische Nationalstaat werden verwünscht.
  4. Indem sie sich auf Befehle abstützen, die aus dem Koran abgeleitet werden, sind die Muslime zur Gewalt gegen Christen und Juden aufgerufen bis zu deren Unterwerfung unter die islamische Vorherrschaft. Immer mit Bezug auf Gebote des Korans, sind die Muslime aufgefordert, sich nicht einer nicht-islamischen sekulären Ordnung zu unterwerfen. Gepredigt wird die ewige Unversöhnlichkeit zwischen christlichen "Kreuzfahrern" und Muslimen.
  5. Die Notwendigkeit, den gewalttätigen Djihad zu vertreten, um den islamischen Staat in der arabischen Welt einzuführen, ist unumgänglich, und die Wiedereinrichtung des Kalifats ist notwendig.

 

Dieser Mann figurierte unter den Organisatoren der Kundgebung gegen die zwölf dänischen Mohammed-Karikaturen, die am 12.2.2006 auf dem Bundesplatz  stattfand und an der 600 Personen teilnahmen, vor allem arabische Männer, darunter offensichtlich mehrere Dutzend Salafisten (Anhänger einer strikt orthodoxen Auslegung des Korans, die Red.).

 

Ein junger Tunesier sei in der Moschee, in der obgenannte Imam wirkte, radikalisiert worden, bevor er sich im Herbst 2005 nach Syrien und in den Irak begab, um dort am Djihad teilzunehmen. In der Zeit zwischen dem Oktober 2005 und April 2006 war er Mitglied einer Gruppe nicht-irakischer Djihadisten, die an die Al-Quaida angegliedert waren. Diese Gruppe nannte sich Märtyrer-Brigade, was vermuten lässt, dass es sich um Selbstmord-Attentäter handeln könnte. Ein saudischer Djihadist gehörte bis zu seinem Tode im Sommer 2006 ebenfalls zu dieser Gruppe. Er stand in direkter Beziehung zu den Chefs von Al-Quaida um Abou Moussab al-Zarqaoui. Der junge Tunesier ist vermutlich im April 2006 von den Koalitionstruppen getötet worden. Das islamistische Milieu der genannten Moschee scheint muslimische dazu zu ermuntern, sich in den Nahen Osten zu begeben und sich dort niederzulassen. Jedoch war bis heute nicht nachzuweisen, dass diese Empfehlungen, die Personen auf ein Mitwirken am Djihad im Irak vorzubereiten oder dazu aufzufordern.

Einer der Imame einer Moschee in Kriens, ein Libyer mit Ausweis C, macht offenbar vor einem gläubigen Publikum Propaganda zu Gunsten eines gewalttätigen Extremismus. Es heisst von ihm, er nenne die Schweizer Affen oder ungläubige Schweine, und er befürworte ihre Ausrottung. Zudem habe er zu gewalttätigen Aktionen in den vermeintlich oder real besetzten islamischen Regionen aufgerufen.

Erschienen in der Weltwoche Ausgabe 50/09
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Kommentare

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fabio rechsteiner     20.12.09 13:11

@Peter Schlegel - Tut mir leid Ihnen hier wiedersprechen zu müssen:
Solche Anweisungen der Linken Eliten sind es welchen den moderaten Moslems das Leben schwer machen - das ist eine wunderare Steilvorlage für die Islamfundis "seht ihr die haben Angst vor uns und machen sich schon in die Hosen".
http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Stille-Nacht-heilige-Nacht-ist-den-Schulen-nicht-genehm/story/13856516
Leider wird das Zürcher Stimmvok nach anfänglicher Empörung wieder der Amnesie erliegen, welche es den SP/Grünen ermöglicht solche "Beamte" an die Schaltpulte der Macht

Peter Schlegel     16.12.09 14:48

Thomas Läubli,

Völlig richtig! Das Minarett-Verbot schwächt die grosse Mehrheit der moderaten Muslime, die sich an unser Recht halten.

Die kleine Minderheit von radikalen Muslimen wird gestärkt. Ihnen ist das Minarett-Verbot ohnehin egal.

Das Minarett-Verbot ist eine schallende Ohrfeige für alle moderaten und gut integrierten Muslime in der Schweiz.

Die Diskussionen zeigen, dass Minarett-Verbot hat die Extremisten auf beiden Seiten (SVP, "Welt"woche; radikale Muslime) gestärkt!

Christine Joos     11.12.09 13:04

Du meinst es sicherlich gut, T. Läubli, aber glaub bloss nicht so etwas wie "das Minarettverbot demoralisisert die moderaten Muslime"..

Gerade den Moderaten sind die Minarette egal, wenn sie nicht sogar erleichtert darüber sind, dass die in den Alltag übergreifenden Auswüchse, wie viele sie aus ihrem Herkunftsland kennen (z.B. Iran als Gottesstaat, der seine Frauen nach dem Schah in Hüllen steckte, was für viele eine absolut erniedrigende Erfahrung war,der sie sich beugen mussten), ihnen hier erspart bleiben. Die moderaten Stimmen (Minarett ist unnötig) hört man des leisen Tons wegen selten

Thomas Läubli     11.12.09 01:51

Das Minarettverbot hat die moderaten Muslime (Stichwort: Euro-Islam) gerade nicht gestärkt, sondern demoralisiert. Hingegen erhalten die radikalen Hassprediger aus West und Ost Auftrieb, wie auch die Sache mit dem deutschen Konvertiten (die zur schlimmsten Gruppe gehört), der nicht einreisen darf, zeigt. Extremistische Islamisten halten das Minarett ohnehin für unislamisch.

Erinnern wir uns aber auch daran, welche Partei gegen die Imam-Ausbildung an Schweizer Hochschulen war - richtig: diejenige, die sich auch sonst mit Öl-ins-Feuer-Giessen beschäftigt...

Peter Keller     10.12.09 19:01

Die Wirkung des Minarett-Verbotes spielen eine grosse Rolle bei der Bewahrung des inneren Friedens der Schweiz! Alle verantwortungsbewussten Länder in Europa müssen jetzt die Chance nutzen, dem Islam einen klaren Auftrag zu geben, der zur Erhaltung des Friedens in Europa beiträgt! Ansonsten werden unsere Nachfolgegenerationen einen hohen Preis für die fahrlässig aufgegebene Freiheit bezahlen! Alleine die Überzeugung, dass der Friede wünschenswert ist, reicht kaum, das zu erreichen!

Suzette Preiswerk da Mota Veiga     10.12.09 16:44

Das eigentliche Problem des radikalen Islams sind gerade diese Hassreden auf westliche Wertvorstellungen. Ob wir dies bekaempfen koennen mit einem Minarett-Verbot? Ich bezweifle das. Es sind andere Massnahmen noetig, um eine bessere Integration zu bewirken, wie ein Kopftuchverbot in den Schulen und obligatorischer Schwimmunterricht fuer alle. Aber auch dies wird die Hass-Reden nicht verhindern. Vielleicht kann man verlangen, dass die Predigten veroeffentlicht werden und integral auf Tonband aufgenommen werden.
Autoren von Hass-Reden koennen juristisch belangt werden.

Norbert Kopp     10.12.09 08:40

Edit:
Die Moslems sind eine sehr heterogene 'Gemeinschaft'

Norbert Kopp     10.12.09 01:16

Der erwähnte Imam aus Algerien legte seine Karten (erstaunlich) offen auf den Tisch.
Was er vertritt, ist mit den Wertvorstellungen in unserem Kulturkreis nicht vereinbar (ich hoffe dieser Konsens besteht).
Gemessen an Antirassismusnormen wird er sich strafbar gemacht haben.
Kam es zur Anklage und Verurteilung? Dies muss die Konsequenz sein.
Wurde/wird er in seinen Kulturkreis zurückgeschickt? Dies ist notwendig.

Die Moslems sind alles andere als eine heterogene Gemeinschaft:
"Die moderaten Muslime werden als ärgste Feinde des Islams gebrandmarkt, dies mit Bezug auf Zitate aus dem Koran. "

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