Intern

Warum haben Frauen Sex? Diese Frage stellte die Naturwissenschaft bisher kaum konkret. Die Antworten – Lust, Liebe, Kinder – schienen auf der Hand zu liegen. Amerikanische Psychologen haben sich erstmals an eine grossangelegte Bestandesaufnahme gemacht. Über tausend Frauen gaben ihnen ausführlich Antwort auf die intime Frage, warum sie «es» tun. Die Geständnisse über den selbstbewussten und geradezu strategischen Umgang mit der Sexualität erstaunten selbst die Forscher. Für die optische Umsetzung des Themas schienen uns die Sujets geeignet, mit denen Agent Provocateur für seine neue Lingerie-Kollektion «Soirée» wirbt. Sie schmücken unser Cover und die Titelgeschichte. Diese können Sie jetzt schon lesen, während die exklusive Unterwäsche-Kollektion erst ab dem 14. November erhältlich ist.

 

Gemäss Tagesbefehl war der Gesprächstermin auf halb neun angesetzt. Der Fotograf hatte sich angemeldet, der Pressechef war zugegen, die Journalisten standen bereit: Doch Ueli Maurer, Chef des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport, kam nicht. Bleich teilte der Pressechef mit: «Der Bundesrat steckt im Stau.» Wann mit ihm zu rechnen sei? Augenrollen beim Pressechef. «Ausnahmsweise», wie er politisch korrekt betonte, habe der Bundesrat das Auto genommen, aber Zürich–Bern, am Montagmorgen, sei eine Art russisches Roulette. Das Gespräch kam dann über Mittag zustande. Ein etwas müde wirkender, aber immer besser gelaunter Ueli Maurer stellte sich den Fragen von Urs Gehriger und Markus Somm. Über den Zustand der Armee vernahmen die Journalisten Beunruhigendes.

 

Wir freuen uns über einen Neuzugang: Andreas Thiel, Schriftsteller und Kabarettist, bekannt für seine ebenso elegante wie spitze Feder, wird wöchentlich eine Satire zu einem frei gewählten Thema schreiben. Er startet mit einer Replik auf die von Bundesrat Moritz Leuenberger lancierte Idee einer Stausteuer. Zurzeit ist Thiel mit seinem Bühnenprogramm «Politsatire 3» in der Schweiz unterwegs. Danach wird er nach Island zurückkehren, wohin er in diesem Jahr ausgewandert ist. Wir begrüssen den neuen Kollegen sehr herzlich und wünschen ihm viel Erfolg mit seiner Kolumne. Auf der gleichen Seite führen wir überdies auf vielfältigen Wunsch von Lesern und Schreibern die Kult-Rubrik «Darf man das?» wieder ein. Das Gefäss funktioniert nach dem Prinzip: Leser fragen, die Weltwoche antwortet. Veröffentlichte Fragen werden mit einem Jahresabonnement belohnt (darfmandas@weltwoche.ch.)

 

Mit dieser Ausgabe endet nach fünfzig Folgen der Fortsetzungsroman «Doppelpass» von Charles Lewinsky. Wir danken dem Autor, der mit der jüdischen Familiensaga «Melnitz» einen Welterfolg landete, für seine Woche für Woche pünktlich gelieferte und stets aufs Neue brillante literarische Massarbeit von Herzen. Um unseren Lesern den Abschied von Tom Keita, Eidenbenz und Co. zu erleichtern, dürfen wir ankündigen, dass der «Doppelpass» bereits am Montag in Buchform erscheint (Nagel & Kimche). Charles Lewinsky wünschen wir für die berufliche und private Zukunft alles Gute und freuen uns auf weitere gemeinsame Projekte.

Ihre Weltwoche

Kommentare

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  • Christine Joos
  • 19.11.09 | 06:35 Uhr

Selbstzensur vor Fremdzensur!!

  • Hugo Reichmuth
  • 18.11.09 | 19:27 Uhr

Ich schliesse mich Herrn Fischer an: Die Qualität des Forums hat eindeutig gewonnen. Die Diskussionen haben sich versachlicht. Natürlich ist es nicht auszuschliessen, dass ein übereifriger Moderator 'mal einen Kommentar zuviel löscht. Aber der Schaden ist im Verhältnis zum allgemeinen Gewinn vernachlässigbar. Ich weiss, dass ich selber auch über die Stränge gehauen habe, und ich bin froh, dass sowohl unangepasste Beiträge von meiner wie auch von anderer Seite zensiert werden. Kritik ja - Beschimpfung nein!

  • Reinhart R. Fischer
  • 17.11.09 | 12:26 Uhr

Freie Meinungsäusserungen sind nach meiner Beobachtung keine abgelehnt worden. Verunglimpfungen und Anpöbeleien haben mit Redefreiheit nichts, mit Umgangsformen und Diskussionskultur aber alles zu tun und gehören unterdrückt. Dies wiederum hat mit Zensur nichts zu tun, nicht einmal mit Narrenfreiheit. Denn selbst Hofnarren durften zwar alles sagen, aber sich keine Beleidigungen erlauben. Ich bin etwas erstaunt, dass Christine Joos den sattsam gehabten und ewiggleichen öden Anrempelungen nachzutrauern scheint.

  • Christine Joos
  • 15.11.09 | 09:51 Uhr

Die Bereitschaft, bei der Gestaltung von Zensur mitzuhelfen, ist Komplizenschaft mit einem totalitären System. Denn Zensur ist das Trauerspiel eines totalitären Systems: Es zwingt seine Bürger zur Komplizenschaft.

Zensur ist abzulehnen.

  • Reinhart R. Fischer
  • 14.11.09 | 07:52 Uhr

Dem allen kann ich mich nur stärkstens anschliessen.

  • Marianne Levron
  • 13.11.09 | 09:28 Uhr

Ich möchte hier einen Kommentar zu den Kommentaren erstellen..Dass man nun mit seinem vollen Namen unterzeichnet, stört mich nicht; die Leserbriefe befolgen ja auch dieses Prinzip. Aber 600 Zeichen sind einfach zu wenig, wenn man seinen Kommentar einigermassen korrekt formulieren und begründen will. Verschiedene Verfasser verteilen ihrenText nun einfach auf zwei oder mehrere Beiträge, was ja wieder auf dasselbe herauskommt; man hat trotzdem wieder diese langatmigen Ergüsse. Ich denke, 1000 Zeichen wären angebracht; dafür dürfte jeder Schreiber nur einen Text auf einmal absenden.. Schon Schluss

 
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