Erstmals seit zwölf Jahren seien die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen wieder leicht angewachsen, teilt das Bundesamt für Statistik mit. Frauenlobbyorganisationen und Gewerkschaften reagierten umgehend empört. Schnell war die Diagnose einer «Diskriminierung» zur Hand. Doch stimmt das wirklich? Die Nachforschungen unseres Inlandchefs Philipp Gut zeigen ein anderes Bild. Frauen werden im Berufsleben nicht benachteiligt, sondern im Gegenteil auf vielfältige Weise privilegiert. Die Lohnunterschiede haben nachvollziehbare Gründe, Ökonomen stellen fest, die Diskriminierungsthese lasse sich wissenschaftlich nicht halten. Obwohl der Staat Millionen in die «Vereinbarkeit» von Familie und Beruf investiert und sich die Wirtschaft intensiv um weibliche Arbeitskräfte bemüht, ziehen viele Frauen Kinder und Familie aus guten Gründen einer Karriere im Berufsleben vor.
Ehud Olmert, der ehemalige Premierminister Israels, ist seit seinem Ausscheiden aus der Politik Geschäftsmann. Seine neugegründete Firma Ehud Olmert Consulting Services Ltd. in einem der vornehmen Tel Aviver Bürokomplexe ist allerdings von aussen nicht angeschrieben. Nur die Präsenz von Bodyguards und eine schwere Tür in einem der oberen Stockwerke verrieten unserem Korrespondenten Pierre Heumann, wo Olmert sein Büro hat, als er ihn letzte Woche zum Gespräch traf. Das Interview durchlief in der Folge mehrere sprachliche Stufen. Geführt wurde es erst mal auf Englisch, worauf Heumann den Wortlaut ins Deutsche übersetzte. Die redigierte Fassung schickte er wieder zu Olmert nach Tel Aviv, der den Text in seine Landessprache übertragen liess. Anschliessend übermittelte Olmert seine Präzisierungen und Korrekturen auf Hebräisch, die dann in Zürich ins Deutsche übersetzt wurden. Im Gespräch schildert Olmert detailliert, wie er Palästinenserpräsident Machmud Abbas im September letzten Jahres grosse Zugeständnisse machte, um den Nahostkonflikt zu beenden. Abbas habe versprochen, den Plan eingehend zu prüfen, dann aber bereits zugesagte weitere Gespräche wieder abgesagt.
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