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30.09.2009, Ausgabe 40/09

Deutschland

Wie liberal ist die deutsche FDP?

Das Credo der Partei wird in der Koalition mit den Christdemokraten auf eine harte Probe gestellt.

Von Robert Nef

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Eine liberale Partei hat immer etwas Paradoxes an sich. Das Bekenntnis zur Freiheit und die Kritik am Bevormundungsstaat haben vielfältige Motive, und man findet selten zwei Liberale, die genau dieselbe politische Auffassung vertreten. Eine gewisse ideelle Bündelung unterschiedlicher Meinungen und eine minimale Geschlossenheit im Auftritt gegenüber Gegnern und allfälligen Koalitionspartnern gehört aber zu jeder Partei, die durch ihr Profil sowohl Wählerstimmen, fähige Kader als auch einen engagierten Nachwuchs gewinnen will, drei Voraussetzungen für einen nachhaltigen politischen Erfolg.

Roger Köppels Videokommentar zur deutschen Bundestagswahl

Die deutsche FDP hat in der letzten Wahl diese drei Voraussetzungen erfüllen können und den verdienten Erfolg geerntet. Sie ist durch den Jungbrunnen der Opposition von einer schwer definierbaren Partei der Mitte zu einer Partei am relativ staatskritischen, reformfreudigen rechten Flügel geworden, was im offensichtlich erfolgreichen Slogan der parteinahen Stiftung für die Freiheit «Umsteuern Freiheit braucht Mut» zum Ausdruck kam. All dies kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie parteiintern genau jene drei Strömungen zu integrieren hat, die natürlich mit mehr Profil in der gesamten deutschen Wählerschaft ebenfalls vorhanden sind: die wertkonservative, auch nationale Werte betonende Rechte, für die es in Deutschland kein der Schweizer SVP vergleichbares bürgerliches Sammelbecken gibt, die betont marktwirtschaftliche, anti-etatistische Rechte, eine kleine, aber intellektuell gut dotierte Gruppe, sowie die wirtschaftsskeptischen Linksliberalen, die parteiintern in den letzten Jahren insgesamt an Einfluss eingebüsst haben.

Die Vertreter strikt liberaler Ideen sind zahlenmässig in der Minderheit. Pointiert formuliert, ist die deutsche FDP innen eine Art Schwarz-gelb-grün-Koalition, was natürlich die liberale Stosskraft hemmt, aber dafür eine gewisse Robustheit und Spielraum für Kompromisse eröffnet. Wenn Liberale am rechten Flügel einer Koalition zusammen mit sozialdemokratisierten Christdemokraten regieren müssen, ist ihr liberales Credo dreifach auf die Probe gestellt. Der Liberalismus ist seinem Wesen nach machtkritisch, verlangt also Charakterstärke und vor allem Zurückhaltung bei der Selbstinszenierung. Der konsequente Liberalismus ist in einem wohlfahrtsstaatlich verwöhnten Umfeld bei breiten Volksschichten unpopulär.

Die CDU/CSU-Koalitionspartner werden alles daran setzen, den unpopulären Bestandteil des Reformbedarfs der FDP anzulasten, um sich als die menschlichere und sozialere Partei zu profilieren. Das wird sich wiederum im FDP-internen Spannungsfeld auswirken, denn man wird schwerlich vermeiden können, dass der zu erwartende Popularitätsverlust den marktwirtschaftlich-libertären «Scharfmachern», dem wirklich liberalen Kern, angelastet wird. Alles in allem kein Sonntagsspaziergang. Die Versuchung, dem Machterhalt und der Popularität mehr Gewicht zu geben als der Erfüllung von liberalen Wahlversprechen, ist gross. Wie viel Steuern als Ausdruck des Muts zum Umsteuern tatsächlich abgebaut werden, bleibt eine offene Frage. Aber der nachträgliche Verzicht auf die Erfüllung von Wahlversprechen ist kein ausschliesslich deutsches Phänomen.

 

Erschienen in der Weltwoche Ausgabe 40/09
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Kommentare

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Schlemihl     09.10.09 01:52

@Goldwater:

Offensichtlich hast du mir sachlich und argumentativ nichts entgegenzusetzen, dass du hier mit persönlich Verunglimpfungen daher kommen musst...

Goldwater     08.10.09 09:54

@Schlemihl
Sie sind nur noch peinlich..
"Es gibt noch Leute, die richtige Zeitungen lesen und sich nicht nur über den Blog von Lukas Reimann oder fragwürdige Propagandablätter wie die "Welt"woche oder die Schweizerzeit informieren."
das war eine klare Unterstellung.
Sie haben gar nichts aufgezeigt, ausser vielleicht warme Luft.

Kann mich nur wiederholen: Sie glauben, die Wahrheit zu kennen, dabei sind Sie vor lauter Ideologie und Fanatismus blind, es ist ziemlich hoffnungslos mit Ihnen. Abonnent der WW sind Sie auch nicht, deshalb stürzen Sie sich immer auf die Artikel, welche umsonst veröffentlicht werden. Wie wollen Sie also ernsthaft die WW qualifizieren können?? Wie gesagt, unseriös und unglaubwürdig.
nochmals: wa

Schlemihl     07.10.09 21:41

@sen.:

Falsch! Die SP-Fraktion hatte sich klar für Uchtenhagen als offizielle Kandidatin entschieden. Stich erhielt bei der entscheidenen Abstimmung in der SP-Fraktion nur 3 Stimmen und lag abgeschlagen an dritter Stelle!

sen.     07.10.09 20:32

Mit der Ausnahme, dass die Entscheidung von der SP mitgetragen wurde. Stich wurde von der Solothurner SP als Kandidat vorgeschlagen und gegen Den Willen von Hubacher gewählt. Nicht aber gegen den Willen der SP-Fraktion.

petter     07.10.09 19:46

Goldwater: Empfehle Ihnen wärmsten einmal einen Blick in die Schweizerzeit zu tun. Da werden Ihnen die Augen aufgehen.
www.Schweizerzeit.ch ist die Adresse, so glaube ich.
Ich bitte Sie, und das können Sie unzweifelhaft, die Inhalte der Schweizerzeit
sehr kritisch zu lesen und versuchen Sie Fehler zu finden. Wünsche viel Spass bei der Unterhaltung mit Schweizerzeit.

Schlemihl     07.10.09 19:31

@sen.:

Informiere dich doch bitte zuerst, bevor du einen derartigen Unsinn verbreitest!!!

Stich wurde hinter dem Rücken der SP aufgebaut, nominiert und gewählt! Er war am Wahltag nicht einmal in Bern und musste abgeholt werden, damit er die Wahl annehmen konnte!

Hier findest du die Informationen:

http://www.textundauftritt.ch/uploads/media/Ladykiller-Wahl.pdf

Das gleich gilt für die Wahl von Matthey! Auch er wurde hinter dem Rücken der SP gewählt!

In beiden Fällen war die SVP massgeblich beteiligt!

Schlemihl     07.10.09 19:13

@Goldwater:

Aber aber, mein Guter, weshalb rechtfertigst du dich denn. Ich habe mit keinem Wort gesagt, du seist ein SVP-Wähler und ich habe mit keinem Wort gesagt, dass du keine richtigen Zeitungen liest!

Aber ich habe dir gezeigt wo du die Informationen betreffend repräsentative Umfragen findest.

Es gibt also keinen Grund, dass du dich derart aufregst, mein Guter. Versuch dich zu beruhigen...

sen.     07.10.09 18:43

Im Dezember 2007 wurde Christoph Blocher nicht abgewählt, sondern nicht wiedergewählt. Die Nichtwahl ist in der Geschichte des Parlamentes nicht neu. Im 1983 wurde Liliane Uchtenhagen nicht gewählt. Die SP wurde aufgefordert einen neuen Kandidaten zu nominieren. Otto Stich wurde von der SP präsentiert und vom Parlament gewählt. 1993 wurde Christiane Brunner nicht gewählt, Ruth Dreifuss wurde wieder von der SP nominiert. Im Dez. 2007 wurde nach der Nichtwiederwahl von Chr. Blocher Widmer-Schlumpf hinter dem Rücken der SVP-Fraktion aufgebaut, nominiert und gewählt. Das war ein Putsch erstrer Klasse, wie in den Bananenrepubliken, mit der Ausnahme, dass sich die Putschisten nicht mit Waffengewalt durchgesetzt haben.
Fakt ist dass die Putschisten im Okt. 2007 von der Mehrheit der Bewölke

Goldwater     07.10.09 18:19

@Schlemihl
kaum kommen Sie unter Druck und können nichts liefern (wie immer übrigens, siehe Thema EU), fangen Sie mit Unterstellungen an. Bin kein SVP Wähler. Ich kenne keinen Blog von Lukas Reimann und die Schweizerzeit habe ich noch nie gelesen. Hingegen lese ich täglich online so ziemlich alle Tageszeitungen, wobei Tagi, NZZ, Basler Zeitung und 20Min sich nicht viel nehmen. Es steht so ziemlich überall das gleiche drin. Ich lese sogar ab und zu die WOZ, denn auch die vertreten sporadisch interessante Ansichten.
Sie glauben, die Wahrheit zu kennen, dabei sind Sie vor lauter Ideologie und Fanatismus blind, es ist ziemlich hoffnungslos mit Ihnen. Abonnent der WW sind Sie auch nicht, deshalb stürzen Sie sich immer auf die Artikel, welche umsonst veröffentlicht werden. Wie woll

Schlemihl     07.10.09 16:40

@Goldwater:

"bringen Sie gefälligst einen Link zu diesen "repräsentativen" Umfragen."

Es gibt noch Leute, die richtige Zeitungen lesen und sich nicht nur über den Blog von Lukas Reimann oder fragwürdige Propagandablätter wie die "Welt"woche oder die Schweizerzeit informieren.

Aber das Marktforschungsinstitut "isopublic", das unter anderen solche repräsentativen Umfragen durchgeführt hat, wird dir meine Aussagen sicherlich gerne bestätigen.

Der Leistungsausweis von CB war tatsächlich äusserst mager. Zudem hat er z.B. in der Türkei eine Entscheidung des Volkes vor dem türkischen Ministerpräsidenten in den Schmutz gezogen. Er hat als Justizminister Asylanten vorverurteilt, liess auf Druck der U

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