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14.10.2009, Ausgabe 42/09

Mörgeli

Grossmuftis und andere Nazis

Von Christoph Mörgeli

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Saïda Keller-Messahli vom Forum für einen fortschrittlichen Islam befürwortete in Tele Züri das Verbot der Anti-Minarett-Plakate: «Mich erinnert die Aufmachung ganz stark an Plakate, die in den dreissiger Jahren zu Propagandazwecken benutzt wurden.» Also wie zur Nazi-Zeit?, so die Nachfrage. «Richtig, absolut», meinte die aus Tunesien stammende schrille Stimme des fortschrittlichen Islam.

Hoppla. Ist eine halbe Million Muslime irrtümlich in ein Nazi-Land eingewandert? Oder sollte Keller-Messahli nicht eher über das Verhältnis ihres Islam zum Nationalsozialismus nachdenken? Der Grossmufti von Jerusalem, Mohammed Amin al-Husseini, gehörte zu den glühendsten Anhängern der Nazis. Er lebte seit 1941 in Berlin, wurde SS-Mitglied, traf Hitler, Himmler und Heydrich und mobilisierte zahlreiche Muslime für die Waffen-SS. Der Geistliche inspizierte die Gaskammern in Auschwitz, beteiligte sich aktiv am Holocaust und rief zum Dschihad auf: «Ich erkläre einen heiligen Krieg, meine Brüder im Islam! Tötet die Juden! Tötet sie alle!»

Nicht erst seither wuchert der Judenhass wie ein Krebsgeschwür im islamischen Raum. Die ägyptische Muslimbruderschaft orientierte sich am faschistischen Führerprinzip und Einparteienstaat. Gamal Abdel Nasser beherbergte Nazi-Verbrecher und nannte den millionenfachen Judenmord eine «Lüge». Während der Eichmann-Prozesse bedauerten viele arabische Kommentatoren, dass der Nazi-Scherge sein Vernichtungsgeschäft nicht ganz zu Ende geführt hatte. Der iranische Staatspräsident nennt den Holocaust eine blosse Erfindung zur Rechtfertigung der Existenz Israels. Bei Regierungsstellen, Redaktionen und Universitäten, selbst bei «gemässigten» Muslimen ist die Israelfeindschaft selbstverständlich. Und geht fliessend in Judenfeindschaft über. Familienserien und Videoclips von Hisbollah oder Hamas zeigen angebliche jüdische Ritualmorde.

Hitler faszinierte nicht nur Saddam Hussein. Die staatlich kontrollierte ägyptische Tageszeitung Al-Akhbar schreibt: «Lasst uns bei Hitler bedanken.» Übersetzungen von «Mein Kampf» oder der Hetzschrift «Protokolle der Weisen von Zion» sind im Nahen und Mittleren Osten weit verbreitet. Antisemitische Karikaturen in dortigen Zeitungen stehen jenen des Stürmers in nichts nach. Doch Saïda Keller-Messahli wittert den Nazismus hinter einem Schweizer Abstimmungsplakat.

Erschienen in der Weltwoche Ausgabe 42/09
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Kommentare

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Tankred     21.10.09 20:43

@Irin
Das wäre aber ganz schlimm. Dann könnte der Brötchengeber (im Falle eines Parlamentariers der Steuerzahler) ja sehen, wie gewisse Leute 2 von 3 Franken verdienen...

Tankred     21.10.09 20:30

Arme Mitteparteien. Das denen die Wähler in Scharen weglaufen, daran sind natürlich alle anderen schuld. Die ticken gleich wie die Moslems, immer sind die andern schuld....

Irin     21.10.09 20:24

@Bergmann:
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Bergmann     21.10.09 19:16

Der Kampf der Kulturen in der Schweiz ist da aber zwischen der Mehrheit der Schweizer, die im 21. Jh. Global Village leben, gut ausgebildet, polyglott sind und die Jobs machen, die Mehrwerte und den Wohlstand der Schweiz sicherstellen. Dann gibt es die Seldwyler, die Klientel der SVP, die mehrheitlich Subventions- und Finanzausgleichsempfänger sind und mit dem idiotischen Ständemehr ständig die notwendigen Reformen in unserem Land verhindern. Die SVP, die Koalition der Verlierer, Hetzer und Rassisten betäubt sich selber ständig mit xenophoben und rassistischen Pseudovorlagen, die keine Probleme lösen sondern nur dem Ruf und Ansehen der Schweiz schaden. Die Mitteparteien, die de facto unser Land regieren, dürfen dann die pragmatischen aber unpopulären Lösungen präsentieren, die den Wohlstan

Nachtkrokodil     21.10.09 18:20

Es ist schon erstaunlich wie ernst man diesen Affen in Lybien nimmt. Schon der Anblick in seiner Zinnsoldaten Uniform ist doch zum Bruellen.
Schade dass wir nur so Duckmaeuser in unserer Regierung haben die sich von diesen Spinnern noch einschuechtern lassen.
In New Jersey haben sich die Leute zusammengerauft (inklusive Buergermeister) um ihn loszuwerden.

petter     21.10.09 16:27

Lehrreicher und informativer Artikel der WW. Hoffentlich wird er von unseren Parlamentariern gelesen.
Es geht ja wirklich nicht nur um Minarette.Der Kampf der Kulturen ist eben schon da, vor allem in Europa und jetzt dezidiert in der Schweiz.
Einige wollen es einfach nicht merken.

Tankred     20.10.09 21:36

"Die von Hass und Vergeltung triefende Website zeigt die Stimmung in den muslimischen Ländern."

Das zeigt vor allem die dort vorherrschende Mentalität. Wäre noch schöner, wenn wir Schweizer unser Initiativrecht den Befindlichkeiten zartbesaiteter Wüstensöhne anpassen müssten.

Christine     20.10.09 20:49

Also gut, in fact, Du kasteist Dich nicht selbst mit diesen Genfer Bezichtigungen, Ginestra, so, sagen wir mal, demütig, bist Du nämlich nicht :-). Aber Du kasteist mich. Und das ist ein ungutes Gefühl. Dazu haben wir nämlich keinen Grund.

"Dilettantisch" (Autonomous schrieb es) wäre das richtige Wort. Aber schlussends ist es egal, wer "angefangen" hat:

Ein Staat nimmt keine Geiseln.

Ginestra     20.10.09 20:03

"Und was das Selbstkasteien mit dem "rassistisch motivierten, illegalen Vorgehen gegen die Familie Gaddafi" soll, weisst auch nur Du."

Auf gut deutsch kann man auch sagen: Angefangen haben die Ani in Genf.

Und was heisst hier selbst ? ? ?

Christine     20.10.09 19:37

Oh, ein H zuviel, Ich nehme es für ein H allo Autonomous.

Man könnte meinen, mit Provozieren hole man irgend etwas mehr heraus an Hass, als nicht schon drin ist! Das denkt allem Anschein nach Bergmann, der damit wohl auch den Mörder entschuldigen würde, der "provoziert wurde" und dann halt mördern musste.

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