Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf

«Ungemütliche Kälte»

Bei Roman Polanski fehlte das politische Fingerspitzengefühl. In ihrem Asyldossier häufen sich die Missstände. Die bei Amtsantritt allseits gelobte Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf kommt unter Druck, einstige Verbündete wenden sich ab.

Von Andreas Kunz

Bald zwei Jahre sind seit der spektakulären Wahl in den Bundesrat vergangen, und im-mer noch fehlt eine ausführliche Bilanz über Eveline Widmer-Schlumpf. Für die professionellen Beobachter macht sie ihren Job durchwegs «gut» oder «sehr gut». Die Urteile werden in schwärmerischer Einhelligkeit verbreitet als ob es sich um ein codiertes Bekenntnis handelte, dass über die Politikerin, die ihren Ex-Parteikollegen und Amtsvorgänger Christoph Blocher shakespearemässig aus der Regierung hebelte, nichts Böses gesagt werden dürfe.

Die Ergriffenheit ist noch zu spüren, doch niemand verfällt mehr in Ehrfurcht wie an jener denkwürdigen Pressekonferenz nach hundert Tagen im Amt, als sich die Journalisten im Medienzentrum des Bundes zur gemeinsamen Andacht versammelten und die Neugewählte mit kritischen Fragen verschonten. Damals war Widmer-Schlumpf ein «Phänomen», eine helvetische «Jeanne d’Arc», ein «Glücksfall», «Landesmutter» und sogar der «Popstar der Politik». Logische Folge war Ende 2008 der Titel «Schweizerin des Jahres». Der Frau, die bei ihrer Wahl die eigenen Parteikollegen hinters Licht geführt hatte, wurde für ihren «Mut» (Blick) im Schweizer Fernsehen ein Heiligenschein verliehen.

Was aber taugt die allseits Gelobte wirklich? Welche Dossiers hat sie nach zwei Jahren als Justizdirektorin geprägt? Wie funktioniert sie als Chefin?


Der Fall Polanski

Einblicke in die Anatomie der Bundesrätin gewährte der Fall Polanski. Die Verhaftung des Star-Regisseurs vollzog sie streng nach gesetzlichen Vorgaben. Einer Chefbeamtin könnte man daraus keinen Vorwurf stricken. Eine staatsmännisch denkende Ministerin allerdings hätte die unnötigen diplomatischen Verstrickungen sehen müssen, welche die Verhaftung eines prominenten Ausländers nach sich zieht, der zu einer offiziellen Ehrung mit Laudatio eines Berner Chefbeamten eingeladen worden war. Mindestens hätte die Tragweite der Aktion richtig eingeschätzt und mit Aussenministerin Calmy-Rey besprochen werden müssen. Als aber der Direktor des Bundes-amts für Justiz, Michael Leupold, am Freitag vor der Verhaftung die Bundesrätin über die Brisanz des Falles orientierte und eine Entscheidung verlangte, schob Widmer-Schlumpf das Dossier zurück. Oder wie sie es der Sonntagszeitung erklärte: «Zu sagen hatte ich als Politikerin nichts.»

Dieses Politikverständnis erklärt auch ihre Reaktion auf den Einwand von Aussenministerin Micheline Calmy-Rey, es habe bei Polanskis Verhaftung an Fingerspitzengefühl gemangelt. «Was meint sie mit Finesse?», fragte die Justizministerin in der letzten Bundesratssitzung mehrmals. Offenbar will die Technokratin das staatspolitische Spiel nicht verstehen. Es ist für sie unbekanntes, unberechenbares und darum gefährliches Terrain. Bei den UBS-Vergleichsverhandlungen mit den USA profilierte sie sich noch im Schlepptau der Nationalbank. Diesmal war sie auf sich alleine gestellt und befürchtete vielleicht sogar einen zweiten Fall Kopp. Die erste Bundesrätin der Schweiz hatte selber das Telefon ergriffen, ihren Mann vor einer Untersuchung gewarnt und musste zurücktreten, weil sie das Gespräch abgestritten hatte.

Alarmstufe Rot im Asylwesen

Bundesrätin Widmer-Schlumpf verzichtete darauf, über verschlungene Wege oder Mittelsmänner Roman Polanski warnen zu lassen. Als sich die Verhaftung zur Staatsaffäre ausweitete, schob sie in der Boulevardzeitung Blick auch gleich die Verantwortung ab: «Der Verhaftungsentscheid wurde auf Stufe Fachbereichsleitung im Bundesamt für Justiz gefällt.» Polanskis Heimatländer Frankreich und Polen beschwerten sich über die plötzliche Aktion.

Die Kritik kam von Ministern, die sich wunderten, warum das gleiche Land, das sich durch den Bundespräsidenten für eine Verhaftung des Diktatorensohns Hannibal Gaddafi entschuldigte, nun auf Anweisung einer «Fachbereichsleitung» einen Filmstar wegsperrt, der als offizieller Gast in der Schweiz weilte und dort auch unbehelligt ein Haus bewohnen durfte.

Über einen längeren Zeitraum bewerten kann man die Justizministerin anhand ihres wichtigsten Dossiers, der Asylpolitik. Die Zahlen sind alarmierend: Bis Mitte 2009 sind 8400 neue Asylgesuche eingereicht worden – über 40 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Ende Jahr werden es zwischen 16 000 und 19 000 neue Gesuche sein. Dazu kommen weitere 13 500 unerledigte Fälle aus dem Vorjahr. Widmer-Schlumpfs erste Verteidigungsstrategie gegen die Misere war einfach und wirkungsvoll: Sie schob die Verantwortung auf Vorgänger Blocher ab. Er habe zu stark gespart und die dringend benötigten Notfallstrukturen abgeschafft.

Was in anderen Fällen als schlechter Stil interpretiert worden wäre, nämlich einen Vorgänger für ein aktuelles Problem verantwortlich zu machen, wurde von den meisten Medien unkritisch übernommen. Dann aber war die Blocher-Karte gespielt, und die neuen Sündenböcke hiessen Eduard Gnesa und Urs Betschart, Direktor und Stellvertreter im Bundesamt für Migration. Widmer-Schlumpf entliess sie Knall auf Fall, ohne zuvor die Belegschaft zu informieren. Später schob sie die Schuld an den steigenden Asylzahlen den europäischen Nachbarn zu, die für ihre Rücknahmeverfahren angeblich zu viel Zeit benötigen.

Vergangene Woche beklagte Widmer-Schlumpf als dritte Variante fehlende Finanzen. Zum Nachtragskredit von 52 Millionen Franken aus dem Frühjahr beantragte sie 107 zusätzliche Millionen, um das Asylproblem, das andere verursacht haben sollen, mit Geld zuzudecken.

Management by E-Mail

Die Justizministerin ist keine Macherin – die Vollzugszahlen im Asylwesen sind unter ihrer Führung geradezu eingebrochen. Über 20 000 Asylbewerber warten auf einen Bescheid aus Bern, beziehen Sozialhilfe und werden damit nicht williger, in ihre Heimat zurückzukehren. Eveline Widmer-Schlumpf versuchte es mit einer Asylgesetzrevision, die das Parlament jedoch von allen Seiten zerzauste. Ihr neues Gesetz, wonach Dienstverweigerung und Fahnenflucht keine Asylgründe mehr sind, klingt gut, aber bringt nichts. Die Gesuchsteller erhalten dennoch serienweise Asyl. Sie müssen gegenüber den Behörden einfach behaupten, zu Hause drohe ihnen Folter, dann dürfen sie bleiben. ›››

In Ländern wie Eritrea oder Nigeria ist die Schweiz unter der neuen Justizministerin zum attraktivsten Zielland geworden. Das Personal an der Front ist chronisch überlastet – und hat mit der Bundesrätin oft noch nie persönlichen Kontakt gehabt. Wo Vorgänger Blocher noch persönlich das Telefon in die Hand nahm, habe nun ein «Management by Weisungen, Verfügungen und E-Mails» Einzug gehalten, sagt der Direktor eines Migrationsamts gegenüber der Weltwoche.

Führungslos ist weiterhin der Hauptsitz, das Bundesamt für Migration (BfM) in Wabern. Nach Eduard Gnesas Wegbeförderung hätten unzählige Evaluationsprozesse von externen Firmen begonnen, erzählen Mitarbeiter so dass niemand mehr etwas mache, um ja nichts falsch zu machen. Der Rausschmiss des loyalen und allseits beliebten Stellvertreters Urs Betschart hat der Bundesrätin in der Belegschaft einen schlechten Ruf beschert. Dass sie ihn auf einem tiefer dotierten Posten wieder eingestellt hat, mache die Sache nur noch «peinlicher», sagen Mitarbeiter.

Totale Kontrolle

          Wie führt die Chefin von rund 4000 Angestellten eigentlich ihr Amt? Auffallend oft hat sich Widmer-Schlumpf bisher von hochrangigen Mitarbeitern getrennt. Nach dem Generalsekretär und seinem Stellvertreter (die allerdings beide zur engen Blocher-Truppe gehörten), musste auch Kommunikationschef Livio Zanolari gehen (CVP Graubünden) und schliesslich ebenso ihre Mitarbeiter im persönlichen Stab Thomas Porchet (SVP), Sébastien Leprat (FDP) und Ruth Reusser, ehemalige Nummer zwei im Bundesamt für Justiz.

Dem Vernehmen nach ist die Bundesrätin ein Kontrollfreak, die ihren Mitarbeitern bis ins kleinste Detail hineinregiert. In Berichten und Anträgen korrigiere sie sogar einzelne Wörter und Kommafehler. «Sie ist gleichzeitig Musterschülerin und Primarlehrerin», sagt ein Mitarbeiter.

Bei Christoph Blocher seien sie zusammengezuckt, wenn er den Raum betreten habe, viele hätten auch Angst gehabt. Eveline Widmer-Schlumpf löse keine Angst aus, sondern «ungemütliche Kälte». «Wenn sie in den Raum tritt, dann sinkt die Temperatur», heisst es im Amt. Mit ihren hängenden Schultern, die sie beim Dozieren noch schmaler macht, dem grossen Kopf und den Beinen eines scheuen Mädchens verströmt sie eine eigenartige körperliche Präsenz und die Botschaft: «Ich bin eigentlich gar nicht hier.»

Unbestritten ist überall, wie fleissig die Bundesrätin ihre Arbeit erledigt. Mit einem Apfel und einem Jogurt kann Widmer-Schlumpf tage- und nächtelang durcharbeiten. Ihre Weigerung zu delegieren und der Drang, sich um jede Kleinigkeit persönlich zu kümmern, nötigt ihr ein höllisches Pensum auf. Sorgen macht im Amt vor allem die widmersche Strategie des «Alles-immer-prüfen-Lassens».

Tatsächlich zeigt ein Blick in die Mediendatenbank, wie prüfungsfreudig die Justizministerin ist. Für die vergangenen zwölf Monate finden sich unter den Stichworten «Eveline Widmer-Schlumpf» und «prüft» hundert Einträge. Zum Vergleich: Ihre Kollegen Doris Leuthard, Moritz Leuenberger, Micheline Calmy-Rey und Ueli Maurer «prüften» bloss zwischen 33 und 51 Mal. Selbst Pascal Couchepin und Hans-Rudolf Merz, die in der Testzeit als Bundespräsident amtierten, erreichen mit 84 respektive 99 Einträgen Widmer-Schlumpfs Bestmarke nicht. Die Justizministerin «prüfte» ein neues Einbürgerungsge- setz, einen Systemwechsel im Asylverfahren, die Verwahrung von Jugendlichen, lässt eine Expertenkommission in ihrem Namen «prüfen» etc.

Widmer-Schlumpf will populär sein und spielt ihre Stärken Korrektheit, Sachlichkeit, ihre ruhige Art bei jeder Gelegenheit aus. Die fehlende Ausstrahlung und Eleganz kompensiert die zierliche Bündnerin mit Ernsthaftigkeit und Detailkenntnis. Was bei ihren Anhängern noch funktionieren mag, verliert in Bundesrat und im Parlament allmählich an Wirkung. Die gross angekündigte Revision des Strafrechts scheiterte kläglich: Der Nationalrat schickte die Justizministerin mit über fünfzig Motionen und Vorstössen zurück ins Büro. Im Bundesrat muss sie mit ihrer gesamtschweizerischen Regelung der Sterbehilfe nochmals über die Bücher, obwohl sie dafür in den Medien viel Lob erhalten hatte.

Mikromanagerin und Interventionistin

Um ihre Anliegen durchzubringen, braucht Widmer-Schlumpf eine starke Partei im Rücken. Ihre BDP mit den Parteiexponenten Hans Grunder und Ursula Haller ist das nicht. Vorgänger Blocher konnte als Bundesrat im Nationalratssaal ein Handzeichen machen, worauf ein Parteisoldat herbeieilte und sämtlichen SVP-Nationalräten den Abstimmungsbefehl überbrachte. Widmer-Schlumpf wurde von ihrer eigenen Partei sogar in den Rücken geschossen, als sich die Bündner BDP-Nationalrätin Brigitta Gadient öffentlich für die Konkordanz aussprach und damit der eigenen Bundesrätin faktisch die Daseinsberechtigung absprach. Die talentierte Machtpolitikerin Widmer-Schlumpf sieht die drohenden Klippen der Konkordanz, deshalb profiliert sie sich geschickt als Einzelmaske, um in einer Art Personenwahl schliesslich doch noch gegen alle Arithmetik im Bundesrat zu bleiben. Welchem politischen Lager die Bündnerin eigentlich zugehört, wird dabei immer unklarer. Im Parlament hat Widmer-Schlumpf den Ruf einer Mikromanagerin und Interventionistin, die mit Gesetzen und Regulierungsmassnahmen gesellschaftliche Probleme lösen will. Vom freiheitlichen Credo ihrer einstigen Mutterpartei ist nicht mehr viel vorhanden.

Heftige Kritik aus allen politischen Lagern erntete sie mit ihrer Verordnung über ausserfamiliäre Kinderbetreuung und einer Bewilligungspflicht für Grossmütter, die ihre En-kel hüten wollen. Der gesellschaftspolitische Gross-Eingriff geriet zur Lachnummer. Ebenso breit fiel die Kritik aus für die Ergänzung des Antirassismus-Gesetzes und das grundsätzliche Verbot rassistischer Symbole in der Öffentlichkeit. Die «Landesmutter» (Blick), heisst es im Bundeshaus, sei tatsächlich eher ein «Mami der Nation», das alle an die Hand nehmen möchte oder treffender: eine «Gouvernante».

Personenfreizügigkeit: Wieder daneben

Als solche ist sie stur und zäh, aber auch kompromissbereit und mit einer feinen Nase für Mehrheitsverhältnisse ausgestattet. In Vernehmlassungen zu neuen Gesetzen soll sie ihre Meinung teilweise ebenso häufig ändern, wie es Redner und Standpunkte gebe. Dem Vernehmen nach geht sie in die Bundesratssitzungen oft schon mit einem Kompromiss, der ihr harte Auseinandersetzungen und allfälligen Liebesentzug erspart.

Bei der Personenfreizügigkeit brachte sie ihr Anpassungsdrang in Schwierigkeiten. Nachdem sie vor der Abstimmung noch einen Rückgang der Zuwanderung in der Krise prognostiziert hatte, zeigte sie sich in der NZZ kürzlich «überrascht», dass der Migrationsstrom anhält. War sie vor der Abstimmung noch ein geschätztes Mitglied der vereinten Befürworterschaft, muss sie als verantwortliche Justizministerin die Suppe nun alleine auslöffeln.

Die Hemmungen sind weg

Allmählich blättert der Lack ab. In einem Artikel des Tages-Anzeigers erntete sie kürzlich harte Kritik aus allen Parteilagern. FDP-Nationalrat Philipp Müller sagte: «Ich weiss nicht, was Frau Widmer den ganzen Tag macht.» Bei Ursula Wyss, Fraktionschefin der SP, ist «Ernüchterung eingekehrt». Ebenfalls «keine grosse Hoffnung mehr» hegen Ueli Leuenbergers Grüne. Derzeit gebe es «eindeutig keine politischen Gründe, Widmer im Amt zu bestätigen», sagte Leuenberger.

Um in zwei Jahren die Wiederwahl zu schaffen, drängt Widmer-Schlumpf ihre BDP zu Fusionsgesprächen. Mit positiven Schlagzeilen will sie sich der CVP als populäre Regierungsvertreterin anbieten – allerdings hat die Partei mit Christophe Darbellay bereits einen ehrgeizigen Bundesratsanwärter als Präsidenten. Es wird immer offensichtlicher, dass Eveline Widmer-Schlumpf nicht mehr gebraucht wird. Wahrscheinlich benötigte man sie bereits einen Tag nach der Blocher-Abwahl nicht mehr. Zwei Jahre lang wurde zwar das Gegenteil behauptet man brauche sie, weil sie so gut sei , doch nun sind die Hemmungen weg. Der anfängliche Applaus galt weniger ihr als der Entfernung ihres Amtsvorgängers.

Schon als Regierungsrätin in Graubünden war Widmer-Schlumpf nicht sonderlich beliebt. Bündner SP-Mitglieder erzählen, dass ihre Kantonsratsfraktion eine Wahl der sturen Widmer-Schlumpf als Nachfolgerin von Blocher abgelehnt hätte. Dass sie dann ausgerechnet vom Bündner SP-Nationalrat Andrea Hämmerle ins Bundeshaus portiert wurde, erscheint im Nachhinein als Treppenwitz der Geschichte.

Würde die kopflastige Magistratin über ein solides Bauchgefühl verfügen, hätte sie die Wahl in den Bundesrat wohl abgelehnt. Sie wurde von Leuten portiert, die sie jahrelang bekämpft hatten. Ihre eigenen Leute hat sie verraten. Das holt sie jetzt ein. Eine Wiederwahl wird immer unwahrscheinlicher.

Kommentare

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  • Eisenherz
  • 16.10.09 | 23:37 Uhr

@mediabuehler!
Kranksein ist eine Sache die pathologische Ursprünge hat und sehr oft heilbar ist, dauernd aber unheilbare "Gülle" so wie du das stets machst zum Besten zu geben eine andere.
Darum mein wohl gemeinter Rat an dich, werter "mediabrüller!" bleib bei deinen Leisten und stinke besser die Gegend voll, am allerbesten dort wo du dich häuslich niedergelassen hast...wenn es halt unbedingt sein muss,
aber bitte versuche ja nicht dich in "Philosophie" zu üben, denn da versagst du bevor du überhaupt dein Mund aufgerissen hast...gell!

  • werni425
  • 14.10.09 | 20:26 Uhr

mediabuehler, Pesche, Eisenherz,
Todesstrafe? Warum icht. Mit dem eingesparten Geld für den lebenslangen Strafvollzug können viele Menschen gerettet werde. Reine Mitteloptimierung. Sie wird je länger je mehr wieder kommen. Mal sehen so in 50 Jahren.
Warum sollten 2 der Oberen sehr krank sein? Ich verstehe nichts.
WErni

  • mediabuehler
  • 14.10.09 | 17:31 Uhr

Pesche BE und Eisenherz
Ich fürchte Sie beide sind sehr kranke Menschen und ich kann Sie nur bemitleiden. Sie haben sich wohl vom Hexenverbrennungszeitalter ins 21. Jh. verirrt.

  • Pesche BE
  • 14.10.09 | 14:04 Uhr

@Eisenherz

Ich habe in meinem letzten Posting gesagt, dass ich mich nicht mehr zum Fall Polanski äußere. Aber zur Todesstrafe im Allgemeinen habe ich etwas zu sagen. Vorausgesetzt die Taten eines Wiederholungstäters, ich wiederhole ausdrücklich, Wiederholungstäter!!, die geplanten Mord, brutalste Vergewaltigungen und Opfer zu Invaliden oder zu Tode geprügelt auf dem Gewissen haben -- für solche Täter bin ich gegen die Todesstrafe. Das wäre ein Geschenk. Diese uneinsichtigen Täter, in vielen Fällen auch Monster, sollten ohne wenn und aber lebenslänglich weggesperrt werden. Und unter Lebenslänglich verstehe ich bis zum Tod. Tag für Tag, Woche für Woche, Monate für Monate und Jahre für Jahre haben diese Täter jetzt Zeit, über ihre Verbrechen und das unsägliche Leid der Opfer und der Hinterbliebenen nachzudenken!

  • Eisenherz
  • 14.10.09 | 10:26 Uhr

@mediabuehler! Sie wiedersprechen sich laufend, u.a. behaupten sie, dass sich das Mädchen in Hollywood einschleimen wollte...zum anderen bemerken sie, dass niemand dabei war...ja nun muss ich aber schwer annehmen, dass mindestens sie bei dieser Scheusslichkeit auch zugegen waren..woher wüssten sie sonst was damals Fact war?!
Wurden sie demnach einer Einvernahme unterzogen?
Zu ihrer Frage wg. Todesstrafe, ja ich befürworte die Todesstrafe für schwere Verbrechen... ein Kind zu schänden ist m.E. ein schwerwiegendes Delikt, solche Verbrecher, egal wie sie heissen und was sie sind, gehören ein für allemal eliminiert!

  • mediabuehler
  • 14.10.09 | 08:59 Uhr

Ich sage ja nicht, Werni, dass P. richtig handelte, aber im Unterschied zu vielen die ihn in Grund und Boden verurteilen stelle ich die Frage, ob es denn ein Unterschied macht, wenn ein unschuldiges Kind im Wald aus dem Hinterhalt überfallen und vergewaltigt wird oder wenn eine vollentwickelte Dreizehnjährige, fast vierzehnjährige, sich wiederholt mit P. trifft und ihm nackt im Wirlpool Modell steht - mit der Absicht sich in Hollywood einschleimen zu können - und das noch mit vollem Wissen einer unverantwortlich handelnden Mutter, die ebenso wie ihre Tochter karrieresüchtig war.

Niemand war ja dabei - nur die beiden und die Aussage der Jugendlichen ist sicher tendenziell. Diejenige von P. wurde nie veröffentlicht.

  • werni425
  • 13.10.09 | 20:07 Uhr

mediabühler,
Was kann ein einzelner Richter auf der ersten Stufe eines Verfahrens schon verursachen. Man mag ja die USA als eine etwas mehr Bananenrepublik halten als die Länder Europas.
Aber auch dort gibt es ein Rechtssystem, welches für 250 oder 300 Mio. Leute recht gut funktioniert. Ich vermute, dass der Polanski noch ganz andere Gründe hatte um abzuhauen. Simpson wurde ja auch freigelassen.
Das Problem ist diesmal nicht die Widmer, jedoch die Kulturszene. Bei denen fehlt Empathie.

Werni

  • mediabuehler
  • 13.10.09 | 14:45 Uhr

Bei Leuten wie Ihnen, Eisenherz, läuft es mir eiskalt den Rücken herunter. Entweder ist es kranker Fundamentalismus oder pathologische Sturheit. Beides ist gleichermassen verwerflich - vor allem dann wenn solche Leute über etwas herfallen, das sie nur vom Hörensagen kennen. Sie sind wohl auch noch für die Todesstrafe ...

  • eidgenosse
  • 13.10.09 | 11:14 Uhr

zum fall polanski bezüglich denunzieren kommt mir der film: "sent of a woman" (al pacino) in den sinn !

  • Eisenherz
  • 13.10.09 | 10:17 Uhr

@mediabuehler! Ihr letzter Satz, Zitat: Wir biedern uns mit jedem Wahnsinnigen an....wenn sie zu den "Wir" gehören, dann ist dass ihre Sache, ich bitte sie mich nicht zu beleidigen, ich gehöre nicht zu den "Wir", ich bin eine eigenständige Person.
Es wurde korrekt gehandet, Polansky gehört bis ans Ende seines Lebens inhaftiert und nicht unter Hausarrest gestellt m.E. gehören Kinderschänder in den Kerker!

  • mediabuehler
  • 13.10.09 | 06:54 Uhr

Alle Ihr Pharisäer und Selfmade-Juristen die wirlich keine Ahnung haben:
Polanski wurde inhaftiert und nach einem gerichtlichen Deal freigelassen. Der krankhafte antisemtische Richter wollte sein Wort brechen und P. nachträglich "lebenslang" einlochen - wie er selber im privaten Kreise aussagte. P. reiste im Wissen um diese Aussage aus.

Die Gerichts-Aussagen der 13Jährigen wurden publik gemacht - diejenigen von Polanski unterschlagen. Allein schon das reicht, dass nach 32 Jahren de jure eine faire Betrachtung des Deliktes - wie auch immer das Vergehen im Detail abgelaufen ist - nie und nimmer nach schweizerischen Recht möglich ist. Kein Auslieferungsvertrag kann die Schweiz zwingen P. auszuliefern unter solchen Voraussetzungen. Universitäts-Professor Dr. iur. Geiger, einer der kompetentesten Juristen Europas, hat das in der NZZ klar formuliert.

Frau Widmer-Schlumpf hat sich dem US-Amerikanischen Druck, analog der UBS-Affäre, feige gebeugt. Unsere Regierung macht uns zu einer feigen Denunziantennation, Duckmäuser und Schleimer, die jedes Rückgrat und jede Achtung verloren hat. Wir biedern uns mit jedem Wahnsinnigen an - nur um im Rampenlicht stehen zu können.

  • Pesche BE
  • 13.10.09 | 00:32 Uhr

@sen
Interessant und gut formuliert, die Analyse von Rüdiger Suchsland. Ob auch gut recherchiert, wage ich allerdings etwas zu bezweifeln. Da werden Statements von mehr oder weniger bekannten Künstlern und Wissenschaftlern wiedergegeben und natürlich darf auch die obligate Psychoanalyse nicht fehlen. Gibt dem Ganzen einen intellektuellen Touch. Aber die komplizierte Wahrheit passt nicht zu den einfachen Schlagzeilen, schließt Rüdiger Suchsland seine Analyse.

Ob kompliziert oder nicht, mit oder ohne Psychoanalyse und Weisheiten von Wissenschaftlern und Künstlern, ich bleibe bei meinem einfachen Statement: „Ein 13 jähriges Mädchen wurde missbraucht. Ob mit oder ohne seinen Willen ist nicht relevant und muss bestraft werden!“

Ich hoffe, dass Polanski ausgeliefert und sich der Justiz in den USA stellen muss. Ob sich mein Zitat: „Die Gerechtigkeit befindet sich in einer Etage, in der die Justiz nichts zu suchen hat“, auch auf Polanski in den USA zutrifft, kann ich nicht beurteilen obwohl ich das Land beruflich und privat bereist habe und die Mentalität der Amis, einigermaßen kenne.

In unserem „Ländli“, in dem unbescholtene Bürger Invalid und zu Tode geprügelt und die Täter nach lächerlichen Freiheitsstrafen wieder auf die Menschheit losgelassen werden, trifft dieses Zitat leider zu.

Mit diesen Zeilen klinke ich mich aus diesem Thread aus. Der „Fall“ Polanski ist für mich Schnee von gestern! Was nicht heisst, dass ich Polanski als Filmemacher nicht mehr bewundere.

  • Eisenherz
  • 12.10.09 | 23:06 Uhr

Warum soll und muss uns eigentlich Herr Polansky interessieren, er ist ein Mensch wie viele und viele haben und machen einen sehr guten Job.
Kümmert euch doch nicht um ihn, er wird seine gerechte Strafe bekommen...lieber spät als überhaupt nie!

  • sen.
  • 12.10.09 | 16:32 Uhr

Pesche BE
Bevor Sie sich weiter äussern bitte ich Sie diesen Link zu besuchen. Der Artikel ist relativ lang, aber wenn Sie sich für das Thema so intensiv interessieren würde es sich lohnen den Artikel zu lesen.

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31264/1.html

  • Pesche BE
  • 12.10.09 | 14:50 Uhr

@lucena

Deinem ersten Satz kann ich voll zustimmen. Ergänzend ist noch folgendes Zitat zu erwähnen: “Die Gerechtigkeit befindet in einer Etage, in der die Justiz nichts zu suchen hat!“.

Und zu unserer guten Eveline. Obwohl ich alles andere als ein Fan von der Justizministerin bin und mir noch heute schleierhaft ist, warum sie zur Schweizerin des Jahres gekürt wurde, im Fall Polanski hat die überforderte Formaljuristin richtig gehandelt. Und was heißt schon überfordert, auch die restlichen obersten Regierungsmitglieder in unserem Alpenstaat sind etwas, einige sogar bis etwas sehr überfordert und befinden sich dabei in bester Gesellschaft mit gewissen USA Präsidenten a.D. und Co.

Pesche

  • lucena
  • 12.10.09 | 12:48 Uhr

@Pesche

der gesunde menschenverstand ist bekanntlich das letzte, worauf sich die justiz stützt.

hätte Widmer dies getan, so hätte sie die französische justiz über das auslieferungsgesuch aus USA informiert und Frankreich gebeten, den französischen staasbürger auszuliefern.

soweit hat die überforderte formaljuristin jedoch nicht gedacht.

  • Pesche BE
  • 12.10.09 | 12:07 Uhr

Noch einmal kurz und bündig:

Es ist nicht relevant, ob das Mädchen wollte, nur ein wenig wollte, nicht wollte, finanzielle Absichten hatte, Drogen mit im Spiel waren und die Tat vor X Jahren begangen wurde. Die obligate Entschuldigung von Tätern und etwas scheinheiligen Sympathisanten: “Das Opfer hat sich nicht gewehrt und war mit den Handlungen einverstanden”, egal ob es zutrifft oder nicht, ist auch nicht relevant.

Relevant ist nur: Ein 13 jähriges Mädchen wurde missbraucht. Das ist ohne wenn und aber ein Verbrechen und muss hart bestraft werden. Egal ob der Täter Polanski heißt oder Müller! So einfach ist das, wenn man den gesunden Menschenverstand einsetzt.

Pesche

  • mediabuehler
  • 12.10.09 | 09:16 Uhr

Annamaria
Wenn Sie schon über ein solches Thema schreiben, sollten Sie wissen, dass die Aussage der "missbrauchten" 13Jährigen einseitig ist. Die Aussagen von Polanski wurden im Gegensatz dazu nie veröffentlicht. Somit ist diese Aussage reine Makulatur. Der Zivilprozess bachte der "Missbrauchten" viel auch viel Geld ein. Man spricht von einer halben Million Dollar. Dafür haben schon andere Verleumdungen ausgesprochen.

  • petter
  • 11.10.09 | 18:26 Uhr

Eisenherz: Sie haben offensichtlich keine Kenntnis vom Aufgabenkonflikt zwischen den Kantonspolizeien und den Grenzwächtern, die im Hinterland Schleierfahndung ausüben müssten, es aber wg. Einsprache der Kantonspolizeien, die auf ihrer Aufgabenstellung beharren,und so dem Grenzschutz die Möglichkeit nehmen Schleierfahndung im Hinterland durchzuführen, nicht tun können wie es im Schengenvertrag vorgesehen.
Sie haben recht, sie lungern nicht im Büro herum, sondern nach wie vor vor den Grenzübergängen wg. möglicher Zollkontrollen(die sie machen dürfen).
Mir haben meine (Grenzwächter) seit Jahren geklagt, ihr Bestand werde künstlich tief gehalten, in der Vor-Schengenzeit. Mit Schengen sind sie mehr oder weniger überflüssig geworden. Einzig die Zollkontrolle obliegt ihnen noch.
Ich bedaure das, ich bin und war immer gegen Schengen. Aber die intelligente Mehrheit wollte es so.
Ich reise jeden Monat in Europa umher und sehe niemand mehr zwischen den alten EU-Staaten an der Grenze. Nur an der Schweizer Grenze wird so ein Halb-Schengenstatus zelebriert.
Typisch für den Berner Saustall.

  • Eisenherz
  • 11.10.09 | 18:08 Uhr

@petter! Mit diesem Kommentar haben sie ganz deutlich bewiesen, dass sie weder vom "tuten" noch vom "blasen" eine Ahnung haben. Die Grenzwache ist permanent im Einsatz und irrt nicht in den Büros umher, bevor sie so saudumm daherreden wäre es gescheiter sie würden sich besser informieren. Glauben sie mir, ich weiss wovon ich rede, da ich im ganzen Zirkus so ziemlich mittendrinn stehe...gell!

  • petter
  • 11.10.09 | 15:29 Uhr

Die von gewissen Medien zur beliebtesten Bundesrätin erhobene Dame aus Bünden geht jetzt vom totalen Versagen zur Katastrophe in der Asylpolitik über.Gemäss Selbstankünding kommen nochmals 2'500 mehr, vornehmlich aus Libyen (Zahlt der Ghadaffi den Transport?)
Es entgleitet ihr alles, der Grossschwätzerin und Blocheranklägerin.
GAnz Nordafrika reist mit gefülltem Geldbeutel (so 5'000 bis 10'000 Dollar sind schön nötig) direkt in die Schweiz, mit genüsslichem Durchreisen von Italien Frankreich oder Deutschland.
Die arbeitslosen Grenzwächter (lt. Schengen ist es jetzt verboten an unseren Grenzen systematische Personenkontrollen zu machen) irren wohl in ihren Büros herum, da die Kantone sie nicht als Kontrollinstanz akzeptieren.
Das ist der alltägliche Sauladen Berner Provenienz!

  • sen.
  • 11.10.09 | 13:45 Uhr
  • Eisenherz
  • 11.10.09 | 08:27 Uhr

@Stimme der Vernunft!
Bald schon kommt ja wieder das Christkind, dann darf man sich wieder nach Herzenslust so manches wünschen. An ihrer Stelle würde ich zuoberst auf den Wunschzettel schreiben: ICH MÖCHTE FORTAN GESIEZT WERDEN!
Hoffe dass ihnen dieser Wunsch erfüllt wird!

  • annamaria
  • 11.10.09 | 01:04 Uhr

Es ist eine absurde Idee, die hier im Artikel vorgeschlagen wird, daß eine Justizministerin einen Mann, der eine Straftat begangen hat und seit Jahren vor dem Prozeß flüchtet, VORGEWARNT werden sollte, vor einer Festnahme!
Für all die Zweifler an den Tatvorgängen der Vergewaltigung:
Bitte lesen Sie die Aussagen der 13-jährigen Samantha Galay in den Vernehmungsprotokollen!(Sie sind in dem hervorragend recherchierten Berliner Tagesspiegel-Artikel "Im völlig falschen Film“ verlinkt.) In diesen Protokollen wird deutlich, wie Polanski heimtückisch, erbarmungslos und brutal das Mädchen erst unter Drogen gesetzt und dann mehrfach vergewaltigt hat. Trotz ihrer zig Bitten, von ihr abzulassen. Trotz eines "Tricks", den sie versuchte: Als er sie im Pool vergewaltigen wollte, sprang sie raus und behauptete, einen Asthma-Anfall (sie hatte nie Asthma!)zu haben und deswegen sofort nach Hause zu müssen. Er ignorierte das, gab ihr stattdessen eine vermeintliche "Beruhigungspille" (Qualudes) und vergewaltigte sie dann drinnen im Haus, trotz ihrer Widerstände und ständiger Bitten, endlich aufzuhören und sie nach Hause zu fahren! Auf dem Nachhauseweg schärfte er ihr dann ein, es niemand zu erzählen. Nebenbei: Daß oft berichtet wird, sie hätte ihm "verziehen", ist eine merkwürdige Interpretation. Es ist für Vergewaltigungsopfer wichtig, eine Art "Inneren Frieden" mit der traumatischen Erfahrung zu schließen. Das ist jedoch keinesfalls eine nachträgliche "Freisprechung"- ganz im Gegenteil!

  • sen.
  • 10.10.09 | 07:43 Uhr

GrosserMeister 09.10.09 00:45

Einen kleinen schmächtigen Mann kann man auch etwas behutsamer anfassen und vor allem kann man den eigenen Kopf benützen bevor man handelt. Nicht dass er die Strafe nicht verdient hätte. Aber bitte wenn Sie gegen ihn so hart vorgehen wollen fassen Sie dann auch noch die Linksextreme so hart an, die am 1. Mai und anderswo randalieren, weil sie viel mehr Schaden verursachen als der arme Kerl Polanski. Ich weiss aber nicht. dass die Verhaftung tatsäcjlich ein vernünftiger Schritt war.

  • Windrider51
  • 09.10.09 | 18:19 Uhr

Pesche BE, EWS hat noch nie etwas bemerkt, und schon gar nicht die politische Dimension des Falles Polanski. Sie agiert immer nach dem selben Schema: gelingts, ist sie der Star, gehts in die Hose, waren's die Angestellten. Das war schon in ihrer Bündner Zeit nicht anders (Sanierung der Kantonsfinanzen als Beispiel).

Sex mit Kindern ist eine Sauerei, da müssen wir uns nicht darüber unterhalten. Und wenn jemand ein Kind vergewaltigt, kann man das, auch aus meiner Laien-Sicht, mit Mord vergleichen. Aber eine solche Vergewaltigung wars im Polanski-Fall eben nicht. Die Straftat bleibt, unbestritten, aber diese würde ich so nicht mehr mit Mord auf eine Stufe stellen.

Und die Frage ist wirklich die, ob wir angesichts der politischen Brisanz denn tatsächlich den Büttel für die Amis spielen sollen. Ausgerechnet den Amis, die sich in letzter Zeit einen Deut um Recht und Verträge mit uns scheren. Die brauchten jemand, der die Drecksarbeit macht (die Franzosen wollten dies offensichtlich nicht tun).

Wenn Blocher so entschieden hätte, würden die selben Kreise, die EWS jetzt loben, herumposaunen, der Blocher sei den Amis wieder mal in den A ..... llerwertesten gekrochen.

Wir sollten uns wieder einmal darauf besinnen, dass wir auch wer sind. Nicht nur Peinlichkeiten à la Gas-Deal / Kopftuch mit dem Iran, der Gadaffi-Sache und jetzt dem Polanski-Fall aneinanderreihen, das bringt nichts.

Aber mit d e m Personal im Bundeshaus wird das woh nichts werden....

  • Pesche BE
  • 09.10.09 | 14:43 Uhr

Mediabuehler

Ich bin schockiert wie man in der Schweiz mit diesem Jahrhundert Genie umspringt. Was hat er schon verbrochen. Ein Mädchen mit Drogen gefügig gemacht und vergewaltigt? Dass ich nicht lache. Gut, Drogen waren im Spiel. In den Kreisen in denen das Girl verkehrte, gehörte das zum Alltag. Und Polanski wurde von diesem verdorbenen Ding, erfahren in Liebesdingen und alles andere als “Unschuldig!“, glatt überrumpelt. Dieses clevere Mädchen hat sich ihm berechnend an den Hals geworfen und nach allen Regeln der Kunst verführt. Das Opfer war nicht das Mädchen, sondern Polanski.

Du sprichst zwar von Nuancen, die in solchen Fällen relevant sein können. Gleichwohl gebe ich mit meinem etwas überspitzten Statement nur die Meinung von Filmemacher Rolf Lissy & Co zu diesem Fall, anlässlich der letzten Arena Sendung wieder. Der gute Mann fand es auch ungeheuerlich, dass viele, die Polanski verurteilen, das gleiche Strafmass für einen Mord oder einer Vergewaltigung fordern.

Ich sehe das etwas anders: Für mich ist ein kaltblütig geplanter Mord, ausgenommen Mord im Affekt, aus welchen Gründen auch immer, vergleichbar mit einer Vergewaltigung von Kindern mit Hilfe von Drogen. Kaltblütig geplant. Das ist Mord an der Seele und muss auch wie ein Mord bestraft werden. Nuancen, schmächtig etc. hin oder her!

In diesem Fall hat Eveline Widmer-Schlumpf die richtigen Entscheidungen getroffen, wohl wissend, dass sie von gewissen Kreisen scharf kritisiert wird. Chapeau!!

  • mediabuehler
  • 09.10.09 | 10:12 Uhr

autonomous
Danke für das freundliche Votum.

In der Tat sind meine Meinungen immer geprägt von meiner subjektiven Haltung, meiner Lebenserfahrung (ich bin 64 J.) sowie durch das Abwägen von möglichst breit abgestützen Informationen.

Ich finde, dass jeder Mensch dem Anderen eine eigene Meinung zubilligen sollte - solange diese nicht den gängigen Sitten widersprechen. Etwas Satire, Sarkasmus und Ironie sollte dabei auch toleriert werden. Immer entspricht ja solch' Geschriebenes dem persönlichen Empfinden, das man nicht immer verstecken sollte.

Mein Widerwillen entsteht dann, wenn Leute den allgemeinen Mainstream analog verdummender Postillen wie "Blick", "Schweizer Illustrierte" etc. tel-quel übernehmen und sich wie der buchstäbliche Mob über ein Thema entrüsten - ohne auch nur etwas hinter die Sache geblickt zu haben. Oft sitzt ja gerade der Teufel im Detail.

In diesem Sinne einen schönen und erfreulichen Tag!

  • autonomous
  • 09.10.09 | 09:51 Uhr

Mediabühler
Ich gebe zu, dass ich deine Ansichten jeweils gerne zur Kenntnis nehme. Nicht immer bin ich mit deinen Ansichten einverstanden. Aber ich weiss, dass du – wie zum Beispiel Christine und andere – sehr moderat und sehr verständnisvoll bist gegenüber der Gegenseite. Und vor allem versuchst, deine oft klaren Voten mit Argumenten zu untermauern.
Andere, welche sich gerne mit grossen Namen schmücken und/oder die Vernunft für sich beanspruchen, wollen deine Ansicht nicht verstehen. Nein, schlimmer, sie können sie nicht verstehen.

  • mediabuehler
  • 09.10.09 | 08:16 Uhr

GrosserMeister
Auch ich bin resolut für die Abstrafung von Kinerschändern - aber offenbar verwechseln auch Sie etwas: Polanski ist mitnichten ein Kinderschänder sondern ein kleiner, schmächtiger (165 cm gross) Mann der von einer 13jährigen, jedoch vollentwickelten jungen Dame richtig animiert worden ist. Offenbar steht heute ausserfrage, dass die 13Jährige die Betäubungsmittel selbst zu Rendez-vous mitgebracht hatte. Nach dem Fotoshooting - oben ohne nota bene - im Wirlpool, und es war ja nicht das erste Rendez-vous - kam es zu den Handlungen, die von der jungen Frau am nächsten Tag beklagt worden sind. Es könnte sogar sein, dass es eine gesteuerte Handlung war, denn die finanziellen Forderungen blieben ja dann auch nicht aus (1/2 Million USDollar!!).

Also bitte genau recherchieren und nicht einfach dümmlich abschreiben.

Ich halte fest, dass ein Erwachsener sich auch dann auf keinen Fall mit Minderjährigen einlassen darf, wenn diese körperlich und mental dazu bereit sind, weil sie die geistige Reife noch nicht haben selbstverantwortlich zu handeln. Aber Nuancen sind in solchen Fällen selbstverständlich relevant. Immer fair bleiben.

  • werni425
  • 09.10.09 | 07:18 Uhr

Bezüglich dem Polanski Fall sollte man wieder auf Mechanismen im Vertragsrecht zurückkommen. Dass diese Mechanismen manchmal abartig sind, ist die schwarze Seite. Das zeigt auch, dass nur professionelle einen Vertrag aushandeln sollten. Einige Bundesräte sind offensichtlich Professionelle. Cen Asulieferungsvertrag mit den USA studieren. Dass wir halt von den erpressbar sind, hat mit unsere Abhängikeit von sämtlichen Rohstoffen aus dem Ausland zu tun. Danke dafür an die jetzigen Jammeri.
Werni

  • GrosserMeister
  • 09.10.09 | 00:45 Uhr

Bei Kinderschändern braucht es kein "Fingerspitzengefühl", sondern die harte Faust. Das einzige was man der Verräterin Widmer-Schlumpf vorwerfen kann ist, dass sie nicht schon früher gehandelt hat. Ansonsten hat ihre Aktion ausnahmsweise meine volle Zustimmung! Dagegen muss man sich fragen, wieso Polanski unter Blocher nicht nur ein- und ausreisen, sondern auch noch Besitz hierzulande erwerben konnte. Alles hatte er in seinem Departement wohl doch nicht im Griff.

Mir kommt das grosse Kotzen, wenn ich hier Journalisten und schwule Filmfreunde von verständnis für den grossen Filmemacher faseln höre. Er gehörte schon vor über 30 Jahren vor Gericht. Endlich ist es soweit.

  • Windrider51
  • 08.10.09 | 23:12 Uhr

Stimme der Vernunft.

Ich habe Dich (Sie) nicht gebeten, mich charakterlich zu qualifizieren (Fahne nach dem Wind ausrichten). Es ist in Foren üblich, sich mit "Du" anzureden.

Auf meine Frage, was der Blocher den verbockt haben soll, warte ich aber immer noch.

Und bezüglich der Grammatik halte ich mich an das, was ich gelernt und gepflegt habe, von Mist à la Rechtschreibereform halte ich gar nichts, denn die wurde doch bloss gemacht, damit die Deppen nichts mehr falsch machen können. Und wohin das führt, sieht man vielerorts.

Bla bla, statt Argumente, Geschwätz statt Fakten. Das kenn ich zur Genüge. Aber das ist nicht das, wozu ich in einem Forum lese.

Oder darf man "lesen" auch nicht mehr sagen, heisst es nun "visuell konsumieren" ?

Ich bin lernfähig, aber auch durchaus imstande, einen Klugscheisser zu erkennen.

  • marcopolo1949
  • 08.10.09 | 22:13 Uhr

Stimme der Vernunft@ Es ist ja schön und gut, wenn Sie sich so rücksichtsvoll vor ihre Lieblingsbundesrätin EWS stellen und gleichzeitig derem Vorgänger Saustallordnung und Desaster nachsagen, das Eveline habe aufräumen müssen. Ohne Blocher-Fan zu sein: Immerhin hat dieser wichtige Projekte mit Volksabstimmung durchziehen können. Bei EWS wartet männiglich darauf (vom Vebot von Nazisymbolen und der Verhaftung von Polanski mal abgesehen). Auch gelang es ihm, mit Personal seiner Amtsvorgängerin zu arbeiten und musste nicht gleich 5 Personen vorweg in die Wüste schicken; das ist nämlich auch ein Grund für das Personaldesaster, welches Widmer-Schlumpf mit ihren einsamen Entscheiden zum eigenen Nachteil angerichtet hat.

Jeder der einmal Führungsfunktionen neu angetreten hat, weiss, dass er selber am wenigsten Detailkenntnisse über die ihm neu anvertrauten Aufgabengebiete hat, und dass es darum Sinn macht, mit den engsten Mitarbeitern sorgsam umzugehen, weil die in der Regel über wichtige Detailkenntnisse verfügen. Aber die für andere wichtigen Führungsgesetze gelten bei Widmer-Schlumpf nicht, sie weiss da immer besser Bescheid, mit einer offenbar schon oft fast penetranten Beratungsresistenz. Schön, dass es dabei doch immer wieder zeitlich reicht, im Land herumzufahren, um BDP-Gründungsanlässe zu begleiten. Das ist offensichtlich auch Herrn NR Müller aufgefallen, darum hat er sich gefragt, was eigentlich Frau Widmer-Schlumpf den ganzen Tag mache.

  • petter
  • 08.10.09 | 19:33 Uhr

..................und sie bewegt sich doch.
Die Schweiz, meine ich.Aber wohl mehr und mehr rückwärts und abwärts.

Wir bellen immer den BR an, aber die Hinterrücksler und Falschmünzer hocken im Parlament und niemand zieht sie zur Verantwortung, schon gar nicht der Wähler.

Schliesslich sind es die Parlamentsmitglieder, die den BR in's Amt hieven.
Die Namen sind allen geläufig und deren Partei auch.
Aendern kann es nur der Wähler.

  • Stimme der Vernunft
  • 08.10.09 | 19:00 Uhr

@ "Windrider"

Auch wer offensichtlich auf oder - vielleicht besser - mit dem Wind reitet und seine Fahne darauf auszurichten pflegt, dürfte angehalten sein, minimale Gepflogenheiten zu berücksichtigen. Ich gehe deshalb weder auf das angebotene "du" ein, das übrigens heute klein geschrieben wird genau wie "dein", noch auf die Verkleinerungsform des genannten Vornamens und noch weniger auf die Verknüpfung der beiden Fehlinterpretationen.

  • Windrider51
  • 08.10.09 | 18:13 Uhr

Stemme der Vernunft:

Welchen Augiasstall hatte Dein Evelinchen denn ausmisten müssen, bitteschön ?

  • Stimme der Vernunft
  • 08.10.09 | 18:03 Uhr

Ach da wird doch wieder mal gelästert und gestänkert, dass sich die Balken biegen. Erinnert mich ein wenig an Goethes Wahlverwandtschaften, wo die chemische Formel der Beziehungen munter strapaziert wurde. Besonders heiter sind meines Erachtens die Ausführungen des Autors, die er wohl direkt mittels fein platzierter Wanze aus dem Bundesratszimmer zitiert. Was DER Mann alles weiss! - Chapeau!

Und dann die Leserkommentare. "Königsmörder"! - "Schmach"! Ja welcher König denn? Ja und welche Schmach?

Das Augenmerk wäre vielleicht eher - inhaltlich betrachtet - darauf zu richten, welchen Augiasstall die Justizministerin nach dem Debakel ihres grossspurigen Vorgängers auszumisten hat. Ich beneide sie nicht um ihre Aufgabe.

  • Pesche BE
  • 08.10.09 | 14:30 Uhr

Kurz und bündig:

Unsere Justizministerin ist nicht besser und auch nicht schlechter als die restlichen 6 Weisen. Die wichtigste Voraussetzung in unserem obersten Regierungsgremium ist: DURCHSCHNITT! Und ob man es glaubt oder nicht -- die Welt dreht sich weiter, unser “Ländli” wird nicht untergehen und weiterhin allen Unkenrufen zum Trotz, global gesehen gar nicht so schlecht dastehen.

  • kellermc
  • 08.10.09 | 14:00 Uhr

EWS wird nicht mehr zur Wahl antreten um der Schmach der Niederlage zu entgehen.
Christoph Darbellay hat als Königsmörder auch keine Chance, insbesondere da er Schwaller vorgängig verheizt hat. Im Wallis will ihn auch niemand, so wird er ewiger Parteipräsident bleiben.
Allen anderen Komplotteuren wie Wyss, etc. wird es gleich ergehen.

  • El Suizo
  • 08.10.09 | 11:40 Uhr

Interessante Bilanzierungswerte von lucena:

- durch betrug und intrige ist die formal-juristin an die macht gelangt.

Uninteressant. Kein Bezug zu Resultaten der Regierungsarbeit.

- nach dem wahlsieg der SVP hat sie "ihrer" partei den grössten schaden zugefügt.

Uninteressant. Kein Bezug zu Resultaten der Regierungsarbeit.

- mit ihren lügen hat sie die erfolgreiche karriere eines bundesrats beendet.

Uninteressant. Kein Bezug zu resultaten der Regierungsarbeit.

- in der migrationspolitik hat sie die Schweiz ins desaster zurück geführt.

Sie verwaltet Blochers Erbe (kleinere Anzahl Empfangsstellen, Stellenabbau im Asylbereich) und den steigenden Flüchtlingsdruck wg. der internationalen Wirtschaftskrise. Kann ich zustimmen.

- ihre personalpolitik ist von fehlentscheiden geprägt (entlassung von Gnesa) .

Uninteressant. Kein Bezug zu Resultaten der Regierungsarbeit.

- mit der bewilligungspflicht für grossmütter hat sie ihre unfähigkeit bewiesen.

Nunja, ein Schnapsartikel wie er auch von anderen Departementen all Hennenschiss produziert wird (z.B. Energy-Schliessung). Zudem sind nur Grosis, die mehr als 30 Stunden pro Woche reine Hütezeit aufwenden betroffen. Nicht sehr relevant.

- mit der verhaftung von Polanski hat sie der Schweiz weiteren schaden zugefügt.

Um den internationalen Ruf der Schweiz bemühen sich andere Bundesräte eher nach Kräften. Persönlich bin ich da voll pro EWS, da ich ein Feind von Staatsräson bin.

Winkewinke

  • marcopolo1949
  • 08.10.09 | 10:40 Uhr

Die Parteien, welche Widmer-Schlumpf gewählt haben, ernten nun ihre Saat. Leidtragende ist die ganze Schweiz. Wer sich mit nonverbaler Kommunikation auskennt, hat schon längst bemerkt, was da abgeht. Und Genau Widmers Departement ist es, welches eine Regierungsreform vorbereiten und -schlagen sollte. Da können wir wahrscheinlich noch lange warten, denn es wird wohl wieder dauern, bis ein Gutachten steht.

Es ist von menschlicher Kälte die Rede. Beim ersten Geburtstagsfest der BDP-Bern stellten sich Exponentinnen der Berner-BDP wie Haller, Simon, aber auch Widmer-Schlumpf dem Fotografen, aber nicht allein, sondern es musste ein behinderter Mensch als Dekorationsobjekt dienen (http://www.bdp-be.info/index.php?section=gallery&cid=2), um zu zeigen, wie "menschlich warm" die Seelen dieser Politikerinnen doch sind. Man könnte dies auch pietätlose Politmarketing bezeichnen. Aber BDP-Politikern ist offenbar alles recht.

  • mediabuehler
  • 08.10.09 | 10:07 Uhr

Wenn die Schweizer Justiz nicht in der Lage ist, einen 76jährigen alten, kleinen, schmächtigen Mann in Hausarrest zu halten, dann haben wir eine inkompetente Justiz.

Wenn ein Mann der international gesucht wird, XX-mal in die Schweiz einreisen kann, Grundbesitz erwerben kann, sich mit Dorfbewohnern zum Apéro trifft, diese ja sogar in sein Haus einlädt und die Justiz sagt, "dass man immer erst nachher gewusst habe, dass er hier gewesen sei", ist eine Justiz entweder unfähig oder saudumm.

Die Erklärungen der Justizministerin sind hanebüchen.

  • lucena
  • 08.10.09 | 09:55 Uhr

die bilanz von Widmer-Schlumpf ist "erschütternd"

- durch betrug und intrige ist die formal-juristin an die macht gelangt.
- nach dem wahlsieg der SVP hat sie "ihrer" partei den grössten schaden zugefügt.
- mit ihren lügen hat sie die erfolgreiche karriere eines bundesrats beendet.
- in der migrationspolitik hat sie die Schweiz ins desaster zurück geführt.
- ihre personalpolitik ist von fehlentscheiden geprägt (entlassung von Gnesa) .
- mit der bewilligungspflicht für grossmütter hat sie ihre unfähigkeit bewiesen.
- mit der verhaftung von Polanski hat sie der Schweiz weiteren schaden zugefügt.

die politik von darbelley, schwaller, grunder, hämmerli und konsorten trägt früchte.

  • autonomous
  • 08.10.09 | 09:13 Uhr

Ein sehr starker Artikel. Danke. Es drückt genau das aus, was "man" d.h ich empfinde.
Diese Schlumpf-Person bestätigt von A - Z den Eindruck, den ich seit dem Zeitpunkt ihrer Wahl hatte, als sie von den Linken ins Nest der Rechten gelegt wurde.

 
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