Vergangene Woche war ich in Südafrika. Ich flog mit Emirates nach Kapstadt, über Dubai (ich war Gast der Fluggesellschaft). Im Grunde bin ich ein Fan von Swiss. Aber je mehr man mit anderen Airlines reist, desto weniger leicht fällt einem das. Es geht mir nicht darum, z. B. die Flugzeuge zu vergleichen oder die Sitze in der Businessclass. Es sind kleine Dinge, die den grossen Unterschied machen, nicht wahr? Als Emirates-Passagier wird man etwa zu Hause abgeholt mit dem Wagen. Oder die Bedienung in der Lounge in Zürich (Terminal 3): Fliegt man Swiss, kann es sein, dass der Wartesalon auf der falschen Seite liegt, man muss dann zweimal durch die Sicherheitskontrolle. Das passiert nicht mit Emirates. Und die Mitarbeiterin am Empfang steht auf, wenn man reinkommt (noch nie erlebt bei Swiss). An dem Buffet, ferner, gibt es einen Angestellten, der einem Essen und Getränke zum Platz trägt (noch nie erlebt bei Swiss). Wenn es Zeit ist einzusteigen schliesslich, bringt die Frau vom Empfang die Nachricht (noch nie erlebt bei Swiss).
Cape Town ist, in meinen Augen, eine pleasant town. Wahrscheinlich nicht für alle, das stimmt; die Cape Flats oder Northern Suburbs sind sicher harte Gebiete, ich weiss es nicht. Ich wohnte im «Ellerman House», einem Hotel mit ungefähr zehn Suiten in Bantry Bay, in dem früher ein britischer Reeder lebte. Wenn wir es davon haben – für viele Reisende, vor allem in ärmeren Ländern, ist es wichtig, dort hinzugehen, wo keine Touristen hingehen, sagen sie. Ich sehe es nicht so, ich bin MvH und Tourist, deshalb probiere ich keine Bed-and-Breakfast-Angebote in Townships aus und keine Strassenküchen. Dafür die besten und besuchenswertesten Hotels und Restaurants in den schönsten Vierteln. «Beluga» empfehle ich für Fisch und «Cape Colony» im «Mount Nelson»-Hotel für Fleisch. Das «Beluga» ist vom Entwurf her das «Kaufleuten» (ohne Nachtklub), kann man etwas zu Einfachheit neigend sagen, und das «Cape Colony» die «Kronenhalle» (falls Zürich Kolonialmacht gewesen wäre). Long Street, zum Schluss, die in Führern als interessanteste Strasse zum Einkaufen und Spazieren beschrieben wird, ist in Ordnung. Doch ich mag die Kloof Street, die am Ende der Long Street beginnt, lieber.
Retour in Zürich, hatte ich eine Einladung zu einem Anlass des Zurich Film Festival (noch bis 3. Oktober), ich war Gast von Maurice Lacroix, einer Uhrenmanufaktur; Roman Polanski konnte das «Goldene Auge» für sein Regie-Lebenswerk nicht in Empfang nehmen, wie man weiss. Die Stimmung an der Veranstaltung war, logisch, weniger gut. Wenn rote Teppiche traurig sein könnten, hätte der vor dem «Corso» geweint (ich habe nur Otto Weisser, einen sogenannten Glamour-Fotografen, darübergehen sehen).
Die Festivalleiter, Nadja Schildknecht und Karl Spoerri, waren shell shocked am Tag nach Polanskis Verhaftung, kann man sagen. Das geht zu Herzen. Aber darf man das sein, wenn man Chef eines Events ist mit internationaler Ausstrahlung? Und ist es professionell, wenn man als Festivalleiter nichts zu sagen hat zu der interessantesten Geschichte ever? Wenn man antworten muss, es gebe niemanden, der in Rechtsangelegenheiten Stellung nehmen könne? Wenn man nicht abklärte im Voraus, so sieht es aus, ob der Ehrengast in die Schweiz reisen könne ohne Schwierigkeiten (und wieder abreisen)? Ich finde, es ist nicht professionell. Im Tages-Anzeiger stand, der PR-Effekt dürfte unbezahlbar sein. Ich hoffe, der Kollege, der das geschrieben hat, bekommt recht. Wäre MvH Festivalsponsor, nur zum Sagen, würde er überlegen, ob er Leuten, die wissen, was sie tun, Geld gegeben hat. Oder Leuten, die wohlmeinend sind, bestimmt, aber irgendwie möglicherweise not quite up to the task.
Jetzt noch 15 Zeilen schlechte Laune: Als ich meinen Wagen parken wollte vor diesem Anlass, waren Teile der Stadt für Autos gesperrt, wieder einmal. Grund war eine Veranstaltung mit Namen Multimobil auf dem Limmatquai (oder die Freestyle in Wollishofen). Auch egal. Es gibt vermutlich kaum Veranstaltungen, die den verantwortlichen Beamten zu, sagen wir, partikular sind, wenn sie dafür ein paar Strassen Zürichs schliessen dürfen (Monday Night Skate, Christopher Street Day et cetera). Falls kommendes Jahr die Quaibrücke einmal zu sein sollte an einem Sonntagabend wegen der «MvH-Maserati-Parkplatz-Bonanza», haben Sie es hier zuerst gelesen.













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