Als Erich Vock während des Interviews laut lachte, und er lachte oft, fürchtete unsere Autorin Daniele Muscionico, das ganze Lokal müsste sich umdrehen und in die Hände klatschen. Denn keiner lacht wie er. Doch nichts geschah. Obwohl Vock der aktivste Unterhaltungsschauspieler und Komik-Unternehmer der Schweiz ist, ist er als Privatmann in der Öffentlichkeit der bekannte Unbekannte geblieben. Mit der «Kleinen Niederdorfoper», derzeit im Zürcher Bernhard-Theater zu sehen, schlägt Vock alle Rekorde. Das Lustspiel aus den fünfziger Jahren, das Vock selber produziert hat, ist das erfolgreichste Bühnenereignis des Jahres. Ende Februar werden es 42 000 Menschen gesehen haben.
Ellen von Unwerth war zehn Jahre lang ein hochbezahltes, nicht sehr motiviertes Model. Sie mochte keine Posen, Designer-Kleider interessierten sie nicht. Mitte der achtziger Jahre begann sie zu fotografieren und etablierte sich in kurzer Zeit als weibliche Pionierin in einer Männerdomäne: Niemand fotografiert Models von Claudia Schiffer bis Kate Moss erotischer und vergnügter als sie. Bewegung, sagt die Bayerin, sei das Geheimnis. Sie arrangiert nur selten Bilder. Und wenn, «können Sie darauf wetten, dass ich am Schluss das Bild nehme, wo sich das Model an der Nase kratzt». Beim Treffen mit Beatrice Schlag in Paris protestierte die schmale Frau mit dem Lockenkopf energisch dagegen, als erotische Fotografin bezeichnet zu werden: «Ich geh doch am Morgen nicht los und denke, heute mache ich ein paar erotische Bilder.»
Mit dieser Ausgabe übernimmt Philipp Gut die Leitung der Inlandredaktion von Markus Somm, der Mitglied der Chefredaktion bleibt und sich künftig in seinen angestammten Themenbereichen noch stärker als Autor betätigt. Neben der klassischen Innenpolitik wird Somm vorrangig auch das Verhältnis Schweiz – EU untersuchen. Somm baute den Inlandteil der Weltwoche mit grosser Entschlossenheit zu einer der führenden politischen Stimmen des Landes aus. Wir danken ihm ganz herzlich für diese exzellente Leistung und freuen uns, künftig noch mehr aus seiner Feder zu lesen. Der promovierte Historiker und Thomas-Mann-Experte Gut, 37, stiess vom Tages-Anzeiger als Inlandredaktor zur Weltwoche. Nach zwei Jahren übernahm er die Leitung des Kultur- und Gesellschafts-Ressorts, das er stark auf Recherchethemen ausrichtete. Der vielseitige Journalist wird trotz seines administrativen Pensums weiterhin schreiberisch tätig sein. Die Betreuung des Kulturteils wird neu unser Redaktor Peter Keller übernehmen. Und Beatrice Schlag koordiniert die gesellschaftlichen Themen.
Eine Reklamation erreicht uns von einem treuen Leser in Ägypten, dem die Weltwoche nicht zugestellt wird, wenn auf dem Titelbild Frauen zu offenherzig gezeigt werden. Auch die «Minarett»-Ausgabe bekam der Abonnent nicht nach Hause. Ausserdem müsse er jetzt befürchten, ins Visier der Behörden zu geraten. Wir prüfen deshalb Möglichkeiten, ihm die Zeitung in Zukunft so «verschleiert» zu verschicken, dass die Titelbilder für Zensurbehörden aller Art nicht auf den ersten Blick einsehbar sind und entschuldigen uns beim Leser für die entstandenen Unannehmlichkeiten.Ihre Weltwoche













Kommentare