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11.11.2009, Ausgabe 46/09

Lebenshilfe

Besser als Aspirin

Die erstaunlichsten Gründe, warum Frauen Sex haben.

Von Kai Michel

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Man fühlt sich an das gute alte Sackmesser erinnert, das in jeder Lebenslage eine Hilfe sein kann. Denn so verhält es sich auch mit dem Sex, den Frauen nicht nur der leidenschaftlichen Gefühle wegen schätzen. Er ist so nützlich.

Unter den über tausend Frauen, welche die Psychologen Cindy Meston und David Buss befragten, waren einige, die besonders überraschende Motive für den Geschlechtsverkehr verrieten. Manche etwa betreiben Sex als Mittel zur Gewichtsreduktion: Je nach Athletik verbrennt der Körper bei einem Akt zwischen 100 und 250 Kalorien. Andere nutzen ihn als Mittel gegen Migräne oder Menstruationsbeschwerden. Auch gegen Stress oder Langeweile soll er helfen. Während manche die aufputschende Wirkung als Antidepressivum empfehlen, setzen andere auf seine erschöpfende Kraft und nutzen ihn als Einschlafhilfe.
Neugier ist ein weiteres Beischlaf-Motiv. Es gibt kaum etwas, das manche Frauen nicht herausfinden wollen: Wie ist es, mit einer Frau zu schlafen, einem Schwarzen, einem Franzosen, einem Italiener? Oder mit einem Mann, der noch Jungfrau ist? Selbst Mitleid wird hin und wieder als Grund genannt: «Er sah so traurig aus.»

«Ist unser Sex wirklich gut genug?»

Für junge Frauen, die zum Typ «informierte Konsumentin» gehören, ist Sex eines der Dinge, über die man einfach Bescheid wissen muss. Die eine erzählte den Forschern, dass sie ihre Unschuld verlieren wollte, um endlich dem eigenen Unwissen ein Ende zu bereiten. Die andere mochte ihren Gatten in der Hochzeitsnacht nicht enttäuschen und übte zuvor für den grossen Auftritt. Eine dritte fing, um auf Nummer sicher zu gehen, kurz vor der Heirat eine Affäre an. Die Frage hätte sie sonst ein Leben lang gequält, gab sie zu Protokoll, «ob unser Sex wirklich gut genug war oder ob nicht anderswo besserer zu haben ist».

Besonders aber erstaunte die Psychologen, wie oft das Liebesspiel als schnellster Weg der partnerschaftlichen Konfliktbewältigung empfohlen wird. Manchmal stimmen die alten Sponti-Sprüche eben doch: «Make love, not war». Kai Michel

Erschienen in der Weltwoche Ausgabe 46/09
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