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23.09.2009, Ausgabe 39/09

Namen

Natürlicher Muntermacher

Mit ihrer Rolle in «Transformers» wurde sie zur «Sexiest Woman» der Welt gekürt. Das muss jetzt einfach mal gesagt werden.

Von Oli Schmucki, Roy Spring, Urs Gehriger

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Megan Fox _ Mit dem aktuellen Cover-Girl der Oktoberausgabe des Rolling Stone holen wir ein Versäumnis nach. Denn dies ist das erste Mal, dass die Weltwoche die derzeit heissesten drei Silben Hollywoods druckt. Dabei war Megan Fox der Grund, weshalb kein (männlicher) Kinogänger «Transformers» (2007) zu langatmig fand. Die heute 23-jährige Amerikanerin aus Tennessee hat sich damals auf eine Weise ins Scheinwerferlicht geworfen, dass sich Filmindustrie, Blogszene und Klatschpresse bis heute nicht davon erholt haben. Hier ein paar Schlagzeilen der letzten Wochen: «Megan Fox wird nie-nie-niemals ein Sextape machen», «Megan Fox hatte Spass bei der Lesben-Kuss-Szene», «Megan Fox vergleicht Michael Bay mit Hitler» hoppla, mit letzterem verbalen Entgleiser beisst Megan die Hand, die sie fütterte, führte Bay doch Regie bei «Transformers». Gut möglich also, dass sie darum nie für die «Got Milk?»-Kampagne angeheuert werden wird, deren Erfinder ebenfalls Michael Bay ist und der wir bereits den Anblick von Angelina Jolie, Gisele Bündchen oder Rebecca Romijn-Stamos – leicht bekleidet und mit Milchschnauz – zu verdanken haben. Hoffen wir also, dass die Organisation der Schweizer Milchproduzenten die Chance packt. Denn als natürlicher Muntermacher geht Megan Fox alleweil durch. (os)

 

Wurzel 5 - Es gibt Bands, die brechen in affektiertem Eklat auseinander, wie neulich Oasis. Andere zelebrieren ihren Rückzug in epischer Manier, wie die Berner Hip-Hop-Pioniere Wurzel 5. Begonnen hat die Chronik des angekündigten Abgangs im Frühling. Im Juni kam das Album «Letschti Rundi». Dann begann die Abschiedstour. Letzte Woche schliesslich wurde der angeblich letzte Tonträger im «Bierhübeli» getauft. Dem Publikum wird fadengerade Ehrlichkeit urchigster Art entrissen. Statt ökologischem Revoluzzer-Rap (Stress), marxistischem Weltverbesserergesülze (Greis) oder Hudigääggeler-Folklore (Bligg) bleiben d Gielä aus dem Berner Obstbergquartier bis zu den letzten Beats ihrer unbestechlichen Proletenpoesie treu und huldigen dem, was wirklich zählt: «Äs bruucht nid viu, das aues passt / üsi Schibä im Regau gsee staa / ä Summerabe, d Sunnä im Gsicht / d Jungs am Grill bi Wurscht u Bier.» Respekt! (geh)

 

Udo Jürgens - «Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an . . . », schmetterte der Schlagerstar voller Zuversicht. «Mit 66 Jahren, da kommt man erst in Schuss.» Am 30. September feiert Udo Jürgens seinen 75. Geburtstag. Vom Übermut ist beim Wahlschweizer wenig geblieben: Es wäre gelogen, wenn ihn sein Alter nicht erschrecken würde, sagte der Musiker der Bild-Zeitung. «Ich muss ganz realistisch für mich erkennen, dass meine Lebenszeit langsam, aber sicher abläuft.» Was ihn nicht daran hindert, seine Konzerttournee durch 28 Städte zu wiederholen. Die Nachfrage war zu gross, der Gentleman-Entertainer beugte sich. Wie geht ein früherer Frauenschwarm mit dem Alterungsprozess um? Bild fragte nach. Weniger feinsinnig zwar, dafür auf den Punkt gebracht: «Ist Sex im Alter noch wichtig?» Sex sei das Vorrecht der Jugend, sagt Jürgens. «Ich finde es geschmacklos, wenn ältere Menschen ihr Intimleben öffentlich ausbreiten.» Welche Gebrechen den bald 75-Jährigen auch immer plagen mögen: An Altersmilde leidet Jürgens definitiv nicht. (kep)

 

Michelle Hunziker - Ab nächster Woche soll sie Thomas Gottschalk bei «Wetten, dass . . . ?» unter die Arme greifen nachdem der 59-jährige Moderator 22 Jahre lang ohne fremde Hilfe durch die erfolgreichste Sendung des deutschen Fernsehens geführt hat. Niemand anderes als die vorlaute 32-Jährige, die in Ostermundigen BE und in Zuchwil SO aufgewachsen ist, soll für frischen Wind sorgen. Gut, Gottschalk wird selbstverständlich weiterhin auf dem Sofa sitzend durch die Show führen, gemütlich mit den Promis plaudern und zwischendurch vielleicht sogar aufstehen, um den einen oder anderen Showstar auf der Bühne anzukündigen. Die sexy Schweizerin aber, die ihre bislang grössten Erfolge im südlichen Nachbarland feierte (sie wurde von der Presse zu «Italiens schönstem Po» gekürt, war elf Jahre lang mit dem Sänger Eros Ramazzotti verheiratet und sorgte mit der respektlosen Show «Striscia la notizia» auf Canale 5 für Furore), wird dem Publikum temperamentvoll Wetten und Kandidaten präsentieren. Wie sagte doch unlängst Schriftstellerin Elke Heidenreich in der Bunten über Gottschalk: «Ich finde nicht, dass er nach all diesen Jahren noch ein guter Moderator ist. Er ist ein müder alter Mann.» Da kommt diese neue Form eine Art Spitex für alternde Moderatoren wie gerufen. (rs)

Erschienen in der Weltwoche Ausgabe 39/09
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