Leserbriefe

«Die Scharia steht diametral zu jenen elementaren Freiheitsrechten, die in unserer Bundesverfassung verankert sind.» Hardy Reutlinger

Der Islam kennt keine Gnade

Nr. 41 – «Darf dieses Plakat verboten werden? Nein»; Roger Köppel, Philipp Gut, Pierre Heumann und Peter Keller über die Debatte rund um die Minarett-Initiative

Bei einem Vergleich der beiden «Religionen» fällt viel eher ein Widerspruch zwischen ihnen auf. Der Islam kennt absolut keine Gnade. Ich möchte das, was wir beim Christentum unter Gnade verstehen, beim Islam eher als Rechthaberei bezeichnen. Vorkommnisse dieser Art erleben wir heute in der Politik mehr als zur Genüge (Libyen). Ein ganz besonderes Thema ist die verbindliche Rechtsordnung, die Scharia. Der Islam verbreitet in klarem Gegensatz zu allen andern Weltreligionen nicht bloss eine Glaubenslehre, sondern auferlegt seinen Anhängern mit der Scharia auch eine verbindliche Rechtsordnung. Das Scharia-Recht steht in diametralem Gegensatz zu jenen elementaren Freiheitsrechten, die in der Schweiz demokratisch beschlossen und in der Bundesverfassung verankert worden sind. Dass jeder Mensch vor dem Gesetz gleich ist, anerkennt die Scharia nicht. Sie gewährt Rechte nur den Gläubigen. Ungläubige dürfen – oder müssen – verfolgt werden. Hardy Reutlinger, Schlieren

Es ist unglaublich, was hier abläuft: eine Appeasement-Politik der Medien gegenüber dem Islam wie bei Neville Chamberlain gegenüber Hitler vor dem Zweiten Weltkrieg. Statt die Auseinandersetzung zu führen, wie viel Islam die Schweiz verträgt und ob es weiterhin ratsam ist, Unterschichtimport aus islamischen Kulturkreisen zu betreiben, der nachher zur Hälfte mit Sozialhilfe unterstützt werden muss, wird das Maulkorbgesetz zur Zensur missbraucht. Peter M. Linz, Büsserach

 

Wer sich an die Abstimmungskampagnen der SVP aus der Vergangenheit erinnert, den kann dieses neueste unappetitliche Plakat nicht wirklich überraschen. Trotzdem kann und darf dies kein Grund sein, die Plakate, wie das in der Stadt Basel der Fall ist, zu verbieten. Dies verhilft den Befürwortern eines Minarett-Verbots zu mehr Publizität, als sie eigentlich verdient hätten. Ich bin überzeugt, dass die Stimmbürger nicht das übertrieben Plakative, sondern die Inhalte und Argumente gewichten werden, und dann wird diese Initiative haushoch bachab geschickt werden. Bleibt noch die Sicht von aussen auf die Schweiz. Diese Abstimmungskampagne wird so oder so Schlagzeilen machen im Ausland. Trotzdem muss das Recht auf freie Meinungsäusserung höher gewichtet werden. Pascal Merz, Sursee

 

Der Vormarsch des Islam im Westen muss gestoppt werden, wenn wir nicht die säkularen Errungenschaften der letzten vierzig Jahre verlieren wollen. Ein Minarett verkörpert den öffentlich gemachten Anspruch auf die Geltung von Scharia, Unterdrückung der Frauen und Andersgläubiger bzw. Nichtgläubiger etc. Nach einem Nein würden bald eigene Rechtssysteme, eigene Institutionen im Namen der Toleranz und Religionsfreiheit gefordert werden. Freiheit ist eine ständig hart zu erkämpfende Institution, die nicht mit falsch verstandener Toleranz relativiert werden darf.
Walter Rohrer, Münsingen

 

 

Die Meinungsfreiheit ist ein wichtiges Recht, das es zu schützen gilt. Doch dass die Weltwoche die aktuelle SVP-Kampagne nicht nur unterstützt, sondern mit dem Plakatabdruck auf der Titelseite noch weiter verbreitet, finde ich mehr als unangebracht. Ich hoffe, dass die Gegner der Initiative die Gelegenheit bekommen, ihr Inserat in der nächsten Ausgabe zu platzieren. Marcel Frikart, Bern

 

Der Islam erlaubt den hier lebenden Muslimen, dass sie den mit einer modernen Demokratie unvereinbaren islamischen Gottesstaat mit der dazugehörigen Scharia nicht anstreben, weil sie hier noch nicht die Mehrheit haben. So streben sie vorerst nur die Mehrheit an. Wer aber die Geburtenraten der hier lebenden Muslime mit derjenigen der übrigen Bevölkerung vergleicht, weiss, wie viele Generationen wir noch in einer Demokratie leben dürfen. Jede Hochkultur ging bisher zugrunde; unsere geht aufgrund unserer multikulturellen Anschmiegsamkeit unter. Alice Filli, Thun



Ein Verbot des Plakats für die Minarett-Initiative ist ebenso illiberal und undemokratisch wie ein Minarett-Verbot. Gegen Ersteres kämpft die Weltwoche legitimerweise, allerdings mit verbalen Tiefschlägen («talibanartig», «Wächterrat»), welche die Forderung nach einer «unbefangenen politischen Diskussion» desavouieren. Auf eine kritische Auseinandersetzung mit der Initiative verzichtet sie hingegen. Als Beleg dafür, dass Minarette als Machtinstrumente christliche Kirchen überragten und in den Schatten stellten, dient ein Foto, auf dem das Minarett an der Forchstrasse in Zürich wesentlich grösser zu sein scheint als der Turm der Balgristkirche. Wer dieses Bild geschossen hat, muss bei der Wahl seines Standorts sehr findig gewesen sein. Betrachtet man die Situation von der Tramhaltestelle Balgrist, sieht man, dass das Minarett, das in diesem Quartier noch nie jemanden gestört hat, etwas mehr als halb so hoch und viel unauffälliger ist als der Kirchturm. Hat die Weltwoche es nötig, mit einer derart offensichtlichen üblen Manipulation in den Abstimmungskampf einzugreifen? Ulrich Pfister, Zürich



Die Tatsache, dass die Weltwoche das SVP-Plakat gleich zweimal abdruckt, ist beschämend. Sie unterstützt damit eine Kampagne, die (einmal mehr) eine gesamte Glaubensgemeinschaft, deren Tun und deren Entwicklung durchaus mit kritischer Beobachtung begleitet werden müssen, undifferenziert in ein und denselben (terroristischen) Topf wirft.
Marcel Falk, Lörrach (Deutschland)

 

 

Dem «Editorial» von Roger Köppel ist in der Substanz sicher zuzustimmen. Das Plakatverbot in Basel war aus juristischer und politischer Sicht ein unüberlegter, eventuell auch falsch überlegter Schnellschuss. Aber man könnte die Thematik auch einmal aus einer etwas anderen Optik betrachten: Die Initianten-Partei verwendet zum wiederholten Mal ein ausgesprochen provokatives Abstimmungsinserat (siehe schwarzes Schaf) mit der voraussehbaren Folge, dass sich die öffentliche Diskus-sion auf die Werbung konzentriert. Kann die von ihnen angestrebte Fokussierung auf das eigentliche Abstimmungsthema nicht besser erreicht werden, wenn die Initianten weniger marginal und dennoch attraktiv werben?
Dr. Hans-Rudolf Widmer, Basel

 

 

Wöchentlich werden schockierende Bilder aus Ländern gesendet, die im Einflussbereich des Islam sind. Nebst vielem Schrecklichen sind auch Frauen mit Kopftuch, Burkas mit Schlitz oder Gitter ständig präsent. Kein Mensch, keine Organisation, keine politische Gruppe verbietet diese Bilder. Es gibt weder einen Medienrummel noch eine Reaktion des «rot-grünen Wächterrates». Jetzt verursacht ein Plakat einen Riesenwirbel. Plötzlich sind Bilder, die eine Frau mit Burka zeigen, zu verbieten. Rassistisch sei das, frauenverachtend und gegen die Religionsfreiheit. Man kann zur Initiative stehen, wie man will, aber schizophrener geht’s kaum. Ernesto Campomori, Oberdorf

 

 

Im aktuellen Islam wird Toleranz als Schwäche ausgelegt. Andere Religionen werden, gelinde gesagt, als minderwertig betrachtet. Indirekt sagt man auch ja zu einer sehr frauenfeindlichen Kultur. Das sind leider Tatsachen, und da hat Toleranz keinen Platz (mehr). Wir leben hier in einer christlichen, abendländischen Kultur, in der Minarette schlicht keinen Platz haben. Es ist mehr als nur tolerant, dass Muslime ihren Glauben frei in der Schweiz praktizieren können. Das stellt nicht einmal die Initiative in Frage. Warum wird unliebsamer Kritik gerne das Rassismus-Mäntelchen umgehängt? Ich habe keine Lust, aus falsch verstandener Toleranz in meinem Heimatland irgendwann nur noch Gast zu sein.
Christian Rickenbacher, Schötz

 

«Kauft nicht bei Juden» war und ist auch freie Meinungsäusserung. Damals hat es ein tragisches Ende gegeben. Das Minarett-Inserat macht genau dasselbe wie damals die Nazis. Die Argumente von Roger Köppel ziehen nicht, auch wenn dessen Journalisten nach seinem Mund reden. Jörg Caluori, Engelburg

 

Eigenverantwortung belohnen

Nr. 41 – «Selbstbedienungsluxusladen»; Cédric A. George über das Gesundheitswesen

«Die Eigenverantwortung der Patienten ist zu stärken. Die Prämien müssen steigen.» – Diese «Logik» ist ja wohl der grösste Trugschluss! Im Gegenteil, die Prämienerhöhungen werden das Konsumverhalten der Versicherten – ganz im Sinne der Ärzteschaft – noch anheizen. Wer mehr für die Krankenkasse bezahlen muss, will mehr aus ihr herausholen. Der einzige Anreiz zum Sparen wäre, wenn die Krankenkassen die Prämien nicht so bequem und undifferenziert nach Jahrgang abstufen würden, sondern nach Leistungsbeanspruchung. Wer z. B. die Leistungen der Krankenkassen nicht in Anspruch nimmt, erhält einen Prämienbonus. So einfach könnte dem Konsumismus und Gigantismus im Gesundheitswesen entgegengewirkt und die Eigenverantwortung gestärkt werden. Aber daran ist weder die Ärzteschaft noch die Pharma- oder Apparateindustrie interessiert. Marie-Therese Göbel-Kunz, Zürich

Offensichtliche Mängel kopieren

Nr. 41 – «Akademischer Rummelplatz»; Mathias Binswanger über das Bildungssystem

Der Autor hat sehr präzise auf den Punkt gebracht, was ich in vielen Jahren als ETH-Dozent und Gastdozent an amerikanischen Universitäten erfahren habe. Es bleibt mir unverständlich, warum wir in der Schweiz die Fehler der Bildungspolitik anderer Staaten trotz offensichtlicher Mängel kopieren sollten. Wenn man das durchschnittliche Bildungsniveau von amerikanischen «Studenten» hautnah erfahren hat, schätzt man sich glücklich, an einer Institution zu wirken, an der nicht 70 Prozent zum Studium zugelassen werden. Der Wert eines Abschlusses wie zum Beispiel der Matura, den 90 Prozent der Studierenden in Finnland angeblich schaffen, sinkt damit in die Bedeutungslosigkeit ab, und ein akademischer Titel gilt in der Berufspraxis entsprechend wenig. René Sperb, Dietikon

 

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