Medien

Im Schwitzkasten

Schon früher geriet die Fernseh-»Arena» ins Druckfeld der Politik. Unabhängigkeit sieht anders aus.

Von Andreas Kunz

Die FDP war erleichtert: Didier Burkhalter festigte mit seiner Wahl in den Bundesrat den freisinnigen Machtanspruch. Nun sollte er sich am vergangenen Freitag in der Sendung «Arena» des Schweizer Fernsehens (SF) dem Publikum präsentieren. Eingeladen worden war dazu – als einer von drei «Experten» – auch Weltwoche-Chef Roger Köppel. Doch die FDP forderte seine Ausladung und drohte mit einem Rückzug von Burkhalter. «Herr Köppel ist kein Experte, sondern ein Opponent, der über Jahre die FDP und ihre Politik systematisch und herablassend kritisiert hat», sagte FDP-Generalsekretär Stefan Brupbacher dem Tages-Anzeiger.

Der Artikel wurde auf der Website der Zeitung zum meistgelesenen und meistkommentierten des Tages. Innert kürzester Zeit meldeten sich über 250 Leser – und die Reaktionen fielen aus Sicht der FDP eher unerfreulich aus. «Ein Kuschelpolitiker einer Partei, die Vorschriften macht, wer wann und wie reden darf! Ist das noch freie Meinungsäusserung?», schrieb einer. «Peinlich für SF und FDP», schrieb ein anderer. Abends dann sendete die «Arena», es erschien ein zahmer Bundesrat Burkhalter – «Opponent» Köppel meldete sich per Werbespot: «Alles, was ich heute in der ‹Arena› nicht sagen darf, erfahren Sie nächsten Donnerstag in der Weltwoche. Herzlich, Roger Köppel.»

Roger Köppels Videokommentar zu seiner Arena-Ausladung

Es war ein verunglückter Beginn einer Amtszeit. Bundesrat Burkhalter wirkte, als ob er keine Kritik vertrage und ein Rededuell scheue. Der Vorfall lässt aber auch an der Unabhängigkeit von SF zweifeln, die für den gebührenfinanzierten Sender ein wichtiges Gut ist und von allen Vertretern – sei es Chefredaktor Ueli Haldimann, «Arena»-Redaktionsleiterin Marianne Gilgen oder -Moderator Reto Brennwald – stets betont wird.

Sonderwünsche der Bundesräte

Jetzt aber erhielt die «Arena»-Redaktion «zahlreiche» Zuschriften von verärgerten Zuschauern – und verschickte umgehend eine ausführliche Antwort: «Wir lassen uns weder erpressen noch vorschreiben, wen wir in die ‹Arena› einladen. Diese Woche lag die Sache etwas anders. Auf keinen Fall wollten wir riskieren, dass der neue Bundesrat nicht an der Sendung teilnimmt.» Sowieso sei Roger Köppel «noch gar nicht eingeladen» gewesen, sondern nur «provisorisch» angefragt worden. «Ob Didier Burkhalter abgesagt hätte, wissen wir nicht. Vielleicht wurde die Sachlage gar nicht mit ihm besprochen.»

Sonderwünsche von Bundesräten gab es in der «Arena» tatsächlich schon immer. Mal verlangte Bundesrätin Widmer-Schlumpf ein eigenes Pültchen. Ein anderes Mal drohte Flavio Cotti, er diskutiere mit Christoph Blocher nur unter Ausschluss des Studiopublikums. Auch die Parteien setzten die Redaktion stets unter Druck. Einmal wollte die neue Oppositionspartei SVP die Hälfte aller Redner stellen und blieb der Sendung schliesslich fern. Kurz darauf boykottierte die SP eine «Arena», die sich ausschliesslich mit dem Zustand der SVP befasste.

Vor zwei Wochen verweigerte die FDP ein «Arena»-Duell ihrer beiden Bundesratskandidaten, worauf die Redaktion den CVP-Kandidaten Schwaller halt alleine einlud. Die FDP fühlte sich einmal mehr vom Schweizer Fernsehen benachteiligt, denn bereits Anfang Juli hatte sie eine Klage gegen einen Bericht des Magazins «10 vor 10» eingereicht, in dem mehreren FDP-Parlamentariern eine Nähe zur Pharmalobby nachgesagt worden war.

Da Bundesrat Couchepin kürzlich in der «Arena» zur IV-Zusatzfinanzierung wegen Weltwoche-Redaktor Urs Paul Engeler vor laufenden Kameras die Fassung verlor, kam es im FDP-Generalsekretariat am vergangenen Mittwoch wohl zu einiger Nervosität, als sie den Namen Köppel hörten.

Vielstimmiger FDP-Chor

Was aber ist dann genau passiert? Wenig Erhellendes sagten FDP-Vertreter, die über das Wochenende in den Medien den Schaden zu begrenzen versuchten. Im Gegenteil: Die Verwirrung wuchs, als Parteisprecher Noé Blancpain am Freitag Burkhalters Gesprächsboykott dementierte – und am gleichen Abend am Rande der «Arena»- Aufzeichnung der andere FDP-Sprecher Damien Cottier die Aussagen von Generalsekretär Brupbacher wiederholte. Noch irritierender wurde das freisinnige Kommunikationsverhalten, als Cottier auf Nachfrage plötzlich von einem «Missverständnis» sprach und den Vorfall bedauerte, sein Kollege tags darauf aber dem TV-Sender Tele Züri ein Interview verweigerte und schriftlich mitteilte, dass es «nie» eine Drohung gegeben habe – was die «Arena»-Leitung umgehend dementierte.

Den vielstimmigen FDP-Chor beendete der frischgewählte Bundesrat in den Interviews der Sonntagszeitungen: Er sei nicht direkt in den Entscheid involviert gewesen und kenne Köppel überhaupt nicht. Nachfragen stellten die Journalisten nicht.

Ist Burkhalters Aussage glaubhaft? Bestimmt in der FDP das Sekretariat, wer dem Bundesrat genehm ist? Recherchen zeigen, dass Generalsekretär Brupbacher noch am Wahltag der «Arena»-Redaktionsleiterin Marianne Gilgen klarmachte, dass Köppel «keine gute Idee» sei. Komme Köppel, gebe es keinen Burkhalter, hiess es. Gilgen versuchte es am gleichen Tag ein weiteres Mal; Brupbacher versprach, die Sachlage abzuklären.

Dasselbe sagte FDP-Mann Brupbacher auch am Donnerstag in zwei weiteren Telefonaten mit Gilgen – bis Köppel am Nachmittag über Gilgens Assistentin von seiner Ausladung erfuhr. Interessanterweise trafen sich wenige Stunden zuvor der neue Bundesrat Didier Burkhalter, Pascal Couchepin und Hans-Rudolf Merz zum gemeinsamen Mittagessen. Der scheidende FDP-Bundesrat Couchepin führte seinen Nachfolger informell in die Tücken des neuen Amts ein – und kurz darauf soll das Sekretariat nach einer 24-stündigen Abklärung im Alleingang beschlossen haben, wem sich Burkhalter in seinem ersten «Arena»-Auftritt als Bundesrat zu stellen hat?

Leuteneggers Ablenkungsmanöver

In der FDP hält Generalsekretär Brupbacher den Kopf mittlerweile alleine hin. Anfragen der Weltwoche beantwortet er nicht. Gleichzeitig hat Bundesrat Burkhalter eingewilligt, mit Köppel ein Interview zu führen.

Hätte also die «Arena»-Leitung den Vorfall durch eine direkte Kommunikation mit dem frischgewählten Bundesrat und seinem Kontrahenten verhindern können? Redaktionsleiterin Gilgen lief beim Generalsekretariat mehrmals telefonisch auf. Und bei Köppel meldete sich bloss ihre Assistentin. «Unmittelbar nach der Wahl ist der frischgewählte Bundesrat extrem schwierig zu erreichen. Da er noch nicht im Amt ist, hat er keine persönliche Pressestelle. Der Weg zu ihm führt also in dieser ersten Zeit zwangsläufig über das Generalsekretariat der Partei», sagt Gilgen auf Anfrage der Weltwoche. Zum Telefonat mit Köppel sei sie wegen der Bundesratswahl schlicht nicht gekommen. Sie würden die Aufgaben auf der Redaktion aber regelmässig aufteilen, da es dort «keine Klassenunterschiede» gebe.

Auch der Forderung von CVP-Bundesrat Flavio Cotti hatte der damalige Moderator Filippo Leutenegger nachgegeben. Allerdings hatte niemand von den ursprünglich geladenen Gästen von Cottis Forderung erfahren, weil Leutenegger ihnen die kurzfristige Änderung geschickt als «Konzeptwechsel» verkaufte. Cottis Gegner hatten also schlicht nicht gemerkt, dass sich der Bundesrat vor einer live ausgestrahlten Auseinandersetzung mit ihnen scheute.

Kommentare

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  • Schlemihl
  • 30.09.09 | 17:05 Uhr

@sgkb:

"Politische Massnahmen von Ängsten und Unwohlsein in Teilen der Bevölerung abzuleiten finde ich sehr legitim."

Dann willst du also Spinnen ausrotten nur weil ein Teil der Bevölkerung Angst vor völlig harmlosen Spinnen hat. Unbrauchbare Argumentation deinerseits!

"Aus der Legislative heraus ist das natürlich schwieriger als in der Exekutive. Die eigentlichen Lösungen müssen ja oft von der Executive kommen"

Die gesetzgebende Gewalt ist das Parlament! Es entscheidet! Es kann auch von sich aus ein Gesetz "machen", dazu muss "es nicht erst von der Exekutive her kommen".

"Wenn die Lösungen nun in den Executiven mit wenig SVP-Mitgliedern vorgeschlagen werden, ist es logisch, dass ein ziemlich hoher Anteil verworfen werden muss."

Völlig falsch! Die meisten "Vorschläge" kommen beim Parlament und beim Volk "durch" auch ohne die Zustimmung der SVP. In der Sachpolitik hat die SVP wenig zu bieten und auch wenig zu melden. Erst recht im Ständerat!

  • sgkb
  • 30.09.09 | 15:42 Uhr

@Schlemihl

Dass es dich stört ist ok. Politische Massnahmen von Ängsten und Unwohlsein in Teilen der Bevölerung abzuleiten finde ich sehr legitim. Und die angesprochenen Teile der Bevölkerung schätzen das eben und unterstützen die politische Arbeit in diese Richtung.

Und die Begründung dafür ist dann eben nicht irgendeine Statistik über Verhältnisse - meinetwegen in Genf - sondern halt Ängste und Unwohlsein vielleicht in Uri oder Appenzell oder sonstwo.

Wenn die SVP keine Lösungen anbieten würde, gäbe es ja auch keine Gesetze und Massnahmen in die oben genannte Richtung. Wofür grämst du dich dann?

Ab und zu ist es auch nötig zuerst eine schlechte Lösung aus dem Weg zu schaffen. Aus der Legislative heraus ist das natürlich schwieriger als in der Exekutive. Die eigentlichen Lösungen müssen ja oft von der Executive kommen und von den Parlamenten diskutiert, unterstützt, modifiziert oder gebodigt werden. Wenn die Lösungen nun in den Executiven mit wenig SVP-Mitgliedern vorgeschlagen werden, ist es logisch, dass ein ziemlich hoher Anteil verworfen werden muss. Hier hätten die anderen Parteien ja die Möglichkeit die SVP in den Regierungen einzubinden.

Aber Macht abgeben ist für Machtmenschen das Schlimmste. Also wird es noch eine Weile so bleiben wie heute.

  • Schlemihl
  • 30.09.09 | 15:31 Uhr

@Wunder:

"Nicht alle Nationalräte werden im Proporz gewählt. In den Kanton, die nur einen NR stellen werden sie im Majorz gewählt."

Ja natürlich. Bei zur einem Sitz macht Proporz ja auch keinen Sinn. Aber das sind vielleicht 5 Sitze von 200, für die das zutrifft.

Eine Ständerätin, ein Regierungsrat und ein Bundesrat soll eben im Gegensatz zu einem Nationalrat nicht nur Parteipolitik betreiben sondern Politik für alle Bürger des Kantons, resp. der Schweiz. Deshalb ist es eben wichtig, dass er für eine Mehrheit wählbar ist!

Maurer war das nicht! Da hätte die Mehrheit der Zürcher lieber einen Mehlsack gewählt anstatt Maurer.

Diener hingegen genoss grosse Zustimmung von Rot-grün über die Mitte (CVP, glp) bis zur FDP.

  • Schlemihl
  • 30.09.09 | 15:22 Uhr

@Wunder:

"Wenn jemand Angst hat, muss er das nicht begründen!"

Nein, aber man soll nicht aufgrund unbegründeter Ängste in Teilen der Bevölkerung politische Massnahmen ableiten. Das stört mich! Eine politische Massnahme muss begründet werden können und kann nicht einfach aufgrund von Ängsten oder Unwohlsein in Teilen der Bevölkerung erfolgen.

Ängste haben eben sehr viel mit Unwissen zu tun. Dort wo der Ausländeranteil am grössten ist (in Genf), dort in die Angst, das Unwohlsein vor Ausländern am kleinsten! Und umgekehrt!

Die SVP war in den letzten Jahren nur bei Proporzwahlen erfolgreich. Bei Ständeratswahlen, Regierungsratswahlen und auch bei Sachvorlagen eben nicht!

Ausserdem liefert die SVP keine Lösungen, sie präsentiert nur immer Sündenböcke, die angeblich für die Probleme verantwortlich sein sollen. Das durchschauen viele Wahlberechtigte langsam. Deshalb wird die SVP 2011 auch bei den Nationalratswahlen verlieren (Siehe repräsentative Umfragen)!

  • Wunder
  • 30.09.09 | 14:56 Uhr

@Schlemihl
"Nationalratswahlen sind Proporzwahlen, Werni"

Nicht alle Nationalräte werden im Proporz gewählt. In den Kanton, die nur einen NR stellen werden sie im Majorz gewählt.

"Da muss man für über 50% wählbar sein. Wie Verena Diener!"

Stimmt, da haben es Findfahnen-Politiker, die ihre Positionen nach Machtfaktoren biegen und anpassen wirklich leichter. Aber diese Art ist kurzlebiger als die gerade Art zu politisieren. Ehrliche Politik ist machttechnisch zwar weniger erfolgreich aber sympatischer, berechenbarer und dem Volks näher.

  • Wunder
  • 30.09.09 | 14:50 Uhr

@Schlemihl
Das ist wieder der typisch Kopf-lastige! Wenn jemand Angst hat, muss er das nicht begründen!

Natürlich kann man Angst schüren, man kann aber auch die Gefühle der Menschen negieren und ihnen die kalte Schulter zeigen. Wenn sie der intelektuellen Aufarbeitung nicht gewachsen sind, ziehen sie sich zurück und wählen/stimmen (wenn überhaupt) die Partei, von der sie sich verstanden fühlen.

Wenn die SVP, wie du sie beschuldigst, v.a. weniger inteligente Menschen anzieht, dann können sich die anderen Parteien ja fragen, was sie diesen Menschen anbieten können. Kälte, Arroganz und Intrige spüren auch diese und v.a. diese Menschen sofort und gehen auf Abstand. Wer es nicht versteht sich mit diesen Menschen auf ihrer Augenhöhe zu verständigen, sollte nicht jene verdammen und verhetzen, die dies können und auch tun.

Wer diese Zusammenhänge nicht versteht, muss sich auch nicht über den Erfolg der SVP beklagen. Eine andere Sache ist, ob sich die Volkspartei (der Name ist Programm) der Verantwortung gegenüber diesen Menschen auch immer bewusst ist. Da gibt es sicher noch Steigerungspotential...

"Du bestätigst mit deinen Aussagen auch die Ergebnisse von wissenschaftlichen Studien, die belegen, dass ANGSTHASEN RECHTSKONSERVATIV WÄHLEN!"

Wohl kaum, eher einfach konservativ. In Zeiten sozialer Unruhen erhalten eher linkskonservative Zulauf. Aber für die Problemfelder in den letzten 20 Jahren waren es wohl wirklich die Rechtskonservativen.

  • Schlemihl
  • 30.09.09 | 13:12 Uhr

@Werni:

"Komisch dass es bei den Nationalratswahlen ganz anders ist. Passt aber nicht in Ihre Vorstellungen."

Doch Werni, das habe ich ja gerade begründet: Die SVP hat es in den letzten Jahren ausgezeichnet verstanden durch ihre Politik Wähler bei Proporzwahlen zu mobilisieren. Nationalratswahlen sind Proporzwahlen, Werni.

Sie hat aber sehr stark polarisiert (unter anderem durch rassistische Plakate), was dazu führte, dass sie bei Majorzwahlen (Ständerat, Regierungsrat) erfolglos war, denn da reichen 28,9% eben nicht. Da muss man für über 50% wählbar sein. Wie Verena Diener!

  • Schlemihl
  • 30.09.09 | 13:07 Uhr

@Wunder:

"Ich habe nicht gesagt, die Diskussionen würden sachlich geführt. Das sind durchaus unterschiedliche Paar Schuhe. Es gibt eben auch Argumente - und dies verstehst du in diesem Forum auch oft nicht - die nicht mit Zahlen belegbar sind."

Sachliche Argumente müssen nicht immer mit Zahlen belegt werden, es gibt auch andere Formen von Fakten!

"Intuition" kannst du bei Mike Shiva bringen. Das hat aber nichts mit Argumentation zu tun.

"Wenn ein einfacher Büezer Angst oder Scheu vor einer anderen Kultur hat,"...

.... dann kann man diese unbegründete Angst durch Angstmacherei (siehe SVP-Plakate) weiter vertärken und die Angst der Leute auszunutzen wie es die SVP macht!

Oder man kann analysieren, ob diese Angst berechtigt ist. Wenn nicht, geht es darum den Leute durch Fakten und sachliche Argumentation diese Angst zu nehmen und das wahre Gefärdungpotential aufzuzeigen.

Du bestätigst mit deinen Aussagen auch die Ergebnisse von wissenschaftlichen Studien, die belegen, dass ANGSTHASEN RECHTSKONSERVATIV WÄHLEN!

  • Wunder
  • 30.09.09 | 11:41 Uhr

@Schlemihl
Bitte korrekt lesen!
Ich habe gesagt, dass in der Arena die Diskussionen mit Argumenten geführt werden. Ich habe nicht gesagt, die Diskussionen würden sachlich geführt. Das sind durchaus unterschiedliche Paar Schuhe. Es gibt eben auch Argumente - und dies verstehst du in diesem Forum auch oft nicht - die nicht mit Zahlen belegbar sind. Oft ist die Intuition viel genauer als es Zahlen je auszudrücken vermögen.
Aber nicht jeder Politiker hat diese Intuition. Wenn ein einfacher Büezer Angst oder Scheu vor einer anderen Kultur hat, dann hat er die, ob dies in einer Umfrage bewiesen werden kann oder nicht. Wenn so jemand vor 50 Jahren keine Angst hatte (bei 100 Ausländern in der CH), muss es nicht automatisch heissen, dass er heute (bei ggf. auch 100 Ausländern in der CH) auch keine Angst hat (haben darf).
Angst (bspw.) ist ein Gefühl und für viele Menschen trotzdem ein absolutes Argument in einer Diskussion, aber sachlich wird die Diskussion dadurch natürlich nicht.
Genau solche Menschen fühlen sich von der SVP verstanden. Die Fähigkeit zwischen Angst und Gefährdungspotential zu differenzieren ist halt eher eine intellektuelle Fähigkeit. Aber deswegen die Argumente der weniger gebildeten Leute zu verachten und nicht ernst zu nehmen ist ein Fehler den typischerweise arrogante, überhebliche Parteien machen.
Dies gelingt nur Politikern, die die angesprochene Intuition oder eben das entsprechende Talent haben. Faktenwissen und brilliante Analyse hilft da nicht.

  • werni425
  • 30.09.09 | 11:36 Uhr

Schlemihl,
Starke Persönlichkeiten mit Tendenz zu Lügen, Verschweigen und Schuld zuweisen.

Aber Sie verstehen es immer noch nicht. Entweder ist man proportional vertreten oder nicht. Komisch dass es bei den Nationalratswahlen ganz anders ist. Passt aber nicht in Ihre Vorstellungen.
Werni

  • Schlemihl
  • 30.09.09 | 09:41 Uhr

@Werni:

Um in den Ständerat oder Regierungsrat gewählt zu werden, reichen eben 28,9% nicht, da braucht es über 50%. Das gleiche gilt für Regierungratswahlen. Und die SVP hat sich eben derart isoliert, dass der Grossteil der bürgerlichen Wähler lieber eine Grünliberale wählen als einen SVPler.

Im SR und RR, brauchte es eben starke Persönlichkeiten, die bei einer Mehrheit der Bevölkerung gut ankommen! Und nicht solche, die nur Parteipolitik betreiben.

Das Ergebnis war haushoch im 2. Wahlgang!

  • werni425
  • 30.09.09 | 07:48 Uhr

Schlemihl,
Zuerst sehr vorne, glaube viel vor der Diener und der Chantal und dann haushoch. Lustige Wortwahl. Wie gesagt, es kommt auf den Modus an. man könnte sich fragen, ob das absolute Mehr das Richtige ist. alles eine Frage der Regeln.
Werni

  • Schlemihl
  • 30.09.09 | 00:44 Uhr

@Wunder:

Es ist lächerlich zu behaupten, in der Arena würden sachliche Diskussionen geführt. Es geht dort in erster Linie darum Behauptungen aufzustellen, egal ob diese den Fakten entsprechen oder nicht.

Davon hat die SVP profitiert. Sie hat in erster Linie Wähler mit wenig Bildung angesprochen, die auf diese Behauptungen reingefallen sind.

Richtig, Blocher hat der SVP zu einem höheren Wähleranteil bei Proporzwahlen verholfen. Gleichzeitig hat die SVP aber bei Majorzwahlen verloren, da Blocher sehr stark polarisiert hat. Bestes Beispiel ist die haushohe Niederlage von Ueli Maurer gegen die grünliberle Verena Diener!

Wir haben ein Zweikammersystem mit 2 gleichberechtigten Parlamentskammern. Im Ständerat ist die SVP nur viertstärkste Partei und bedeutungslos! Bei Regierungsratswahlen ist die SVP meist chancenlos und in Sachfragen findet die SVP keine Mehrheiten mehr.

  • Wunder
  • 29.09.09 | 10:58 Uhr

@Schlemihl

Ob die SVP mehr oder weniger als andere grosse Parteien in der Arena waren oder nicht kann ich nicht genau sagen. Da aber die Parteien selbst mitbestimmen können, scheint mir das eher unwahrscheinlich. Jedenfalls kann eine solche Differenz zu Gunsten der SVP nur marginal sein, ins Verhältnis zur Wählerstärke gesetzt, bestimmt inexistent.

Hingegen, dass die SVP am meisten von der Arena profitieren konnte ist augenfällig. Ist auch logisch, weil die Debatten und Diskussionen oft mit Argumenten geführt werden und damit vor dem Publikum zu bestehen haben! Da müssen letztlich die guten Argumente besser sitzen bleiben als Wischiwaschigeschwätz, wie wir es von anderen Parteien gewohnt sind.

Und noch ein Faktor, weshalb die SVP so stark profitiert hat. Und das, Schlemihl, ist/war für dich und andere so schmerzlich, dass man den Urheber dieses Urvorteils der SVP seit es die Arena gibt, wie den Leibhaftigen verfolgt und beleidigt und hasst, wie keinen zweiten in den letzten 25 Jahren. Du ahnst es: C.B.

  • Schlemihl
  • 28.09.09 | 20:23 Uhr

@Irin:

Mich stört es ja gar nicht, wenn Köppel ab und zu in die Arena eingeladen wird.

Es ist ja Köppel, der hier ein derartiges Theater veranstaltet, nur weil er mal ausgeladen wird. Das ist äusserst peinlich!

  • Irin
  • 28.09.09 | 12:55 Uhr

@Kröger

mein Chef heisst nicht Roger Köppel. Ich arbeite auf einem anderen Gebiet.

@Schlemihl

Wenn es dich stört, dass RK in Sendungen auftritt, dann schaue sie doch einfach nicht an. Auch bei mir gibt es Personen, wenn diese Auftreten, verwende ich meine Zeit sinnvoller ;-)

  • Kröger
  • 27.09.09 | 23:34 Uhr

@Irin:

"Soviel ich weiss ist er Parteilos und politisch Liberal ausgerichtet."

Du wirst das ja hoffentlich wissen, wie dein Chef politisch ausgerichtet ist...

  • Schlemihl
  • 27.09.09 | 23:00 Uhr

@Irin:

In den letzten drei Jahren war 11 Mal ein Vertreter der "Welt"woche als einer von 3 oder 4 "Hauptgästen" im Arena-Rund (davon 7 Mal Köppel selbst). Mindestens ebsoviel war eine Vertreter der "Welt"woche in der "ersten Reihe".

8 Mal in den letzten drei Jahren war ein "Welt"woche-Vertreter im Club.

Nenn mir eine andere Zeitschrift oder Zeitung, die ebenso oft in diesen Sendungen vertreten war.

"die Weltwoche was zu sagen hat."

Ja, SVP-Propaganda wiedergeben!

  • Irin
  • 27.09.09 | 21:35 Uhr

@Schlemihl

Keinesfalls betrachte ich Köppel als Politiker. Er ist das was er ist. Ein Journalist und Vertreter einer interessanten Zeitung, die was zu bieten hat. Soviel ich weiss ist er Parteilos und politisch Liberal ausgerichtet.

Selbstverständlich kann jede Partei ihre Vertreter selber aussuchen. Doch die erwähnten Damen, waren nicht Hauptpersonen. Sie waren Gäste der Redaktion "Arena" Genauso, wie Köppel Gast war. Und bei der Auswahl der Gäste sollten sich die Parteien zurückhalten.

Köppel war nur einmal in der Arena, einmal im Club zweimal im Sonntalk und etwa dreimal im Talktäglich. Dies kann man also nicht als oft bezeichnen.

Es geht hier nicht um Leseranteil sondern, dass die Weltwoche was zu sagen hat.

  • Schlemihl
  • 27.09.09 | 19:17 Uhr

@Irin:

Jede Partei kann selbst bestimmen, welche Vertreterin sie in die Arena schicken.

Dass du Köppel hier im gleichem Atemzug mit rot-grünen Politikern erwähnst, zeigt mir, dass du offensichtlich Köppel auch als Parteipolitiker und nicht als "Experten" siehst.

Nochmals, niemand hat etwas dagegen, wenn Köppel als SVP-Vertreter in der Arena auftritt. Aber SVP und Köppel, dass sind 2 SVPler in der vordersten Reihe!

Köppel war mindestens 2 Mal in der Arena dieses Jahr, dazu mindestens 2 Mal im "Club". Dazu kommen weitere "Welt"woche-Mitarbeiter wie Engeler, der auch häufig in Arena anzutreffen ist und erst kürzlich auch im "Club".

Gemässen an den Anzahl Lesern ist die "Welt"woche klar übervertreten!

  • Irin
  • 26.09.09 | 19:08 Uhr

Es gab tatsächlich Zeiten, da waren ständig die gleichen Damen roter und grünen Parteien in der vorderen Reihe. Hatte damals das Gefühl sie hätten ein Abo für die Arena gelöst. Es war grauenhaft!

Roger Köppel war dieses Jahr noch nicht viel in der Arena. Glaube allerhöchstens zweimal. Vielleicht kann mich jedoch Schlemihl eines besseren belehren und mir detailiert mitteilen, zu welchen Themen und wieviel er 2009 mitwirkte.

In letzter Zeit schaue ich die Arena nicht mehr. Der Moderator passt mir nicht und das Ganze kommt mir immer mehr wie ein Kindergarten vor. Wobei ich die Kinder keinesfalls beleidigen möchte ;-)

  • petter
  • 26.09.09 | 13:37 Uhr

Die Arena ist tatsächlich fertig. Ich hab nur kurz hineingeschaut. Als ich der Frau Goll ansichtig wurde, hat's mir abgestellt und ich habe abgestellt.
Es sind immer die gleeichen Schwätzerinnen, vornehmlich von links, denen man den Zugang zu den Medien offenhält.
Einfach dürftig.

  • Schlemihl
  • 25.09.09 | 23:16 Uhr

@chateau (petter):

Ja klar, der Ogi ist ein Linksextremer. Bist du auch wie Larry ein Anhänger des katholisch rechtsradikalen Liberalen Erik?

  • petter
  • 24.09.09 | 21:42 Uhr

Die Arena beerdigt sich selbst. Das ist auch geplant, so scheint es mir.
Nachdem es der SVP wiederholt gelungen ist gegen linke Ideologen mit Fakten die Zuschauer zu gewinnen wurde an der Arena herumgeschnippelt bis sie jetzt so schal und nichtssagend herauskam wie am letzten Freitag. Dies war auch das letzte Aufgebot an Fachleuten. Jammerschade, dass da der Amstutz überhaupt hingegangen ist.
Die sollen doch die nächste Arena mit all den linken schiefen Typen bestreiten wie z.B. Goll, Fässler, Fehr (der Soz.und Antischweizer), Georg Kreis, Imhof, von Matt, Bergier, Ziegler, Ogi, Jo Lang,Grunder, W-S, C-R usf.
und als Diskussionsleiter den Haldimann.

  • Schlemihl
  • 24.09.09 | 17:11 Uhr

Fakt ist, keine andere Partei hatte in der Arena derart viel Redezeit wie die SVP!

Fakt ist, keine andere Partei hat von der Arena derart viel profitiert wie die SVP!

 
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