Übersetzte Auszüge des (mehrheitlich französischen) Originaltexts:
Wegen obgenannter gesetzlicher Restriktionen verfügt der DAP (Dienst für Analyse und Prävention, die Red.) kaum über konkrete Kenntnisse, was die extremistische und gewalttätige Propaganda in den rund 200 Gebetsstätten in der Schweiz betrifft. Er verfügt lediglich über Anzeichen, dass zumindest acht Imame eine radikale Interpretation des Islams befürworten, dies in einem Dutzend Moscheen (eine in Genf, zwei im Kanton Neuenburg, zwei in der Waadt, eine im Wallis, eine in Bern, zwei in Basel, eine in Luzern und zwei im Kanton Zürich). Man stellt fest, dass diese zwölf Moscheen meistens durch Araber geführt und besucht werden und dass sieben dieser acht Imame Araber aus dem Maghreb sind. Dieser Feststellung entspricht, dass diese Aktivitäten der Islamisten hauptsächlich von den Gemeinschaften von Arabern in den muslimischen Gemeinden der Schweiz ausgehen.
Es ist nicht möglich, genau zu sagen, wie viele Imame extremistische und gewalttätige Propaganda betreiben, auch nicht, in wie vielen Moscheen eine solche islamistische Vision tatsächlich gepredigt wird. Der DAP verfügt über keine konkreten Angaben über die Predigten in den Moscheen - mit einer Ausnahme. Im Frühjahr 2004 hat ein Imam algerischer Herkunft, der in einer Moschee im Kanton tätig ist, freiwillig acht seiner Predigten, gehalten in den Jahren 2000 bis 2004, dem zuständigen Staatsschutzorgan übergeben. Im Verlaufe einer Anhörung hat er gesagt, er verfolge eine wahabitische Interpretation des Islams und er befürworte Selbstmordanschläge in den islamischen Regionen, die als besetzt gälten. Er gab auch zu, regelmässig die Djihadisten, die in diesen Regionen wirkten, zu unterstützen und seine Zuhörer um finanzielle Unterstützung der Djihadisten zu bitten. Nach Einschätzung der zuständigen Polizeibehörde haben im Frühjahr 2000 rund 200 Gläubige diesen Freitagsgebeten beigewohnt. Folgende extremistische und gewalttätige Aussagen kommen in den Predigten vor:
- Der gewalttätige Djihad gegen Nichtmuslime wird im Westen praktiziert werden können, sobald die Bekehrungen zum Islam eine kritische Anzahl erreicht haben werden. Der Prediger ruft auch zum gewalttätigen Djihad auf gegen die Kreuzfahrer in die muslimische Welt, besonders in den Irak (es handelt sich für ihn dabei um militärische Kräfte des Westens).
- Die Djihadisten haben ihren zugesicherten Platz im Paradies. Die Personen mit anderen Überzeugungen wie Atheisten, Freidenker und moderate Muslime sind verflucht, und droht ihnen die Hölle. Die moderaten Muslime werden als ärgste Feinde des Islams gebrandmarkt, dies mit Bezug auf Zitate aus dem Koran.
- Die Christen und das Christentum, die Juden und das Judentum und ebenso der republikanische Nationalstaat werden verwünscht.
- Indem sie sich auf Befehle abstützen, die aus dem Koran abgeleitet werden, sind die Muslime zur Gewalt gegen Christen und Juden aufgerufen bis zu deren Unterwerfung unter die islamische Vorherrschaft. Immer mit Bezug auf Gebote des Korans, sind die Muslime aufgefordert, sich nicht einer nicht-islamischen sekulären Ordnung zu unterwerfen. Gepredigt wird die ewige Unversöhnlichkeit zwischen christlichen "Kreuzfahrern" und Muslimen.
- Die Notwendigkeit, den gewalttätigen Djihad zu vertreten, um den islamischen Staat in der arabischen Welt einzuführen, ist unumgänglich, und die Wiedereinrichtung des Kalifats ist notwendig.
Dieser Mann figurierte unter den Organisatoren der Kundgebung gegen die zwölf dänischen Mohammed-Karikaturen, die am 12.2.2006 auf dem Bundesplatz stattfand und an der 600 Personen teilnahmen, vor allem arabische Männer, darunter offensichtlich mehrere Dutzend Salafisten (Anhänger einer strikt orthodoxen Auslegung des Korans, die Red.).
Ein junger Tunesier sei in der Moschee, in der obgenannte Imam wirkte, radikalisiert worden, bevor er sich im Herbst 2005 nach Syrien und in den Irak begab, um dort am Djihad teilzunehmen. In der Zeit zwischen dem Oktober 2005 und April 2006 war er Mitglied einer Gruppe nicht-irakischer Djihadisten, die an die Al-Quaida angegliedert waren. Diese Gruppe nannte sich Märtyrer-Brigade, was vermuten lässt, dass es sich um Selbstmord-Attentäter handeln könnte. Ein saudischer Djihadist gehörte bis zu seinem Tode im Sommer 2006 ebenfalls zu dieser Gruppe. Er stand in direkter Beziehung zu den Chefs von Al-Quaida um Abou Moussab al-Zarqaoui. Der junge Tunesier ist vermutlich im April 2006 von den Koalitionstruppen getötet worden. Das islamistische Milieu der genannten Moschee scheint muslimische dazu zu ermuntern, sich in den Nahen Osten zu begeben und sich dort niederzulassen. Jedoch war bis heute nicht nachzuweisen, dass diese Empfehlungen, die Personen auf ein Mitwirken am Djihad im Irak vorzubereiten oder dazu aufzufordern.
Einer der Imame einer Moschee in Kriens, ein Libyer mit Ausweis C, macht offenbar vor einem gläubigen Publikum Propaganda zu Gunsten eines gewalttätigen Extremismus. Es heisst von ihm, er nenne die Schweizer Affen oder ungläubige Schweine, und er befürworte ihre Ausrottung. Zudem habe er zu gewalttätigen Aktionen in den vermeintlich oder real besetzten islamischen Regionen aufgerufen.
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