Darf man heutzutage nicht perfekt aussehen und sich trotzdem nicht unters Messer eines Schönheitschirurgen legen?
U. Steiner, Zürich
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Sie dürfen aussehen, wie Sie wollen. Aber das wussten Sie schon. Die Frage ist, wie gern Sie in den Spiegel schauen. 99,99 Prozent der Menschen sehen nicht perfekt aus, weder vor noch nach Eingriffen. Aber die meisten ihrer Kundinnen, sagen Schönheitschirurgen, suchen nicht Perfektion, sondern seien nur über etwas Bestimmtes an ihrem Aussehen unglücklich: zu breite Nase, zu kleine Brüste, Schlupflider. Sie lassen sich einmal operieren, und wenn der Arzt gute Arbeit leistet, sieht er sie danach nicht wieder. Andere haben eine innere Dolly Parton, die bei jedem Blick in den Spiegel einen neuen Mangel entdeckt. «Sobald etwas an mir hängt, runzelt oder wabert, lass ich es wegschneiden, aufspritzen oder absaugen», sagt die unverwüstliche Dolly. Leider gibt es unendlich viele Körperstellen, die irgendwann zu hängen, runzeln oder wabern beginnen. Sie können kein Facelift machen und den Hals in Würde altern lassen, ohne albern auszusehen. Oder Gesicht, Hals und Busen straffen, während das Oberarmfett weiterbaumelt. Das Dolly-Rezept macht Frauen zu einem chirurgischen work in progress. Aber mit einem guten Arzt sehen sie eine Weile lang perfekt aus.
Beatrice Schlag













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